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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2023

Grundsatzfrage oder einfach Vertrauen

Ludwig und das Nashorn
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Kinder sehen immer wieder Dinge die Erwachsene nicht sehen. Hier geht es in erster Linie nicht darum wie der Vater reagieren soll, oder es macht, sondern um die Grundsatzfrage ob es zu beweisen ist, dass ...

Kinder sehen immer wieder Dinge die Erwachsene nicht sehen. Hier geht es in erster Linie nicht darum wie der Vater reagieren soll, oder es macht, sondern um die Grundsatzfrage ob es zu beweisen ist, dass dieses Ding/Tier nicht da ist. Eine spezielle und interessante Frage. Andererseits denke ich dem Kind ist sie egal. Ihm ist wichtig, dass der Erwachsene ihm glaubt und auf ihn eingeht.
Diese kurze Geschichte „Ludwig und das Nashorn“ gefällt mir, weil der Vater eben überall nachsieht und er sich von Ludwig dessen Sichtweise erklären lässt.
Am Ende des Buches gibt es noch eine kurze Erklärung über den Hintergrund der Geschichte. Noemi Schneider hat für die Altersklasse entsprechend kurze Sätze verwendet. Ob jedes Kind durch dieses Buch zum Philosophen werden wird, ist fraglich, aber Erwachsene regt es bestimmt zum Denken an.
Sehr faszinierend finde ich die Tatsache, dass die Illustrationen aus nur drei Farben bestehen. Der Rest entsteht durch Mischung und spezielle Druck/Verfahren. Hier hat Golden Cosmos interessante Farbakzente gesetzt.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Witzig, aber kein Ratgeber

Meine Bar in Italien
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Im Buch „Meine Bar in Italien: Warum uns der Süden glücklich macht“ stellt der Autor Stefan Maiwald hauptsächlich Menschen aus dem italienischen Ort in dem er lebt, nämlich Grado, vor.
Er macht dies mit ...

Im Buch „Meine Bar in Italien: Warum uns der Süden glücklich macht“ stellt der Autor Stefan Maiwald hauptsächlich Menschen aus dem italienischen Ort in dem er lebt, nämlich Grado, vor.
Er macht dies mit einem sehr gut lesbaren Schreibstil, witzigen Anekdoten und ein paar Zeilen Lebenserfahrung. Vergebens suchte ich jedoch neue, mir unbekannte, praktischen Lebenslektionen. Was ich las, war bekannt, aber eben oft nicht umsetzbar. Oder nur für ein paar begnadete Menschen. Insoferne würde ich das Buch nicht unter Lebenshilfe oder Ratgeber einreihen.
Gelesen habe ich die Geschichten gerne. Die unterschiedlichen Personen sind gut gezeichnet und sehr individuell. Manchmal eigenbrötlerisch, manchmal einfach liebenswert. Ein Haufen bunt gemischter Dorfbewohner, gefühlt die Mehrheit im Rentenalter, aber allesamt zufrieden – wie es scheint.
Das Cover zeigt Kaffee, Meer und Segler oder Surfer. Mir hat es Leichtigkeit und Sommergefühl vermittelt. Das Buch liegt sehr gut in der Hand, mir gefällt die spezielle Haptik.
Wer nicht die ultimative Lösung in diesem Buch sucht, wird bestimmt gerne darin lesen.

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Veröffentlicht am 11.02.2023

Für Kind und Erwachsene gleichermaßen interessant und wichtig

HIRNSALAT
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Die kurzen Kapitel gefallen mir. Kompakt und trotzdem bilden sie ein rundes Bild. Gerade für Kinder so leichter zu erfassen, finde ich.
Bei den einzelnen Szenen wird sehr deutlich, wie die Kinder kämpfen. ...

Die kurzen Kapitel gefallen mir. Kompakt und trotzdem bilden sie ein rundes Bild. Gerade für Kinder so leichter zu erfassen, finde ich.
Bei den einzelnen Szenen wird sehr deutlich, wie die Kinder kämpfen. Einerseits um die Kontrolle nicht zu verlieren, oder um dazuzugehören, oder um eine veränderte Situation zu meistern, oder um zu verstehen, was von einem erwartet wird.
Ich denke, wenn man sich das alles von der Seite der Kinder aus ansieht, ist das Verständnis gleich mal größer. Sie können ja nicht anders.
Der relativ lockere Seitenaufbau lässt das Buch leichter erscheinen. Die Thematik ist ja nicht einfach, aber so wirken Text und Bild nicht zu belehrend und die Botschaft kommt dennoch durch.
Ein Kind mit „Hirnsalat“ kann für alle Beteiligten eine Herausforderung sein. Aber ebenso für das Kind selbst. Daher sind solche Bücher, die von Kindern und Erwachsenen gelesen werden können und zum Verständnis beitragen immens wichtig. Véronique Hübner beschreibt vier Kinder und Situationen, anhand derer die große Bandbreite deutlich gemacht wird.
Die eine oder andere kleine Ungereimtheit muss ich in Abzug bringen. Aber ansonsten gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses wichtige Thema.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Fesselnd erzählt, sehr bildliche Sprache

Der Drache von Abelaya
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Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch von „Der Drache von Abelaya“.
Ein (Hör-)Buch mit so einem Cover muss man sich einfach näher ansehen. Hell / dunkel, Licht / Schatten - der Drache sprengt fast ...

Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch von „Der Drache von Abelaya“.
Ein (Hör-)Buch mit so einem Cover muss man sich einfach näher ansehen. Hell / dunkel, Licht / Schatten - der Drache sprengt fast das Buch. Als würde er genau in diesem Moment aus dem Buch schlüpfen. Hätte ich mir für die anderen Versionen auch gut vorstellen können.
Die Stimme des Sprechers, Jean Farrell, empfand ich als angenehm und er schafft es, dass man die Figuren gut unterscheiden kann. Eine anzuerkennende Leistung, da es im Laufe des Buches doch einige verschiedene Stimmen werden.
Frederik und Max sind die Hauptfiguren. Wobei mir persönlich Frederik etwas zu unreif für seine 14 Jahre erscheint und ich ständig ein jüngeres Kind vor meinem inneren Auge hatte. Vielleicht waren mir daher auch ein paar Stellen etwas zu sehr gewaltbelastet.
Grundsätzlich hat Patrick von Massow die Geschichte spannend aufgebaut, hat gute Wendungen und Botschaften erkennen lassen und eine sehr bildliche Sprache verwendet. Es war mir ein Vergnügen mit Frederik die Bekanntschaft eines Drachens zu machen.

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Veröffentlicht am 03.02.2023

Sehr kontrastreiche Welt, sympathische Ermittler

Knochen & Dampf
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"Ihr könnt die Menschen nicht einsperren, nur weil ihr euch um eine Zukunft sorgt, die vielleicht nie eintreffen wird." Dieses Zitat einer Figur aus „Knochen und Dampf“ beschreibt ein Problem der dortigen ...

"Ihr könnt die Menschen nicht einsperren, nur weil ihr euch um eine Zukunft sorgt, die vielleicht nie eintreffen wird." Dieses Zitat einer Figur aus „Knochen und Dampf“ beschreibt ein Problem der dortigen Welt, aber gleichzeitig ist es immer aktuell. Zumindest der Teil mit dem Angst haben.
Im Buch ermitteln Mary und Max als sehr gegensätzliches Duo. Im Laufe der Geschichte holt der quirlige Max die sehr ernste Mary immer öfter aus ihrer tristen Stimmung. Auch hatte ich das Gefühl, dass sie als Team zusammenwachsen. Es ist ja ihr erster gemeinsamer Fall. Mir hat ihre Ermittlungsarbeit gut gefallen, ebenso ihre unterschiedlichen Wesenszüge.
Spannend fand ich persönlich diese spezielle Welt. Einerseits scheint sie hochentwickelte Technologie zu besitzen, andererseits haben sie noch Dampfmaschinen und können Blut nicht analysieren. Auch das allgemeine Männer/Frauenbild ist sehr rückständig und dennoch war Mary General. Der Kontrast, vor allem der technologische, ist faszinierend und mir völlig neu. Vielleicht auch, weil es mein erster Steampunk-Krimi war.
Der Schreibstil von Jasmin Jülicher ist flüssig und verständlich. Die Geschichte ist sehr angenehm zu lesen. Hauptaugenmerk legt die Autorin auf den Kriminalfall.
Das Cover wirkt auf den ersten Blick etwas düster, passt aber herrlich zum Geschehen in der Geschichte.
Als Fazit kann ich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja bald einen weiteren Band.

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