Grundsolider und spannender Krimi, der auch dazu sehr interessante Fakten über Frankfurt bereithält. Fängt ein wenig zäh an, steigert sich jedoch durch gut umrissene Protagonisten und einen soliden Spannungsbogen ...
Grundsolider und spannender Krimi, der auch dazu sehr interessante Fakten über Frankfurt bereithält. Fängt ein wenig zäh an, steigert sich jedoch durch gut umrissene Protagonisten und einen soliden Spannungsbogen in ein super Finale. Gut gesprochen und kurzweilig. Das Hörbuch hat mir gut gefallen und spannende Stunden beschert.
Der neue Roman von Arno Geiger handelt von der letzten Reise des Kaiser Karl V von Laredo nach Yuste, wo dieser nachweislich auch verstarb und seine Ruhestätte fand. Dies sind die historischen Fakten, ...
Der neue Roman von Arno Geiger handelt von der letzten Reise des Kaiser Karl V von Laredo nach Yuste, wo dieser nachweislich auch verstarb und seine Ruhestätte fand. Dies sind die historischen Fakten, und Arno Geiger konzipiert um diese in seinem wunderbaren, feinfühligen und tiefgängigen Schreibstil auch eine Reise eines Menschen zu sich selbst, am Ende seines Lebens. Arno Geiger hat hier mit einigen Metaphern und Parallelen eine historische belegte Gegebenheiten ein wenig adoptiert und aufgespalten, um sich einer historischen Person für uns greifbar und verwundbar menschlich zu nähern, mit dem Ergebnis, dass wir am Ende unseres Lebens über Jahrhunderte hinweg den gleichen Weg beschreiten und oft erst dann das Leben verstehen und unsere Unvollkommenheit wirklich annehmen. Ein sehr schönes und wie immer souverän tiefgründiger Roman, wobei ich persönlich durch den Klappentext etwas vollkommen anders erwartet habe. Daher hatte ich für mich persönlich erst Schwierigkeiten das Buch anzunehmen und der Thematik zu folgen, was sich jedoch im Nachhinein gelohnt hat.
Entwicklungsroman mit großem Sprachwitz
Nach dem Welterfolg: Kim Jiyoung, geboren 1982, ist dies nun der neue in Deutschland erschiene Roman der koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo. Hier widmet sie ...
Entwicklungsroman mit großem Sprachwitz
Nach dem Welterfolg: Kim Jiyoung, geboren 1982, ist dies nun der neue in Deutschland erschiene Roman der koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo. Hier widmet sie sich nunmehr einer jungen Frau, die sich aus der von Armut geprägten Kindheit heraus entwickelt und die Scham ihrer Herkunft, das Erleben von Armut, natürlich nicht vergessen kann. Außerdem fühlt sie sich gesellschaftlich weiterhin auch minderwertig, da sie mit Mitte 30 noch keinen Mann gefunden hat.
"Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat.
Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen".
Mich hat dieser Entwicklungsroman sehr interessiert und ich konnte die Thematik durch eigene Kindheitserfahrungen so sehr nachvollziehen, jedoch hat mich Cho Nam-Joo's neuer Roman nicht wirklich gepackt. Die Autorin hat diese Thematik und psychologischen Aspekte zwar teilweise gut umgesetzt und ohne zuviel Melancholie oder erhobenen Zeigefinger erzählt, was ich auch gut finde, jedoch fehlt mir eindeutig doch etwas an Tiefe. Dies ist ein wunderbar gut zu lesender und sogar sehr witziger Roman, er bleibt mir jedoch zu arg oberflächlich und auch die Story plätschert so dahin, auch wenn diese mich teilweise gut unterhalten hat. An sprachlichen Witz und Situationskomik mangelt es der Autorin jedenfalls nicht, dies beherrscht sie fantastisch, mir jedoch ist dies ein wenig zu viel dergleichen. Dies ist jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung. Ich hatte mir laut Klappentext doch etwas anderes erwartet. Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, was jedoch der angesprochenen Altersklasse gut entspricht und daher gut und flüssig zu lesen ist.
Ulrich Woelk zeigt in seinem neuen Roman „Mittsommertage“ realistisch auf, wie schnell die Protagonistin, eine Philosophin, die frisch in den Ethikrat einberufen und sich damit auf Erfolgskurs befindend, ...
Ulrich Woelk zeigt in seinem neuen Roman „Mittsommertage“ realistisch auf, wie schnell die Protagonistin, eine Philosophin, die frisch in den Ethikrat einberufen und sich damit auf Erfolgskurs befindend, von Ihrer Vergangenheit eingeholt wird und ihr Leben aus den Fugen gerät, sogar komplett verändert, und dies innerhalb einer Woche. Dazu verschwört sich auch ansonsten auf einmal alles gegen sie, angefangen mit einem Hundebiss und die Ehe gerät auch in Schieflage. Sehr schön und auch hochaktuell werden Themen wie die Coronapandemie incl. der ganzen nachfolgenden Themen wie Digitalisierung, Homeoffice und auch brandaktuell die Ukraine Krise behandelt. Also wirklich ein interessanter Roman. Für mich persönlich liefert der Autor allerdings sehr sehr viele, wenn auch ebenfalls interessante, Nebenschauplätze und bedient sich somit einfach zu vieler Themen, so dass für mich dadurch der rote Faden der Geschichte zu oft verloren geht. Irgendwann, wenn man zum wiederholten Male „abwandert in wiederum ein neues Thema“, z. B. über die Baukunst in Zypern philosophiert wird, die mit dem Hauptthema gar nichts zu tun hat, fand ich es schwer noch die Energie und Lust aufzubringen, der Geschichte zu folgen, die sich durchaus sehr interessant entwickelt hat. Ich möchte betonen, dass dies meine ganz eigene subjektive Meinung ist. Oft liegt einem der Aufbau eines Buches oder der Schreibstil eines Autors, oft leider persönlich eher nicht so. Sehr interessant und ganz nah am Zeitgeist ist die Handlung des Buches auf jeden Fall.