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Petra_Sch

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2019

Nicht ganz was ich erwartet habe - zu wenig Hintergrundinfos, zu viel 'Teenie'-Liebes-Geschnülze, aber schnell zu lesen

Good Morning, Mr. President!
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Kurz zum Inhalt:
Beck Dorey-Stein zieht im Frühjahr 2011 nach Washington, D.C., um an der renovierten Sidwell Friends Scool als Nachhilfelehrerin zu arbeiten. Als ihr Vertrag ausläuft, bleibt sie der Liebe ...

Kurz zum Inhalt:
Beck Dorey-Stein zieht im Frühjahr 2011 nach Washington, D.C., um an der renovierten Sidwell Friends Scool als Nachhilfelehrerin zu arbeiten. Als ihr Vertrag ausläuft, bleibt sie der Liebe wegen in D.C.
Doch dort Arbeit zu finden ist nicht einfach. Durch Zufall wird sie zu einem Vorstellungsgespräch geladen - und der angebotene Job ist Stenographin des Präsidenten im Weißen Haus!
Beck nimmt die Arbeit an und erzählt nun in ihrem Buch über ihre Jahre von 2012 bis 2017 an der Seite des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama.


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Beck Dorey-Stein ist, wie auch ihre Freunde es ihr immer wieder gesagt haben, locker, flüssig und schnell zu lesen. Das Buch ist in Tagebuch-Erzählstil verfasst, kein trockenes Sachbuch, deshalb lässt es sich wie ein Roman lesen.

Ich finde den Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses richtig spannend und zu erfahren, wie es dort tatsächlich zugeht, v.a. für die Mitarbeiter; die Hierarchien; die Freundschaften, die sich bilden (oder auch nicht) etc... Obwohl Becks Job in der unteren Stufe der Hierarchie angesiedelt ist, und sie 'nur' die Gespräche des Präsidenten aufzeichnen und tlw. danach ins Reine tippen muss, ist es interessant, ihr Leben mitzuverfolgen.
Und dass der Präsident (President of the Untied States) von den Mitarbeitern intern nur Potus genannt wird, finde ich total interessant. Seine Frau ist folglich Flotus. ;)
Beck hat ein aufregendes Leben. Sie fliegt als Teil der "Blase" oft in der Air Force One in viele verschiedene Länder mit, wo sie auch bei Sightseeing Touren mit dabei ist; sie läuft morgens in den Hotels oft mit Potus am Laufband, und sie findet auch nach und nach Freunde.

Was mir allerdings gar nicht gefällt ist, dass sich Beck in Liebesdingen wie ein unreifer Teenager verhält - nein, sogar noch schlimmer, obwohl sie zu der Zeit Mitte bis Ende 20 ist - und dass diesem Teil im Buch sehr viel Platz gewidmet ist. Daher muss ich einen Stern abziehen. Darüber hätte für meinen Geschmack weit nicht so ausführlich berichtet werden müssen, ich hätte sie oft schütteln können und fragen: "Echt jetzt?"
Ich hätte lieber noch mehr Hintergrundinfos über die Arbeit im Weißen Haus und allem Rundherum gelesen.


Fazit:
Interessante Hintergrund-Infos über das Arbeitsleben im Weißen Haus; leider war mir zu sehr das Liebes-Drama von Beck inkludiert, das hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht.
Aufgrund des Tagebuch-Stils schnell und flüssig zu lesen und ich vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.01.2019

Unterhaltsam, emotional und humorvoll; doch es wird zu wenig auf die Erkrankung Alzheimer eingegangen

Unter uns nur Wolken
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Kurz zum Inhalt:
Toms Großvater Florian hat Alzheimer und bisher alle Pflegerinnen vergrault.
Anika hat sich soeben von ihrem Freund getrennt und ihren Job verloren und landet zufällig in Florians Wohnung ...

Kurz zum Inhalt:
Toms Großvater Florian hat Alzheimer und bisher alle Pflegerinnen vergrault.
Anika hat sich soeben von ihrem Freund getrennt und ihren Job verloren und landet zufällig in Florians Wohnung zum Vorstellungsgespräch bei Tom. Obwohl sie keine Ahnung von der Pflege von Alzheimerpatienten hat, stellt der verzweifelte Tom sie ein. Und Anika muss bleiben, da sie keine Alternativen hat.
Florian jedoch unternimmt alles, um auch Ani zu vergraulen. Doch es gelingt ihm zum Glück nicht. Mit der Zeit öffnet er sich gegenüber Ani und erzählt ihr von seiner großen Liebe Greta, von der er Angst hat, sie zu vergessen...


Meine Meinung:
Die Geschichte ist abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Tom und Ani geschrieben, dadurch erhält man noch tiefere Einblicke in das jeweilige Gefühlsleben und sieht Florian Alzheimer-Erkrankung von deren Augen aus.
Amüsant verfolgt der Leser die diversen Versuche, Anika zu vergraulen, was mich oft zum Schmunzeln gebracht hat; ebenso die Dialoge. Doch teilweise sind Florians Aktionen zu übertrieben und unrealistisch.
Immer wieder sind auch emotionale Momente vertreten, vor allem, als Florian dann endlich von seiner verstorbenen Frau Greta erzählt, die Tom großgezogen hat, und wo Florian riesengroße Angst hat, sie eines Tages zu vergessen.
Und dann sind da auch noch Toms Eltern, die Florian einfach nur in ein Heim abschieben wollen...

Leider geht die Erkrankung Alzheimer irgendwie total unter; es wird nicht richtig darauf eingegangen und auch Florian hatte eigentlich nur gute Tage und beim Lesen dachte man sich, dass er eigentlich fast völlig gesund rüberkommt. Und mir war der Schluss irgendwie zu abrupt; es gab ein viel zu schnelles "Happy-End", was ich mir so in dieser Form nicht erwartet oder gewünscht hätte.

Das Cover finde ich sehr schön und passend; drei Personen (Tom, Florian, Ani), die auf Wolken schweben. Auch das leichte gelb ist eine angenehme Farbgebung.



Fazit:
Auch wenn das Thema Alzheimererkrankung etwas unter den Tisch fiel, da Florian fast nur gute Tage hatte, und einige Dinge unglaubwürdig waren bzw. viel zu schnell abgehandelt wurden, wurde ich gut unterhalten; das Buch vermischt ein ernstes Thema mit Humor. Ich vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.01.2019

ein tierischer Dino-Spaß!

Minus Drei und die laute Lucy
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Kurz zum Inhalt:
Der Dinosaurierbub Minus wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Doch sein Papa findet nur ein kleines Haustier in Ordnung, und so bringt er Minus aus der Tierhandlung ein kleines Höhlenmenschen-Mädchen ...

Kurz zum Inhalt:
Der Dinosaurierbub Minus wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Doch sein Papa findet nur ein kleines Haustier in Ordnung, und so bringt er Minus aus der Tierhandlung ein kleines Höhlenmenschen-Mädchen namens Lucy mit.
Lucy ist ein tolles Haustier, doch leider macht sie sehr gerne jede Menge Geräusche - und das vieeel zu laut! Lucy muss wieder weg, beschließen Minus' Eltern.
Doch das kommt gar nicht in Frage, also meldet Minus Lucy bei einer Haustierschule an, wo sich Benehmen lernen soll.
Doch es kommt anders als gedacht...


Meine Meinung:
Dieses Absurdum - Dinosaurier hat Urzeitmenschen als Haustier - ist so witzig wie lehrreich.
Haustiere bedeuten Arbeit und verhalten sich nicht immer so, wie man es gerne hätte!
Doch zum Glück gibt es die Haustierschule. Lucy ist bei allem die Beste, doch sie hört einfach nicht auf zu Brüllen. Bis Minus den Trick herausfindet, um sie zum Schweigen zu bringen.
Für mich hätte die CD noch ruhig ein bisschen länger als die knapp über eine halbe Stunde gehen können - der Sprecher Andreas Fröhlich hat eine angenehme Stimme und verleiht allen Protagonisten eine andere Stimmfarbe.


Fazit:
Ist eine nette Idee, dass ein Dino ein Menschenkind als Haustier hat. Doch für meine Tochter (8) ist es dann schon etwas zu "babyhaft", die Geschichte konnte sie nicht so ganz fesseln, obwohl ich es als Mutter eigentlich total niedlich fand. Also vergeben wir den Durchschnitt unserer Sternevergabe und es sind somit 4 Sterne.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Humorvolles Kinderbuch, das zum Nachdenken anregt

Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat
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"Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat" hat nicht nur einen außergewöhnlichen Titel. Auch der Inhalt regt zum Nachdenken an und ist höchst aktuell: was machen wir bloß, wenn mal das Internet ...

"Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat" hat nicht nur einen außergewöhnlichen Titel. Auch der Inhalt regt zum Nachdenken an und ist höchst aktuell: was machen wir bloß, wenn mal das Internet tatsächlich kaputt sein sollte? (Fast) Jeder braucht das Internet für seinen Beruf. Die Kids sowieso (streamen, youtuben, whatsappen etc...)
Und dass man eigentlich - ohne Internet - doch viel glücklicher sein kann! Denn ehrlich, gerade die Kids benutzen es heutzutage viel zu viel!

Leider ist der Schreibstil nicht so ganz meins, und auch meine 9jährige Tochter kam nicht so ganz damit klar, denn er besteht aus einfachen, sehr kurzen und knappen Sätzen. Teilweise sind es nicht einmal 'richtige' ganze Sätze (wahrscheinlich zur Betonung, zB: "Das ganze Internet. Auf der ganzen Welt. Kaputt gemacht. Von der Oma. Aus Versehen. Klick, klick.")

Die vielen farbigen und detailreichen Illustrationen untermalen das Gelesene und peppen die ganze Geschichte nochmal auf.

Fazit:
Humorvolle Fiktion über ein auf der ganzen Welt kaputtes Internet. Von der Oma kaputt gemacht. Aus Versehen. Regt sehr zum Nachdenken an, besonders Kinder! Klick, klick.

Veröffentlicht am 30.12.2018

Kann man die Vergangenheit ungeschehen machen bzw. korrigieren?

Bösland
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Kurz zum Inhalt:
Ben wird regelmäßig von seinem Vater mit dem Gürtel verprügelt - auf dem Dachboden, dem sogenannten Bösland.
Als Ben 10 ist, findet er seinen Vater im Bösland, erhängt mit dem Gürtel.
Er ...

Kurz zum Inhalt:
Ben wird regelmäßig von seinem Vater mit dem Gürtel verprügelt - auf dem Dachboden, dem sogenannten Bösland.
Als Ben 10 ist, findet er seinen Vater im Bösland, erhängt mit dem Gürtel.
Er hat einen einzigen Freund: Felix Kux, den Sohn des Arztes. Mit ihm verbringt er die meiste Zeit, auch oder gerade im Bösland, die beiden quälen Tiere und vor allem drehen sie Filme über alle Mögliche mit der Kamera, die Felix seinem Vater geklaut hat.
Etwas später kommt Matilda neu in die Klasse, zu Dritt verbringen sie nun Zeit und Ben ist in Matilda verliebt.
Bis Matilda eines Tages tot im Bösland liegt - der Schädel eingeschlagen. Ben hält sie im Arm und wird als Täter in die Psychiatrie eingesperrt. Er kann sich an nichts erinnern. Als Ben 23 ist, wird er wieder freigelassen. Er geht freiwillig zur Therapie. 30 Jahre nach dem schrecklichen Tod von Matilda deckt er das schreckliche Geheimnis von damals auf - und es wird gefährlich für ihn.


Meine Meinung:
An den Schreibstil muss man sich anfangs gewöhnen - aber mir gefällt es sehr gut, dass abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Ben und im Dialog-Stil zwischen Ben und jeweils einer weiteren Person erzählt wird.
Das Schicksal von Ben ist traurig, er hatte eine schlimme Kindheit. Vom Vater verprügelt, die Mutter verschließt die Augen - und noch schlimmer, sie gibt dem Sohn die Schuld am Selbstmord des Vaters und meinte, es wäre besser gewesen, wenn der Vater ihn totgeprügelt hätte. Kein Wunder, dass alle in ihm den Mörder sehen.
Auch wenn Ben nicht so wirklich sympathisch ist, fühlt man mit ihm mit und erfährt nach und nach Schreckliches.
Bernhard Aichner hat mit "Bösland" einen Psychothriller der etwas anderen Art geschaffen. Die ganze Geschichte ist düster, mysteriös und morbid, und beim Lesen denkt man immer wieder dran, wie gut es einem selbst geht und man ist froh darüber, dass man keine Freunde wie Kux hat.


Fazit:
Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem besonderen Schreibstil, der mich gut unterhalten hat!