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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2023

50 Tage

Von hier betrachtet sieht das scheiße aus
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Mit seinen 29 Jahren ist Ben bereits gelangweilt und genervt von seinem Leben. Er hat keine Freunde, kein Verhältnis zu seiner Familie und einen Job, den er verabscheut. Also beschließt Ben seinem Leben ...

Mit seinen 29 Jahren ist Ben bereits gelangweilt und genervt von seinem Leben. Er hat keine Freunde, kein Verhältnis zu seiner Familie und einen Job, den er verabscheut. Also beschließt Ben seinem Leben ein Ende zu setzen und heuert dafür einen Auftragskiller an, der ihn in genau 50 Tagen umbringen soll. Bis dahin versucht Ben den Rest seines Lebens zu genießen und seine Angelegenheiten zu regeln, wobei er merkt, wie interessant das Leben sein kann, wenn man aus seinen gewohnten Bahnen ausbricht.

Die Geschichte klingt im ersten Moment irgendwie skurril. Jemand der einen Auftragskiller für viel Geld anheuert, um umgebracht zu werden, ist nicht gerade alltäglich. Doch Ben ist eben ein schwieriger und meist etwas umständlicher Charakter, der selten Risiken eingeht, sodass diese Vorgehensweise doch irgendwie zu ihm passt. Ben ist wirklich kein besonders sympathischer Mensch. Während er nach außen hin den Schein wahrt, bewertet und kritisiert er seine Umgebung eigentlich durchgehend und verleiht so seiner eigenen Unzufriedenheit Ausdruck. Erst als er sich nicht mehr um die Folgen seines Handelns kümmert, scheint er aufzublühen und seine Depression ein wenig abschütteln zu können, auch wenn diese nie als solche benannt wird. Die anderen Charaktere der Geschichte vor allem Emma wirken ein wenig blass, auch wenn man gegen Ende des Buches wenigstens noch ein wenig mehr über sie erfährt. Ich mochte den schwarzen Humor der Geschichte und habe einige Male schmunzeln müssen. Zeitweise war mir die Sprache jedoch zu vulgär und passte für mich nicht zu Bens Charakter. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, da ich wusste, worauf die Geschichte hinausläuft, trotzdem konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Träumer und Geträumte

Wie der Falke fliegt
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Ronan ist ein Träumer. Er kann die wundervollsten, aber auch schrecklichsten Dinge aus seinen Träumen mit in die Realität nehmen. Jordan selbst ist eine Diebin, aber auch ein personifizierter Traum ohne ...

Ronan ist ein Träumer. Er kann die wundervollsten, aber auch schrecklichsten Dinge aus seinen Träumen mit in die Realität nehmen. Jordan selbst ist eine Diebin, aber auch ein personifizierter Traum ohne eigene Zukunft. Carmen ist auf der Jagd nach Träumern, denn sie hat am eigenen Leib erfahren, wie fürchterlich diese sein können. Um ein großes Unheil aufzuhalten, hat sich die Organisation, der sich Carmen angeschlossen hat, das Ziel gesetzt alle Träumer zu vernichten. Ein Vorgehen, dass sowohl Ronan als auch seine Brüder in große Gefahr bringt.

„Wie der Falke fliegt“ ist der erste Teil der neuen Reihe von Maggie Stiefvater aus der Welt der Ravenboys. Ronan, als einer der Protagonisten dieser Reihe, ist bereits aus der Ravenboysreihe als Träumer bekannt und steht zusammen mit seinem Bruder Declan im Fokus der neuen Geschichte. Auch Hennessy ist eine Träumerin, kann ihre Träume aber nicht kontrollieren. Jordan ist eine ihrer Träume, die zur Realität geworden sind und das genaue Abbild von Hennessy. Im Gegensatz zu ihrer Träumerin ist sie jedoch deutlich ruhiger und besonnener. Ihr Umgang mit dem sonst so kontrollierten Declan hat mir sehr gefallen. Im Hintergrund der Geschichte liegt ein drohendes Unheil, dass zur Zerstörung der Welt führen soll. Die Organisation der Carmen angehört versucht deshalb alle Träumer zu ermorden, da diese wohl der Ursprung des Weltuntergangs seien. Hierzu erfährt man noch relativ wenig, auch wenn schon einige Andeutungen gemacht werden. Ich finde es wundervoll wie die Träumer und ihre Gabe nun im Fokus der Geschichte stehen. Auch mehr über den Hintergrund von Ronan und seinen Brüdern zu erfahren, hat mir sehr gefallen. Die Geschichten von Maggie Stiefvater sind einzigartig und spannungsgeladen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Das finale Abenteuer des Athena Clubs

Das unheilvolle Geheimnis des faszinierenden Mädchens
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Nach der Rettung von Lucinda van Helsing bleibt den Mitgliedern des Athena Clubs kaum Zeit in ihrem Zuhause in London zu verschnaufen. Denn sowohl Alice, das Hausmädchen, als auch der berühmte Sherlock ...

Nach der Rettung von Lucinda van Helsing bleibt den Mitgliedern des Athena Clubs kaum Zeit in ihrem Zuhause in London zu verschnaufen. Denn sowohl Alice, das Hausmädchen, als auch der berühmte Sherlock Holmes und sein Freund Dr. Watson sind verschwunden. Auf der Suche nach ihnen stoßen Mary Jekyll und ihre Freundinnen auf eine Intrige, die das britische Empire zu Fall bringen will. Können Mary und die Anderen dieses Mal nicht nur ihre Freunde retten, sondern sogar die Queen höchstpersönlich?

Zum Abschluss der Athena Club Saga sind Mary, Justine, Diana, Beatrice und Catherine endlich wieder in London angekommen, müssen sich jedoch ohne Verschnaufpause um das Verschwinden ihres Hausmädchens Alice kümmern. Und auch Sherlock gilt bereits seit einigen Wochen als unauffindbar. Hinter der unscheinbaren Alice steckt mehr als man zunächst denken mag. Bereits im zweiten Band der Reihe wurden Alice mesmerische Kräfte enthüllt, die in diesem Band in den Fokus rücken. Es hat mir sehr gefallen, wie sich Alice zu einer mutigen jungen Frau entwickelt hat. Auch der Einfluss der ägyptischen Kultur in dieser Geschichte hat mir sehr gefallen. Trotzdem ich diesen Band als den schwächsten der Reihe einordnen muss, hat mir die Geschichte um Mary und den Athena Club wieder unheimlich Spaß gemacht. Die Frauen sind im Verlauf der drei Bände zu einer ungewöhnlichen, aber wundervollen Familie zusammengewachsen, die sich zwar streitet, aber doch immer zusammenhält und unterstützt. Es war mir eine Freude noch ein letztes Mal mit Mary, Diana, Catherine, Justine und Beatrice Abenteuer zu erleben. Wären doch nur mehr Geschichten voller so einzigartiger Frauen.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Hinter jeder Tür ein Abenteuer (oder ein Wäschesack)

Das Haus der tausend Räume
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Ausgerechnet die sonst so behütete Charmain soll das Haus eines Zauberers hüten. Dass das keine einfache Aufgabe sein wird, scheint von Anfang an klar zu sein, denn das Haus eines Zauberers birgt allerlei ...

Ausgerechnet die sonst so behütete Charmain soll das Haus eines Zauberers hüten. Dass das keine einfache Aufgabe sein wird, scheint von Anfang an klar zu sein, denn das Haus eines Zauberers birgt allerlei Potenzial für Katastrophen. Da sind ein Zauberlehrling und ein streunender Hund nur Charmains geringste Sorgen. Hinzu kommt ein erboster Clan blauer Kreaturen und ein Ungeheuer, das in den Bergen wohnt. Und zu allem Überfluss soll Charmain auch noch dem König helfen einen Schatz zu suchen. Und auch Sophie, Howl und Calcifer mischen sich in die Probleme des Schlosses ein. Da scheint eine Katastrophe vorprogrammiert.

„Das Haus der tausend Räume“ ist der dritte und letzte Teil der Howl-Saga, während die Geschichte jedoch primär von Charmain Baker handelt und auch von ihr erzählt wird. Charmain ist in sehr behüteten Verhältnissen aufgewachsen und hat bisher ihre Nase eigentlich nur in Bücher gesteckt. Als sie nun das Haus des Zauberers hüten soll, ist sie wenig überraschend ein ziemlich überfordert. Ihr zur Seite steht Peter, der seine Lehre bei Zauberer Norland beginnen sollte und noch chaotischer ist als Charmain. Die Beiden erleben allerlei Abenteuer und treffen dabei nicht nur auf magische Kreaturen, sondern auch auf den König, der Sophie um Hilfe gebeten hat, sodass hier wieder eine Verbindung zu Howl geschlossen wird. Ich mag die Entwicklung von Charmains Charakter zur Selbstständigkeit und auch ihre Schimpftiraden fand ich sehr amüsant. Peter blieb mir irgendwie ein wenig zu blass und war mir einfach zu chaotisch. Auch wenn die Handlung nicht immer überrascht, gefiel mir erneut der märchenhafte Charakter des Buches. Auch war es schön, dass Calcifer eine etwas größere Rolle in der Geschichte zugekommen ist. Auch wenn mich der letzte Band der Reihe nicht vom Hocker hauen konnte, war es schön noch ein letztes Mal in Howls Welt eintauchen zu können.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Düstere Fantasy

Gallant
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Olivia Prior ist stumm und lebt, seit sie denken kann, in der Merilance Schule für Waisen. An ihre Mutter oder ihren Vater hat sie keine Erinnerung. Das Einzige, was sie noch aus ihrer Vergangenheit besitzt, ...

Olivia Prior ist stumm und lebt, seit sie denken kann, in der Merilance Schule für Waisen. An ihre Mutter oder ihren Vater hat sie keine Erinnerung. Das Einzige, was sie noch aus ihrer Vergangenheit besitzt, ist das abgenutzte Tagebuch ihrer Mutter, dessen Seiten sie bereits tausende Male gelesen und dessen Zeichnungen sie nächtelang betrachtet hat. Eines Tages trifft ein Brief von ihrem Onkel in der Schule ein, der sie nach „Gallant“ einlädt, den Stammsitz ihrer Familie. Olivia ist begeistert von der Aussicht auf eine echte Familie und macht sich unverzüglich auf den Weg dorthin. Doch das alte Herrenhaus und dessen Bewohner hüten ein dunkles Geheimnis, vor dem sie die Welt bewahren müssen. Für Olivia beginnt eine abenteuerliche Reise, die sie in dieselbe Dunkelheit führt, die bereits ihre Mutter verschlungen hat.

Zuallererst möchte ich sagen, wie wunderschön und passend ich die Gestaltung des Covers und des Buches an sich finde. Die Rosen und die zwei Anwesen auf dem Cover, aber auch die Zeichnungen und Tagbucheinträge im Inneren des Buches sind wirklich sehr schön gestaltet und geben der Geschichte etwas Besonderes. Positiv hervorzuheben ist auch die düstere Atmosphäre, die der Schreibstil hervorbringt und die durch die Illustrationen noch unterstützt wird. Die Geschichte erinnerte mich darin sehr an „Pans Labyrinth“ in welchem eine ähnliche Atmosphäre herrscht.

Die Protagonistin Olivia ist ein außergewöhnlicher Charakter. Selten habe ich ein Buch mit einer stummen Protagonistin gelesen, was also an sich schon etwas Ungewöhnliches ist. Aber vor allem ihr starker und unnachgiebiger Charakter haben mich beeindruckt. Ich mochte, wie sie trotz ihrer fehlenden Stimme versuchte durch andere Mittel Töne zu erzeugen, beziehungsweise Lärm zu machen. Mir gefielen auch die anderen Charaktere, deren Geschichten mir jedoch fast ein wenig zu kurz kommen. Besonders von Matthew hätte ich gerne mehr erfahren, sein Charakter blieb mir zu blass. Ich habe die Geschichte innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Trotzdem ging mir das Ende etwas zu schnell vonstatten und war sehr vorhersehbar. Da mich die Geschichte jedoch wunderbar unterhalten konnte und einiges zum Gruseln bereitgehalten hat, vergebe ich insgesamt 4 von 5 Sternen.

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