Ein erfrischend menschlicher Band in einer Zombieapokalypse
Zombieapokalypsen kennt mittlerweile jeder. Um da aus der Masse herauszustechen, braucht es da schon einiges. Das dachten sich wohl auch die Schöpfer der Tetralogie, denn sie gingen bei der Erzählung eben ...
Zombieapokalypsen kennt mittlerweile jeder. Um da aus der Masse herauszustechen, braucht es da schon einiges. Das dachten sich wohl auch die Schöpfer der Tetralogie, denn sie gingen bei der Erzählung eben mal einen anderen Weg.
Dieser ist dann auch schnell erklärt, denn wir befinden uns zwar in einer Apokalypse, aber eben in einer, wo bereits ein Heilmittel existiert. Wie es entstand, erfährt man zwar noch nicht, aber man zeigt, was es braucht um zu wirken. Wären wir jetzt bei „The Walking Dead“ hätten die Personen die es gefunden haben, dieses wahrscheinlich als Druckmittel genutzt um Leute zu unterwerfen. Zum Glück sind wir aber nicht bei „The Walking Dead“, weswegen Joseph und seine Freunde durch diese apokalyptische Welt reisen, ihnen zeigen, dass das Heilmittel wirkt, um ein bisschen davon zurückzulassen und weiterzureisen. Und ganz ehrlich? Diese Art der Menschlichkeit habe ich wohl bisher in keinem Comic oder Buch erlebt, in welchem es Zombies gab.
Diese Art der Freundlichkeit beruht natürlich erst einmal auf Josephs Truppe, denn Fremde müssen von der Wirkung des Heilmittels erst einmal überzeugt werden. Wer als glaubt hier kein Misstrauen, Gier oder Egoismus zu erleben, denn muss ich enttäuschen. Das ist aber auch gut so, denn wir wissen ja selbst, was bestimmte Situationen aus uns machen. Trotzdem muss ich sagen, dass die Freundlichkeit und die Bereitschaft der Menschheit eine zweite Chance zu geben, äußerst erfrischend war.
Hinter der Geschichte steckt aber natürlich noch viel mehr als nur ein Heilmittel zu verteilen. Es wird vor allem Josephs Geschichte erzählt und für die geht es z.B. auch in seine Vergangenheit und somit auch zu seinen Ursprüngen. Ja, man glaubt es kaum, aber all das ist auf den 64 Seiten des Bandes enthalten. Trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl zu viele Informationen zu bekommen oder nicht zu wissen, wer jetzt eigentlich wer ist.
Optisch fand ich mich genauso gut zurecht, da Evgeniy Bornyakov neben tollen Szenarien auch die Emotionen der Charaktere sehr gut traf. Am besten gefiel mir aber tatsächlich die Farbgewalt, die man hier einsetzte. Zwar hätten die Zombies für mich etwas heftiger aussehen können, aber ansonsten bin ich happy.
Fazit:
Der erste Band von „No Zombies“ überraschte mich auf vielen Ebenen. Um so gespannter bin ich wie es weiter geht, denn noch gibt es etliche offene Fragen, auf die ich nur zu gerne eine Antwort hätte. Bis dahin bleibt mir dieser Band aber mit seiner erfrischend anderen Herangehensweise positiv im Gedächtnis.