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labbelman

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2024

radikal ehrlich und unter die Haut gehend

Die schönste Version
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Bei diesem Roman, deren Länge perfekt als Sommerlektüre geeignet ist, war ich dich sehr überrascht ob der Heftigkeit der Schilderungen.


Direkt aufgefallen ist mir der Schreibstil der Autorin, der wie ...

Bei diesem Roman, deren Länge perfekt als Sommerlektüre geeignet ist, war ich dich sehr überrascht ob der Heftigkeit der Schilderungen.


Direkt aufgefallen ist mir der Schreibstil der Autorin, der wie ein Seziermesser die Geschehnisse auseinandernimmt und den Leser mit sehr viel konfrontiert.

Ich mochte, dass man erst den Gewaltakt erlebt und dann erst wie es dazu kam und die Lebensgeschichte von Jella, denn wenn die Tat erst zum Schluss gekommen wäre, hätte mich der Roman zerstört zurückgelassen.

Der Roman hat mich zudem doch ordentlich getriggert, denn ich war selbst mal in so einer Verbindung, weshalb meine Empfehlung wäre das Buch nur zu lesen, wenn man in guter emotionaler Verfassung ist.

Das offene, ehrliche im Buch wirkt so echt, dass man sich die Dynamik und die Beziehung echt gut vorstellen kann.

Ich mochte Jella als Figur obwohl sie jemand mit Ecken und Kanten ist und niemandes Liebling.

Ich habe die Handlung als sehr kurzweilig empfunden und mag, dass mal ein ernstes Thema angesprochen wird. Meist schaut man eher weg als sich mit so etwas zu beschäftigen.

Fazit: Enorm lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Ein bisschen Menschlichkeit?

Kleine Dinge wie diese
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Ich habe schon so viel Gutes über die Bücher von Claire Keegan gehört und wollte mir nun selbst eine Meinung bilden. Selten so wenige Seiten gelesen, die sich so intensiv angefühlt haben als würde man ...

Ich habe schon so viel Gutes über die Bücher von Claire Keegan gehört und wollte mir nun selbst eine Meinung bilden. Selten so wenige Seiten gelesen, die sich so intensiv angefühlt haben als würde man das Dreifache lesen.

Bill Furlong ist Kohlehändler. Ihm uns seiner Familie geht es ganz gut. Sie kommen über die Runden und haben keinen Hunger zu leiden. Als Bill eines Tages Kohle an das Kloster des Ortes ausliefert, entdeckt er etwas, was er nicht ignorieren kann. Oder kann er es doch? Was tun? An sich denken oder menschlich handeln?

Ich fand interessant, dass erst nach circa der Hälfte mit dem eigentlichen Thema gestartet wird, was für meinen Geschmack die Spannung eher hoch hielt als mich zu stören.

Das was mich am meisten fasziniert hat war, dass Banales und Alltägliches sich mit den harten Ereignissen des Lebens abwechselt. Genauso ist nun mal das echte Leben. Es besteht nicht dauernd aus Freude und Action, sondern vor allem aus alltäglich zu verrichtenden Dingen.

Spannend fand ich, dass die Handlung 1985 spielt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass die Geschichte eher spielt. Umso eindringlicher macht es das Ganze, denn so lange ist das alles noch nicht her.

Fazit: Mit leisen Tönen berührt diese Geschichte auf ganz besondere Weise und lässt den Leser weiterspinnen was passieren könnte und was nicht. Klasse.

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Veröffentlicht am 29.09.2023

Wenn der zweite Teil noch mehr fesselt...

Zwischen den Sommern
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Ich war bereits von „Die karierten Mädchen“, dem ersten Band der Heimkehr- Trilogie, so fasziniert und habe ja nicht ahnen können, dass sich das alles im zweiten Teil nochmal steigert. Einfach klasse von ...

Ich war bereits von „Die karierten Mädchen“, dem ersten Band der Heimkehr- Trilogie, so fasziniert und habe ja nicht ahnen können, dass sich das alles im zweiten Teil nochmal steigert. Einfach klasse von der Autorin.

Anders als erwartet bedarf es nicht die Kenntnis des ersten Bandes, um gut folgen zu können. Das ist in meinen Augen schon eine Kunst. Wer jedoch nichts verpassen möchte, der greife auch zum ersten Teil, denn der war halt auch richtig gut und lesenswert.

Auch im zweiten Band wird zwischen den Zeiten gewechselt, mal begleitet man Klara als junge Frau, mal ihre Enkelin Isabell im Jahr 2000.

Berührt hat mich besonders, wie Isabell das Haus ihrer Oma ausräumt und sich eben so einiges anfindet. So etwas musste ich für meinen Schwiegervater schon machen und da kamen ganz viele unschöne Dinge zu Tage. Und auch wie Inge jetzt erst alles erfährt. Es muss sehr hart sein, wenn man glaubt eine Person zu kennen und dann viel später herauskommt, dass es ganz anders war.

Toll fand ich den Zwiespalt zwischen: ich habe Vorgaben und muss regimetreu sein, sonst drohen mir enorme Strafen und aber eben auch der Erkenntnis, dass das System an vielen Stellen eben einfach nicht gerecht ist. Da will man einfach nicht in Klaras Haut stecken. Ich wüsste auch nicht so recht wie agieren.

Was mich am meisten fasziniert hat: Sandersleben ist nicht sonderlich weit weg von meinem Heimatort und das macht die Geschichte noch greifbarer. Ich fahre dort öfter mal mit der Bahn lang und jetzt werde ich jedes Mal an die Geschichte denken, wenn es da lang geht.

Ich mag, dass das Buch optisch ähnlich gestaltet ist wie der erste Band, so ist ein Wiedererkennungswert da und es passt eben einfach gut zusammen. Als bibliophiler Mensch ist mir so etwas wichtig.

Fazit: Tolle Fortsetzung und ein klasse Roman, den man gelesen haben sollte.

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Veröffentlicht am 21.09.2023

Geschichte mit viel Gefühl

Vom Himmel die Sterne
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Ich habe vor Jahren den autobiografischen Roman „Schloss aus Glas“ gelesen und seitdem leider nichts mehr von der Autorin. Als ich diesen Roman sah, musste ich zugreifen und wurde wieder einmal von dem ...

Ich habe vor Jahren den autobiografischen Roman „Schloss aus Glas“ gelesen und seitdem leider nichts mehr von der Autorin. Als ich diesen Roman sah, musste ich zugreifen und wurde wieder einmal von dem tollen Schreibstil gefesselt.
Sallie als Figur habe ich enorm ins Herz geschlossen, erst recht als die Innigkeit mit ihrem Vater verloren geht, nach dem dieser einen Sohn bekommt und dann lieber Eddie seine ganze Aufmerksamkeit schenkt.

Sallie lässt uns an ihrem Leben über die Jahre vom Kind zur jungen starken Frau teilhaben und ist dabei zum Glück alles andere als mädchentypisch, sondern wild und unerschrocken. Ich hatte ab und zu Pippi Langstrumpf Vibes.

Jeannette Walls überzeugt hier nicht nur mit einer liebenswerten Figur, die sehr authentisch rüberkommt, sondern auch mit einem fesselnden Schreibstil, der sich sehr angenehm lesen lässt.

Fazit: Gefühlvoll, unterhaltsam, eindrücklich, so wie ich Bücher liebe. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Mein Herz wurde hart berührt...

Böses Glück
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Ich habe schon einiges von der Autorin gelesen, was mir bisher stets gefiel. Ich bin sonst nicht der Kurzgeschichtenleser, aber hier habe ich eine Ausnahme gemacht und wurde immens belohnt.

Auch wenn ...

Ich habe schon einiges von der Autorin gelesen, was mir bisher stets gefiel. Ich bin sonst nicht der Kurzgeschichtenleser, aber hier habe ich eine Ausnahme gemacht und wurde immens belohnt.

Auch wenn es sich "nur" um einen schmalen Kurzgeschichten Band handelt, so ist es dennoch nichts was man mal eben nebenbei kurz und knapp wegliest, denn die Geschichten gehen unter die Haut und enden einfach nie mit einem Happyend.

Ditlevsen beschreibt diverse Alltagssituationen, die ich stets als sehr glaubhaft und realistisch wahrgenommen habe, weil sie einfach nichts beschönigen, sondern das Leben so schildern wie es für die meisten von uns ist: wenig schillernd und wenig aufregend und jeder muss seine Päckchen tragen.

Besonders finde ich, dass die Autorin eben schon seit Ende der 70er tot ist, ihre Geschichten aber auch aus unserer Zeit stammen könnten, weil sich eben in der Gesellschaft gar nicht so viel getan hat.

Themen sind unter anderem: Alkoholmissbrauch, schlecht laufende Beziehungen, Trennung, Einsamkeit, psychische Probleme und vieles mehr.

Ich denke die meisten Leser werden sich darin wiedererkennen und sich zumindest damit identifizieren können, weil sie ähnliche Situationen selbst erlebt oder zumindest damit in Berührung gekommen sind.

Fazit: Sprachlich fesselnd und inhaltlich berührend...

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