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Veröffentlicht am 01.03.2022

Sagenhaft Gereimtes aus norddeutschen Landen, wie Sie es so bisher wohl nirgendwo fanden!

Is’ ja SAGENhaft! 3 - Norddeutsche Sagen jetzt erst recht!
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Sagen sind häufig gemein
Reime können auch so sein
top in Rhythmus und Takt
wird hier Altes neu verpackt
lies, genieß, lass Dich drauf ein!

In Lars Kramers Gedichtbüchlein „Is´ja sagenhaft! 3“ erleben ...

Sagen sind häufig gemein
Reime können auch so sein
top in Rhythmus und Takt
wird hier Altes neu verpackt
lies, genieß, lass Dich drauf ein!

In Lars Kramers Gedichtbüchlein „Is´ja sagenhaft! 3“ erleben wir norddeutsche Sagen einmal völlig anders.

Der Autor hat – wie bei den voran gegangenen Bänden in Zusammenarbeit mit Zeichner Rudi Kohls – alte Sagen aus den nördlichen Gefilden unseres Landes kreativ und mit Wortwitz umgewandelt und präsentiert sie uns hier in Reimen, die es in sich haben.

Man sollte als Lesende(r) allerdings nicht zu zart besaitet sein, denn

der Reime Lehren sind teils deftig
die Wortwahl ist mitunter heftig
wie damals die Sagen rustikal
sind die Verse hier phänomenal!

Sagenhaft ist es, wie es dem Autor gelingt, die alten Geschichten so in Reimform umzuwandeln, dass deren ursprünglicher Inhalt unverfälscht erhalten bleibt.

Auf faszinierende Art und Weise bringt Lars Kramer den Lesenden von heute die Sagen und Lehren von gestern wieder näher.

Und das mit Spaß, Rhythmus und Takt
dass es einen beim Lesen packt!

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Veröffentlicht am 01.03.2022

Die Geschichte der Familie Stollwerck auf dem Weg zur „Schokoladenfabrik“… und noch so viel mehr!

Die Schokoladenfabrik - Die Tochter des Apothekers
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Wir befinden uns im Köln der Jahre 1838 – 1849; dies ist die Geschichte der noch jungen Familie von Franz und Anna Sophia Stollwerck und deren Werdegang auf dem Weg zur späteren „Schokoladenfabrik“… und ...

Wir befinden uns im Köln der Jahre 1838 – 1849; dies ist die Geschichte der noch jungen Familie von Franz und Anna Sophia Stollwerck und deren Werdegang auf dem Weg zur späteren „Schokoladenfabrik“… und noch so viel mehr!

Rebekka Eder erzählt die Vorgeschichte der Stollwerckschen Schokoladenfabrik.

Anna Sophia, Tochter des Apothekers, wächst mit ihren 3 Schwestern bei ihrem allein erziehenden Vater auf. Sie soll den Apotheker August heiraten, doch als ihre „Sandkastenliebe“ Franz Stollwerck von seiner Wanderschaft nach Köln zurückkehrt, kommt alles anders.

Wir erleben, wie Anna Sophia gegen den Willen ihres Vaters den Zuckerbäcker Franz heiratet, wie die junge Familie Stollwerck wächst, wie die Stollwercks eine Bäckerei gründen und später auch ein Café, wie sie einer Achterbahnfahrt gleich ein Auf und Ab erleben, mal Erfolg haben mit ihren wohltuenden und heilenden Bonbons nach Anna Sophias Rezept und dann wieder zum Scheitern verurteilt sind, mal in Harmonie und Zufriedenheit, dann wieder in wirtschaftlicher Unsicherheit und mit familiären Querelen, immer aber spannend und fesselnd.

Doch dieses Buch ist viel mehr als „nur“ diese Geschichte, es ist eigentlich mehrere Geschichten in einem.
In einem anfangs noch separaten Erzählstrang lernen wir das Dorf Höhenforst und seine Menschen sowie das ländliche, damals harte und erbarmungslose Leben kennen.
In einer weiteren Parallelgeschichte erfahren wir, wie es Wilhelmine, der ältesten Schwester von Anna Sophia ergeht, die ihre Neigung zum weiblichen Geschlecht entdeckt und deren Leben nun so ganz anders verläuft, als mancher es sich damals hätte vorstellen können.

Man merkt deutlich, welch intensive Recherche diesem Buch zugrunde liegt.
Wir lernen die Gesellschaft zur Mitte des 19. Jahrhunderts kennen, in der Frauen sich in Sachen politischer oder wirtschaftlicher Themen zurück zu halten hatten und ein Vater auch nicht ansatzweise Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse seiner Töchter hatte; wir erfahren etwas über die technische Entwicklung (in Köln) z.B. bei der Straßenbeleuchtung, der Infrastruktur der Stadt insgesamt und im Bereich der Eisenbahn; wir lesen, wie die Bevölkerung protestierte gegen die Arbeitsbedingungen und die Politik der Herrschenden und wie sich die Frauen zusammentaten, um ihre Rechte zu erkämpfen; wir erleben eine Familiengeschichte in einer unruhigen und dennoch – oder gerade deswegen – spannenden Zeit!

Rebekka Eder hat hier eine Geschichte geschrieben, die geschickt Wirklichkeit und Fiktion verbindet, die Geschichte der Familie Stollwerck eindrucksvoll mit den tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Aspekten der damaligen Zeit verwebend.

Es lohnt sich, diese Geschichte - die trotz ihrer Länge absolut zu fesseln weiß - selbst zu entdecken und zu erlesen, vielmehr zu erleben.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Viele Mitwirkende in einem spannenden, mehr als komplexen Fall...und in mehr als nur einem Fall! Politisch, kritisch, partiell kulinarisch!

Flucht über den Brenner
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Band 3 der Italien-Bayern-Krimi-Reihe, deren Fälle man allerdings in beliebiger Reihenfolge lesen und lösen kann!

Wenn man schon mehrere Bände einer Reihe gelesen hat, dann ist es nicht einfach, eine ...

Band 3 der Italien-Bayern-Krimi-Reihe, deren Fälle man allerdings in beliebiger Reihenfolge lesen und lösen kann!

Wenn man schon mehrere Bände einer Reihe gelesen hat, dann ist es nicht einfach, eine Rezension zu einem weiteren Band dieser Reihe zu schreiben, ohne sich zu wiederholen. Bisher habe ich die Bände 6, 1 und 2 dieser herrlichen Italien-Bayern-Krimi-Reihe gelesen und es macht immer wieder diebische Laune.

Um also mehr von dieser Krimireihe zu erfahren, empfehle ich mich ausnahmsweise mal selbst. Für mehr Infos und Meinungen lest gerne meine anderen Rezensionen, die spoilerfrei gelesen werden können, da ich nichts Inhaltliches preisgebe, weder dort noch hier.

Die Bände können übrigens unabhängig voneinander gelesen werden, da man zwar ab und zu auch Details zum Werdegang der Hauptfiguren, v.a. von Commissario Antonio Fontanaro aus Verona und Georg Breitwieser aus Traunstein, erfährt, die Kenntnis dieser privaten Dinge aber für das Verständnis der kunstvoll-kriminellen Geschichten nicht erforderlich ist.

Apropos kunstvoll: da die Autorin u.a. Kunsthistorikerin ist, verknüpft sie ihre virtuellen und gesetzeswidrigen Aktivitäten von Mord und Totschlag, Korruption und Erpressung, Betrug und Raub und einigen anderen Straftaten gerne mit verbrecherischen Geschehen aus der Welt der Kunst und Künstler, in diesem Band ebenso wie in den anderen Teilen dieser länderübergreifenden Krimireihe.

Die beiden Kommissare agieren nicht immer zu meinem Wohlgefallen, aber es ist schön, sie und ihre Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen, wenn sie bei mehr als nur einem weiteren Fall pro Band wieder wie zufällig oder - besser gesagt - unvermeidlich zusammenarbeiten (müssen).

„Flucht über den Brenner“ bietet so einiges an Straftaten und Ermittlungsschritten, verknüpft das wohl allen bekannte Flüchtlingsthema mit Kunstraub, Mord(en) und inszenierter Flucht, mit Klüngeleien und Abhängigkeiten, Vorteilsnahme und Korruption, mit kleinen amourösen Episoden und…nein, mehr wird nicht verraten.

All das ist sowohl geschickt miteinander verwoben als auch stets logisch ineinandergreifend und baut zusätzliche Spannung auf durch stetigen Wechsel der agierenden Personen und der Orte der Ereignisse, aber es ist meiner Meinung nach in diesem Band auch etwas viel für nur einen Krimi.

Wie all das zusammenhängt, muss und sollte jeder an eher komplexen Fällen interessierte Krimileser und jede vielleicht sogar kunstaffine Leserin selbst entdecken! Es gilt, mehr als nur eine Verstrickung zu entwirren, um dem Täter oder der Täterin respektive einer Mehrzahl derselben auf die Spur zu kommen.

Wer sich darauf einlässt, wird mit feiner Krimikost und appetitanregenden italienischen Köstlichkeiten belohnt, beides glücklicherweise/leider nur virtuell.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Ruhig + dialoglastig, gleichwohl vielschichtig mit kritischem Blick, einnehmend auch durch sympathische Ermittler -> ein guter Reihenstart!

Küstenmord: Das letzte Lied
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Diese Reihe und die Ermittler haben echtes Potential!

Nachdem ich von Yvonne Wüstel bisher nur unter ihrem Klarnamen herausgegebene Kurzkrimis gelesen habe, war dies nun mein erster Langkrimi von ihr, ...

Diese Reihe und die Ermittler haben echtes Potential!

Nachdem ich von Yvonne Wüstel bisher nur unter ihrem Klarnamen herausgegebene Kurzkrimis gelesen habe, war dies nun mein erster Langkrimi von ihr, den sie unter einem ihrer Pseudonyme veröffentlicht hat.

Dieses Buch, „Das letzte Lied“, ist also nun der erste Band aus ihrer, sprich aus Eva Jensens „KüstenMord“-Krimireihe, die in und um Schleswig spielt.

Inhaltliches werde ich nicht wiedergeben, denn dazu sollte der Klappentext genügen. Zudem würde ich zu viel verraten, wenn ich ins Detail ginge. Ich möchte aber erwähnen, dass dieser Krimi sich sehr gut liest, auch wenn er ein heikles Lied und ebensolche Themen aufgreift.

Allerdings sollte man keine rasanten und hochspannenden, geschweige denn actionreichen Szenen erwarten. Vielmehr lebt diese kriminelle Geschichte von der Ruhe, in der sie erzählt wird, von vielen Dialogen und noch mehr Gesprächen, von Befragungen und Diskussionen und von so manchem Gedankenaustausch unter den Kollegen, die sich erst noch kennenlernen müssen.

Dass Gespräche derart dominieren in einem Krimi, ist nach meinem Dafürhalten sowohl ungewöhnlich als auch ungewohnt, aber zum Thema, zu dem ich nichts Näheres sagen möchte/kann/werde, passt es auf gewisse Weise dann doch recht gut.

Wie die Autorin das Zusammenwachsen der beiden Hauptfiguren und die sich entwickelnde Ermittlungsarbeit beschreibt, ist wirklich lesenswert. Ich konnte an der Seite der Kommissare jedweden Geschlechts mitermitteln, konnte mir ein eigenes Bild der Zeugen und Verdächtigen machen und zu meinen eigenen Schlussfolgerungen kommen.

Einzig die nicht wenigen Fehler, nicht nur aber vor allem in Sachen Worttrennung am Zeilenende (denn Silbentrennung ist es wiederholt und leider nicht), haben mich wirklich gestört (Ausgabe 2022).

Ich bin der hier erzählten Geschichte gerne gefolgt, habe gehadert und gehofft, war mal gespannt, mal berührt und hatte dennoch, wenn auch nur selten, Grund zum Schmunzeln.

Es freut mich, dass „Das letzte Lied“ kein Einzeltitel, sondern der Auftakt zu einer norddeutschen Krimireihe ist, denn ich möchte gerne auch die Folgebände lesen und die Kommissare bei ihren zukünftigen Ermittlungen begleiten, wenngleich ich bei den nächsten Fällen auf mehr Aktivitäten, eben auf ein bisschen mehr Action hoffe.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Ein Buch wie eine sanfte Meeresbrise: Klönschnack und kleine Krisen, leicht, luftig und liebevoll, Wohlfühlen bei Wind und Wellen!

Das kleine Friesencafé
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Nordfriesland, Föhr, ein wunderbares Atelier-Café und eine Omma mit dem Herz am rechten Fleck!

Das kleine Friesencafé ist der erste Band einer Roman-Reihe von Janne Mommsen, die auf die nordfriesische ...

Nordfriesland, Föhr, ein wunderbares Atelier-Café und eine Omma mit dem Herz am rechten Fleck!

Das kleine Friesencafé ist der erste Band einer Roman-Reihe von Janne Mommsen, die auf die nordfriesische Insel Föhr entführt.

Für mich war es das erste Buch des Autors, aber ich bin sicher, dass ich beizeiten auch die Folgebände lesen werde, ja, lesen muss, denn was ich hier lese, ist zwar leichte Kost, aber diese ist wunderbar erzählt und lässt mich Wind und Wellen, Ebbe und Flut, wogende Dünengräser, blökende Schafe und die unterschiedlichsten Vogellaute, eben die Natur Nordfrieslands, beinahe sehen, hören und spüren.

An der Seite der Hauptfigur Julia erlebe ich eine Geschichte, in der es um ihre Suche nach einem Glücksort geht und um die Verwirklichung ihrer Träume, die ihr bis dato wohl noch gar nicht wirklich bewusst waren. Ich wandere und radle über die Insel, von Dorf zu Dorf, von Deich zu Deich, und erlebe Föhr mit fast allen Sinnen.

Mehr werde ich aber nicht verraten, denn dazu gibt es den Klappentext und alles weitere gilt es, selbst zu lesen.

Die Hauptfiguren sind wundervoll gezeichnet, die Beschreibung der Insel-Landschaft und der Orte weckt Sehnsucht, die Geschichte ist dank des angenehmen Schreibstils flüssig zu lesen und ich habe ein paar schöne Lesestunden mit diesem kleinen Friesencafé, mit Julia und ihrer Omma , einem wahren Kapitän und anderen, auch männlichen Protagonisten verbracht.

„Das kleine Friesencafé“ bekommt von mir 4 Wohlfühl-Sterne und ich freue mich schon auf das Lesen des zweiten Bandes, „Das Fest im kleinen Friesencafé“, denn wie es nicht nur mit Julia weitergeht, möchte ich sehr, sehr gerne erlesen und erleben.

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