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Veröffentlicht am 07.08.2019

Außergewöhnlicher Einblick in Afrikas Tierwelt

Auf Safari!
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Das Bilderbuch "Auf Safari!" von Alicia Klepeis erschien 2017 im Die Gestalten Verlag und ist für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren.


Der Untertitel verrät, was in diesem Bilderbuch zur Sprache kommt: "Was ...

Das Bilderbuch "Auf Safari!" von Alicia Klepeis erschien 2017 im Die Gestalten Verlag und ist für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren.


Der Untertitel verrät, was in diesem Bilderbuch zur Sprache kommt: "Was Afrikas wilde Tiere alles können". Nicht die Big Five wie Elefant, Nashorn und Co werden hier vorgestellt, sondern aussergewöhnliche und eher unbekannte Tiere vom Honigdachs bis zum Katzenfisch. Sie alle sorgen für unterhaltsame und lustige Überraschungen, die alt und jung gleichermaßen erfreuen.


In diesem wunderschön bebilderten Sachbuch für Kinder werden viele Tiere vorgestellt, die nicht jeder schon einmal gesehen, geschweige denn davon gehört hat. Da gibt es den zahnlosen Pangolin, dessen Körper komplett mit Schuppen überzogen ist oder den Honigdachs, der furchtlos und aggressiv ist und Analdrüsen besitzt, die sehr unangenehme Gerüche verbreiten.
Der Galago, auch Buschbaby genannt, ist nachtaktiv und kann selbst in der Dunkelheit gut sehen.


Die Zeichnungen zeigen die Tiere sehr detailgetreu und sind toll anzuschauen, außerdem erhält man weitere Informationen über die Rasse, den Lebensraum und das Sozialverhalten der verschiedenen Tiere.
Weil diese Tiere spezielle Fähigkeiten entwickelt haben, gibt es über sie einige volkstümliche Mythen über ihre Herkunft. Auch von diesen Geschichten erzählt die Autorin in ihrem Buch.
Diese Arten sind wenig verbreitet und daher besonders zu schützen, wie man für ihren Erhalt sorgen kann, kommt im Buch auch zur Sprache. Verständnis für den Artenschutz zu entwickeln, ist für Kinder hier spielerisch lernbar.

Dieses außergewöhnliche Tierbuch stellt mal die eher unbekannten Tiere Afrikas vor und gibt damit einen Einblick in die Vielfältigkeit der Tierwelt. Afrikas Tierwelt hat noch mehr zu bieten als nur die Big 5. Für Eltern und Kinder gleichermaßen eine interessantes und sehenswertes Bilderbuch zum Anschauen und Lernen.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Gut zu lesen - interessante Einblicke in das Leben eines Journalisten

In Hütten und Palästen
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Rolf Seelmann-Eggebert erzählt in seinem Buch "In Hütten und Palästen" aus dem Kösel Verlag über sein Leben, beginnend mit seiner Kindheit und der Entwicklung seiner beruflichen Laufbahn als Journalist.


Die ...

Rolf Seelmann-Eggebert erzählt in seinem Buch "In Hütten und Palästen" aus dem Kösel Verlag über sein Leben, beginnend mit seiner Kindheit und der Entwicklung seiner beruflichen Laufbahn als Journalist.


Die Berichterstattung von Ereignissen in europäischen Königshäusern hat Rolf Seelmann-Eggebert maßgebend mit seiner Stimme geprägt. Er hatte Zugang zu den Adelshäusern Europas und

kam ihnen in etlichen Interviews sehr nahe. Dabei begann seine journalistische Karriere als Reporter noch mit dem Leitbild des Radios als Informationsquelle. Die ARD ging gerade erst auf Sendung. Rolf Seelmann-Eggebert wurde 1968 aus Interesse an Afrika Korrespondent in Abidjan, dann in Nairobi.


"Faire Handelsbeziehungen zwischen Nord und Süd sind jedenfalls ein besserer Entwicklungsmotor als die Milliarden, die angeblich in den nächsten Jahren in die Entwicklungshilfe fließen sollen." Zitat Seite 132


Wenn ich an Rolf Seelmann-Eggebert denke, fällt mir seine ruhige und angenehme Stimme ein, die ich von Berichterstattungen von königlichen Hochzeiten und der Geburtstagsparade von Queen Elizabeth von England kenne. Ich verbinde ihn deshalb auch sehr mit den europäischen Königshäusern, was ihm wohl auch den Namen "Königsfritze" einbrachte. Er ist ein profilierter deutscher Journalist, der sich mit der Etikette bei Hofe auskennt, den Menschen offen und höflich begegnet und seinen Beruf überzeugend ausübt.

In seiner Biografie berichtet er von seiner Kindheit in der Nachkriegszeit, von seiner Arbeit als Korrespondent in Afrika und seinem Wunsch, die Probleme der afrikanischen Bevölkerung den Menschen in Europa näher aufzuzeigen.

Sein Berufsleben begann, als man noch hauptsächlich Radio hörte, das Fernsehen steckte noch in den Anfängen. 1990 sorgte der Film "Der Marsch" für Aufregung, es ist eine Reportage über Flüchtlinge aus Afrika.

Es werden einige private Erlebnisse und Informationen zu seiner Familie erzählt, die er gerne preis gibt und die einen Blick auf den Vater und Ehemann werfen. Auch dieser Rolle wurde er gerecht.

Diesem Buch merkt man Rolf Seelmann-Eggeberts Hingabe und seinen Sachverstand für die Journalismus an, auch seine Kontakte mit den Adelshäusern machten ihn zu einem zuverlässigen Berichterstatter, den man auch als Zuschauer zu schätzen weiß.


Diese Biografie berichtet vielseitige Inhalte aus dem Privat- und Arbeitsleben des deutschen Journalisten und lässt seine Sicht auf viele Dinge in der Welt zu. Eine interessante und gut zu lesende Lektüre, die Zeitgeschichte und mehr zum Inhalt hat und diesem Mann zur Ehre gereicht.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Das Aus für den Ex-Freund

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
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Der 6. Band der Provence-Krimi-Reihe von Autor Pierre Martin heißt "Madame le Commissaire und der tote Liebhaber" und erscheint wie die anderen Bände im Knaur Verlag.


Es ist Sommer in Fragolin in der ...

Der 6. Band der Provence-Krimi-Reihe von Autor Pierre Martin heißt "Madame le Commissaire und der tote Liebhaber" und erscheint wie die anderen Bände im Knaur Verlag.


Es ist Sommer in Fragolin in der Provence, in der Luft liegt Lavendelduft und es ertönen die Geräusche der Zikaden. Die Tage ziehen für die provenzalische Kommissarin Isabelle Bonnet während ihrer Reha-Kur nur so dahin. Doch das ändert sich, als man den beliebten Bürgermeister Thierry mit durchschnittener Kehle tot auffindet. Isabelle ist zutiefst betroffen, denn sie war einige Zeit mit Thierry liiert. Trotz einiger Bedenken übernimmt die Kommissarin den Fall und sucht nach Gründen für den Mord, denn brauchbare Spuren sind am Tatort nicht ausfindig zu machen. Die Ermittlungen führen Isabelle nach Sanary-sur-Mer, einem Küstenort, in dem in den Dreißiger und Vierziger Jahren viele deutsche Künstler und Intellektuelle Zuflucht gefunden habe


Obwohl dies mein erster Krimi aus der Reihe war, konnte ich ihn ohne große Vorkenntnisse verstehen und gut lesen.

Gerade bei solchen Reihen mag ich es, wenn man Einblicke in das Privatleben der Ermittler erhält und man ihnen so näher kommen kann.

Der Fall ist heikel, Thierry war beliebt und als Ex-Freundin möchte Isabelle natürlich unbedingt den Mörder finden. Welches Geheimnis hatte Thierry, was ihm den Tod brachte?

Isabelle macht sich danach mit ihrem etwas sonderbaren, aber hilfreichen Asisstenten Apollinaire auf die Suche.


Isabelle liebt das Landleben in Fragolin und lebt nach der Devise - vivre le moment présent! Deshalb hat sie auch im Streifenwagen ihr Badezeug dabei und macht immer mal wieder einen Abstecher ans Meer und genießt die Schönheit dieser Gegend. Ebenso sorgt ihre Vorliebe für gutes Essen für eine Spur von savoir-vivre und damit kann man das Flair der Provence als Leser gut miterleben.

Es hat mich etwas verwundert, dass der Autor regelmäßig französische Ausrufe und ihre Übersetzung einbaut, das wäre eigentlich in der Menge gar nicht nötig gewesen.


Interessanter finde ich, wie Martin politische Hintergründe aus den 30er und 40er Jahren einbaut. In der Zeit nach der Machtübernahme der Nazis flohen deutsche Intellektuelle nach Sanary und einige flohen später nach Amerika. Für Isabelle ist das eine Spur, denn irgendwie scheint Thierrys Tod mit einem Buch über diese Zeit zusammenzuhängen.


Mit einigen Verdächtigen und geschickt eingebauten Wendungen sorgt dieser Krimi für fesselnde und gute Unterhaltung und auch für die nötige Krimispannung.


Diese Reihe ist für frankophile Leserinnen und für Krimifreunde gleichermaßen geeignet.


Veröffentlicht am 27.07.2019

Eine charmante Lovestory in Paris

Die kleine Patisserie in Paris
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Der Roman "Die kleine Patisserie in Paris" ist Julie Caplins dritter Band aus der Reihe "Romantic Escapes", die im Rowohlt Verlag erscheint.

Nina ist das Nesthäkchen einer liebenswerten Familie, allerdings ...

Der Roman "Die kleine Patisserie in Paris" ist Julie Caplins dritter Band aus der Reihe "Romantic Escapes", die im Rowohlt Verlag erscheint.

Nina ist das Nesthäkchen einer liebenswerten Familie, allerdings bringen sie ihre vier Brüder dazu, sich ständig bevormundet zu fühlen. Sie ergreift daher ihre Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und nimmt einen Job in Paris an. Sie soll Sebastian, der Freund ihres Bruders Nick und Inhaber einer bekannten Patisserie in der Nähe von Sacré-Cœur, wegen eines Beinbruchs helfen. Nina liebt es zu backen und sie möchte bei dieser Gelegenheit nicht nur Sebastian wiedersehen, sondern auch ihre Backkünste erweitern. Doch Sebastian ist ihr gegenüber ziemlich nörgelig und macht ihr das Leben schwer.

Endlich bietet sich für die fast 30jährige Nina die Chance ihres Lebens, um aus ihrer familiären Nesthäkchen-Situation herauszukommen. Sie reist nach Paris und hat nun die Aufgabe, Sebastian für einen Patisseriekurs in einem kleinen, verlotterten Cafe die notwendigen Zutaten einzukaufen und die Küche zu besorgen. Auch wenn es einige Schwierigkeiten gibt, so schafft Nina ihre Aufgaben und findet sogar neue Freunde, den granti8gen Kellner Marcel und den Dauergast des Cafes, Marguerite. Von ihnen erfährt sie aus den glanzvollen Zeiten des Cafés und alle sind entsetzt, als sie hören, dass Sebastian das Café in ein Bistro umwandeln will und dazu die nostalgische Einrichtung erneuern will. Auch Maddie, Peter und Jane, ihre Kollegen beim Konditor-Lehrgang, können Sebastians Vorhaben nicht verstehen.

Nina gelingt es, das Café mithilfe ihrer Freunde wieder in einen gemütlichen Ort zu verwandeln, davon ahnt Sebastian allerdings nichts. Nebenbei flammen Ninas alte Gefühle für Sebastian wieder auf und das macht ihr ganz schön zu schaffen.

Dieser Roman klingt inhaltlich nach einer etwas schmalzigen Geschichte. Doch dank des einfühlsamen und flotten Erzählstils und der liebenswert dargestellten Figuren mitsamt des zauberhaften Flairs inmitten von Macarons, Madelaines und anderen schmackhaften französischen Backwaren, ist man in der Geschichte gefangen und möchte unbedingt sehen, wie die Liebesgeschichte und die Geschichte des Cafés ausgeht.

Es ist eine Wohlfühlstory mit französischem Flair, der Appetit auf Backwaren steigt beim Lesen und man wünscht sich an den Ort des Geschehens, um dort die Figuren zu treffen und die Köstlichkeiten selbst zu probieren.

Mir haben die sympathischen Figuren, der einnehmende Lokalkolorit gefallen und die schöne Ausgestaltung des Cafés. Weil sich die Geschichte ein wenig in die Länge zieht, vergebe ich 4 von 5 Sternen.



Eine Liebesgeschichte zum Wohlfühlen, die mit viel Flair daherkommt und mit kalorienreichen Backwaren und Schokolade verlockt.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Dieser Roman ist wie aus dem echten Leben gegriffen und unterhält wunderbar

Die Schwiegertöchter des Monsieur Le Guennec
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Der Familienroman "Die Schwiegertöchter des Monsieur Le Guennec" von Aurélie Valognes erscheint im Juli 2019 im Rowohlt Verlag.


Jacques und Martine Le Guennec leben in der Bretagne in einem großen Haus ...

Der Familienroman "Die Schwiegertöchter des Monsieur Le Guennec" von Aurélie Valognes erscheint im Juli 2019 im Rowohlt Verlag.


Jacques und Martine Le Guennec leben in der Bretagne in einem großen Haus und laden zu Weihnachten ihre drei Söhne mit ihren Schwiegertöchtern ein. Das geht nicht problemlos vonstatten, denn Jacques ist ein bestimmender und nörgelnder Familiendrachen, den sogar seine Frau Martine gern mal auf den Mond schießen würde. Deshalb versuchen die Kinder samt Frauen auch diesen Besuch möglichst schnell über die Bühne zu bringen oder gar nicht erst zu erscheinen. Die Sommerferien möchte Martine gern mit der Familie verbringen und gibt ihrem Mann eine letzte Chance zur Versöhnung. Wird Jacques sich für seine Frau zusammenreißen?


Bei diesem Roman sorgt Jacques nicht nur für Verdruß in seiner Familie, auch als Leser wird man Zeuge seiner stichelnden Bemerkungen, die besonders seine Schwiegertöchter treffen.

Laura ist als strenge Vegetarierin natürlich bei den Mahlzeiten nicht leicht zufrieden zustellen, Stéphanie leidet unter ihrer Schwangerschaft und ist überempfindlich und Jeanne, die neue Freundin von Nicolas, raucht, gibt Jacques Widerworte und spricht auch noch in einem Dialekt, der Jacques nervt. Mit seinen Enkelsöhnen Paul und Jules kann Jacques ebenfalls nichts anfangen, die stören ihn nur.

Als Bauingenieur muss Jacques angeblich ständig arbeiten, dabei hat er bereits einen Nachfolger in der Firma und drückt sich so nur vor familiären Pflichten. Am liebsten löst er Kreuzworträtsel und vernachlässigt im Haus sogar anstehende Reparaturen, mit Martine unternimmt er überhaupt nichts und ist nur noch daran interessiert, wann sein Essen auf den Tisch kommt. Bis Martine nach einem Urlaub ohne Mann die Nase voll hat und von ihm entweder eine Änderung seines Verhaltens verlangt oder den Auszug androht.


Diesen Roman kann ich mir gut verfilmt vorstellen. Denn mit den Marotten und den vielseitigen Charakteren bringt diese Familiengeschichte genügend Schwung mit und sorgt für unterhaltsame Lesezeit. Jacques ist ein Unikum, den man sich als besserwissenden Patriarch gut vorstellen kann. Martine konnte lange Zeit dieses Verhalten ertragen und hat versucht, die Familie zusammenzuhalten. Doch nun reißt ihr der Geduldsfaden. Sie fragt sich mittlerweile, wie sie ihr weiteres Leben an seiner Seite noch ertragen soll. Durch die Freiheit ihrer Schwiegertöchter entdeckt sie auch den eigenen Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und möchte den Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln aufrechterhalten. Das ist mit ihrem Mann allerdings nicht möglich.

Aurélie Valognes Roman hat in Frankreich schon die Hitlisten der Buchcharts erobert. Sie zeigt den üblichen Familienstress bei Feiern und zeigt Situationen, die man vielleicht selbst schon so oder ähnlich erlebt hat. Doch das gelingt ihr mit einem Schmunzeln und ohne erhobenen Zeigefinger.

Einige dramatische Vorgänge sorgen dann bei Jaques für ein Umdenken und der Familienfriede ist wiederhergestellt.



Für mich war dieser Roman ein lustiges, unterhaltsames Buch, bei dem man die Szenen bildhaft vor Augen hatte. Als heitere Sommerlektüre sehr zu empfehlen.