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Veröffentlicht am 27.10.2024

kurz, knackig, spannend

Mutterentität
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Nummer 17 ist eine künstliche Intelligenz, welche immer in Verbindung zu seiner Mutterentität steht. Es bekommt den Auftrag, einen Diebstahl aufzuklären. Während seinen Ermittlungen tritt es unfreiwillig ...

Nummer 17 ist eine künstliche Intelligenz, welche immer in Verbindung zu seiner Mutterentität steht. Es bekommt den Auftrag, einen Diebstahl aufzuklären. Während seinen Ermittlungen tritt es unfreiwillig in Kontakt mit Kumari, einer jungen Frau, die gerade an ihrer Doktorarbeit schreibt und mit Hilfe eines photographischen Apparats die Macht der Zeichen sichtbar macht. Dabei stößt sie auf eine Spur, die Hinweise zu der Verkehrten Stadt liefert. Auf ihrer Suche trifft sie auf Nummer 17 und schon bald merken beide, dass sie etwas auf ihrer Suche verbindet.

Schon mit ihrer Reihe "Die 13 Gezeichneten" konnte mich das Autorenduo Judith und Christian Vogt überzeugen. Eine Stadt, geprägt von Zeichen der Magie.
Nun legt uns Christian Vogt eine Novelle vor, in der es um die junge Kumani auf der einen Seite geht und um Nummer 17 auf der anderen Seite.
Kumani arbeitet in Sygna an ihrer Doktorarbeit, während Nummer 17 gerade erst erschaffen wurde und gleich seinen ersten Auftrag bekommt: einen Diebstahl aufzuklären.
Nummer 17 sieht aus wie eine Spinne, kann auf seinem Rücken Worte erscheinen lassen und ist mit einer hohen Intelligenz ausgestattet.
Durch Zufall treten Kumani und Nummer 17 über eine weite Ferne hinweg in Kontakt und tauschen ihre Erkenntnisse aus. Beide helfen sich durch ihre Informationen bei den jeweiligen Recherchen. Und was beide herausfinden, bringt das Weltbild zum Wanken.
"Mutterentität" spielt nach den Ereignissen aus der Reihe "Die 13 Gezeichneten" und es war interessant zu lesen, wie sich nun alles entwickelt hat.
Der Autor schreibt spannend. Mir hat sehr gut gefallen, wie er den Wechsel zwischen der Erzählweise von Nummer 17 und Kumani hinbekommen hat. Bei den Szenen aus Nummer 17` Sicht wird der Leser direkt angesprochen und es wird in nüchternen, automatischer Sprache erzählt. Während aus Kumanis Sicht von dritter Person aus erzählt und sehr viel Leidenschaft hineingelegt wird.
Immer wieder gibt es Anspielungen auf die Reihe. Namen werden erwähnt oder kleine Rückblicke. Ein kleiner Ausflug also nach Sygna, in die Stadt der Zeichen.
Die Reihe „Schattenspiele“ wurde auf jeden Fall mit der Novelle „Im Schatten des Leviathans“ weitergeführt.
Das Besondere an dem Buch ist wohl seine Größe. Es misst gerade mal 9 x 15 cm. Ein kleiner Blickfang im Regal neben seinen großen Brüdern. Und mit 105 Seiten auch sehr schnell gelesen, aber nicht minder spannend. Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil und ein erneutes Abtauchen in die Welt von „Die 13 Gezeichneten“.

Meggies Fussnote:
Kurz, knackig, spannend.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Halloween mit unschönem Ausgang

Villa Obscura
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Halloween - die gruseligste Zeit des Jahres. Und Zeit für Partys. So auch in der Villa Obscura, einem herrschaftlichen Haus, welches eigentlich jetzt ein Fotostudio beherbergt. Constanze, die Inhaberin, ...

Halloween - die gruseligste Zeit des Jahres. Und Zeit für Partys. So auch in der Villa Obscura, einem herrschaftlichen Haus, welches eigentlich jetzt ein Fotostudio beherbergt. Constanze, die Inhaberin, hat ihre Kunden und Fotomodells zu eben so einer Party eingeladen. Verkleidungen, gutes Essen, etwas Trinken und Spaß haben. Nur komisch, dass Constanze selbst nicht zu ihrer Party auftaucht.
Amadeus, der zusammen mit Jane zur Feier kommt, Emilé, der als DJ engagiert ist, Kyoshi, der Fotos machen soll und Linda sowie Sarah, zwei Models, sind erstaunt, plötzlich die letzten auf der Party zu sein. Und dann werden sie auch noch von zwei maskierten Männern mit einem Jagdgewehr bedroht und auf dem Dachboden eingeschlossen. Ohne Ahnung, was hier eigentlich los ist.

Sechs jugendliche Geiseln, sechs unterschiedliche Perspektiven - ein mysteriöser Schauplatz und keine Ahnung, was passiert.

Das Buch nimmt sehr langsam Fahrt auf, was jedoch nicht unangenehm ist, sondern uns Zeit verschafft, erst einmal die einzelnen Charaktere kennenzulernen, nur um dann festzustellen, dass man keinen richtig kennen kann.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich zu keinem der sechs Protagonisten einen richtige Beziehung aufbauen konnte, obwohl wirklich alle eine gewisse Tiefe haben. Aber es gibt so viele Zweifel, Ungereimtheiten und Hinweise. Und deswegen bleiben alle unnahbar und erst auf den letzten zwei Seiten konnte ich mich ein bisschen für alle erwärmen.

Was aber nicht heißt, dass ich die Story nicht gut fand. Im Gegenteil. So etwas Spannendes und dann noch mit einem unvorstellbaren Ende, habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Und das hat mich sehr gefreut, eben weil es einfach mal was anderes war.

Es wird abwechselnd aus den Sichten der sechs Jugendlichen erzählt und somit bekommen wir auch sehr viele Informationen. Denn jeder hat ein Motiv, zumindest denkt man das und dann kommt es plötzlich anders als man denkt.

Es ist undurchsichtig und man wird oft in die Irre geführt. So ergeben sich gezielte Wendungen und auch die Sympathien werden immer unregelmäßig verteilt, so dass man letztendlich gar keinem mehr traut.

So fragt man sich ständig, was eigentlich gerade vorgeht, kann man den Leuten trauen, was verstecken sie und warum sind gerade diese sechs Opfer der Entführung geworden.

Das Ende ist total stimmig, und auch wenn man sich letztendlich so etwas nicht vorstellen kann, war es gerade für diese Story sehr passend.

Fazit:
Eine Halloweenparty mit unschönem Ausgang.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Aufruhr im beschaulichen Cornwall

Miss Emily und der Skandal von Allerby House
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Emily hat sich mittlerweile in Higher Barton eingelebt und, nachdem sie ihren ersten Mordfall lösen konnte, ihren Rhythmus gefunden. Der Alltag hält viel bereit. Der Haushalt muss organisiert, Treffen ...

Emily hat sich mittlerweile in Higher Barton eingelebt und, nachdem sie ihren ersten Mordfall lösen konnte, ihren Rhythmus gefunden. Der Alltag hält viel bereit. Der Haushalt muss organisiert, Treffen vereinbart und die Natur genossen werden. Selbst mit Vikar Horatio Cranleigh kommt sie einigermaßen zurecht. Zumindest behandelt er sich nicht wie ein zartes Pflänzchen.
Doch als Jago Carter-Jones mitteilt, dass er eine Tänzerin aus Amerika heiraten möchte, ist es mit der beschaulichen Ruhe vorbei. Selbst der Pfarrer der Gemeinde, in der die Carter-Jones leben, weigert sich, die Trauung zu vollziehen. Dies übernimmt nun Vikar Cranleigh und Emily kümmert sich um Selena, die junge Braut.
Es kommt dann jedoch zu einem Mord. Jago Carter-Jones wird mit einem Messer erstochen aufgefunden. Über ihm liegt Selena, das Messer in der Hand. Emily kann nicht glauben, dass ihre neue Freundin eine Mörderin ist und beginnt - natürlich mit Hilfe des Vikars - zu ermitteln.

Auch der zweite Teil rund um Emily Tremaine, die aus London ins beschauliche Cornwall geschickt wird, um dort zu lernen, wie man sich als Frau zu benehmen hat, konnte mich wieder begeistern. Der Fall beginnt ganz langsam. Man lernt erst alle Beteiligten kennen. Somit ist das Buch auch ohne Vorkenntnis des ersten Bandes lesbar. Aber von Vorteil, wenn man sich den herrlichen Schlagabtausch zwischen Emily und dem Vikar Cranleigh nicht entgehen lassen will.

Wir befinden uns Anfang des 20. Jahrhunderts und erleben, wie gerade technische Errungenschaften wie ein Automobil oder das Telefon auftauchen. Emily Onkel Alwyn, ein stolzer Mann und dem Modernen etwas abgeneigt, will eigentlich nichts damit zu tun haben. Aber er liebt seine eigenwillige Nichte sehr, und auch wenn er versucht, ihr gegenüber streng zu sein, wickelt Emily ihn meistens um ihren kleinen Finger.

Mit dem Vikar Cranleigh hat es Emily auch nicht leicht. Er ist eigenbrötlerisch, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt auch sonst - gerade Emily - was zu tun oder zu lassen ist.
Und diese Kombi - Emily und der Vikar - hat es in sich. Beide sehen sich als ebenbürtig an, respektieren sich - aber sagen sich auch, was sie denken. Dies führt natürlich zu allerlei herrlichen Dialogen.

Der Mord kommt natürlich auch nicht zu kurz. Ich habe mehr als einmal daneben gelegen und sogar den Gärtner verdächtigt - obwohl dieser nirgends auftaucht.

In einer Leserunde zusammen mit der Autorin durften wir dann noch einige Hintergrundinfos genießen. So erzählte sie uns mehr über die Sufragetten, über Recherche-Arbeit und natürlich über Emily und den Vikar. Und dass wir uns auf einen dritten Band freuen dürfen.

Die Auflösung des Mordfalls war dann doch überraschend und ich freue mich schon auf den nächsten Teil rund um Emily und Vikar Horatio Cranleigh.

Fazit:
Aufruhr im beschaulichen Cornwall.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Was würdest du ändern wollen?

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily lebt bei ihren Großeltern, da ihre Eltern in Dubai arbeiten und Emily nicht aus ihrem gewohnten Umfeld rausreißen wollten. Zusammen mit ihrer Großmutter Rose verbringt sie viel Zeit einer Bibliothek, ...

Emily lebt bei ihren Großeltern, da ihre Eltern in Dubai arbeiten und Emily nicht aus ihrem gewohnten Umfeld rausreißen wollten. Zusammen mit ihrer Großmutter Rose verbringt sie viel Zeit einer Bibliothek, in der Oma Rose arbeitet. Denn Emily hat es nicht leicht. Mit ihrem autistischen Verhalten ist sie eher ein Außenseiter. Sie hat zwar in Charly und Frederick zwei wunderbare Freunde, aber Emily wünscht sich mehr. Denn auch der fiese Dr. Dresskau, Emilys Mathelehrer, lässt seine Wut oft an ihr aus und verpasst ihr Strafarbeiten und schlechte Noten.
Als Emily eines Tages in der Bibliothek ein goldenes Glitzern bemerkt, geht sie diesem auf den Grund und findet sich in einer anderen, spiegelverkehrten Bibliothek wieder. Dort steht eine goldene Schreibmaschine und als Emily anfängt, darauf zu tippen, merkt sie bald, dass sie damit Bücher verändern kann. Und dies nimmt großen Einfluss auf ihr bisheriges Leben.
Wer hat sich nicht schon selbst mal gewünscht, etwas in seinem Leben verändern zu können, in dem man es einfach ausspricht, aufschreibt oder malt? Emily hat diese Chance und ändert erst einmal mit der goldenen Schreibmaschine ein kleines Wörtchen in ihrem Lieblingsbuch ab. Und plötzlich ist es so, als wäre dies schon immer gewesen. Und keiner kann sich daran erinnern, dass es anders war. Nur Emily.

Das dies dann natürlich zu weit größeren Folgen führt, ist wohl klar.
Carsten Henn entführt uns in eine schöne, neue Welt. Zumindest für Emily. Bis sie merkt, dass sie mit den Änderungen dann doch mehr Unheil anrichtet, als ihr lieb ist.

Und dann ist da noch dieser fiese Dr. Dresskau, der ebenfalls auf der Jagd nach einem besseren Leben ist. Und er kommt Emily in die Quere oder besser gesagt, sie ihm, was dazu führt, dass sich ein unvorstellbares Chaos ergibt.

Der Autor hat es geschafft, mich so sehr in den Bann zu ziehen, obwohl es sich um ein Buch für Kinder handelt. Aber die Story rund um Emily, eine goldene Schreibmaschine und das Verändern von mehreren Leben war so spannend, dass ich nicht aufhören wollte, zu lesen.

Der Schreibstil ist einnehmend und sehr leicht, eben für Kinder gemacht. Aber trotzdem findet man zwischen den Zeilen Mahnungen, Informationen und vor allem ein bisschen das Abbild unserer heutigen Welt.

Mit "Der Buchspazierer" hatte der Autor schon einen Fan in mir gefunden, gefolgt von "Der Geschichtenbäcker".

Das nun vorliegende Kinderbuch hat ihm nun einen festen Platz im Bücherregal eingeräumt und ich kann sagen, dass Carsten Henn einer der Autoren ist, von dem ich blind alle Bücher kaufen werde.

Fazit:
Was würdest du umschreiben, wenn du es könntest?

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Veröffentlicht am 10.10.2024

ein höllischer Roadtrip

Höllentrip & Seelenstrip oder Traue keinem Kohlsuppenorakel
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Alex lebt zusammen mit einem Dämon namens Eddie in einer kleinen Wohnung, arbeitet als Bürokauffrau und auch sonst ist ihr Leben eigentlich nicht so aufregend. Bis eines Tages ein anderer Dämon sich einen ...

Alex lebt zusammen mit einem Dämon namens Eddie in einer kleinen Wohnung, arbeitet als Bürokauffrau und auch sonst ist ihr Leben eigentlich nicht so aufregend. Bis eines Tages ein anderer Dämon sich einen Weg durch ihre Spüle bahnt, eine Wand verunstaltet und ihren Chef aufspießt.

Alex weiß, dass nun alles komplizierter wird, denn ein Kohlsuppenorakel sagt voraus, dass sie wohl Teil einer Prophezeiung ist und sich nun in die Hölle aufmachen muss, um eben den Fürsten derselben zu stürzen. Kein leichtes Unterfangen, aber mit der Hilfe von alten und neuen Freunden sollte das alles doch kein Problem sein. Oder?

Ich liebe den Humor der Autorin. Der Schreibstil ist so einzigartig frisch, sarkastisch, lustig und frech. Ich hatte echt Mühe, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich einfach wissen wollte, wie es wohl Alex und Eddie in der Hölle so ergeht.

Aber von vorne:

Die Protagonistin Alex ist nicht gerade mit Glück gesegnet. Sie verliert ihren Job, weil sie Dämonen sieht, wird durch Zufall zu einem Medium geleitet und muss sich dort den Voraussagen einer Kohlsuppe und einer dicken, roten Katze stellen. Dann taucht auch noch eine Dämonenjägerin auf und - schwupps - finden sich alle in der Hölle wieder. Kopfüber.

Nicht leicht für Alex.

Ich habe viel gelacht und geschmunzelt, denn der Humor der Autorin hat mich eingefangen. Es gibt so viele unglaublich guten Sätze, Wortfindungen und Dialoge zwischen den Protagonisten, dass ich gar nicht richtig sagen kann, was genau denn jetzt das Beste an dem Buch war. Für mich war es rundum perfekt.

Sogar das Ende, an dem ich eigentlich immer etwas zu mäkeln habe, hat gepasst und war stimmig.

Die Protagonisten sind einzigartig. Vorweg natürlich Alex, die mit ihrem frechen Mundwerk sehr oft aneckt, aber sich auch super aus Situationen reden kann. Dann natürlich der kleine Dämon Eddie, genauso frech und liebenswert.

Aber auch die anderen wie Alex mit dem Wuschelhaar, Bann des Bösen, Slayer, Sam, Caligari, Madame M oder Minos. Ich will nicht zu viel verraten, aber alle haben das gewisse Etwas und konnten mich direkt überzeugen.

Die Abläufe in der Hölle sind herrlich. Der Aufbau kommt einem mehr als bekannt vor und man findet sich teilweise in der realen Welt wieder

Das Buch überrascht jedoch nicht nur mit einer höllisch guten Geschichte, sondern auch mit Poesie und einer gehörigen Portion Fantasie.

Fazit:
Höllisch guter Spaß.

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