Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
offline

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2021

Immer der Nase nach

Mopsa – Eine Maus kommt ganz groß raus
0

Mopsa ist eine kleine, weiße Maus mit einem großen, bunten Traum: Sie möchte auf der Bühne stehen und eine berühmte Schauspielerin werden. Fast unmöglich zu schaffen, denn wer sollte überhaupt eine Maus ...

Mopsa ist eine kleine, weiße Maus mit einem großen, bunten Traum: Sie möchte auf der Bühne stehen und eine berühmte Schauspielerin werden. Fast unmöglich zu schaffen, denn wer sollte überhaupt eine Maus engagieren, wenn doch alle Menschen vor ihnen Angst haben oder sich ekeln? Und Mopsa lebt außerdem unter der der Fuchtel ihres Königs, des Mausbeuters Tartar. Doch dann rebelliert sie einmal zu oft gegen den König und wird verbannt. Zusammen mit ihrem Bruder Otto macht sie sich auf in die große Stadt. Und dann werden sie ausgerechnet auf einem Rummel getrennt und für Mopsa beginnt das Abenteuer ihres Lebens.

Mit diesem Buch haben wir ein wirklich niedliches Abenteuer für Kinder vorliegen, das nicht nur aus der Perspektive von jemandem erzählt, der viel kleiner und schwächer ist als Leute und damit sicherlich von Kindern gut projiziert werden kann. Die Bilder von Laura Fuchs (witziger Name beim Zeichnen einer Maus!) sind so süß, dass man kurz vor einem Zuckerschock steht. Mein sechsjähriges Vorlesekind war jedenfalls sowohl von der Geschichte als auch von den Bildern hoch begeistert und auch mir gefiel das Buch sehr gut, wenn es natürlich auch alles sehr, sehr happy endig ausgeht. 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 06.01.2021

Jerusha schreibt

Lieber Daddy-Long-Legs
0

Judy Abbott, die eigentlich Jerusha heißt, hat ihr Leben lang im Waisenhaus verbracht. Doch dann findet sich ein anonymer Gönner für sie, der ihr das Studium bezahlt. Dafür will er nichts weiter von ihr, ...

Judy Abbott, die eigentlich Jerusha heißt, hat ihr Leben lang im Waisenhaus verbracht. Doch dann findet sich ein anonymer Gönner für sie, der ihr das Studium bezahlt. Dafür will er nichts weiter von ihr, als dass sie sie in das Studium reinkniet und ihm jeden Monat einen Brief schreibt mit ihren Fortschritten. Judy hat wenig Erfahrung mit dem Leben außerhalb ihres Waisenheimes und sie muss sich mehr als jedes andere Mädchen ins Lernen vertiefen: Nicht nur das, was an der Universität gelehrt wird, sondern auch, wie dieses normale Leben überhaupt funktioniert. Sie findet dabei Zicken, beste Freundinnen und alles dazwischen und ganz vielleicht und aus Versehen auch die Liebe.

Dieses Buch ist kurz und kurzweilig und eine ausgemachte Feel-Good-Lektüre. Judy plappert und schreibt wie ein Wasserfall und ist dabei immer neugierig und aufgeschlossen. Was mich ernsthaft beeindruckt hat, ist, dass sie eine sehr moderne, junge Frau ist, obwohl das Buch vor über 100 Jahren zum ersten Mal erschienen ist. Obwohl sie eigentlich finanziell abhängig ist von Daddy-Long-Legs, bedeutet das für sie nicht, dass sie unterwürfig oder devot reagiert. Sie hat ihren eigenen Kopf und sie versucht, sich aus dieser Abhängigkeit selbst zu befreien. Sie braucht kein Alphamännchen, das sie wie Dreck behandelt, um sich fraulich zu fühlen, sie geht ihren Weg und lässt sich auch vom Scheitern nicht abhalten. Natürlich ist die Geschichte sehr vorhersehbar, aber trotzdem empfinde ich sie als einen gelungenen Prototyp des jetzt so beliebten Young/New Adult, ganz besonders, was das Selbstbild von Protagonistinnen betrifft. Könnten sich viele Autorinnen und Leserinnen mal ein Beispiel nehmen.

Veröffentlicht am 25.10.2020

Magische Wesen

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
0

Adrian ist 13 und haut aus der Stadt, wo er Probleme mit dem Freund seiner Mutter hat, ab, um seine Großtante in dem langweiligsten Nest der Welt zu besuchen: Arken. In Arken ist die Zeit stehengeblieben ...

Adrian ist 13 und haut aus der Stadt, wo er Probleme mit dem Freund seiner Mutter hat, ab, um seine Großtante in dem langweiligsten Nest der Welt zu besuchen: Arken. In Arken ist die Zeit stehengeblieben und es leben merkwürdige Leute dort. Einige von denen trifft er gerade bei seiner Tante, zum Beispiel Jazz, die seltsame Tattoos trägt. Dann bekommt er einen Anfall - nur dass es kein Anfall ist: Wie es sich herausstellt, leben in Arken lauter magische Wesen und er gehört dazu. Doch damit nicht genug. Seine Tante wird entführt und Adrian sowie seine neuen Freunde - Jazz, die junge Hexe - und der Troll Juri - müssen nicht nur sie, sondern ganz Arken retten, bevor es verloren ist und mit Arken auch die Magie ...

Dieses Buch macht einfach Spaß. Nicht nur, weil der Autor eigentlich Illustrator ist und somit echt schöne Zeichnungen zu seiner Geschichte beisteuert, sondern weil es sich hier um ein mega Abenteuer handelt, in dem es rasant zur Sache geht. Hier wird sich nicht großartig mit Erklärungen aufgehalten, man ist gleich in der Handlung drin und folgt den drei Jugendlichen von einer gefährlichen Situation in die nächste. Logisch, dass dabei auch Freundschaft eine Rolle spielt, Vertrauen, das Annehmen fremder Lebensformen oder anderer Weltanschauungen. Die Antagonisten sind echt gruselig gestaltet, und was sie den magischen Wesen antun (wollen), ist schrecklich. Zum Glück sieht es so aus, als müsste man sich nicht allzu schnell von Arken und dessen Bewohnern trennen, denn der Schluss macht Hoffnung auf Nachfolger. Schönes Kinderabenteuer, 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 26.08.2020

Gehacked, nicht geschüttelt

City Spies 1: Gefährlicher Auftrag
0

Die zwölfjährige Sara hat ein Problem. Weil sie sich in die Jugendschutzbehörde von New York gehacked hat, soll sie für mindestens zwei Jahre in den Jugendknast gehen. Einen Ausweg bietet ihr der seltsame ...

Die zwölfjährige Sara hat ein Problem. Weil sie sich in die Jugendschutzbehörde von New York gehacked hat, soll sie für mindestens zwei Jahre in den Jugendknast gehen. Einen Ausweg bietet ihr der seltsame Typ, der sich erst für ihren Anwalt ausgibt, dann zugibt, ein Agent des MI6 zu sein und sich "Mother" nennt. Er bringt Sara nach Schottland, wo sie vier andere Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 kennenlernt. Sie alle werden zu Agenten ausgebildet, doch für Sara - die ab jetzt Brooklyn genannt wird nach ihrer Heimatgegend - bleibt nicht viel Zeit, um sich einzugewöhnen. In Paris soll ein großes Jugendumwelttreffen stattfinden und die Geheimdienste befürchten, dass der exzentrische Millionär, der das Treffen finanziert, angegriffen werden soll. Die City Spies fliegen nach Frankreich, bereit, mit ihren so unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten alles zu tun, um den Mann zu schützen.

Das war wirklich ein Mega-Auftakt und ich hoffe nur, dass auch die zukünftigen Bücher der Reihe übersetzt (oder zumindest geschrieben) werden. Ich hatte richtig Spaß mit den verschiedenen Leuten, allen voran Mother. Hier bekamen die Charaktere einen richtig guten Hintergrund, erschienen aus Fleisch und Blut und waren alle gleichermaßen wichtig. Es wurde zwar meistens aus der Sicht von Brooklyn erzählt, aber das bedeutete nicht, dass sie alles überragte. Man bekommt hier eine Geschichte über Kids, die nicht fehlerlos sind, aber sich super zusammenraufen, eine Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und spannende Abenteuer. Dass es dann manchmal ein kleines bisschen zu Ungereimtheiten kommt - geschenkt. Hier überwiegt der Unterhaltungsfaktor deutlich. 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 19.06.2020

Das Geisterschiff am Nordstrand

Der Schein
0

Alina hat es nicht leicht. Vor zehn Jahren, kurz vor ihrem siebten Geburtstag, verschwand ihre Mutter, und jetzt geht ihr Vater als medizinischer Experte (Darm mit Charme) in die USA, während er sie in ...

Alina hat es nicht leicht. Vor zehn Jahren, kurz vor ihrem siebten Geburtstag, verschwand ihre Mutter, und jetzt geht ihr Vater als medizinischer Experte (Darm mit Charme) in die USA, während er sie in ein Internat an der Ostsee abschiebt. Auf einer hinterletzten Insel im hinterletzten Zipfel der Welt. Nicht mal vernünftig Internet gibt's da und von ihrem Freund soll Alina auch noch ein halbes Jahr getrennt sein. Kein Wunder, dass sie nicht gerade begeistert auf das alte Schlossinternat Hoge Zand und deren Bewohner reagiert. Im Moment sind eh nur die Lonelies anwesend - die Schüler, die aus irgendwelchen Gründen auch am Wochenende oder in den Ferien anwesend sind. Und jetzt gehört Alina zu ihnen, ob sie will oder nicht. Tatsächlich will sie nach einer Weile sehr gern, denn abgesehen davon, dass sie eine coole Truppe sind, will sie mit ihnen das Geheimnis des Geisterschiffs, der mordswilden Kühe im Naturreservat und der seltsamen Wildcamperin Tinka lösen. Auf dem Weg dahin könnte es passieren, dass einige Schubladen in ihrem Denken auseinanderfallen ...

Das war wieder ein grandioses Jugendabenteuer. Um ehrlich zu sein ging mir Alina die erste Zeit ganz schön auf die Nerven. Die Großstadtpflanze fand alles zum Meckern, was mich Waidler manchmal ganz schön auf die Großstadtpalme (oder so) brachte. Aber die Geschichte entwickelt mit ihren Geheimnissen, den mega ausgearbeiteten Nebencharakteren und dem üblichen Internatsleben mitsamt "Drogenküche" einen Sog, der mich nicht mehr losließ. Man konnte während des Lesens herrlich spekulieren, wie was mit wem und warum zusammenhing und obwohl ich ziemlich viel selbst herausgeknobelt hatte, hielt das Ende noch genügend Überraschungen für mich bereit. Um ein bisschen auf hohem Niveau zu meckern: Alinas Rumgeheule in Bezug auf ihren Freund fand ich teilweise anstrengend. Aber aus jeder dieser Phasen retteten mich zum Glück die Mitglieder der Lonelies und Cara, das pinke Supergirl. Tolle Unterhaltung, 4,5/5 Punkten.