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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2018

ein Highlight

Deutsches Haus
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Eva ist 24 Jahre und Dolmetscherin für die polnische Sprache. Sie wird gebeten beim ersten Ausschwitz Prozess in Frankfurt zu übersetzen. Ihre Eltern die eine eigene Gaststätte haben und ihr ...

Eva ist 24 Jahre und Dolmetscherin für die polnische Sprache. Sie wird gebeten beim ersten Ausschwitz Prozess in Frankfurt zu übersetzen. Ihre Eltern die eine eigene Gaststätte haben und ihr Verlobter ein Versandhaus Erbe sind strikt dagegen. Eigentlich hat sie sehr wenig Selbstbewusstsein und wünscht sich einen starken Mann an ihrer Seite. Nur in diesen Punkt gibt sie nicht nach.
Für alle Beteiligten ändert sich durch den Prozess ihr Leben.
Dieses Buch ist herausragend zu diesem Thema.
Unaufgeregt erzählt die Autorin den Roman, aber zwischen den Zeilen spürt man den tiefen Respekt, den sie gegenüber den Opfern die ihr Leid noch einmal erleben als sie ihre Zeugenaussagen machen, empfindet. Auch die mühselige Arbeit der Staatsanwaltschaft wird gewürdigt.
Es findet sich alles in diesem Buch wieder: Täter, Opfer, Prozess Beteiligte, Mitläufer, Menschen mit der Gnade der späten Geburt und Überlebende die mit ihrem Schicksal hadern.
Man könnte sagen davon habe ich schon genug gelesen aber das stimmt nicht, denn in diesem Roman werden Zusammenhänge zwischen den Verbrechen der Nazizeit, die Gleichgültigkeit der Menschen ( es ist Zeit zu vergessen, wir müssen nach Vorne sehen ) mit den aktuellen Ereignissen gezogen ( Ausländer raus, Deutschland den Deutschen ) es ist ein wichtiges Buch gerade jetzt.

Veröffentlicht am 08.09.2018

ein spannender Liebesroman

Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz
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in einem Waisenhaus lernen sich die Kinder Farah und Dougan kennen und es entwickelt sich eine unschuldige beschützende Liebe zwischen ihnen. Sie ist sein heller Stern in der Dunkelheit seine Fee die ihn ...

in einem Waisenhaus lernen sich die Kinder Farah und Dougan kennen und es entwickelt sich eine unschuldige beschützende Liebe zwischen ihnen. Sie ist sein heller Stern in der Dunkelheit seine Fee die ihn tröstet durch ihre Gegenwart, er ist ihr Beschützer und Held.
Jahre später arbeitet Farah bei Scotland Yard und lernt den Verbrecher und König der Unterwelt Dorian Blackwell kennen, sie fühlt sich zu ihm hingezogen obwohl sie Dougan ewige Treue geschworen hat.
Diese Liebesgeschichte ist ungeheuer prachtvoll in ihrer Ausschmückung und durch die teilweise grausamen Details in den viktorianischen Gefängnissen läuft es dem Leser kalt dem Rücken runter. Trotz allem technischen Fortschritt in diesem Zeitalter, die Menschlichkeit blieb in vielen Bereichen auf der Strecke.Diese Gegensätze ziehen sich durch den ganzen Roman alle Figuren haben ihren Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Auch London oder die schottische Insel haben ihre zwei Ansichten.
Damit spielt die Autorin virtuos in jeder Zeile, dadurch erhöht sich die Spannung mit jeder gelesenen Seite bis zum finalen Höhepunkt.
Mich hat als erstes das edle Cover fasziniert, dann der flüssige Schreibstil. Ich habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen und freue mich schon auf die Folgebände.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Magisch

Narren und Sterbliche
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Mit diesem Hörbuch habe ich etwas besonderes bekommen, zum einen konnte ich dem großen Willliam Shakesspeare über die Schulter "sehen". Mit ihm taucht man in die Welt des englischen Theaters zur Zeit von ...

Mit diesem Hörbuch habe ich etwas besonderes bekommen, zum einen konnte ich dem großen Willliam Shakesspeare über die Schulter "sehen". Mit ihm taucht man in die Welt des englischen Theaters zur Zeit von Elisabeth der Ersten ein. William und Richard Shakesspeare sind Brüder und sich nicht grün. Der eine erfolgreich der andere ein Hansdampf in allen Gassen.Trotzdem gibt Will ihm Arbeit in seiner Theatertruppe wie zu der Zeit üblich, Frauenrollen über die Richard natürlich nicht glücklich ist Als dann Manuskripte von Will gestohlen werden sieht Richard seine Chance, wenn er die Texte zurückholen kann bekommt er in Romeo und Julia eine Männerrolle und damit mehr Geld.

Bernard Cornwall schreibt sehr ausführlich bis ins kleinste Detail über die Zeit in der dieser Roman spielt. Es zieht sich ziemlich in die Länge, man hätte ein Drittel vielleicht weg lassen können, aber dann hätte ich nicht so viel erfahren über die Lebensumstände und wie es war Theater zu spielen. Alle diese Informationen waren schmückendes Beiwerk die die Geschichte noch vertieft hat. Denn sonst wäre es ein simpler Krimi gewesen und der Leser hätte noch nicht einmal Verständnis für die Aufregung aufbringen können, denn dann wären es ja nur Theatertexte gewesen die jemand gestohlen hat. Na gut hätte man gedacht sehr ärgerlich, geistiges Eigentum usw. und dann, schreibt er eben was Neues. Aber durch das neue Wissen erkennt man das es mehr ist, vielleicht sogar das Todesurteil für die ganze Theatertruppe.

Frank Stieren ist ein großartiger Sprecher seine Stimme ist magisch. Man glaubt Will Shakesspeare selber sprechen zu hören und auch alle anderen . Es sind nur Nuancen mit der er seine Stimme verändert aber trotzdem höre ich die unterschiedlichen Schauspieler, Theaterbesitzer, Lords und Ladies als ob mehrere Personen sprechen und nicht nur eine.

Veröffentlicht am 26.08.2018

Hoffnung

Über uns der Himmel, unter uns das Meer
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Klappentext:
Über das Meer zu dir
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ...

Klappentext:
Über das Meer zu dir
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …
Der Schreibstil ist allen Lesern von "ein ganzes halbes Jahr" und den Folgebüchern bekannt. Die Art unaufgeregt aber spannend und flüssig zu schreiben kann man gut mit dieser Autorin verbinden. Das was zwischen den Zeilen steht und das was es im Kopf des Lesers hervor ruft machen dieses Buch aus.
Ich habe mir vorgestellt an Bord dieses Schiffs zu sein mit all meinen Wünschen und Hoffnungen und 1000 Menschen haben die gleichen Gedanken nicht in allen Einzelheiten aber den wichtigsten haben sie alle gemeinsam.Nie wieder Krieg und dann ein glückliches Leben mit Mann/Frau und Kindern. Zitat Seite 272: Die Flugzeuge gehen über Bord. Es ist vorbei. Das Meer soll sie aufnehmen..., so sahen die Flugzeuge zum letzten Mal den Himmel ... bis sie schließlich sanft irgendwo auf dem Meeresgrund landeten.
Es ist das Wissen das diese Wünsche nicht alle in Erfüllung gegangen sind und trotzdem hat die Autorin dieses Buch geschrieben und es geschafft einen Lichtblick in die Zukunft zu werfen. Für alle, gestern, heute und morgen.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Das Leben ist kein Wunschkonzert

Das rote Adressbuch
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Das Buch ist außergewöhnlich. Das Cover ist wunderschön es erinnert an einen Leineneinband bedruckt mit Vögeln und Vogelbeere Zweigen. So ähnlich sieht das Adressbuch aus das die junge Doris ...

Das Buch ist außergewöhnlich. Das Cover ist wunderschön es erinnert an einen Leineneinband bedruckt mit Vögeln und Vogelbeere Zweigen. So ähnlich sieht das Adressbuch aus das die junge Doris von ihrem Vater geschenkt bekommt damit sie alle Menschen eintragen kann die sie in ihrem Leben in der weiten Welt begegnen wird. Ihr Leben entwickelt sich anders wie ihr Vater es sich vorgestellt hat, aber das Buch begleitet sie immer und hat viele Einträge. Die Erinnerungen die sie mit diesen Namen verbindet schreibt sie im hohen Alter für ihre Großnichte auf. Geschichten von einem bewegten Leben, angefangen in Stockholm, über das Paris der Dreißiger Jahre, den USA, England und zurück nach Schweden. Auch Erinnerungen an einen Mann den sie geliebt, verloren und nie vergessen hat.
Die Geschichte ist gut erzählt, als Leser lernt man erst die alte, einsame Doris kennen die nur über Skype Kontakt mit ihrer Großnichte in den USA hält. Dann lernt man die Menschen aus dem Adressbuch kennen, jeder hat eigene Kapitel mit seinen Namen als Titel. Mitten aus dem Leben erfährt man das Wichtigste von ihnen. Ihr Umfeld wird auch das von Doris. Sie lernt sich darin zurecht zu finden.
Alle Emotionen werden nur an der Oberfläche berührt, aber beim Lesen sinken sie tiefer, man denkt nach wie wäre es für dich gewesen. Zurück in der Gegenwart möchte man dann Doris Gesellschaft leisten und weiter hören über den nächsten Namen. Da das nicht geht liest man die nächsten Kapitel erfährt Gutes und Böses.
Am Ende ein trauriges Happy End vielleicht ein bisschen viel aber schön.
Dieses Buch ist mit Sicherheit ein Lese Highlight für 2018.