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MelaK

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2017

Eine Mordsjagd durch das wunderbare München

Altherrenjagd
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Zwei "Alte Herren" einer  Münchner Studentenverbindung verschwinden spurlos. Emails, die Koordinaten enthalten, sind die einzige Spur. Sanctus begibt sich auf Bitten von Dr. Engler auf die Suche. Eine ...

Zwei "Alte Herren" einer  Münchner Studentenverbindung verschwinden spurlos. Emails, die Koordinaten enthalten, sind die einzige Spur. Sanctus begibt sich auf Bitten von Dr. Engler auf die Suche. Eine beispiellose Hardcore GPS-Suche durch die charmante bayerische Hauptstadt beginnt.
Andreas Schöfl hat einen humorvollen Krimi mit Lokalkolorit geschrieben, der vor bayerischen Charme nur so sprüht.  Die Haupt- und Nebencharaktere sind echte Marken, die einem ans Herz wachsen, wie der Inder Bhupinder oder der Schwab Hanspeter. Der Sanctus hat ein bisschen was von einem Kluftinger, nur nicht so grantelnd - das macht ihn sehr sympathisch. Manche Szenen waren zum Brüllen komisch, wie zum Beispiel der Biergartenstammtisch oder die Fahrt im Ambassador durch München, die Einschübe "Irgendwo in München" dagegen, waren verstörend und beängstigend. Obwohl es der zweite Band der Bierkrimireihe ist, lässt er sich problemlos auch für sich alleine lesen.
Ich freue mich auf einen neuen Fall und vergebe gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.04.2017

Ein Bild, zwei Frauenschicksale - wunderbar erzählt

Das letzte Bild der Sara de Vos
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Sara de Vos ist eine begnadete Malerin des 17. Jahrhunderts und die erste Frau, die in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen wird. Sehr feinfühlig erzählt der Autor in einem Handlungsstrang ihr hartes ...

Sara de Vos ist eine begnadete Malerin des 17. Jahrhunderts und die erste Frau, die in die Amsterdamer Meistergilde aufgenommen wird. Sehr feinfühlig erzählt der Autor in einem Handlungsstrang ihr hartes und vom Schicksal gebeuteltes Leben. Das einzig bekannte von ihr bis dahin erhaltene Bild "Am Saum eines Waldes" befindet sich seit Jahrhunderten im Familienbesitz der Familie de Groot. 1957 wird es aus dem Schlafzimmer von Marty de Groot gestohlen. Nur durch Zufall bemerkt er den Diebstahl, denn die Kopie, durch die das Original ersetzt wurde, ist nahezu perfekt.
Er engagiert einen Privatdetektiv, der herausfindet, dass die junge Kunststudentin Ellie Shipley das Bild kopiert hat. Er engagiert und umwirbt sie, ohne sie über seine eigentliche Intention aufzuklären.
Ellie verliebt sich in den eleganten, sehr aufmerksamen und deutlich älteren de Groot. Er jedoch ist zwiegespalten, hat er doch ihren Betrug vor Augen.
Zutiefst enttäuscht bricht Ellie ihre Zelte ab und flieht nach Australien, wo sie ein neues Leben beginnt.
Im Jahr 2000 treffen Bild, Fälschung, Ellie und Marty wieder aufeinander.

In drei Handlungssträngen erzählt Dominic Smith die Lebensgeschichten von Sara und Ellie, zweier leidenschaftlicher, talentierter Frauen, die sich ihrem Schicksal stellten und am Ende Frieden damit schließen konnten.

Fesselnde, authentische Charaktere, interessante Hintergrundinformationen über das Malen in Öl, die Restaurierung, das Kopieren und die Gilden des 17. Jahrhunderts machten diesen wunderschön geschriebenen Roman zu einer spannenden Reise, die mich vom ersten bis zum letzten Augenblick gefesselt hat.

Veröffentlicht am 23.03.2017

Ein sehr gut durchdachtes Bastelbuch

Made at Home Vol. 2 - Frühjahr & Sommer
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Was mir sofort ins Auge gesprungen ist, als ich das Buch in die Hand nahm, war das praktische Format und die Gestaltung als Ringbuch. Man kann das Buch aufgeklappt vor sich hinlegen und hat beide Hände ...

Was mir sofort ins Auge gesprungen ist, als ich das Buch in die Hand nahm, war das praktische Format und die Gestaltung als Ringbuch. Man kann das Buch aufgeklappt vor sich hinlegen und hat beide Hände frei für's Basteln. Perfekt. Einfach und genial. Das würde ich mir auch mal bei Kochbüchern wünschen.
Zweiter Pluspunkt: Die übersichtliche Einteilung in Kategorien wie z.B. Ostern, Mutter- und Vatertag, Sommer u.v.m.. In jeder Kategorie gibt es dazu reichlich Platz, um eigene Ideen und Pläne und Verbesserungen einzutragen.
Das benötigte Material für die einzelnen Bastelarbeiten ist überschaubar. Oft finden ausrangierte Gegenstände eine neue Bestimmung. Auch sind die Anleitungen gut verständlich, wenn auch einiges an eigener Kreativität und Erfahrung vorausgesetzt wird. Aber genauso soll es meiner Meinung nach aus sein. Vorlagen sind im Buch reichlich vorhanden, können herausgetrennt oder kopiert werden. Zusätzlich gibt es Kopiervorlagen als Downloads.
Man merkt, dass sich die Autorinnen Laura und Tine sehr viele Gedanken zu diesem Buch gemacht haben. Toll finde ich auch die variantenreiche Auswahl an Bastelideen. Das ist in vielen anderen Bastelbüchern nicht so. Da wird häufig das immer wieder gleiche Thema in verschiedenen Ausführungen durchgekaut, nur um ein Buch voll zu bekommen.

Auch wenn mir nicht alle Bastelmöglichkeiten gefallen haben, so ist dieses Buch doch ein unglaublicher Ideenpool, in den ich immer wieder gerne springen werde. Ein großes Lob und fünf Sterne von mir.

Veröffentlicht am 23.03.2017

Etwas seltsame Mischung

Gefährliche Ernte
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Im Weinberg von Antonio Perez wird ein Toter gefunden. Antonio erleidet einen Schock und alles, was er sagt, bevor er in eine Starre verfällt, ist das Wort Creus. Kommissar Boucher informiert dessen Sohn, ...

Im Weinberg von Antonio Perez wird ein Toter gefunden. Antonio erleidet einen Schock und alles, was er sagt, bevor er in eine Starre verfällt, ist das Wort Creus. Kommissar Boucher informiert dessen Sohn, der von allen nur Perez genannt wird. Der sieht sein florierendes, nicht ganz legales Geschäft mit dem "Creus", einem Wein, den er sehr teuer an ausgewählte, reiche Kunden verkauft, in Gefahr. Kurzerhand nimmt er eigene Ermittlungen auf.
Des Weiteren gibt es da auch noch seine Expartnerin Marielle und Mutter seiner Tochter Marie-Helene, die beschlossen hat zu heiraten, was weder ihm noch Marielle gefällt.
Seine aktuelle Freundin Marianne nimmt es mit der Treue nicht ganz so genau, steht ihm aber immer zu Seite und weiß neben seinem Freund Haziem um seine Geschäfte mit dem Creus.
Nach dem Cover, dem Klappentext und dem Beginn des Krimis zu urteilen, erwartete ich einen relativ leichten, amüsanten Südfrankreichkrimi um den etwas schrägen, aber sympathischen Delikatessenschnuggler Perez.
Schnell stellte sich aber heraus, dass der Tote aus dem Weinberg in einem Umfeld von Schlepperbanden und dem Front National unterwegs war, was den Autor veranlasste, sich vor allem im mittleren Teil der Geschichte, ausgiebig und den Rahmen einer leichten Unterhaltung bei weitem sprengend, über die Flüchtlingspolitik und den Front National auszulassen. Die Diskussion darüber ist mehr als legitim, aber im Zusammenhang mit fiktiver Unterhaltungsliteratur in meinen Augen völlig fehl am Platz und für die Geschichte in diesem Umfang überhaupt nicht notwendig. Der Fortgang des Krimis kam dadurch sogar ins Híntertreffen, wurde gar fast zum Nebenschauplatz. Erst zum Ende hin nahm die eigentliche Geschichte wieder Fahrt auf und fand ein positives, fast kitschiges Ende.
Das Buch hat mich insgesamt irritiert und in der Gesamtheit wenig unterhalten.

Veröffentlicht am 23.03.2017

Nicht ohne den ersten Fall

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
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Ein junger Mann wird tot im Fließ gefunden. Er war Rumäne und Erntehelfer bei einem Gurkenbauern. Kommissarin Klaudia Wagner nimmt in diesem Umfeld ihre Untersuchungen auf. Dabei wird sie immer wieder ...

Ein junger Mann wird tot im Fließ gefunden. Er war Rumäne und Erntehelfer bei einem Gurkenbauern. Kommissarin Klaudia Wagner nimmt in diesem Umfeld ihre Untersuchungen auf. Dabei wird sie immer wieder mit Ereignissen, die mit dem ersten Fall "Spreewaldgrab" zusammenhängen, konfrontiert. Sie scheint Ermittler und Opfer zugleich gewesen zu sein und mit den traumatischen Ereignissen nicht fertig zu werden. Da ich den ersten Fall nicht gelesen habe, blieb für mich daher vieles im Unklaren. Mit ihrem Partner, der ihr für den aktuellen Fall zugeteilt wird, scheint einiges im Argen zu liegen. Und auch hier spielen die Geschehnisse im Fall "Spreewaldgrab" eine entscheidende Rolle. Klaudia Wagner ist aber nicht in der Lage, die Dinge anzusprechen, sodass das sich das Traumata durch das ganze Buch zieht und den aktuellen Fall in den Hintergrund treten lässt. Eine kurze Rückblende auf den ersten Fall hätte der Geschichte gut getan.

Trotz dieses Mankos eine spannende Geschichte, flüssig geschrieben, mit amüsanten Dialogen, authentischen Charakteren und wunderschönen Landschaftsbeschreibungen.

Ein gelungener Lokalkrimi, den ich aber nicht empfehlen möchte ohne vorheriger Lektüre des ersten Teiles.