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Veröffentlicht am 09.04.2021

Manchmal muss man schlechte Erfahrungen machen, um das, was man hat wieder schätzen zu können...

Lavendeltage in der Auberge de Lilly
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Helen ist sauer, denn ihr Freund Leo hat sie mit einer Reise überrascht. Eigentlich wollten sie ans Meer, doch leider bleibt der Helen so verhasste VW T2 mitten in der Provence stehen und lässt sich so ...

Helen ist sauer, denn ihr Freund Leo hat sie mit einer Reise überrascht. Eigentlich wollten sie ans Meer, doch leider bleibt der Helen so verhasste VW T2 mitten in der Provence stehen und lässt sich so schnell nicht mehr reparieren. Wäre sie in Urlaubsstimmung, wäre alles vielleicht gar nicht so schlimm. Doch Helen muss in etwas mehr als einer Woche eine wichtige Präsentation halten, die über ihre Zukunft entscheidet. Seit Wochen tut sie nichts anderes mehr, als sich darauf vorzubereiten, Kalkulationen zu machen und am Laptop zu sitzen. Leo hat eine andere Sicht auf die Dinge, deshalb hat er sie zu dieser Reise überredet, denn er möchte sie etwas ablenken und ihr eine schöne Zeit machen. Doch Helen kann sich nicht entspannen, erst als sie zufällig mit dem Fahrrad an einem Lavendelladen vorbeikommt, der geschlossen hat, beginnt sie genauer nachzudenken und zu hinterfragen, ob sie glücklich ist, mit dem, was sie tut.

Marion Stieglitz beschreibt die Provence so wunderschön, dass es sich wie eine Reise in diese malerische Landschaft anfühlt. Auch ihre Charaktere sind allesamt sympathisch. Besonders gelungen ist ihr die Begegnung mit den Personen aus ihrem ersten Roman "Das kleine Hotel in der Provence". Jedoch wird kein Hintergrundwissen vorausgesetzt, weshalb die beiden Bücher auch problemlos getrennt voneinander gelesen werden können.

Mir hat dieser zweite Roman noch etwas besser wie der erste gefallen. Gerade Helens Situation war gar nicht so einfach und hat mich in ihren Bann gezogen. Auch mein Fernweh konnte etwas gestillt werden, allerdings würde ich nun gerne einmal die Provence mit eigenen Augen sehen und die intensiven Gerüche in mich aufnehmen.

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Viel Wissen von tollen Sprechern vermittelt!

GEOLINO MINI: Alles über Pferde und Ponys
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In diesem zweiten Teil der Hörspielreihe von GEOlino mini geht es rund um Pferde und Ponys. Die drei Freunde Georg, Mo und Belle erleben gemeinsam mit Ralph Caspers viele Abenteuer mit Pferden und lassen ...

In diesem zweiten Teil der Hörspielreihe von GEOlino mini geht es rund um Pferde und Ponys. Die drei Freunde Georg, Mo und Belle erleben gemeinsam mit Ralph Caspers viele Abenteuer mit Pferden und lassen den Zuhörer live dabei sein. Der Beginn der Geschichte ist wie auch beim ersten Teil wieder auf einer Wiese. Doch plötzlich bebt die Erde und mit der Zeit kann man viele rennende Pferde erkennen, da hilft nur die Flucht. Gemeinsam schaffen es die vier Freunde vor den wilden Pferden zu entkommen. Doch wie ist das eigentlich mit diesen Tieren, wozu kann man sie gebrauchen, welche Aufgaben können sie erfüllen, wie ist der Tag auf einem Reiterhof... Diese ganzen Fragen werden im Lauf des Hörpsiels kindgerecht beantwortet.

Den Autoren ist hier wieder ein perfektes und wissensvermittelndes Hörspiel gelungen. Die Sprache ist perfekt auf das Vorschulalter abgestimmt, aber auch Erwachsene können gut zuhören.

Ralph Caspers hat einfach eine tolle Stimme und man hört ihm gerne zu. Auch die Sprecher der drei Insekten sind sehr gut gewählt. Gemeinsam machen sie das Hörspiel einzigartig.

Ich habe die CD das erste Mal gemeinsam mit meinen Kindern angehört und muss sagen, dass auch ich als Mutter gebannt zugehört habe. Die Geschichte ist so interessant gestaltet, dass man immer weiter zuhört. Auch meine beiden Kinder waren begeistert und haben das Hörspiel mittlerweile schon öfter gehört. Wir alle sind große Fans dieser GEOlino mini-Reihe und können sie jedem nur weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 07.04.2021

"Loslassen und neu anfangen gehen oft Hand in Hand."

Das kleine Hotel in der Provence
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Lilly ist eine erfolgreiche Hochzeitsfotografin, die für ihren Freund Jan extra aus dem Schwarzwald nach Rostock gezogen ist. Sie liebt ihn sehr und hat für ihn ein Überraschungspicknick zum einjährigen ...

Lilly ist eine erfolgreiche Hochzeitsfotografin, die für ihren Freund Jan extra aus dem Schwarzwald nach Rostock gezogen ist. Sie liebt ihn sehr und hat für ihn ein Überraschungspicknick zum einjährigen Jubiläum vorbereitet. Doch dann wird aus einem romantischen Picknick am Strand eine Trennung, denn Jan hat eine neue Frau kennengelernt. Lilly ist tieftraurig und merkt, dass sie die viele Romantik bei den Hochzeiten und den vielen Paaren nicht mehr erträgt. Weil sie die Schnauze voll hat von Männern, beschließt sie, ihren schon lange vorhandenen Traum eines eigenen Hotels zu erfüllen. Die Provence scheint ihr perfekt für dieses Vorhaben, denn sie liebt die Sonne und die Landschaft, außerdem lebt ihre Cousine Valeska dort und verspricht ihr ihre Hilfe. So sucht sie von Deutschland aus ein passendes Hotel und wird in Pivette fündig. So schnell wie möglich bereitet sie die Auswanderung vor und hat durch Valeska eine großartige Unterstützerin an ihrer Seite.

Marion Stieglitz schreibt sehr schön. Die Kulisse dieses Romanes ist wunderschön und durch die bildhafte Sprache der Autorin noch eindrucksvoller. Auch die Einteilung in kurze Kapitel passt sehr gut, denn so sind größere Zeitsprünge möglich, ohne den Leser unnötig zu verwirren. Die Protagonisten sind allesamt sympathisch, wenn auch Lilly, für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr aus dem Bauch heraus agiert.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn es konnte mein Fernweh stillen und hat mich in die traumhaft schöne Provence versetzt.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Eine wunderschöne Geschichte, die den Kindern die Angst vor der Dunkelheit nimmt

Deine Schutzengel - Hab keine Angst, wenn’s dunkel ist
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Ben ist mit seinen Eltern von einer kleinen Wohnung in der Stadt in ein großes Haus auf dem Land gezogen. Dort hat er ein eigenes ganz großes Zimmer, wo er sogar seine Modelleisenbahn riesengroß aufbauen ...

Ben ist mit seinen Eltern von einer kleinen Wohnung in der Stadt in ein großes Haus auf dem Land gezogen. Dort hat er ein eigenes ganz großes Zimmer, wo er sogar seine Modelleisenbahn riesengroß aufbauen kann. Doch in der ersten Nacht sieht er diese unheimlichen, leuchtenden orangen Augen am Fenster und fürchtet sich ganz doll. Am nächsten Morgen will er deshalb wieder zurück in sein altes Zuhause. Doch sein Schutzengel Taluna beobachtet alles aus dem Himmel und schickt ihm den Nachbarn Bauer Bob, der ihm die Angst nehmen kann...

Lucinda Riley und ihr Sohn Harry Whittaker haben hier eine sehr einfühlende Geschichte für Kinder ab vier Jahren geschrieben. Denn sie behandeln die allseits bekannte Angst vor der Dunkelheit und der vermeindlichen Monster, die dann überall lauern. Die Sprache ist einfach und so für perfekt für das empfohlene Alter geeignet. Auch das Vorlesen macht richtig Spaß.

Maria Voigt hat das Bilderbuch wunderschön illustriert. Es ist auf den ersten Blick ersichtlich, wovor sich Ben so fürchterlich ängstigt und auch die Gefühle des kleinen Jungen werden auf den Betrachter übertragen. Die Personen und Orte sind einfach wundervoll gezeichnet.

Meine 4-jährige Tochter hat das Buch vom ersten Moment an geliebt. Auch bevor sie den Text das erste Mal vorgelesen bekam, war sie fasziniert von den Bildern. Mittlerweile haben wir das Buch schon mehrere Male vorgelesen und sie bekommt gar nicht genug davon. Bens Emotionen konnte sie sofort nachvollziehen und war auch etwas verängstigt, aber gleichzeitig neugierig, wem denn diese geheimnisvollen orangen Augen gehören....

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Kann eine Liebe auch siebzig Jahre Schweigen überdauern?

Fritz und Emma
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1947: Emma und Fritz sind am gleichen Tag 1927 zur Welt gekommen, laut einer Geschichte der Dorfbewohner sei die Hebamme auf dem Gepäckträger eines Fahrrads immer zwischen den beiden Geburten gependelt. ...

1947: Emma und Fritz sind am gleichen Tag 1927 zur Welt gekommen, laut einer Geschichte der Dorfbewohner sei die Hebamme auf dem Gepäckträger eines Fahrrads immer zwischen den beiden Geburten gependelt. Später dann sind sie beste Freunde und irgendwann kommt auch die Liebe dazu. Doch Fritz muss in den Krieg und gerät auch noch in Gefangenschaft. Als er dann endlich wieder in sein Heimatdorf Oberkirchbach zurückkommt, wartet Emma immer noch auf ihn, denn sie hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass er irgendwann zurückkehrt. Aber für Fritz hat sich vieles verändert, denn er musste so viel Schreckliches erleben und war doch erst zwanzig Jahre alt. Nur seine Liebe zu Emma, die hat ihn am Leben gehalten...

2019: Der Pfarrer Jakob kommt mit seiner Frau Marie in das kleine pfälzische Dorf Oberkirchbach. Doch Marie fühlt sich einsam, die Kirche ist kaum besucht und auch so ist alles in diesem Ort eingeschlafen. Als sie vom anstehenden 750. Geburtstag des Dorfes erfahren, erscheint ihnen alles etwas zu ungeplant und alle sind so ratlos, denn es existiert leider nicht mehr so eine funktionierende Dorfgemeinschaft, wie es sie vor vielen Jahren einmal gab. Aber Marie merkt mit der Zeit immer mehr, dass es sich lohnt, dieses Fest zu planen und so kämpft sie sich durch...

Barbara Leciejewski hatte hier eine ganz tolle Romanidee, denn das Schicksal der beiden alten Menschen ist eindrucksvoll und voller Emotionen. Aber auch Jakob ist ein ganz besonderer Charakter, der mit seiner offenen Art viel Ablehnung einfach übergeht und so hinter die Mauern der Menschen sehen kann. Die Art, wie sie den Roman aufgebaut hat, ist einfach perfekt. Das Abwechseln von Vergangenheit und Gegenwart ist sehr gelungen und schafft eine Brücke zwischen den Geschehnissen heute und den Hintergründen, die dazu geführt haben.

Ich habe es sehr genossen, dieses Buch zu lesen. Einerseits hat es mich tief berührt, wie es nur möglich ist, dass zwei Menschen, die sich doch eigentlich lieben und auch noch im gleichen Dorf leben, doch siebzig Jahre kein Wort miteinander reden und sich so gut es geht ignorieren. Andererseits war da Marie, die durch ihren Elan und ihre unendliche Kraft so viel geleistet hat, und sich dessen gar nicht bewusst war. Gerade am Ende war ich immer wieder zu Tränen gerührt und total vom Geschehen gepackt. Einfach ein rundum gelungenes Buch!

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