Platzhalter für Profilbild

mabuerele

Lesejury Star
offline

mabuerele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mabuerele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2020

Ramses II. und die Friedensmission

Ramses II. und die Tauben des Friedens
0

„...Du und Tili-Teschub, ihr sollt Geschenke nach Ägypten bringen und für den Frieden werben...“

Wir schreiben das Jahr 1259 vor Christi. Schubili ist Schreiber im Reiche der Hethiter. Wie das Eingangszitat ...

„...Du und Tili-Teschub, ihr sollt Geschenke nach Ägypten bringen und für den Frieden werben...“

Wir schreiben das Jahr 1259 vor Christi. Schubili ist Schreiber im Reiche der Hethiter. Wie das Eingangszitat zeigt, bekommt er eine besondere Aufgabe.
Die Autorin hat ein besonderes Buch für Kinder geschrieben. Einerseits erzählt sie eine spannende Geschichte, andererseits vermittelt sie eine Menge an Informationen über Ägypten unter Ramses II. Und über das Reich der Hethiter. Das geschieht so, dass nach jedem Kapitel ein Sachteil eingefügt ist, der Fakten aus dem vorhergehenden Geschehen erklärt und vertieft.
Die Geschichte wird von Schubili erzählt. Der Schriftstil ist naturgemäß unterschiedlich. Die Fakten werden sachlich und kindgerecht vermittelt.

„...Eine Reiterei im heutigen Sinne kannten die Ägypter nicht. Nur Boten benutzten Pferde zum Reiten. Für Vornehme galt es als unschicklich, auf einem Reittier zu sitzen...“

Das Geschehen ist spannend und abwechslungsreich. Für die beiden Gesandten kommt es zu einigen Überraschungen. Die Sprache ist zwar modern, versucht aber, die damalige Zeit in Bildern widerzuspiegeln.

„...Die Sonne Ägyptens hat mit dir gesprochen und dir göttliche Gnade gewährt...“

Gemeint ist damit der Pharao. Erstaunt registrieren die Schreiber die Unterschiede zwischen Ägypten und ihrem Reich. Nach wichtigen Ereignissen wir eine Brieftaube mit einer kurzen Nachricht in die Heimat geschickt.
„...Ich fasste den Bericht über diesen ereignisreichen Tag auf einem Papyrusröllchen zusammen, band die Botschaft der schwarzen unruhigen Taube ins Gefieder und trug sie ans Fenster unsres Schlafraums...“

Schubili nimmt seinen Auftrag ernst. Er tut mehr als alles, damit der Friede zustande kommt.
Ab und an gibt es einen kurzen Blick in die Vergangenheit der beiden Völker. Im Mittelpunkt steht dabei die Schlacht von Kadesch, deren Ausgang von beiden Seiten unterschiedlich interpretiert wird.
Schubili wird von Ramses gefragt, wie diese Schlacht ausgegangen ist. Er findet eine sehr diplomatische Antwort.
Ein Glossar und eine Zeitleiste ergänzen das Buch.
Viele Schwarz – Weiß - Zeichnungen illustrieren die Geschichte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2020

Bewegend und wichtig!

Weil jede Minute zählt
0

„...Ringsherum standen eine ordentliche Menge von Schaulustigen, und ich hätte wetten können, dass irgendwo zwischen ihnen garantiert wieder mindestens einer war, der sein Smartphone gezückt hatte und ...

„...Ringsherum standen eine ordentliche Menge von Schaulustigen, und ich hätte wetten können, dass irgendwo zwischen ihnen garantiert wieder mindestens einer war, der sein Smartphone gezückt hatte und die Szene fotografierte oder filmte...“

Sophie ist mit Alex, ihrem Jugendfreund, auf dem Heimweg. Im Auto ist eine gewisse Leichtigkeit zu spüren. Alex ist ein sicherer Autofahrer. Doch als ein LKW auf der Autobahn auf seine Spur zieht, hat er keine Chance, den Unfall zu verhindern. Sophie sieht schon das Blaulicht des Krankenwagens, aber es dauert fast eine Viertelstunde, bis er endlich die Unfallstelle erreicht hat. Ihre Wut lässt die junge Frau am Sanitäter Moritz aus. Sie kann nicht ahnen, was die Ursache für die Verspätung war. Für Alex allerdings kommt die Hilfe zu spät.
Die Autorin hat einen bewegenden und tiefgründigen Liebesroman geschrieben. Die Geschichte wird abwechselnd von Sophie und Moritz erzählt.
Der Schriftstil ist ausgewogen. Sachliche Abschnitte wechseln mit sehr emotionale Zeilen.
Sophie hat lange mit Alex` Tod zu kämpfen. Er war ihr Freund und Stütze. Er hat sie mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art aufgefangen, wenn sie ins Grübeln kam.
Moritz geht mit Leib und Seele in seinem Beruf auf. Doch der Einsatz auf der Autobahn hat tiefe Spuren hinterlassen. Es war die fehlende Rettungsgasse, die ein schnelleres Eingreifen verhindert hat.
„...Schon auf den ersten Blick war klar gewesen, dass jede einzelne Minute, in der wir untätig im Stau festgesessen hatten, eine Minute zu viel gewesen war. Jede Minute eine Minute, die über Leben und Tod entscheiden konnte...“

Sophie sucht Moritz auf, um sich für ihr Verhalten zu entschuldigen. Moritz fühlt sich für Sophie verantwortlich und möchte ihr helfen, vor allem, wenn sie falsche Entscheidungen fällt. Doch er akzeptiert, dass sie sich in seiner Gegenwart erneut mit dem Unfall konfrontiert sieht. Gut dargestellt werden Sophies widersprüchliche Gefühle:

„..Ich wollte nur noch weg von ihm. Und ich wollte bleiben und von ihm in den Arm genommen werden..“

Die Geschichte zwischen Sophie und Moritz ist die eine Seite des Buches. Die andere findet sich auf Moritz` Facebook-Account. Hier legt er dar, wie eine Rettungsgasse funktioniert und warum sie so wichtig ist, warum Gaffer nur schaden und weshalb jeder Grundkenntnisse in Erster Hilfe haben sollte. Vielfältige konkrete Beispiele werden dazu aufgearbeitet. Aber es konnte durchaus noch schlimmer kommen.

„...Waren die Leute eigentlich zu blöd, um zu erkennen, dass wir ihnen nur helfen wollten? Stattdessen wurden Sanitäter angepöbelt, weil den Angehörigen alles nicht schnell genug ging. Rettungswagen wurden demoliert, weil sie irgendwem im Wege standen...“

Deutlich wird aufgezeigt, welch emotionale Belastung der Beruf für die Sanitäter ist. Es kann durchaus an die Grenzen der Psyche gehen.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zwingt zum Nachdenken auch über das eigene Verhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Elisabeths schönste Reise

Das Himmelsschiff
0

„...Dann richteten wir den Blick wieder auf die Landschaft um uns. Lautlos erhoben wir uns. Wir schwebten. Sandsäcke wurden abgeworfen...“

Dieses Zitat beschreibt den Start des Luftschiffes Zeppelin LZ ...

„...Dann richteten wir den Blick wieder auf die Landschaft um uns. Lautlos erhoben wir uns. Wir schwebten. Sandsäcke wurden abgeworfen...“

Dieses Zitat beschreibt den Start des Luftschiffes Zeppelin LZ 127 nach Rio de Janeiro. Welche Rolle spielt das im Roman?
Eine Familie besucht das Museum in Neu – Isenburg. Die dortige Museumsführerin erzählt ihnen ihre Geschichte.
Alles begann im Jahre 1934. Elisabeth erfährt, dass ihr Vater, ein Ingenieur, den Bau eines Luftschiffhafens in Santa Cruz leiten soll. Deshalb fährt die Familie im Jahre 1935 mit dem Zeppelin nach Brasilien.
Der Autor hat ein berührendes Buch geschrieben. Da die Geschichte aus der Sicht vom Elisabeth erzählt wird, bekommt sie ein besonderes Flair.
Eigentlich deckt das Buch völlig unterschiedliche Themen ab. Einerseits ist es eine exzellente Reisebeschreibung, zum zweiten erfahre ich eine Menge über die Geschichte und die technischen Details eines Luftschiffs, zum dritten nehme ich am Leben an Bord teil und nicht zuletzt werden auf kindlich feine Art Glaubensfragen berührt.
Der Schriftstil ist sehr ausgereift. Das zeigen die fein ausgearbeiteten Gespräche, die technisch gut recherchierten und allgemein verständlich wiedergegebenen Fakten, aber auch die bildhafte Beschreibung der vom Schiff aus zu sehenden Erde.
Elisabeth lernt auf dem Schiff Frederik kennen. Er ist der Sohn eines Pastors. Sein Vater will in Brasilien eine Gemeinde gründen. Frederik versteht es, Elisabeth sehr bildhaft seinen Glauben darzulegen.

„...Das größte Geschenk, das uns Jesus bringt, ist Frieden mit Gott. Jesus nimmt uns in seine Arme, und wir haben ein Zuhause bei ihm. So, wie du auch von deinen Eltern in die Arme genommen wirst und ein Zuhause bei ihnen hast...“

Dabei findet der Junge immer wieder Vergleiche in Elisabeths Leben. So hat sie zum Beispiel für die Reise von ihren Eltern einen Atlas bekommen. Dazu meint Frederik:

„...Ja, dein Atlas ist für dich irgendwie so, wie für mich meine Bibel. Wir beide haben ein Buch dabei, mit dem wir uns orientieren...“

Immer wieder weisen sie sich gegenseitig auf die Besonderheiten der Reise hin. Manches erklärt ihnen auch Elisabeths Vater.

„...Unsere nächste Sehenswürdigkeit ist die Straße von Gibraltar. […] Zum Osten, beim Blick aus den Fenstern der Backbordseite, erstreckt sich das Mittelmeer. Zum Westen, beim Blick nach steuerbord, sehen wir den Atlantik...“

Die gemeinsame Reise nimmt etwa die Hälfte des Buches ein. Dann werden die zwei Jahre beschrieben, die Elisabeth mit ihrer Familie in Brasilien lebt. Das ist nicht immer einfach. Die Ideologie der Nazis hat in der deutschen Gemeinde in Santa Cruz schon Spuren hinterlassen. Als Elisabeth sich mit einem jüdischen Mädchen anfreundet, wird das sehr deutlich. Glücklicherweise findet sie bei ihrer Familie Trost und Halt. Die haben nichts für Fremdenfeindlichkeit übrig.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es wirbt für Toleranz und gegenseitige Achtung und zeigt den Wert des Glaubens.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2020

Rasante Geschichte

Hard Sequences – Feuerblut
0

„...Chris fühlte sich nun wieder sicher und entspannt. Wenn Sebastian jetzt langsam mal auftauchen und sie die Trauung hinter sich bringen könnten, würde er sich noch besser fühlen...“

Chris ist Trauzeuge ...

„...Chris fühlte sich nun wieder sicher und entspannt. Wenn Sebastian jetzt langsam mal auftauchen und sie die Trauung hinter sich bringen könnten, würde er sich noch besser fühlen...“

Chris ist Trauzeuge bei Sebastians Hochzeit. Außerdem hat er ihm dafür 10000 Euro geliehen. Dummerweise aber gehört ihm das Geld nicht. Der Chef eines libanesischen Clans erwartet das Geld in 24 Stunden. Sebastian wollte es nach der Trauung an Chris zurückhalten. Doch nun hat Chris ein Problem. Die Trauung platzt und Sebastian ist verschwunden.
Der Autor hat einen fesselnden Thriller geschrieben.
Chris hat nun ein Problem. Für dessen Lösung bleiben ihn nicht einmal mehr 24 Stunden. Dabei war er gewarnt worden:

„...Pass gut auf dich auf, Junge. Geschäfte mit dem Teufel gehen selten gut für einen aus!...“

Chris kommt mir an manchen Stellen wie ein großer Junge vor. Er hat sein Leben nie richtig in Griff bekommen, obwohl er als Trainer für Parcouring arbeitet. Trotzdem scheint er für das harte Leben nicht geschaffen. Ab und an siegt Gefühl über Verstand. Das zeigt sich auch im Telefongespräch mit seinem Opa, den er um Geld bitten wollte.
Als für Chris alle Möglichkeiten, an Geld zu kommen, erschöpft scheinen und er zwischendurch eine schwerwiegende Fehlentscheidung getroffen hat, macht ihm Billy, der Sohn des Clan-Chefs ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Jetzt entwickelt sich die Geschichte zu einer rasanten Verfolgungsjagd. Plötzlich geht es nicht mehr um Geld, sondern um das Leben. Nicht unwesentlichen Anteil daran hat Billys Unfähigkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und seine Sturheit, unbedingt seinen Willen durchsetzen zu wollen.
Der Schriftstil unterstreicht den fesselnden und aktionsreichen Handlungsablauf. Der Autor versteht es, gekonnt spannende Momente zu setzen und das Geschehen auf die Spitze zu treiben.

„...Für den Bruchteil einer Sekunde starrten sie einander an, dann machte Chris kehrt und rannte los, wie noch nie zuvor in seinem Leben...“

Als zusätzliches Stilmittel dient das Rückzählen der Zeit bis zum notwendigen Treffen. Jede halbe Stunde beginnt ein neues Kapitel.
Die Playlist der Geschichte befindet sich im Anhang.
Man sollte außerdem wissen, dass vor allem zu Beginn des Buches einige Fragen offen bleiben, die in drei parallelen Büchern der Serie extra behandelt werden. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Autoren.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das liegt an der spannenden Handlung, aber auch dem unterschwelligen Humor, der das Geschehen durchzieht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2020

Traumhaft schön

Emily Pferdeflüsterin
0

„...Und wie bekommen wir so viel Geld, dass wir ein Haus auf dem Land kaufen können? Und ein Pferd? Und du deine Kunden aufgeben kannst?...“

Emily wünscht sich ein Pferd. Das bringt das obige Zitat zum ...

„...Und wie bekommen wir so viel Geld, dass wir ein Haus auf dem Land kaufen können? Und ein Pferd? Und du deine Kunden aufgeben kannst?...“

Emily wünscht sich ein Pferd. Das bringt das obige Zitat zum Ausdruck. Acht Monate später ist es so weit. Sie kann sich ein Pferd aussuchen, denn sie hat in einer Quizshow viel Geld gewonnen.
Die Autorin hat ein berührendes Kinderbuch geschrieben. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen.
Die Protagonistin Emily lebt nach dem Tode der Muttr mit ihrem Vater Paulus, einem Fotografen zusammen. Emily kann elektrische Geräte auseinander nehmen und zusammenbauen, sie ist ein Genie in Mathematik, begegnet aber den Menschen mit Distanz. Dazu kommt ihre unbedingte Ehrlichkeit. Sie sagt, was sie denkt.
Entgegen aller Ermahnungen entscheidet sich Emily für die Stute Runa. Schnell spürt sie, dass das Pferd traurig ist, denn Emily hat eine besondere Antenne zu Tieren.

„...Emily saß auf den obersten Querbalken des Koppelzauns. Nur wenige Meter entfernt von der Stelle, an der Runa stand und graste. Allein, abseits der Herde, fast so, als hätte sie einen unsichtbaren Kreis um sich gezogen, der die anderen Pferde fernhielt...“

Sehr berührend ist die nonverbale Konversation zwischen Runa und Emily.

„...“Du brauchst die anderen“, flüstert Emily. „Warum lässt du sie nicht in deinen Zauberkreis?“ Runa sah sie lange an, als wollte sie sagen: Das könnte ich dich genauso fragen...“

Emily weiß, dass sie Runa helfen kann. Dafür wächst sie über sich hinaus. Sie stellt sich einer Aufgabe, die sie an die Grenzen ihrer Kräfte bringt. Hinterher resümiert sie:

„...Kinder wachsen an Herausforderungen. Wenn sie etwas Schwieriges bewältigen, gewinnen sie an Selbstbewusstsein. Und je mehr Selbstbewusstsein sie haben, desto eher können sie beim nächsten mal etwas noch Schwieriges bewältigen...“

Auch in der neuen Schule wartet eine Überraschung auf sie. Lea, eine Mitschülerin, wirbt um ihre Freundschaft und zeigt dabei die nötige Achtsamkeit.
Natürlich eckt Emily mit ihrer Wahrheitsliebe gern einmal an, obwohl sie das nicht möchte. Sie kann nicht anders. Allerdings kommt es dabei auch zu humorvollen Situationen.
Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist sehr vertrauensvoll. Paulus weiß, wo er sein Kind beschützen muss und wo er ihr neue Freiräume gestatten kann.
Der Schriftstil ist kindgerecht, aber nicht kindlich. Er bringt das Besondere zum Ausdruck. Das zeigt sich insbesondere in den gut ausgearbeiteten Dialogen.
Viele Illustrationen veranschaulichen die Handlung. Sehr schön gestaltet sind ebenfalls die Kapitelanfänge. Der Titel steht in Schreibschrift. Dann folgt ein Blumenbild, bevor Ort und Datum genannt werden.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat auch uns Erwachsenen eine Menge zu sagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere