Langatmig und belanglos
In einem ZugKnapp 4 Stunden dauert eine Zugfahrt von Wien nach München und so lange braucht man auch ungefähr, um „In einem Zug“ von Daniel Glattauer zu lesen.
In einem Zug von Wien nach München, sitzt Eduard Brünhofer, ...
Knapp 4 Stunden dauert eine Zugfahrt von Wien nach München und so lange braucht man auch ungefähr, um „In einem Zug“ von Daniel Glattauer zu lesen.
In einem Zug von Wien nach München, sitzt Eduard Brünhofer, alternder und einst erfolgreicher Autor von Liebesromanen, der aber schon lange kein neues Buch mehr veröffentlicht hat. Eigentlich will er seine Ruhe haben, aber mit ihm im Zugabteil sitzt Catrin Meyr, eine Frau „frühen, mittleren" Alters, die das Gespräch mit ihm sucht und nicht locker lässt. Und so besteht das Buch überwiegend aus einem Dialog zwischen Eduard und Catrin, der sich um die Liebe dreht. Er soll ihr die Liebe erklären, die Liebe in seinen Büchern, die Liebe in seinem Leben, das Geheimnis einer glücklichen bzw. langen Beziehung/Ehe.
Der Roman beginnt recht vielversprechend, die Dialoge sind amüsant, humorvoll, Ironie und Satire blitzen durch. Aber nach der Hälfte des Buches wurde es so langatmig, belanglos und oberflächlich, da half auch der brillante Erzählstil nicht mehr. Ich habe nur bis zum Ende durchgehalten in der Hoffnung, dass da vielleicht doch noch etwas kommt und weil ich die Lesestimme von Christian Berkel schätze. Aber auch das Ende des Romans war irgendwann vorhersehbar und wirkte auf mich recht konstruiert.
Insgesamt fand ich „In einem Zug“ eher flach, ohne Tiefgang und Spannung. Es war mein erster Glattauer und wird wohl auch der letzte sein. Aber echte Glattauer-Fans werden es mögen und ich bin mir sicher, dass dieses Buch seine Leserschaft findet, nur für mich war es nichts.