Zwischen Schuld und Vergessen: Ein Thriller voller Überraschungen
Der zweite Band von Alice Hunter, Die Tochter des Serienkillers, erzählt die fesselnde Geschichte von Jenny, die ein scheinbar gewöhnliches Leben mit ihrem Mann Mark und ihren zwei Kindern in einem ruhigen ...
Der zweite Band von Alice Hunter, Die Tochter des Serienkillers, erzählt die fesselnde Geschichte von Jenny, die ein scheinbar gewöhnliches Leben mit ihrem Mann Mark und ihren zwei Kindern in einem ruhigen Vorort von Denver führt. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner betreibt sie eine gut laufende Tierarztpraxis und genießt die Normalität ihres Daseins. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine düstere Realität: Vor ihrer Haustür häufen sich Tierkadaver und Jenny hat regelmäßig Blackouts, während derer sie keinerlei Erinnerung an ihre Handlungen hat. Als Olivia, eine Bewohnerin des Ortes und Marks ehemalige Affäre, nach einem Kneipenbesuch spurlos verschwindet, wächst in Jenny der Verdacht, dass sie selbst für das Verschwinden verantwortlich sein könnte. Sie fragt sich, ob ihre Vergangenheit ans Licht gekommen ist – die Vergangenheit, die sie als Tochter eines berüchtigten Serienmörders ausweist.
Die Geschichte beginnt mit einem eindrucksvollen Cliffhanger und zieht den Leser unmittelbar ins Geschehen. Im Verlauf der Handlung wird Jennys bewegte Vergangenheit offengelegt, die ihre Gegenwart prägt. Geheimnisse und Intrigen dominieren die Erzählung, da jede Figur etwas zu verbergen scheint. Jenny gerät zunehmend in Selbstzweifel und wird von der Angst getrieben, während ihrer Blackouts möglicherweise schwere Fehler begangen zu haben. Als Mark ihr Vertrauen in sie immer mehr verliert, nimmt sie die Ermittlungen um Olivias Verschwinden selbst in die Hand.
Alice Hunters Schreibstil ist, wie bereits im ersten Band, äußerst fesselnd und flüssig, wodurch die Seiten förmlich dahinfliegen. Die Spannung bleibt durchgehend erhalten, und der Leser fiebert mit Jenny mit, während er ihre bewegende Kindheit und deren Verbindung zu ihren Blackouts näher kennenlernen möchte. Trotz der insgesamt gelungenen Handlung wirken einige Ereignisse und Charaktere etwas unterentwickelt, was das Potential für stärkere Akzente mindert. Insbesondere die Ehe zwischen Jenny und Mark erscheint an manchen Stellen unverständlich oder unlogisch. Dennoch übertrifft dieser Band in vielerlei Hinsicht den ersten Teil, und die Fortsetzung "Die Schwester des Serienkillers" verspricht eine ebenso gute Lektüre.