langatmiger Anfang, aber genau mein Humor
„Du weißt ja, wie das ist. Wenn man sie einmal an sich herangelassen hat, kann man sie nicht mehr essen.“ (S. 372)
Kaja ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, das einen langweiligen Job bei der Stadtverwaltung ...
„Du weißt ja, wie das ist. Wenn man sie einmal an sich herangelassen hat, kann man sie nicht mehr essen.“ (S. 372)
Kaja ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, das einen langweiligen Job bei der Stadtverwaltung hat, bei ihre Tante Luise wohnt und ihre Eltern mit dem Vornamen anspricht. Außerdem hat sie einen schwarzen Fleck auf ihrem Handrücken, der wie ein Tattoo aussieht, aber gewachsen ist. Sie ist sehr tollpatschig, und bei einem ihrer Wanderungen durch das Haus, fällt eine ausgestopfte Krähe vom Regal. Als Kaja die Krähe jedoch wieder zurückstellen möchte, erwacht sie plötzlich zum Leben und fordert die Einlösung des Krähenpaktes. Nur Tante Luise scheint zu wissen, was genau das ist, aber sie nennt sich selbst auch Wicca. Kaja glaubt nicht an Magie, nicht mal, wenn sie ihr ins Gesicht springt.
Kaja hat mich fertig gemacht. Sie ist so ein absolut langweiliger Charakter, an ihr ist nichts bemerkenswertes. Wie oft muß sie fast sterben, damit sie einsieht, daß der Krähenpakt echt ist? Einfach unfassbar, wie blind sie ist, und wie gewöhnlich. Wäre die Krähe nicht gewesen, die viel zur Unterhaltung beigetragen hat, hätte ich vermutlich aufgegeben. Die letzten 100 Seiten wurden dann richtig spannend, bis dahin wurde die Geschichte langsam aufgebaut. Aber es hat sich gelohnt, schon allein für den unterschwelligen Humor der Autorin. Daß Kaja sich die Haare bunt färben soll, weil alle in der großen neuen Firma das so machen und da viel Wert auf Diversity gelegt wird, trifft genau meinen Humor. Dieses Buch verbindet unsere aktuelle Welt hervorragend mit der phantastischen Welt der Cru; die Autorin hat eine hervorragende Mischung geschaffen, mit gewöhnlichen und bemerkenswerten Protagonisten. Sie bedient viele Klischees, u.a. von dem skrupellosen, frauenfeindlichen Bösewicht, ohne daß es langweilig wird. Und am Ende gibt es noch ganz nebenbei Informationen zur Recherche, wie immer sehr informativ.