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Veröffentlicht am 19.12.2024

Fantasievolle Geschichte über Bastian auf der Erde und Buzz im Weltraum

Bastian oder Wie man aus einer Ente eine Rakete baut
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Geschichten über Abenteuer im Weltraum gibt es viele. Das Buch "Bastian oder Wie man aus einer Ente eine Rakete baut" von Nils und Svenja Kretschmer ist eine ganz besonders fantasievolle Reise in die Weiten ...

Geschichten über Abenteuer im Weltraum gibt es viele. Das Buch "Bastian oder Wie man aus einer Ente eine Rakete baut" von Nils und Svenja Kretschmer ist eine ganz besonders fantasievolle Reise in die Weiten des Universums.
Bastian bekommt von seinem Vater zum Geburtstag einen Ausflug in eine Sternwarte geschenkt. Einmal den Weltraum ganz nah erleben, ist für ihn ein toller Gedanke. Auch wenn Bastian das und all seine anderen Gefühle und Gedanken nicht äußern kann, da er seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr spricht. Dafür zeichnet er ganz viel und schreibt Geschichten, die er jedoch mit niemandem teilt.
Bastians eigene Geschichte wird auf eine ganz besondere Weise erzählt. Denn während seiner Reise und des Besuchs in der Sternwarte schreibt Bastian selbst an einer ganz anderen Story, die den jungen Astronauten Buzz zum Mond, am Mars vorbei und dann noch viel weiter schickt.
So wechselt sich Bastians Geschichte auf der Erde mit der von Buzz im Weltraum ab. Sie könnten im Grunde unabhängig voneinander gelesen werden. Doch sind sie nah miteinander verbunden, da Bastian seine Gefühle, Gedanken und vor allem seine Kreativität und Fantasie in Buzz Geschichte hineinfließen lässt.
So trifft der Astronaut im Weltraum auf eine Mondhäsin, kollidiert mit Asteroiden, begegnet einem Polarbären, der mit dem Polarstern verwandt ist und landet sogar in einem schwarzen Loch. Buzz Geschichte ist originell und man merkt, dass sie Bastians Gedankenwelt entspringt und von seinen Erlebnissen beeinflusst wird.
Die Illustrationen von Svenja Kretschmer hierzu haben uns besonders gut gefallen. Sie sind fantasievoll und passen sehr gut zur Geschichte, die Bastian auf den schwarzen Seiten aufschreibt und zeichnet. Buzz Reise durch den Weltraum und die Figuren werden durch die Bilder noch lebendiger und man kann sich durch die Bilder zum Beispiel gut vorstellen, wie aus der Ente eine Rakete gebaut wird.
Bastians eigene Geschichte ist hingegen eher ernst und stimmt nachdenklich. Man kann sehr gut mit Bastian mitfühlen, der so viele Gedanken hat und dem es so schwerfällt, diese zu äußern. Die Geschichte schafft somit ein Verständnis für Menschen, die durch eine schwere Phase in ihrem Leben gehen und gibt gleichzeitig Hoffnung, dass man auch schwierige Situationen überwinden kann.
Für jüngere Kinder ist vor allem Buzz fantasievolle Reise durch den Weltraum spannend und durch die tollen Illustrationen ansprechend. Ältere Kinder (ab ca. 9 Jahren) werden hingegen auch schon einige der tieferen Botschaften verstehen und durch Bastians Geschichte zum Nachdenken angeregt.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Interessantes erstes Sachbuch über den menschlichen Körper

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 15 - Mein Körper
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Sachbücher für Kinder, die gerade lesen lernen oder üben, finden meine Kinder und ich super. Auch die Erstlesebücher aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe kennen wir schon gut und mein Erstleser kommt mit ...

Sachbücher für Kinder, die gerade lesen lernen oder üben, finden meine Kinder und ich super. Auch die Erstlesebücher aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe kennen wir schon gut und mein Erstleser kommt mit den Büchern gut klar.
Das neue Buch zum Thema "Mein Körper" richtet sich an Kinder, die schon etwas lesen können und jetzt mit einfachen Texten lesen üben wollen. Die Sätze sind kurz und meist mit einfachen Worten. Es gibt aber auch einige herausfordernde Wörter wie zum Beispiel Spongiosa oder Kohlenstoffdioxid, die für die meisten Kinder mit etwas Übung zu schaffen sind.
Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, die alle mit kurzen Leserätseln abschließen. Thematisch deckt es dabei sehr viele interessante Bereiche zum menschlichen Körper ab - vom Körperaufbau, über Sinnesorgane und Gefühle bis hin zum Kranksein. Dabei wird den Kindern zum Beispiel auch vermittelt, dass Mobbing nicht ok ist oder dass man selbst über den eigenen Körper und sein Aussehen bestimmen darf.
Die Seiten stecken voller Informationen und es gibt viel zu lernen. Dabei sind allerdings manche Seiten fast schon ein bisschen zu voll mit Informationen und eine etwas klarere Strukturierung wäre gut gewesen. So ist zum Beispiel der Querschnitt des Auges nicht auf der Seite zur Frage "Wie funktioniert mein Auge?", sondern erst einige Seiten später wenn es um das Gehirn geht.
Die Texte werden auf jeder Seite durch interessante Illustrationen oder Fotos unterstützt. Es ist schön, dass dabei Menschen jeder Hautfarbe und jeden Alters zu sehen sind. Besonders interessant fanden wir aber Querschnitte der Sinnesorgane. Es wäre daher toll gewesen, wenn noch mehr von solchen Zeichnungen (zum Beispiel zum menschlichen Skelett) dabei gewesen wären.
Als erstes Sachbuch über den Körper ist das "Mein Körper" aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe für Grundschulkinder (meist ab Ende der 1. Klasse / Anfang der 2. Klasse) sehr zu empfehlen. Es kann für erste Referate genutzt werden und ist daher auch für Grundschulbüchereien sehr interessant.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Besinnliche Weihnachtsgeschichte

Ein Weihnachtswunder namens Fred
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Bei uns werden im Winter immer wieder gerne weihnachtliche Geschichten gelesen. "Ein Weihnachtswunder namens Fred" von Rebecca Elbs habe ich meinem 7-jährigen Sohn gemütlich auf dem Sofa vorgelesen und ...

Bei uns werden im Winter immer wieder gerne weihnachtliche Geschichten gelesen. "Ein Weihnachtswunder namens Fred" von Rebecca Elbs habe ich meinem 7-jährigen Sohn gemütlich auf dem Sofa vorgelesen und sie hat uns beide nachdenklich und besinnlich gestimmt.
Die Geschichte um Emma und ihre Familie startet ein wenig chaotisch und traurig zugleich. Emmas Eltern wollen die Feiertage weit weg auf den Kanaren verbringen, doch durch einen Fehler ihres Papas fällt der geplante Weihnachtsurlaub aus. Zwischen Umzugskartons und ohne ihren geliebten Opa Fred, der erst vor kurzem verstorben ist, kann doch jetzt keine Weihnachtsstimmung mehr aufkommen, oder doch? Zum Glück taucht ein kleines Weihnachtswunder auf - ein Frettchen, das allen ein Lächeln ins Gesicht zaubert und ihnen dabei hilft, sich auf das zu besinnen, was ihnen als Familie wichtig ist.
Die Gefühle der Hauptfiguren konnten wir sehr gut nachvollziehen. Emmas Mutter ist nach Opas Tod noch immer sehr traurig und hat immer wieder Tränen in den Augen. Auch Emma wirkt etwas unglücklich, weil sie am liebsten so wie jedes Jahr feiern würde und das seit dem Tod ihres Opas nicht mehr geht.
Das Ende ist dann wirklich schön und passend, denn die Traurigkeit ist nicht komplett verschwunden, aber es ist trotzdem besinnlich und weihnachtlich und Emma und ihre Familie wirken - auch dank des Frettchens - viel zufriedener und sind zumindest in Gedanken bei Opa Fred.
Mein Sohn fand die Geschichte schon etwas traurig, aber auch schön und sie hat uns beide nachdenklich gestimmt. Das Frettchen war für uns immer wieder ein kleiner Lichtblick, der die Stimmung aufgehellt hat.
Die Geschichte lässt sich sehr gut vorlesen und ist von der Sprache her einfach gehalten allerdings kein Erstlesebuch. Das Buch ist in vier kurze Kapitel aufgeteilt und durchgehend von bunten Illustrationen begleitet. Die Bilder haben uns gut gefallen, vor allem die vom kleinen Frettchen und die vielen Details aus dem Text, die sich auch in den Bildern wiederfinden.
Wer Lust auf eine besinnliche Geschichte zur Weihnachtszeit hat, in der es nicht um den Weihnachtsmann, Elfen oder dergleichen geht, sondern um ein kleines tierisches Weihnachtswunder, ist hier genau richtig. Es ist ein Buch voller Gefühle - Traurigkeit und Freude - das die meisten Kinder und vorlesende Erwachsene berühren wird.

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Veröffentlicht am 16.11.2024

Schöne, nur leicht gruselige Geistergeschichte

Alice und die Geister von nebenan
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Was gibt es Schöneres, als zusammen auf dem Sofa zu sitzen und ein schönes Buch zu lesen. Wir haben gerade "Alice und die Geister von nebenan" von Jacqueline Davies gelesen und es hat uns sehr gut gefallen.
Alice ...

Was gibt es Schöneres, als zusammen auf dem Sofa zu sitzen und ein schönes Buch zu lesen. Wir haben gerade "Alice und die Geister von nebenan" von Jacqueline Davies gelesen und es hat uns sehr gut gefallen.
Alice ist ein außergewöhnliches Mädchen, denn sie lebt in einem ganz besonderen Umfeld. Am College, an dem ihre Mutter als Dozentin unterrichtet, kann Alice sich eigenen Projekten widmen, mit denen sie allerhand lernt. Ihr neuestes Projekt führt sie in das abbruchreife Nachbarhaus, das auf sie eine ganz besondere Anziehungskraft ausübt. Während sie dort anfängt, den Salon zu renovieren, begegnen ihr die Seelen verstorbener Menschen, die dringend Alice Hilfe brauchen.
Was zunächst ein bisschen unheimlich klingt, ist in dieser Geschichte eigentlich gar nicht gruselig. Alice fürchtet sich nicht vor den Geistern und so ist es auch für uns der Gruselfaktor sehr gering gewesen. Bei ihr überwiegen die Neugier und der Tatendrang, etwas zu verändern und den Seelen zu helfen.
Die Darstellung der Geister hat uns dabei sehr gut gefallen. Während sie zu Beginn nur wenig greifbar und nicht viel mehr als ein Gefühl oder eine Stimme sind, werden sie mit jedem Besuch fassbarer. Alice lernt sie besser kennen und damit auch viel über ihre Geschichte und die Gründe, warum sie nicht zu ruhenden Seelen werden konnten.
Besonders gut konnten wir uns in Ivy einfühlen, die schon als junges Mädchen verstorben ist, als Mensch also nie erwachsen werden konnte, als Geist aber dafür umso mehr gesehen hat. Auch die anderen Seelen sind sehr gut dargestellt und haben bewegende Geschichten. Lediglich mit einem Geist konnte mein 7-jähriger Sohn eher wenig anfangen, da dessen Geschichte als Soldat im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg für ihn einfach zu weit weg war.
Das Vorlesen der Geschichte hat bei uns sehr gut geklappt und mein Sohn hat gerne zugehört. Es gibt immer wieder Szenen, in denen Alice im Haus arbeitet oder Recherchen zu den Seelen macht. Das hat sich für uns an manchen Stellen etwas gezogen, dafür war das letzte Drittel des Buches aber umso spannender und hat uns richtig gepackt.
Sprachlich ist es für ein Kinderbuch durchaus anspruchsvoll. Das zeigt sich vor allem in Situationen, wenn Alice Mutter anfängt Vorträge zu halten oder wenn es um Architektur geht. Es waren einige Begriffe (z. B. Anthropologie, Dereliktion, Kapitell) dabei, die meinem Sohn absolut nichts gesagt haben und die ich dann erklären musste. Das war für uns durch das Vorlesen kein großes Problem, könnte auf Kinder, die das Buch selbst lesen, jedoch etwas abschreckend wirken.
Da uns das Buch an sich aber wirklich gut gefallen hat, empfehlen wir "Alice und die Geister von nebenan" allen Kinder ab ca. 10 Jahren (zum Vorlesen auch schon früher), die gerne ruhigere Geschichten mit einigen spannenden Szenen aus dem Bereich Freundschaft und Familie lesen. Auch Kindern, denen leicht gruselige Geschichten um Geister gefallen, sind hier richtig.

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Veröffentlicht am 09.11.2024

Spannender Auftakt zu einer Schatzsucher-Reihe

Amanda Black – Die Mission beginnt
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Meine Kinder und ich mögen Geschichten voller Action und Spannung. Da hatten uns die ersten Seiten von "Amanda Black. Die Mission beginnt" von Juan Gómez-Jurado gleich gepackt. Denn das erste Kapitel startet ...

Meine Kinder und ich mögen Geschichten voller Action und Spannung. Da hatten uns die ersten Seiten von "Amanda Black. Die Mission beginnt" von Juan Gómez-Jurado gleich gepackt. Denn das erste Kapitel startet mit einem Vorausblick, der uns richtig neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Wie landet Amanda bloß in dieser gefährlichen Situation und wird sie es schaffen, sich zu retten?
Es folgt eine spannende Schatzsucher-Geschichte der modernen Art, die uns mit einigen interessanten Erfindungen überrascht hat. Zu Beginn weiß aber auch Amanda noch gar nichts über ihr familiäres Erbe und das damit verbundene Schicksal.
Aus unserer Sicht ist sie einfach ein ganz normales, cooles Mädchen, das an ihrer neuen Schule eher eine Außenseiterin ist. Zum Glück lernt sie dort gleich zu Beginn Eric kennen, der sehr nett und hilfsbereit ist und sich mit ihr in das Abenteuer stürzt.
Es wird bei diesem sogar ein kleines bisschen fantastisch. Amanda hat nämlich besondere Fähigkeiten, die sich erst seit ihrem 12. Geburtstag zeigen, und auch das Haus und der Butler verbergen noch einige Geheimnisse.
Besonders gut gefallen haben uns dazu auch die ganzseitigen Bilder, in denen der Fokus stark auf den Hauptfiguren und der Villa der Familie Black liegt. So kriegt man einen guten ersten Eindruck von allen und kann sich auch die Umgebung gut vorstellen.
Das Buch liest sich sehr schnell und die Geschichte schreitet rasch voran. Es gibt einige actionreiche Szenen und viele Geheimnisse um das Anwesen der Familie Black, Amandas Herkunft und natürlich den ersten Auftrag, die es zu lüften gilt.
Dabei ist in diesem ersten Band leider nicht viel Zeit für eine Entwicklung der Charaktere und ihre Hintergründe. Da die Geschichte aber als längere Buchreihe konzipiert ist, bleibt dafür in den kommenden Bänden bestimmt mehr Raum.
Als Auftakt für eine Schatzjäger-Reihe für Kinder ab ca. 9 Jahren ist das Buch sehr gelungen. Es werden einige erste Rätsel gelöst, es bleiben noch viele Fragen offen. Wir sind schon gespannt, welche magischen Schätze Amanda noch bergen muss und ob die Geheimnisse über ihre Familie gelüftet werden können.

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