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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2024

Starkes Buch

22 Bahnen
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Tilda wächst als Tochter einer alkoholkranken Mutter auf. Mittlerweile ist sie Studentin der Mathematik und jobbt nebenbei im Supermarkt. Ihre kleine Schwester Ida geht in die 5. Klasse und erlebt mit ...

Tilda wächst als Tochter einer alkoholkranken Mutter auf. Mittlerweile ist sie Studentin der Mathematik und jobbt nebenbei im Supermarkt. Ihre kleine Schwester Ida geht in die 5. Klasse und erlebt mit der Mutter, dass was auch Tilda schon durchmachen musste. Tilda liebt Zahlen und Regelmäßigkeiten und so zieht sie im Schwimmbecken ihre 22 Bahnen. Bis Viktor plötzlich in ihr Leben tritt und ihr eine ganz andere Art von Halt gibt.
Dieses Buch lag nun bereits seit fast 1,5 Jahren auf meinem SuB. Immer wieder las ich Rezensionen die voll des Lobes waren. Das Buch gewann Preise und viel Anerkennung. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Was ich genau erwartet habe, kann ich nicht sagen, aber bereits nach wenigen Seiten war mir klar, dass dieses Buch eine Sogwirkung hat. Die Lebenssituation, in der sich die Schwestern befinden wirkt verzweifelt und bedrückend. Dennoch liegt in der ganzen Schwere auch Hoffnung. Nicht von der Mutter ausgehend, sondern allein von den beiden jungen Menschen, deren Leben noch vor ihnen liegt. Die Entwicklung, die beide während der Geschichte durchlaufen wirkt auf den ersten Blick klein, ist aber essenziell zum Überleben und Wachsen. Ich konnte von diesem Buch nicht lassen, es hatte mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Dies lag für mich in erster Linie daran, dass ich in der ganzen Traurigkeit, die dieser Geschichte innewohnt, die Hoffnung stark spüren konnte. Und die ist auch der Antrieb meines eigenen Lebens und mir deshalb sehr vertraut.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Eine traumhafte Reise

Paula on Tour - „Etappen um die Welt“
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Und weiter gehts mit Gabi und Frank um die Welt. Ich habe mich tierisch gefreut mit ihnen Südamerika bereisen zu dürfen. Und dieses Mal musste ihr umgebautes Feuerwehrauto Paula sogar verschifft werden. ...

Und weiter gehts mit Gabi und Frank um die Welt. Ich habe mich tierisch gefreut mit ihnen Südamerika bereisen zu dürfen. Und dieses Mal musste ihr umgebautes Feuerwehrauto Paula sogar verschifft werden. Die Reise begann in Uruguay und führte durch Chile, Bolivien und Argentinien. Fasziniert haben mich die doch sehr unterschiedlichen Landschaften. Während die Afrikareise gemessen an der Vegetation doch eher heiß und karg war, so war hier von Wüste bis Dschungel doch alles geboten. Unglaubliche Naturschauspiele wurden eindrücklich beschrieben und haben mir so richtig Lust auf einen eigenen Besuch in Südamerika bereitet. Der Einblick in den Reisealltag der beiden Globetrotter war wirklich sehr inspirierend. Wenn reisen für mich zurzeit selbst kaum möglich ist, so liebe ich es doch sehr mit diesen beiden sympathischen Menschen anhand von Wort und Schrift, durch für mich unbekannte Länder zu reisen und durch ihre Augen Dinge zu erleben, als wäre ich selbst dabei. Paula bietet Gemütlichkeit und Sicherheit und Gabi dreht so manches heikle Ereignis durch ihren Witz und ihre Kreativität zum Guten um. Was kann einem bei dieser traumhaften Reisegruppe schon passieren. Literarisch bleibt mir noch eine weitere Etappe durch Südamerika. Dann müssen die beiden dringend weiterreisen, denn ich brauche unbedingt Nachschub. Es gibt noch so viel zu sehen, also: Go Paula!

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Toll erzählt

Ich komme nicht zurück
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Sie kommen aus sehr einfachen Verhältnissen, Johanna, Zeyna und Cem. Doch sie sind die besten Freunde und halten in allen Lebenslagen zusammen. Jedoch ihr Leben verändert sich und ihre Lebenswege gehen ...

Sie kommen aus sehr einfachen Verhältnissen, Johanna, Zeyna und Cem. Doch sie sind die besten Freunde und halten in allen Lebenslagen zusammen. Jedoch ihr Leben verändert sich und ihre Lebenswege gehen immer weiter auseinander, bis es zum großen Bruch zwischen Johanna und Zeyna kommt. Als ihre geliebte Großmutter stirbt, zieht Johanna zurück in die alte Siedlung und damit zurück in ihre Vergangenheit. In einem Taumel aus Melancholie und Einsamkeit trauert sie den vergangenen Kindheitstagen hinterher und projiziert all ihr fehlendes Glück auf die verlorene Freundin. Diese Geschichte ist so wunderbar und anrührend erzählt, dass sie körperlich fühlbar ist. Bestimmt hat jeder schon an verloren gegangene Freunde gedacht, sie gegoogelt oder nach alten Fotos gesucht. Und manchmal hat man sich dabei in Sehnsucht und Melancholie gesuhlt. Diese Gefühle hat die Autorin erstklassig aufgegriffen und Johanna in eine Art Stillstand versetzt. Wie das Rückwärtsspulen eines Lebens, dass eigentlich vorwärtsgerichtet sein sollte. Großartig eingefangen und von besonderer Intensität, so hat mich diese Geschichte gefesselt und verwandelt.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Allein mit dem Vergessen

Brunnenstraße
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Er war die große Liebe von Andreas Mutter. Jedoch musste sie sich ihren Geliebten die ersten Jahre mit einer anderen Frau teilen. Als diese jedoch verstarb, zog die kleine Andrea mit ihrer Mutter in die ...

Er war die große Liebe von Andreas Mutter. Jedoch musste sie sich ihren Geliebten die ersten Jahre mit einer anderen Frau teilen. Als diese jedoch verstarb, zog die kleine Andrea mit ihrer Mutter in die Brunnenstrasse zu ihrem Vater. Endlich einen Vater, endlich eine richtige Familie. Aber das Glück währt nicht lange. Nach kurzer Zeit zeigt sich, dass der Vater pleite ist. So muss Andreas Mutter wieder Nachtdienste im Krankenhaus absolvieren, um die Familie über Wasser zu halten. Und nach und nach wird ersichtlich, dass der Vater, 20 Jahre älter als die Mutter, langsam seine Persönlichkeit an eine schreckliche Krankheit verliert. Wenig später steht die Diagnose: Alzheimer. Doch anstatt sich helfen zu lassen, möchte die Mutter den Geliebten zu Hause pflegen. Durch ihre Berufstätigkeit lastet jedoch viel Verantwortung und Arbeit auf dem Kind. Und es spielen sich ganz fürchterliche Szenen ab. Dies zu lesen war schier herzzerreißend. Die Verzweiflung und Überforderung der kleinen Andrea war kaum zu ertragen und hat mich tief berührt. Unfassbar seinem Kind so etwas anzutun. Der Vater vom Geist her nicht mehr er selbst, jedoch noch körperlich stark, misst sich täglich mit Andrea. Ob tags oder nachts sie soll ihn daran hindern das Haus zu verlassen, ihn waschen, füttern und ins Bett bringen. Liebe schlägt in Hass um und die zarte Kinderseele nimmt schaden. Absolut lesenswert! Tief berührend und unfassbar bewegend!

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Veröffentlicht am 07.08.2024

Aufwachsen mit dem Internet

Generation Angst
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Die Generation Z ist die erste Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Zu beobachten ist der krasse Gegensatz zwischen der völligen Überbehütung in der realen Welt und der grenzenlosen Freiheit ...

Die Generation Z ist die erste Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Zu beobachten ist der krasse Gegensatz zwischen der völligen Überbehütung in der realen Welt und der grenzenlosen Freiheit im Internet. Während die Kinder heute nicht mal allein kürzeste Wege ohne elterliche Aufsicht laufen dürfen, werden die Gefahren denen sie im Internet ausgesetzt sind oft unterschätzt. Das Internet ist für Erwachsene entwickelt worden. Kinder müssen den richtigen Umgang damit erst lernen und sie müssen von dem ferngehalten werden, was sie verstören, ängstigen oder sogar süchtig machen kann. Jonathan Haidt zeigt in seinem Buch, belegt durch viele Studien, wie sich die psychische Gesundheit der Jugendlichen in den letzten Jahren stark verschlechtert hat. Welche neuen Gefahren wie das Cybermobbing hinzugekommen sind, die von Eltern oft nicht gesehen werden. Er beschreibt, wie wichtig die einzelnen Entwicklungsschritte sind, damit Kinder und Jugendliche für die reale Welt gestärkt werden. Hier wurde das freie Spiel jedoch immer weiter eingeschränkt und reglementiert. Gleichzeitig wird den Kindern digital eine Welt eröffnet die sie so noch gar nicht begreifen können. Durch dieses Buch hatte ich viele Aha-Erlebnisse. Seine Kinder von Smartphones fernzuhalten ist sicher nicht der richtige Weg. Die Kinder jedoch anzuleiten und auf ihren Streifzügen durch das Internet zu begleiten auf jeden Fall ratsam. Im letzten Teil des Buches erhält man viele sinnvolle Tipps, die dabei unterstützen können. Wobei diese hauptsächlich auf amerikanische Kinder zugeschnitten sind, da ich denke, dass in Deutschland der Trend zwar ähnlich jedoch schwächer ausgeprägt ist. Dennoch kann ich das Buch nur allen Eltern empfehlen. Und nicht erst bei der Überlegung, ob das Kind ein Smartphone erhalten soll, sondern bereits vorher. Denn die Ausführungen zur kindlichen psychischen Entwicklung fand ich wirklich sehr gut erklärt und überzeugend.

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