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Veröffentlicht am 15.09.2016

Geheimnisvolle Familiengeschichte mit besonderer Atmosphäre

Im Spiegel ferner Tage
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Kate Riordan erzählt in diesem Buch die Geschichten von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten.
Da ist die junge Alice, die ungewollt schwanger wird. Alice Geschichte spielt in den Jahren 1932/33 mit ...

Kate Riordan erzählt in diesem Buch die Geschichten von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten.
Da ist die junge Alice, die ungewollt schwanger wird. Alice Geschichte spielt in den Jahren 1932/33 mit einem Zeitsprung bis in das Jahr 1936. In dieser Zeit galt es noch als "Schande" unverheiratet ein Kind zu bekommen, daher plant Alices Mutter ihren weiteren Weg und schickt sie auf ein einsames altes Gut. Die dortige Haushälterin Mrs. Jelphs ist eine alte Freundin von Alices Mutter und soll sich um Alice kümmern. Noch vor ihrer Abreise informiert sich Alice in einem alten Buch über das Anwesen Fiercombe Manor und entdeckt ein Bild der ehemaligen Gutsherrin Elizabeth.
Auf der zweiten Zeitebee im Jahr 1898 erleben wir dann Elizabeths Geschichte. Deren vorrangige Aufgabe zur damaligen Zeit war es, dem Haushalt vorzustehen, an der Seite ihres Mannes zu repräsentieren und vor allem einen gesunden männlichen Erben auf die Welt zu bringen.
Nachdem Elizabeth nach der Geburt der Tochter Isabel bei ihrer zweiten Schwangerschaft eine Fehlgeburt hatte und danach an Depressionen litt, ist sie nun erneut schwanger.

Der Autorin ist es gut gelungen, die jeweiligen Emotionen und Gedanken der beiden Frauen darzustellen.
Denn beide plagen sich in ihrer Schwangerschaft mit Ängsten herum. Alice macht sich Sorgen, wie es nach der Geburt ihres Kindes weiter gehen wird, denn ihre Mutter, die sehr hartherzig und kalt wirkt, hat wohl schon Pläne gemacht und entschieden, was mit Alice und dem Kind geschehen soll.
Elizabeth dagegen plagt sich mit der Angst erneut eine Tochter statt des erhofften Sohnes zu bekommen oder wieder eine Fehlgeburt zu erleiden und möglicherweise erneut in Depressionen zu verfallen.

Elizabeths Geschichte hat mich anfangs mehr gefesselt als Alices. Elizabeth musste viele traurige und auch tragische Momente erleben. Es wird sehr deutlich, welche Rolle die Frauen in der Gesellschaft in der damaligen Zeit spielten. Das hat mich schon ziemlich berührt, besonders weil man es sich heutzutage kaum noch vorstellen kann.
Alices Geschichte verläuft anfangs recht ereignislos und ruhig. Je mehr sich Alice mit der Geschichte von Fiercombe Manor und seiner ehemaligen Herrin Elizabeth auseinandersetzt und nachforscht, beginnt der Spannungsbogen deutlich zu steigen.
Sie findet zufällig ein altes Tagebuch von Elizabeth und während sie es liest enthüllt sich nach und nach Elizabeths Geschichte.
Ich habe mich nicht nur gefragt, welches Schicksal sie letztendlich erleiden musste sondern auch, ob es für Alice ein glückliches oder eher ein trauriges Ende geben wird.

In einem bildhaften Schreibstil beschreibt die Autorin nicht nur das einsame Tal, in dem Fiercombe Manor liegt, mit all seinen Schönheiten sondern auch das alte Herrenhaus mit all seinen Geheimnissen.
Sie schafft stellenweise eine recht unheimliche manchmal sogar gruselige Atmosphäre, lässt aber ihren Lesern Interpretationsspielraum, ob es in dem alten Gemäuer vielleicht spukt oder es eine andere Erklärung für verschiedene Vorkommnisse gibt.

Die beiden Protagonistinnen Alice und Elizabeth sind gut ausgearbeitete Figuren, facettenreich und lebendig.
Gut gefallen hat mir auch die Figur der Haushälterin Mrs. Jelphs, die bereits zu Elizabeths Zeit im Haushalt war und sich jetzt um Alice sorgt und kümmert.
Anfangs wirkte sie etwas verschlossen und kühl auf mich, wofür es im Verlauf des Buches eine Erklärung gibt.
Sie macht auch immer wieder geheimnisvolle Andeutungen und scheint das Geheimnis zu kennen.

Die Geschichten der beiden Frauen werden im Wechsel erzählt, was dazu beigetragen hat, dass mich das Buch nach ein paar Anlaufschwierigkeiten doch in seinen Bann gezogen hat.
Alle Fragen zu Elizabeths Schicksal klären sich und auch Alices Geschichte findet ein versöhnliches Ende, das mir jedoch ein bisschen zu kurz kam.
Allerdings hat die Autorin da noch eine Überraschung für ihre Leser parat.

Insgesamt bietet diese geheimnisvolle Familiengeschichte durch ihre besondere Atmosphäre und die Thematik gute und fesselnde Unterhaltung!


Fazit: 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gute und spannende Unterhaltung

Und draußen stirbt ein Vogel
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In ihrem neuen Psychothriller ist die Protagonistin Rina Kramer eine Krimi-Autorin, die es mit einem Stalker zu tun bekommt.
Schon das Thema hat mich neugierig gemacht, denn wer mag sich in eine fiktive ...

In ihrem neuen Psychothriller ist die Protagonistin Rina Kramer eine Krimi-Autorin, die es mit einem Stalker zu tun bekommt.
Schon das Thema hat mich neugierig gemacht, denn wer mag sich in eine fiktive erfolgreiche Autorin besser hinein denken können als eine reale Autorin.
Die Story beginnt mit der im Klappentext erwähnten Lesung und wir lernen neben der Autorin Rina Kramer auch Manuel Gelting kennen und bekommen gleich einen ersten Eindruck von ihm.
Als er dann herausfindet, dass Rina sich mit ihrer Familie in ihr Haus in der Toskana zurückzieht, folgt er ihr, findet ihren Wohnsitz heraus und mietet sich in ihrem Gästehaus ein.
Je besser man Manuel kennenlernt desto klarer wird, was für ein kranker Psychopath er doch ist.
Sabine Thiesler bietet viele Einblicke in seine Gedankengänge und Verhaltensweisen, die deutlich machen, wie er sich immer mehr in seine Vorstellungen und Phantasien hineinsteigert. So entwickelt er sich zu einem recht unheimlichen und unberechenbaren Charakter.
Rina dagegen ist eine recht sympathische Protagonistin. Allerdings erweckte sie den Eindruck, ein bisschen "blauäugig" zu sein. Offenbar lebt sie mehr in ihren fiktiven Geschichten und Welten, die sie für ihre Bücher erfindet, als in der wirklichen Welt.
Sie geht Konfrontationen und Ärger aus dem Weg, wo sie nur kann und verliert vielleicht ein bisschen den Blick für die Dinge, die um sie herum geschehen.
Dann gibt es noch eine Menge Nebenfiguren wie Rinas Mann Eckart, ihren Sohn Fabian, Rinas Mutter Martha, Pater Johannes und Primetta, eine ältere Dorfbewohnerin. Und natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit dem Dorfpolizisten Neri, der schon in früheren Büchern von Sabine Thiesler eine Rolle spielte. Leider fehlen diesmal die oft so amüsanten Szenen mit seiner Familie. All diese Nebenfiguren haben ihre Nebenschauplätze und tragen ihren Teil zum Gesamtbild bei bzw. werden an gewissen Stellen wichtig. Sabine Thiesler gelingt es gut, die Figuren an den richtigen Stellen nach und nach einzuführen, so dass sich ein rundes Bild ergibt und keine Verwirrung entsteht.

Wie auch schon in früheren Büchern spielt sich der größte Teil der Geschichte in der Toskana ab. Man merkt an den Beschreibungen, dass Sabine Thiesler diese Gegend sehr mag und gut kennt.
Während der Schauplatz Toskana eigentlich ein schönes Urlaubs- und Sommerfeeling vermittelt, hat die gesamte Atmosphäre des Buches aber von Anfang an knisternd und bedrohlich auf mich gewirkt.

Sabine Thiesler hat es mit ihrem mitreißenden Schreibstil geschafft, mich von Beginn an zu fesseln. Die Spannung war zumindest unterschwellig auch ständig vorhanden, ist aber zwischendurch immer wieder mal abgeflacht. Insgesamt hat es mir zu lange gedauert, bis etwas passierte und Manuel seine Pläne in die Tat umgesetzt hat. Zwischendurch gab es viele andere Handlungsfäden, die leider teilweise nicht schlüssig beendet bzw. aufgelöst wurden.
Der Showdown war spektakulär, aber das Ende kam dann ziemlich abrupt. Allerdings hat mich dieser Ausgang überrascht, denn der war so nicht vorhersehbar.
Und mit dem letzten Kapitel setzt die Autorin einen eindrucksvollen Schlusspunkt, der mich noch einmal atem- und sprachlos gemacht hat.

Dieser Psychothriller hat trotz ein paar Längen viel zu bieten: Spannung, Nervenkitzel, Überraschungen, menschliche Abgründe und eine schöne Kulisse.
Gute und spannende Unterhaltung à la Sabine Thiesler!


Fazit: 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 15.09.2016

Geheimnisvolle Familiengeschichte

Das Haus bei den fünf Weiden
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Auch in ihrem vierten Roman hat die Autorin ein Geheimnis der Vergangenheit zum Thema gemacht und die Geschichte wieder in Irland angesiedelt.
Sie erzählt die Geschichte von Hannah in der Gegenwart und ...

Auch in ihrem vierten Roman hat die Autorin ein Geheimnis der Vergangenheit zum Thema gemacht und die Geschichte wieder in Irland angesiedelt.
Sie erzählt die Geschichte von Hannah in der Gegenwart und von Dr. Thomas Oliver in der Vergangenheit.
Hannah, die Rechtsanwältin ist, hat ihren Job verloren, weil sie ihrem Gewissen gefolgt ist, sich gegen ihren Arbeitgeber gestellt und einen Skandal öffentlich gemacht hat. Im Auftrag ihrer Mutter, die Antiquitätenhändlerin ist, soll sie nun den Nachlass des kürzlich in hohem Alter verstorbenen Thomas Oliver sichten. Es gibt ein großes altes Haus voller Bücher und Papiere und einigen antiken Möbeln. Was wird Hannah wohl entdecken?
Im zweiten Handlungsstrang geht es um Thomas, aus dessen Sicht dieser Teil auch erzählt wird.
Anfangs hatte ich den Eindruck, dass es sich um ein Tagebuch handeln könnte. Später wird aber eine unbekannte Person direkt angesprochen, so dass es sich eher um einen langen Brief handelt.
Thomas Geschichte beginnt zu der Zeit, als er kurz vor der Vollendung seines Medizinstudiums stand und bei einem Besuch in seinem Elternhaus Sara kennenlernt. Sara soll die Liebe seines Lebens werden.

So wie sich Hannah sehr langsam durch den Nachlass von Thomas arbeitet, unzählige Akten und Papiere liest und immer ein bisschen mehr über ihn erfährt, erzählt Thomas im zweiten Handlungsstrang Stück für Stück seine Geschichte.
Aber der Leser erfährt nicht nur Thomas Schicksal sondern auch viel über die politische Situation in Irland zu der damaligen Zeit.
Thomas Geschichte hat mich mehr gefesselt und begeistert als Hannahs aktuelle Erlebnisse.
Hannah blieb ein bisschen farblos und auch ihre Emotionen, als sie plötzlich von ihrem ehemaligen Arbeitgeber unter Druck gesetzt und sogar verklagt werden soll, kamen nur ziemlich schwach bei mir an.
Thomas dagegen ist ein gut gezeichneter und charakterisierter Protagonist.
Seine Gefühle und Entscheidungen sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Mit ihm konnte ich mitfühlen und mitfiebern, wie die Geschichte für ihn enden würde.
Dennoch hat mich das Buch gefesselt, wozu die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen beigetragen hat.
Und natürlich die Frage, was Hannah im Nachlass von Thomas entdecken wird und welche Auswirkungen das in der Gegenwart hat.
Je mehr sich die beiden Handlungsstränge annähern und miteinander verknüpfen, desto mehr steigt die Spannung. Ich bekam eine Ahnung, welche Personen in der Gegenwart eine Rolle spielen bzw. betroffen sein könnten.
Aber auch hier hat mich die Autorin überrascht und klärt alles erst am Ende auf.
Das Ende war für meinen Geschmack dann ein bisschen zu knapp.
Ich hätte gerne noch ein bisschen mehr erfahren, wie es mit Hannahs persönlicher Geschichte und dem Erbe von Thomas Oliver weiter geht .

Liz Balfours Roman erzählt eine geheimnisvolle Geschichte über eine Familie, Verrat und Liebe, die sich über mehrere Generationen erstreckt.
Gelungen war die Verknüpfung der fiktiven Geschichte mit realen historischen Hintergründen der irischen Vergangenheit.
Diese Mischung hat mich in fesselnden Lesestunden gut unterhalten.



Fazit: 4 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 17.02.2025

Nette Geschichte über einen Neuanfang einer Frau in den besten Jahren

Zwischen Ende und Anfang
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Lila ist Autorin und ihr Beziehungsratgeber zum Thema glückliche Beziehungen ist sehr erfolgreich. Genau zu dieser Zeit verlässt sie ihr Mann wegen einer anderen Frau, die auch noch ein Kind von ihm erwartet. ...

Lila ist Autorin und ihr Beziehungsratgeber zum Thema glückliche Beziehungen ist sehr erfolgreich. Genau zu dieser Zeit verlässt sie ihr Mann wegen einer anderen Frau, die auch noch ein Kind von ihm erwartet. Das stürzt sie nicht nur in eine Krise sondern auch in eine Schreibblockade, denn für das neue Buch ist noch nichts geschrieben und auch ein Konzept gibt es noch nicht.
Dazu kommt, dass seit dem Tod ihrer Mutter der Stiefvater Bill mehr oder weniger bei ihr eingezogen ist und Lila bringt es auch nicht übers Herz, ihn wegzuschicken.
Ihre beiden Töchter leiden ebenfalls sehr. Die ältere Tochter ist in der Pubertät und spricht kaum mit ihr und die jüngere Tochter wird von der Sorge getrieben, noch jemanden zu verlieren.
Dann steht auch noch plötzlich ihr leiblicher Vater Gene vor der Tür und will bei ihr unterschlüpfen. Der frühere Fernsehstar hat sich viele Jahre nicht blicken lassen, kam noch nicht mal zur Beerdigung der Mutter, erwartet aber jetzt Unterstützung und Unterkunft.

Gleich zu Beginn der Geschichte steckt man mitten in Lilas Leben und erlebt ihren aktuellen Alltag. Die Grundstimmung fand ich anfangs sehr depressiv. Lila tut sich selbst leid, da sie ja verlassen wurde und ihr Leben aktuell nicht einfach ist. Vielleicht hat sie auch in gewisser Weise resigniert, denn sie lässt sich etwas gehen und von Bill das Leben organisieren. Dieser kocht und zwingt der Familie gesundes Essen auf, das eigentlich niemand mag, organisiert fast militärisch korrekt den Haushalt, sorgt für Sauberkeit und Ordnung nach bestimmten Regeln.
Das war schon das erste, das mich gestört hat.
Das war sehr nervig beschrieben, die beiden Töchter leiden darunter doch Lila unternimmt nichts. Sie lässt alles geschehen und es gibt keinerlei Widerspruch. Auch wenn der Stiefvater ebenso wie sie selbst um die Mutter trauert, ist es immer noch Lilas Haushalt, in dem sie eigentlich die Regeln bestimmen sollte.

Genau so wird die Situation als der leibliche Vater vor der Tür steht. Auch hier lässt Lila sich überrumpeln und regelrecht von ihm ausnutzen, obwohl ihre finanzielle Situation auch nicht rosig ist. Da sie für ihr neues Buch noch kein Konzept erstellt hat, kann ihre Agentin beim Verlag auch noch keinen Vorschuss verhandeln.
Immerhin schafft es Gene einen guten Kontakt zu seinen Enkeltöchtern herzustellen und hilft den beiden Mädchen, mit den Veränderungen klar zu kommen. Besonders die ältere Tochter, die sich plötzlich mit Mobbing an ihrer Schule auseinandersetzen muss, kann von seinen Ratschlägen profitieren. Das war wirklich schön beschrieben und die Entwicklung der beiden Mädchen im Verlauf der Geschichte hat mir gut gefallen.

Meine größte Kritik bezieht sich auf die Hauptfigur Lila. Die ist der Autorin aus meiner Sicht nicht so gut gelungen.
Lila ist vielfältigen Emotionen ausgesetzt, die durch ihre Situation entstehen. Sie findet zwar Unterstützung durch ihre Freundin, beruflich durch ihre Agentin und sie lernt auch tatsächlich gleich zwei neue Männer kennen. Dazu Vater und Stiefvater und die beiden Töchter. Sie ist eigentlich völlig überfordert aber ihre Gefühle und Sorgen sind nicht richtig bei mir angekommen. Das kann Jojo Moyes wirklich besser, wie sie schon oft in anderen Romanen gezeigt hat. Lila bleibt wirklich blass und hat mich mit ihren manchmal auch falschen Entscheidungen auch etwas genervt.
Dennoch gibt es dann irgendwann positive Entwicklungen und Möglichkeiten zu einem guten Neustart werden erkennbar.

Die Geschichte ist insgesamt ein warmherziger Roman mit manchmal auch klugen Lebensweisheiten und Hoffnung auf einen Neuanfang. Gewürzt mit einer Prise Humor erzählt Jojo Moyes eigentlich eher eine Familiengeschichte, deren Hauptfigur mich nicht ganz überzeugen konnte. Dennoch wurde ich gut unterhalten durch wechselnde Perspektiven, viele Ereignisse und auch nachdenklichen Themen!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 30.01.2025

Dramatischer Roman mit interessantem Plot aber wenig Spannung

Die Besucherin
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Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den ...

Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den beiden das Geld eher knapp ist. Deshalb gewährt Linda ihnen die Unterkunft in ihrem Haus, um zu helfen.
Lindas beste Freundin Carol leidet an Demenz und wurde von ihrem Ehemann in einer dafür spezialisierten Pflegeeinrichtung untergebracht. Linda besucht Carol jede Woche und ist erschüttert über den ständig wachsenden Verfall. Bei einem ihrer Besuche lernt Linda die Mitpatientin Jenny Cooper kennen, die schon über 90 Jahre alt ist und ebenfalls an Demenz leidet. Die beiden unterhalten sich und Jenny gesteht Linda, dass sie schon mehrere Menschen getötet hat. Lindas Neugier ist geweckt und sie beginnt sich umzuhören und versucht mehr darüber herauszufinden, ob Jenny die Wahrheit sagen könnte. Ein weiterer Mitpatient stirbt plötzlich völlig unerwartet. Hat Jenny ihre Finger im Spiel? Ist auch Carol in Gefahr?

Das Buch wird, sicherlich bewusst, nicht als Krimi oder Thriller bezeichnet sondern als Roman. Aber aufgrund des Klappentextes hatte ich wirklich mehr Spannung erwartet.
Es war interessant zu lesen, wie Linda ihre Besuche in der Pflegeeinrichtung gestaltet und sich dort auch oft mit Jenny unterhält. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass sie mehr wegen Jenny dorthin fährt und nicht, um ihre Freundin Carol zu besuchen.
Sie wird regelrecht süchtig nach den Besuchen bei Jenny und den Gesprächen, die die beiden führen.
Die zogen sich dann irgendwann sehr hin, denn sie verlaufen oft gleichartig. Jenny erzählt häufig dieselben Dinge, erinnert sich manchmal an etwas, am nächsten Tag dann wieder nicht. Ob Jenny als typische Demenz-Kranke dargestellt wird oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Aber die Wiederholungen langweilten dann irgendwann doch etwas.
Mit der Zeit findet Linda einiges heraus, warum und wie Jenny die Menschen angeblich getötet hat. Die einzige Spannung war dann tatsächlich, ob sich irgendwann herausstellt, ob Jenny die Wahrheit sagt oder nicht.

Bei Linda zu Hause spitzt sich die Lage dann irgendwann auch zu. Linda sorgt sich natürlich um ihre Tochter und misstraut ihrem Schwiegersohn, der sich mehr mit anderen Dingen und evtl. auch anderen Frauen zu beschäftigen scheint, als mit dem Aufbau seiner Firma. Dann kommt auch noch häusliche Gewalt ins Spiel.

Am Ende gibt es dann aber noch einen Paukenschlag, einen Plottwist, der eigentlich eine logische Folge der ganzen Geschichte ist und den man vielleicht erwarten durfte. Dennoch hat mir diese Ausarbeitung gefallen.

Die Protagonisten hat Joy Fielding gut gezeichnet. Besonders Linda hat mir gefallen, denn ihre „Sucht“ nach Gesprächen mit Jenny ist gut bei mir angekommen. Ob die Demenz-Erkrankung bei Jenny und auch bei Carol realistisch dargestellt ist, kann ich wirklich nicht beurteilen, da ich keine Menschen kenne, die dement sind.
Aber insgesamt hat mich Joy Fielding mit diesem Buch etwas enttäuscht. Mir hat der Kick gefehlt, die unterschwellige, ständig vorhandene psychologische Spannung und auch der letzte Kick oder der „Whow-Effekt“. Das kann die Autorin meiner Meinung nach besser.

„Die Besucherin“ ist ein eher dramatischer Roman mit interessantem Plot aber leider wenig Spannung, der aber dennoch unterhalten kann!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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