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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2022

Eine interessante und höchst informative Biographie

Selenskyj
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Eine Biographie über Wolodymyr Selenskyj zu schreiben gestaltet sich aufgrund des aktuellen Kriegsgeschehens vermutlich schwierig, da der persönliche Kontakt bei der Recherche nicht möglich ist. Die Autoren ...

Eine Biographie über Wolodymyr Selenskyj zu schreiben gestaltet sich aufgrund des aktuellen Kriegsgeschehens vermutlich schwierig, da der persönliche Kontakt bei der Recherche nicht möglich ist. Die Autoren der Biographie haben sich deshalb an einer Vielzahl von fremdsprachigen Quellen orientiert und deren Inhalt in eine interessante, höchst informative Lektüre verwandelt. Die verschriftlichte Zeitreise reicht von Selenskyj’s Kindheit bis in die zeitnahe Gegenwart des 03. Juni 2022 und umfasst somit auch die jüngsten Geschehnisse. Insgesamt wird auch die Entwicklung der wichtigsten politischen Ereignisse innerhalb der Ukraine dargestellt. An manchen Stellen fühlte ich mich aufgrund dieser hohen Informationsdichte beim Lesen überfordert. Denn gerne hätte ich mir die genannten Daten/Fakten besser eingeprägt, aber innerhalb dieser engen Taktung gelang mir dies nicht. Besonders spannend war es für mich jedoch zu erfahren, wie sich die außergewöhnlich anmutende Karriere von Herrn Selenskyj innerhalb der innenpolitischen Rahmenbedingungen seines Heimatlandes entwickelte. Letztlich erleichterten ihm seine öffentliche Popularität, der große Erfolg der Serie "Diener des Volkes" sowie der erfahrene Einsatz der Reichweite Sozialer Medien den Wahlkampfsieg. Es wirkt fast so, als hätte Wolodymyr Selenskyj in seiner Rolle als Wassyl Holoborodko geprobt wie es wäre, die Ukraine als Präsident durch schwere Zeiten zu führen. Nun steht er leider vor der unerwarteten, herausfordernden Aufgabe ein Kriegspräsident zu sein. Doch von vielen Politikern und Kritikern aufgrund seiner politischen Unerfahrenheit anfangs belächelt, zeigt er nun, "was" es tatsächlich braucht, um ein verlässliches Staatsoberhaupt zu sein. Seine Entscheidung, für die ukrainische Bevölkerung und deren Unabhängigkeit die eigene Sicherheit zu riskieren, verdient höchsten Respekt.

Fazit: Die vorliegende Biographie ist dabei behilflich nachzuvollziehen, aufgrund welcher Lebens(start)bedingungen sich der durchsetzungsstarke Charakter von Herrn Selenskyj entwickelte. Eine informative, aktuelle und journalistisch aufgearbeitete Biographie, die eine eindeutige Leseempfehlung verdient.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Wildheit der Natur - Brutalität des Menschen

Wo die Wölfe sind
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„Wo die Wölfe sind“ ist ein Werk mit bildgewaltiger Sprache und gefühlvollen Naturbeschreibungen, das aus der Perspektive einer Naturschützerin und Wissenschaftlerin namens Inti geschrieben ist. Inti’s ...

„Wo die Wölfe sind“ ist ein Werk mit bildgewaltiger Sprache und gefühlvollen Naturbeschreibungen, das aus der Perspektive einer Naturschützerin und Wissenschaftlerin namens Inti geschrieben ist. Inti’s Charakterdarstellung wirkt glaubwürdig, vielschichtig und gewährt tiefe Einblicke in die Seele einer verzweifelt zornigen Person. Mit dem Fortschreiten ihrer Geschichte erwächst Verständnis dafür, wie Schicksalsschläge und ihre Erfahrungen mit Gewalt Inti‘s Sichtweise auf die Welt geprägt und Ängste erschaffen haben. Obwohl mir der Schreibstil der Autorin erneut sehr gefallen hat, war ich scheinbar für manche detailliert geschilderten Handlungsstränge sowie das große, unerwartete Finale der Geschichte zu zart besaitet. An einer Mirror-Touch-Synästhesie, wie die Hauptprotagonisten des neuen Werkes von Charlotte McConaghy, leide ich jedoch zum Glück nicht. Diese seltene Erkrankung und Erlebensfähigkeit von Inti wurde von der Autorin gekonnt mit der Geschichte verwoben und verlieh der literarischen Fiktion eine gefühlsstarke Perspektive. Abschließend kann ich sagen, dass das Buch für mich ganz anders als erwartet war. Aber es ist nicht unbedingt von Nachteil, wenn sich die eigenen Erwartungen begeistert an das Gelesene anpassen. Weniger blutgetränkte Seiten hätten mich gänzlich überzeugt. Rückblickend betrachtet, gehören sie vermutlich in ein Buch, das die Wildheit der Natur und des Menschen realitätsnah darstellen möchte.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Berührend, authentisch und ermutigend

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Kurt Krömer war mir als Kunstfigur bekannt, dennoch habe ich nur wenige Sendungen von ihm gesehen. Den Menschen hinter der Fassade, Alexander Bojcan, kannte ich noch weniger und habe ihn mir vermutlich ...

Kurt Krömer war mir als Kunstfigur bekannt, dennoch habe ich nur wenige Sendungen von ihm gesehen. Den Menschen hinter der Fassade, Alexander Bojcan, kannte ich noch weniger und habe ihn mir vermutlich auch ganz anders vorgestellt, so dass der Buchinhalt mehrere positive Überraschungen bereithielt. „Man darf halt nicht alles glauben, was man denkt“ – in jeder Hinsicht. Ich zähle mich also nicht zu den Fan-Lesern, sondern habe mich für den Inhalt des Buches interessiert. Vielleicht liegt hier die Problematik begründet, dass mich der recht saloppe Schreibstil manches Mal nicht überzeugte. Doch den Inhalt bewerte ich mit vollen 4 Sternen, denn: Vor dem Lesen konnte ich mir kaum vorstellen, wie sich das Leben mit einer Depression anfühlt, durch welche Symptome sich diese schwere seelische Erkrankung äußert und welche Einschränkungen bei der Alltagsbewältigung entstehen können. Kurt Krömer schreibt berührend, authentisch und zugleich ermutigend, wie er sein Leben, das viele Jahre von einer Depression bestimmt wurde, durch eine Therapie wieder zurückgewonnen hat. Dadurch habe ich mehr Verständnis für eine in meinem Umfeld erkrankte Person entwickeln können und glaube, dass die Erfahrungen des Autors nicht nur Betroffenen, sondern auch Angehörigen Wegweiser und Hoffnungsfunke sein können!

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Lebensklug, weise und höchst unterhaltsam

Das Fundbüro der verlorenen Träume
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Helen Frances Paris gelingt es, die liebenswert skurril anmutende Mitarbeiterin eines Fundbüros und deren, durch Schicksalsschläge und Erfahrungen auf Vorsicht geprägtes Denken, realistisch zu beschreiben. ...

Helen Frances Paris gelingt es, die liebenswert skurril anmutende Mitarbeiterin eines Fundbüros und deren, durch Schicksalsschläge und Erfahrungen auf Vorsicht geprägtes Denken, realistisch zu beschreiben. Ihre emotionale und zugleich humorvolle Geschichte braucht ein paar Seiten bis sie an Geschwindigkeit gewinnt, lässt sich dann aber nicht mehr aufhalten und entwickelt sich letztlich in eine unerwartete Richtung. Mit ihr entwickelt sich auch das Verstehen, weshalb Dot bislang ein eher langweiliges, überschaubares Leben gewählt hat. Auf der Suche nach einem älteren Mann, der ein Andenken an seine verstorbene Frau verloren hat, gelangt Dot an einen Wendepunkt, der ihre Perspektive erweitert. So bemerkt sie den Verlust ihres eigenen Lebens erst, als sie sich durch die Augen der Menschen betrachtet, die sie lieben. Doch Verlorengegangenes kann wiedergefunden werden...
"Das Fundbüros der verlorenen Träume" ist ein lebenskluges Buch, das zur Selbstreflexion anregt und zugleich bestens unterhält.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Über Karma und Eigenverantwortung

Karma
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Bevor meine Entscheidung gefallen war, dieses Buch über Karma zu lesen, habe ich mir Videos angeschaut, in denen der Yoga-Meister Sadhguru Fragen aus einem Publikum beantwortet. Der freundlich und modern ...

Bevor meine Entscheidung gefallen war, dieses Buch über Karma zu lesen, habe ich mir Videos angeschaut, in denen der Yoga-Meister Sadhguru Fragen aus einem Publikum beantwortet. Der freundlich und modern wirkende Yoga-Meister fand genau die richtigen Worte, um Ratschläge so zu erteilen, dass man sich weder belehrt noch zurechtgewiesen fühlte. Seine Antworten waren oftmals humorvoll, leicht verständlich und bereicherten mich als Zuhörer. Eben diese besondere Gabe war der Grund, warum ich das Buch „Karma“ sehr gerne lesen wollte. Meines Verstehens nach, handelt es von Eigenverantwortung und dem Erlernen der Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln, selbst dann, wenn wir sehr tief in unser Leiden verstrickt sind und uns als Opfer der gegebenen äußeren Umstände betrachten. Insbesondere die verständlich geschilderten Geschichten haben mich sehr gut abgeholt, denn durch sie konnte sich die Essenz des Gelesenen viel besser in mein Gedächtnis einprägen. Nun stehen bald ein paar ruhigere Feiertage bevor und der Jahreswechsel bietet die Chance zur Selbstreflexion, so dass ich das Buch ein weiteres Mal lesen und mir dann auch die vorgestellten Übungen in der App anschauen und ausprobieren möchte. Zusammenfassend kann ich sagen: Das Lesen des Buches war mir ein Vergnügen, denn es hat mir eine neue Betrachtungsweise aufgezeigt, die ich sehr gerne erlernen und im Alltag festigen möchte. Und ich glaube, dass ich ein weiteres Exemplar dieser wertvollen Orienterungshilfe auch zu Weihnachten verschenken werde.

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