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Veröffentlicht am 15.03.2021

Alles stimmt, aber nichts ist wahr - lustig, spannend und unglaublich phantasievoll

Die Optimistin
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Worum geht’s?
Toygar soll zwangsverheiratet werden, um die Schulden seines Vaters zu begleichen. Doch am Tag der Hochzeit flüchtet er und findet Unterschlupf bei der 80jährigen Charlotte. Diese beginnt, ...

Worum geht’s?
Toygar soll zwangsverheiratet werden, um die Schulden seines Vaters zu begleichen. Doch am Tag der Hochzeit flüchtet er und findet Unterschlupf bei der 80jährigen Charlotte. Diese beginnt, ihm aus ihrem Leben zu erzählen – aber ist wirklich alles wahr, oder hat die Optimistin einfach ein bisschen zu viel Phantasie?

Meine Meinung:
„Die Optimistin“ von Timo Blunck ist ein wirklich phantasievolles Buch. Zuerst: Das Cover – die Frau mit dem Blumenstrauß vor dem Kopf, hinter dem alles Mögliche versteckt sein kann – ist ein absoluter Hingucker. Die unterschiedlichen Schrifttypen, die die Gegenwart von der Vergangenheit unterscheiden und die dicken Zwischensätze, die einen Orts- oder Sichtwechsel zeigen, sind sehr gelungen. Auch die Sprache, in der Timo Blunck schreibt, ist genial. Einfach, aber blumig und lebendig. Die Szenen, die er beschreibt, die Personen – einfach der Hammer!

Charlotte selbst ist eine außergewöhnliche Frau. Sie sieht in allem das Gute. Sie ist herzlich und sympathisch und wer möchte sie nicht zur Großmutter haben? Aber sind ihre Geschichten wirklich wahr? Hat sie wirklich so ein ungewöhnliches Leben geführt? Der Autor erzählt ihr Leben von einem Teenager bis hin in die Gegenwart. Ihr Leben ist schillernd, sie lernt Stars und Sternchen kennen, hat angeblich in den wilden 1960er Jahren eine Affäre mit allen möglichen Showgrößen, die bei ihr ein- und ausgehen. Nur ihr Ehemann – der ist eindeutig homosexuell. Oder denkt sich Charlotte das alles nur aus?

Auch Toygar, der vor seiner Zwangshochzeit flüchtet, ist ein sympathischer Mann. Ein Mann der Tiefgang hat. Der noch auf der Suche nach sich selbst und der Liebe ist. Und der ein unheimliches Wissen über Musik, Filme und Literatur hat. Bei Charlotte lernt er auch Miriam – Charlottes angebliche Tochter – kennen. Miriam, die Krankenschwester ist und sich herzlich um die alte Frau kümmert.

Die Geschichte selbst habe ich verschlungen. Teilweise war es fast ein bisschen zu übertrieben, etwas over the top. Dennoch wollte man einfach immer mehr wissen. Die Darstellung der damaligen Zeit. Die diversen Kennenlernen, die Reisen, die Beziehungen untereinander, die Anekdoten – selten habe ich ein so phantasievolles Buch gelesen. Und selbst am Ende bleibt die Frage: Hat Charlotte das alles erfunden? Oder ist nicht doch ein Körnchen Wahrheit darin?

Fazit:
„Die Optimistin“ von Timo Blunck ist ein unheimlich buntes, schillerndes und phantasievolles Buch. Die Protagonisten sind einem durchweg sympathisch – selbst die unsympathischen. Die 80jährige Charlotte erzählt aus ihrem Leben, ihrem außergewöhnlichen Leben, indem sie Stars und Sternchen kennengelernt hat. Indem sie Dinge erlebt hat, die man sich in seinen wildesten Träumen nicht ausmalen kann – woher hat der Autor nur diese Ideen? Fast möchte man sagen: Welche Pillen hat er genommen – die möchte ich auch… Und bis zum Ende weiß man nicht: Erzählt Charlotte die Wahrheit oder schmückt sie ihr Leben einfach phantasievoll aus?

5 Sterne von mir für dieses schillernden Strauß aus Phantasie und Humor!

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Claudia Kaufmann lässt die 1960er auferstehen – emotional, spannend und überaus lebendig

Das Fräulein mit dem karierten Koffer
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Worum geht’s?
München 1964: Die 19jährige Sabine verliebt sich unsterblich in Michael, den Sohn einer reichen Familie. Ihr Glück scheint vollkommen – doch dann wird sie ungewollt schwanger. Michael verschwindet ...

Worum geht’s?
München 1964: Die 19jährige Sabine verliebt sich unsterblich in Michael, den Sohn einer reichen Familie. Ihr Glück scheint vollkommen – doch dann wird sie ungewollt schwanger. Michael verschwindet und Sabine stehe alleine da – verlassen von ihrer großen Liebe, verstoßen von der Gesellschaft und ihrer Familie. Ohne Wohnung, ohne Job und ohne Zukunft.

Meine Meinung:
In Ihrem Buch „Das Fräulein mit dem karierten Koffer“ erweckt Claudia Kaufmann die 1960er zu neuem Leben. Eindrucksvoll schildert sie das Leben der Frauen in dieser Zeit, insbesondere der Mütter unehelicher Kinder. Wie sie von der Gesellschaft verstoßen wurden, wie schwer sie es hatten. Doch nicht nur dies wird von der Autorin äußerst eindrucksvoll thematisiert, sie lässt auch die Stellung der Homosexuellen mit einfließen. Die ehelichen Verhältnisse. Die Macht der Männer über ihre Frauen. Der Kampf der jungen Generation um Gleichberechtigung und auch die Verfolgung der „Kriegsverbrecher“ aus der Nazizeit. All das stellt sie unglaublich bildhaft dar. Das Buch ist emotional. Es ist spannend. Es ist mitreißend und unglaublich eindrucksvoll.

Die Hauptprotagonistin Sabine ist eine Frau aus einfachen Verhältnissen. Sie wird im Laufe des Buches von einer eher schüchternen, traditionell erzogenen Frau zu einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit, die sich behauptet. Die für sich und ihre Tochter Andrea kämpft. Und die sich gegen die damals noch von Männern bestimmte Gesellschaft durchsetzt. Die Entwicklung ist sehr beeindruckend und ich hätte gerne noch viel mehr, viele intensiver und viel ausführlicher über sie gelesen.

Ihre Mutter Brigitte ist noch von der alten Schule. Sie kann nicht aus ihrer Haut heraus und beugt sich den gesellschaftlichen Zwängen. Sie war mir nicht direkt unsympathisch, sie hat mir eher einfach nur leidgetan. Anders als Anne, Holger, Alexander und all die anderen, die Sabine auf ihrem Weg ins neue Selbstbewusstsein kennengelernt hat. Die gute Freunde geworden sind zu ihr gehalten haben und sie zu ihnen. Sehr beeindruckend fand ich auch die Schilderungen über Holgers Gefühlschaos, als er als Zeuge vor Gericht aussagen musste und zurück in die Zeit katapultiert wurde, als er als homosexueller im KZ war.

Überhaupt konnte ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen. Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Das Buch beginnt in der Gegenwart mit Sabine, ihrer Tochter Andrea und ihrer Enkelin Lilly und führt über die Vergangenheit auch wieder zurück in die Gegenwart. Ein schöner runder Abschluss. Eine Familie mit drei starken Frauen, die sich zwar immer mal wieder zusammenraufen mussten, aber zueinander gehalten haben. Die eine Familie und eine Einheit bilden und füreinander da sind. Ein wunderschöner Abschluss einer unglaublichen Lebensreise, und es war schön, diese starken Persönlichkeiten „kennenlernen“ zu dürfen.

Fazit:
„Das Fräulein mit dem karierten Koffer“ von Claudia Kaufmann nimmt die LeserInnen mit auf eine unglaubliche Reise ins München der 1960er Jahre. Gemeinsam mit Sabine erleben wir ihre Kämpfe, ihre Entwicklung von einem ruhigen Teenager zu einer selbstbewussten und starken Frau, die zusammen mit ihren Freunden ihr Leben bestreitet – trotz der Steine, die ihr von der Gesellschaft in den Weg gelegt wurden. Ein absolut beeindruckendes Werk, das die gesellschaftlichen und geschichtlichen Begebenheiten nicht lebendiger hätte machen können. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern es hat mich zurückversetzt in eine Zeit, in der ich noch nicht geboren war.

5 Sterne von mir für diese beeindruckende Geschichte!

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Veröffentlicht am 13.03.2021

Ein genialer, packender Thriller und ein Terrorist, der gleichzeitig zum Idol vieler wird

Klima
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Worum geht’s?
Das FBI fandet nach einem Umweltterroristen, der als „Green Man“ bekannt ist. Tom Smith, ein junger Datenanalyst beim FBI, nimmt ebenfalls seine Spur auf. Eine Spur aus Zerstörung und Tod. ...

Worum geht’s?
Das FBI fandet nach einem Umweltterroristen, der als „Green Man“ bekannt ist. Tom Smith, ein junger Datenanalyst beim FBI, nimmt ebenfalls seine Spur auf. Eine Spur aus Zerstörung und Tod. Aber Green Man scheint mit seinen Anschlägen das Ziel zu verfolgen, die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Was steckt wirklich hinter ihm? Ein skrupelloser Attentäter oder ein Mann mit einem grünen Herzen?

Meine Meinung:
„Klima – Deine Zeit läuft ab“ von David Klass ist ein Thriller der Extraklasse. Allein das Cover ist schon ein Hingucker – die Farben, das zum Thermometer stilisierte „I“ in Klima. Und auch das Buch selbst – der Schreibstil ist mitreißend und bildhaft. Die Beschreibung der Landschaften, der Anschläge, der Protagonisten – selten sieht man alles so direkt vor sich. Und auch der Aufbau der Geschichte: Der Autor versteht es, mit der Phantasie seiner LeserInnen zu spielen. Obwohl man Green Man von Anfang an kennt, schafft er es gekonnt, eine unheimliche Spannung aufzubauen und gegen Ende diese sogar noch ansteigen zu lassen. Der Showdown am Ende – einfach genial.

Green Man ist kein Terrorist, wie er im Buche steht. Er ist einem irgendwo sympathisch. Einerseits hat man Angst vor dem nächsten Anschlag, auf der anderen Seite fiebert man aber auch mit Green Man mit, dass er nicht geschnappt wird, dass er in Sicherheit kommt und es für ihn ein gutes Ende nimmt. Selben war mir der böse Junge so ans Herz gewachsen, wie in diesem Buch. Man kann ihn irgendwie verstehen…

Selbst Tom, der auf der Seite der Guten kämpft, ist hin- und hergerissen. Einerseits verachtet er Green Man wegen der Opfer - die Kinder, die Familien - die bei den Anschlägen ihr Leben lassen mussten. Andererseits steht er aber auch hinter ihm, seiner Mission und seiner Botschaft. Tom ist ein brillanter Ermittler. Intelligent, nerdig, gerissen – auch er ist einem von Anfang an sympathisch. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, riskiert viel, bleibt aber immer höflich und respektvoll. Auch Brennan, sein Chef, gefällt mir gut. Ein bäriger Kauz, der ihm wegen seines Vaters eine Chance gibt und aber auch das Potenzial in Tom sieht. Er wird fast ein bisschen zu Toms Mentor – wenn nicht sogar zu einer Vaterfigur für ihn.

Die Seiten flogen nur so dahin. Man hat mit Green Man mitgefiebert. Man hat mit Tom mitgefiebert. Der Aufbau der Ermittlungen, die Darstellung der Attentate, der Verfolgungsjagt – einfach der Hammer! Ich habe zuvor noch nie von dem Autor gehört, aber er hat mich mit diesem Buch überzeugt. Die technischen Möglichkeiten, die er beschrieben hat. Die kurzen Ausflüge in die Umweltproblematik. Aktuell, spannend, mitreißend. Besonders der Showdown am Ende – man kam nicht zum Atemholen!

Fazit:
„Klima – deine Zeit läuft ab“ von David Klass ist ein Thriller der Extraklasse. Bildhaft und mitreißend baut der Autor ein spannendes Szenario nach dem anderen auf. Es ist rasant, es ist erschreckend, es ist aktuell und es regt die Phantasie an. Die Protagonisten – egal, auch welcher Seite sie stehen – sind einem sympathisch. Tom aber auch Green Man – vor allem letzteren. Man sympathisiert mit ihm, obwohl man seine Taten gleichzeitig irgendwo verachtet. Und obwohl man von Anfang an weiß, wer hinter den Taten steckt, reißt die Spannung nicht ab.

Ein rasantes und überzeugendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. 5 Punkte von mir für dieses spannungsgeladene, überraschende Werk!

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Dieses Buch toppt sogar Black Out – spannend, mitreißend und einfach nur genial!

Der Fall des Präsidenten
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Worum geht’s?
Der Ex-Präsident der USA wird in Griechenland festgenommen. Er soll sich vor dem ICC wegen Kriegsverbrechen verantworten. Doch zunächst muss ein griechisches Gericht den ehemaligen Präsidenten ...

Worum geht’s?
Der Ex-Präsident der USA wird in Griechenland festgenommen. Er soll sich vor dem ICC wegen Kriegsverbrechen verantworten. Doch zunächst muss ein griechisches Gericht den ehemaligen Präsidenten überstellen. Im Hintergrund arbeiten Geheimdienste daran, alles zu verhindern. Mit Drohungen, Anschlägen, Erpressungen – wer wird am Ende siegen?

Meine Meinung:
„Der Fall des Präsidenten“ von Marc Elsberg ist ein Buch, das ich wirklich verschlungen habe. Ich war schon von „Black Out“ begeistert, weil es so gut recherchiert war, politisch und technisch aktuell und eine mögliche Realität dargestellt hat. „Gier“, sein letztes Buch, hatte mich dann etwas enttäuscht – aber diese Enttäuschung wurde mehr als wett gemacht. Auch das vorliegende Buch ist sehr gut recherchiert. Elsberg führt uns ein in die Tätigkeit des ICC (International Criminal Court). Er bringt dessen Tätigkeit, einen Prozess vor griechischen Gerichten mit ein ebenso wie die vielen neuen technischen Möglichkeiten, die bei der Überwachung und Verfolgung eingesetzt werden können. Zudem zeigt er, wie Staaten sich gegenseitig geschickt manipulieren können – sei es durch Sanktionen oder „zufälliges“ Versetzen von Kriegsschiffen.

Und all dies baut er ein in einen Thriller, der aktuell ist, spannend ist, rasant ist. Dana, die als Kind aus Sarajevo nach Deutschland geflüchtet ist und jetzt als Anwältin für den ICC arbeitet, ist eine der Hauptprotagonisten. Sie ist eine starke Frau, zielstrebig, empathisch. Eine Frau, die ein Vorbild für viele sein könnte. Gemeinsam mit Vassilios, einem griechischen Anwalt, vertritt sie den ICC vor den griechischen Gerichten. Auch Vassilios ist ein einmaliger Charakter. Ein typischer Dandy, heller Anzug, Sonnenbrille, Hut – wie aus dem Bilderbuch. Der aber hoch intelligent ist, weiß was er tut und immer ein schmunzeln in den Augen hat. Und ab und an gerne die Regeln ein bisschen biegt und sein „eigenes Ding“ dreht. Alex und seine Kumpels, die allesamt technisch versiert sind und Dana unterstützen – eine tolle Truppe von der man gerne Teil wäre. Und der Präsident, Douglas Turner mit der Singsangstimme… D.T…. – ein Schelm, wer böses dabei denkt 😉

Ich fand schon die Szenen im Gerichtssaal unheimlich spannend. Überhaupt hatte das Buch einen Spannungspeak nach dem nächsten! Der Autor hat uns mitgenommen auf eine Verfolgungsjagd durch Athen. Ins das Gefängnis Korydallos. Die Darstellungen der Stadt, der Schauplätze – als würde man selbst dort stehen und beobachten. Es war spannend von Anfang bis zum Ende. Elsberg hat seine LeserInnen immer wieder auf eine falsche Fährte geführt. In typischer Elsberg-Manier bekam man immer wieder einzelne Puzzlestückchen hingeworfen, die einen am Anfang fragend stehen lassen haben und sich dann am Ende zu einem sinnvollen und runden Ganzen zusammensetzten. Und der Showdown am Ende hat alles nochmals getoppt. Ich habe jetzt noch die Bilder im Kopf… Ich kann es nicht erwarten, bis sein nächstes Buch erscheint!

Fazit:
„Der Fall des Präsidenten“ von Marc Elsberg ist ein Buch, das einen den Atem anhalten lässt. Man wird hineingeworfen in Verfolgungsjagden, in ein Gerichtsverfahren, erfährt von den Schachzügen, die die Länder gegeneinander einsetzen, um ihren Willen durchzusetzen. Die Protagonisten, allen voran Dana, sind perfekt getroffen und man wird mehr als gut unterhalten bis zum fulminanten und rasanten Showdown am Schluss!

Ein geniales Buch und eine absolute Leseempfehlung mit 5 Sternen von mir!

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Des beste Alex Cross bislang – mitreißend, spannend und emotional!

Justice - Alex Cross 22
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Worum geht’s?
Als sein Cousin des Mordes angeklagt wird, kehrt Alex Cross zurück in seine Geburtsstadt. Er versucht, die Unschuld seines Cousins zu beweisen und gerät dabei auf die Fährte eines Drogenkartells, ...

Worum geht’s?
Als sein Cousin des Mordes angeklagt wird, kehrt Alex Cross zurück in seine Geburtsstadt. Er versucht, die Unschuld seines Cousins zu beweisen und gerät dabei auf die Fährte eines Drogenkartells, die bis weit in die Reihen der dortigen Justiz führt. Und nicht nur das – auch seine Vergangenheit holt ihn ein und er wird mit Tatsachen konfrontiert, die er so nie erwartet hätte.

Meine Meinung:
„Justice“ von James Patterson ist der 22. Teil der Thrillerserie um Detective Alex Cross. Und obwohl viele Reihen nach einigen Teilen an Spannung verlieren muss ich sagen, dass es hier genau umgekehrt ist. Mit diesem Band hat James Patterson sich nochmals selbst übertroffen. Das Buch ist noch rasanter, noch emotionaler und in Bezug auf Alex Cross noch persönlicher, als die Teile davor. Patterson nimmt uns mit auf die Ermittlungen, nicht nur in einem Fall, der Alex in seine Vergangenheit führt und seine komplette Gegenwart und sein Leben verändert, sondern auch in den Fall eines schizophrenen (?) Serienmörders, der mehrere Frauen auf dem Gewissen hat.

Alex Cross ist dabei wieder der geniale Ermittler, gewiefte Kämpfer und liebende Familienvater und Ehemann, wie wir ihn kennen und lieben. Gemeinsam mit seiner Frau Bree löst er seinen nächsten Fall. Und nebenbei spielt auch seine Familie wieder eine große Rolle. Nana Mama, Ali und Jannie – ich finde es schön, dass sie in die Teile mit einbezogen werden. Durch die Darstellung seiner Familie wächst einem Alex noch mehr ans Herz und wird noch sympathischer, da man das Gefühl hat, ein Freund ermittelt. Alex ist genial und nicht unnahbar, sondern gleichzeitig der nette Kerl von nebenan.

Und auch seine Familie in seiner Geburtsstadt lernen wir kennen. Parallel dazu Drummond, den er auf der Suche nach den Spuren seines Vaters kennenlernt und mit dem er gemeinsam einen weiteren Mord löst. Ein Fall, der eigentlich ein eigener Teil hätte sein können und absolut kurios, außergewöhnlich und spannend ist und in den ich gerne noch tiefer eingetaucht wäre! Dann erleben wir den Gerichtsprozess mit, in dem Alex‘ Cousin Stefan angeklagt ist und durch seine Nichte Naomi vertreten wird. Auch die Szenen im Gerichtssaal sind beschrieben, als wäre man mit dabei in den Reihen der Zuschauer.

Und der Showdown am Ende: Einfach unglaublich! Es wird noch spannender, noch rasanter – und ergreifend emotional. Mit einem solchen Ende, mit solchen Verwicklungen und diesen Offenbarungen hätte ich niemals gerechnet! Ich habe bis zum Schluss mitgefiebert und konnte das Buch am Ende gar nicht mehr aus der Hand legen! Ich hoffe, es wird noch sehr viele weitere Bücher mit und um Alex Cross geben!

Fazit:
„Justice“ von James Patterson ist ein Meisterwerk an Spannung und Emotionen. Mitreißend, rasant und mit unglaublich vielen Twists erlebt man mit Alex gemeinsam seinen nächsten Fall – der m.E. die vorhergehenden Teile noch toppt, was fast nicht möglich erscheint. Alex Cross ist einer der beeindruckendsten Protagonisten in der Thrillerszene und dieses Buch war so spannend und hatte ein so unerwartetes, rasantes und extrem Emotionales Ende – ich möchte sofort das nächste Buch lesen, um zu wissen, wie es mit Alex, seiner Familie und den uns bislang noch nicht bekannten Verbrechern weitergeht.

5 Sterne von mir für dieses mehr als gelungene Buch!

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