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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2024

Eine intensive Geschichte über Heimat und Zusammenhalt

Amrum
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Nach »Amrum« musste ich mich kurz sammeln, um mir bewusst zu werden, dass ich mich nicht mehr auf der Insel befinde. Hark Bohm und Philipp Winkler haben mit ihrer ausdrucksstarken Sprache ein lebhaftes ...

Nach »Amrum« musste ich mich kurz sammeln, um mir bewusst zu werden, dass ich mich nicht mehr auf der Insel befinde. Hark Bohm und Philipp Winkler haben mit ihrer ausdrucksstarken Sprache ein lebhaftes und detailliertes Bild der Insel geschaffen, das den Roman von der ersten Seite an in eine stimmungsvolle Atmosphäre getaucht hat. Und in diesen wunderschönen, ausmalenden Worten habe ich mich nur zu gerne verloren.

Viel Spannung und Drama sind in »Amrum« nicht aufgetaucht, vielmehr wirkte der Alltag wie eine durchgängige Herausforderung.
Mit Nanning erlebt man als Leser:in die letzten Tage des zweiten Weltkriegs auf der Insel Amrum. Gemeinsam mit seinem besten Freund Hermann sorgt er in Abwesenheit seines Vaters für seine Familie - eine Verantwortung, die kein 10-Jähriger haben sollte. Immer im Fokus sind dabei die Freundschaft und Verlässlichkeit zwischen den zwei Jungen. Unterstützung erhalten sie von einer Vielzahl anderer Dorfbewohner. Doch Nanning wird auch mit Misstrauen und Abweisung konfrontiert, da seine Eltern Anhänger Hitlers sind.

Oft habe ich festgestellt, dass sich Nanning schon viel zu erwachsen für sein Alter verhalten musste, aber viele Situationen erblickt man dann doch durch die kindlichen Augen eines 10-Jährigen. Gemeinsam mit Nanning lernt man neue Dinge, macht neue Erfahrungen und wird selbst ein Teil der beschaulichen Gemeinschaft auf Amrum.

»Amrum« war wirklich schön zu lesen. Die Rohheit der Natur, das wilde Meer, der starke Zusammenhalt der Amrumer, aber auch die stetige Präsenz des Nationalsozialismus haben aus dem Roman eine intensive Geschichte gemacht, die in einem wunderbaren und angenehm leisen Ton erzählt wird.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Spannung mit Schwachstellen

Every Little Secret
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Ich habe eine Schwäche für Geschichten, die in der High Society spielen und in denen ein Geheimnis das nächste jagt. "Every little secret" war also genau das richtige Buch für mich, auch wenn es ein paar ...

Ich habe eine Schwäche für Geschichten, die in der High Society spielen und in denen ein Geheimnis das nächste jagt. "Every little secret" war also genau das richtige Buch für mich, auch wenn es ein paar Schwachstellen hat.

Die Geschichte an sich gefällt mir gut. Für den Einstieg habe ich etwas länger gebraucht, weil sich das Thema rund um das Erbe extrem gezogen hat. Es ist lange Zeit viel und gleichzeitig auch überhaupt nichts passiert.

Mit Julie wurde ich bis zuletzt einfach nicht warm. Ihre Sturheit und Starrsinn haben mich manchmal sogar etwas genervt. Genauso ihre ständigen Vorbehalte Caleb gegenüber. Für mich war sie größtenteils ein kindischer Dickkopf. Caleb hingegen mochte ich ziemlich schnell, vor allem durch seinen Beschützerinstinkt und sein gutmütiges Wesen. Die Dynamik zwischen den beiden hat sich authentisch und in genau dem richtigen Tempo entwickelt.

Der Spannungsteil der Geschichte war ebenfalls gut eingebunden und hat mich oft das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lassen. Auch wegen des flüssigen Schreibstils habe ich ein Kapitel nach dem anderen nur so verschlungen.

Aber nun auch die most unpopular opinion: Den Cliffhanger fand ich lahm. Die Spannungsspitze wurde definitiv nicht ausgereizt. Das finde ich wirklich schade, aber nichtsdestotrotz wurde ich vorher so gut unterhalten, dass ich dringend mit Band 2 weitermachen muss.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Mein persönliches Highlight der Reihe

Shine Bright - New England School of Ballet
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Der dritte Teil der Reihe rund um die New England School of Ballet hat mir bisher am besten gefallen, obwohl...

Diesmal die Schule und das Ballett deutlich in den Hintergrund geraten sind. Das fand ich ...

Der dritte Teil der Reihe rund um die New England School of Ballet hat mir bisher am besten gefallen, obwohl...

Diesmal die Schule und das Ballett deutlich in den Hintergrund geraten sind. Das fand ich etwas schade, weil ich das Setting in den Teilen zuvor sehr mochte. Dafür lag der Fokus aber ungeteilt auf den Protagonisten, was ihnen deutlich zugute kam.

Emotional hat mich "Shine bright" gepackt. Der Blick hinter Ophelias Mauern hat sich einfach richtig angefühlt. Ihre Enttäuschungen, Selbstzweifel und Ängste waren nicht überdramatisiert, sondern klar, verständlich und nachvollziehbar. Phoenix wiederum fand ich auch gut, aber neben Lia fast schon etwas blass. Zumal ich es echt komisch fand, dass er immer und immer wieder fluchen musste: fuck hier, fuck da, fuck überall. Das war langweilig und für mich zu sehr ein Klischee.

Die Geschichte an sich hat mich angesprochen, vor allem als klar wurde, inwiefern sich die Protagonisten entwickeln und wachsen werden. Auch hier hat mir Lia aber wieder deutlich besser gefallen.

Bei "Shine bright" hat ganz klar das Gesamtpaket gepasst. Der Verlauf der Geschichte war authentisch und die Figuren waren glaubhaft dargestellt. Ich bin gespannt, ob der Abschlussband der Reihe das noch toppen wird!

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Subtile Spannung und fesselnde Geheimnisse

The Family Guest
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The Family Guest hat mich ganz einzigartig unterhalten. Für mich war es durchgehend sehr befremdlich, dass ich keine der Figuren sympathisch fand. Alle waren wegen ihrer Geheimnisse oder Gedanken auf ihre ...

The Family Guest hat mich ganz einzigartig unterhalten. Für mich war es durchgehend sehr befremdlich, dass ich keine der Figuren sympathisch fand. Alle waren wegen ihrer Geheimnisse oder Gedanken auf ihre Art und Weise richtige Ekel. Mich hat es jedoch nicht abgeschreckt, dass ich keinen klassischen Helden in der Geschichte finden konnte, sondern es hat mich eher sogar noch fasziniert.

Der Geschichte an sich konnte ich gut folgen. Zwar war sie von Klischees nur so durchzogen und hat deshalb an der ein oder anderen Stelle etwas abgedroschen gewirkt, aber irgendwie hat es mir gefallen, wie auf der einen Seite eine amerikanische Bilderbuchfamilie gezeichnet wurde, auf der anderen Seite jeder von ihnen dunkle Geheimnisse hatte und nichts war, wie es schien.

Wer einen actiongeladenen Thriller sucht, ist mit The Family Guest leider falsch bedient. Die Spannung entwickelt sich sehr subtil, während viele Twists und Enthüllungen die Geschichte auf psychologischer Ebene vorantreiben. Auch der Spachstil passt mit seiner Gediegenheit sehr dazu und baut keine verfälschende Spannung oder Dynamik auf.

Schade fand ich nur, dass der Schluss zu sehr an den Haaren herbeigezogen war und die sorgsam aufgebaute Spannungskurve schnell aufgelöst hat.

Nelle Lamarr wusste dennoch genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um mich an ihre Geschichte zu fesseln.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Spannende Regency Romance

Dangerous Relations
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Regency Romance x Suspence, geht denn sowas? Ohja, und wie!

Der Einstieg in "Dangerous Relations" hat mir gut gefallen und hat sofort Lust auf mehr gemacht.
Lady Victoria - Vicky - ist eine belesene ...

Regency Romance x Suspence, geht denn sowas? Ohja, und wie!

Der Einstieg in "Dangerous Relations" hat mir gut gefallen und hat sofort Lust auf mehr gemacht.
Lady Victoria - Vicky - ist eine belesene und intelligente junge Adelige, die eine Vorliebe für Jane Austen hat. Da sie aufgrund einer familiären Notlage schnell einen Ehemann finden muss, gerät sie schon bald zwischen die Fronten von Mr Carmichael und ihrem besten Freund Tom.

Vicky mochte ich, da sie ihrer Familie gegenüber sehr loyal und in ihrer Weiblichkeit stark ist. Leider haben mir aber gerade auch bei ihr Herzlichkeit und Wärme gefehlt, womit mir ein Zugang zu Vicky nicht komplett möglich war. Ich habe sie zwar immer angenehm, aber mit etwas Distanziertheit wahrgenommen. Einige Nebenfiguren waren ihr in dieser Hinsicht ähnlich. Vermisst habe ich zudem etwas mehr Prunk, Glanz und Glamour.

Die Spurensuche nach dem geheimnisvollen Antagonisten hat mich die ganze Zeit über bei Laune gehalten und nicht nur einmal wurde ich auf eine völlig falsche Fährte geführt. Ständig war eine unterschwellige Spannung vorhanden und ich habe mich durchgehend gefragt, was wohl als nächstes passieren wird. Die Auflösung, bei der es ziemlich dramatisch zugeht, fand ich gut und in sich stimmig.

"Dangerous Relations" hat mich gut unterhalten und war bis zuletzt wenig durchschaubar. Eine tolle Geschichte voller Intrigen, Geheimnisse und Herzklopfmomenten.

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