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Veröffentlicht am 20.05.2021

Ein schönes Buch, das Mut macht

Honigherzen
1

Inhalt:

Nach einem schweren Schicksalsschlag braucht Leni dringend einen Neuanfang. Kurzerhand kauft sie einen alten, renovierungsbedürftigen Hof und zieht dort mit ihrer Tochter und ihrer Schwester ein.

Doch ...

Inhalt:

Nach einem schweren Schicksalsschlag braucht Leni dringend einen Neuanfang. Kurzerhand kauft sie einen alten, renovierungsbedürftigen Hof und zieht dort mit ihrer Tochter und ihrer Schwester ein.

Doch sie hat sich das Ganze einfacher vorgestellt, als es ist, denn das Haus weißt mehr Mängel auf, als anfangs ersichtlich und in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft ist es schwer, Fuß zu fassen.

Zum Glück eilt ihnen der gut aussehende Henry zu Hilfe und hilft den Mondtag-Frauen, sich schließlich doch noch heimisch zu fühlen. Aber der nette Tischler ruft auch Gefühle in Leni hervor, die sie schon lange in sich verschlossen hat … .

Meine Meinung:

Das Buch beginnt tatsächlich anders, als ich dachte. Nach dem Klappentext hätte ich nicht damit gerechnet, dass es so traurig und emotional anfängt. Mich hatte die Autorin damit jedoch sofort abgeholt und ich hatte gleich Mitleid mit Leni und mochte mir gar nicht vorstellen, wie es ihr geht.

Danach springt man 6 Jahre nach vorne und erlebt, wie Leni mit dem Schicksalsschlag umgegangen und wie sie ihr Leben bis dahin gestaltet hat. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie sich die Protagonistin verhalten hat. Allerdings hätte ich mich wohl nicht getraut, so einen großen Neuanfang zu starten. Umso mehr habe ich Leni bewundert, dass sie es wagt, ihre Träume schließlich doch noch wahrzumachen.

Unterstützt wird sie dabei von ihrer Schwester Juna. Die junge Frau habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist so herzlich und offen, spontan und unkompliziert. Ich fand es toll, wie in dem Buch mit ihrer Sexualität umgegangen wird und dass sie auch Lenis Tochter gegenüber damit offen umgehen. Es ist einfach etwas ganz Natürliches und genau so sollte es auch sein. Das hat Mina Teichert meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt.

Auch das Thema ADHS bei Kindern findet in dem Buch seinen Platz. Es wird die Frage aufgeworfen, ob man mit Medikamenten arbeiten sollte oder ob es auch andere Wege gibt damit umzugehen. Leni gerät in einen ziemlichen Zwiespalt, weil sie natürlich das Beste für ihre Tochter möchte und auch mit den Reaktionen der anderen Eltern und Leuten zu kämpfen hat. Ich fand es sehr schön, dass die Autorin hier aufgezeigt hat, unter welchen Druck Eltern oftmals geraten, wenn ihre Kinder „nicht normal funktionieren“. Mina Teichert geht sehr sensibel mit diesem Thema um und bringt es so ihren Lesern näher.

Aber auch der Humor in der Geschichte gefiel mir sehr gut. So ist dieses Buch trotz sehr emotionaler Momente auch etwas zum Entspannen und einfach nur genießen, wozu sicher auch das Setting beiträgt. Ich habe den renovierungsbedürftigen Hof mit all seinen zauberhaften Plätzen, der Obstwiese, dem kleinen Wäldchen und den Heidelbeersträuchern direkt vor mir gesehen und hätte mir gut vorstellen können, den Mondtag-Frauen auch einen kleinen Besuch abzustatten. Dabei hätte ich auch gerne ein wenig von den Marmeladen und Likören probiert. Das klang alles so lecker und die Namen haben mich besonders begeistert. Also ich wäre sicher Stammkunde in dem Laden.

Die Liebesgeschichte spielt eher eine Nebenrolle, denn im Vordergrund steht ganz klar das Thema Neuanfang, seinen Traum leben und den Mut finden, um aus dem alten Trott auszubrechen. Und doch hat mir die Lovestory auch ein paar Bienen in den Bauch gezaubert. Es war schön, die Protagonisten zu beobachten, wie sie sich annähern und langsam Gefühle entwickeln. Ich finde dabei hat es genau das richtige Tempo und auch das Drama, das es in so einer Geschichte immer geben muss, hat das nötige Gewicht, ohne zu nerven.

Am Ende konnte ich das Buch mit einem guten Gefühl und einem Schmunzeln im Gesicht zuschlagen, auch, wenn es mir sichtlich schwer fiel, die Mondtag-Frauen zu verlassen.

Fazit:

Dieses Buch birgt mehr, als man zu Beginn vermutet. Schon der Start ist sehr emotional und Mina Teichert spricht dabei auch einige ernste Themen an, die sie meiner Meinung nach sehr sensibel umsetzt. Die Liebesgeschichte gefiel mir auch sehr gut, aber hier steht ganz klar, der Neuanfang im Vordergrund. Dabei spricht mir die Botschaft, dass man seine Träume leben soll, sehr aus dem Herzen. Ein wirklich honigsüßes Buch.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 15.05.2021

Highfantasy ganz nach meinem Geschmack

Halbschatten
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Inhalt:

Ein uralter Vertrag vor Ewigkeiten geschlossen, soll endlich eingelöst werden. Deshalb reist ein Gesandter des Schattenvolkes zu den Menschen und fordert vom König eine Armee für seine Schlacht ...

Inhalt:

Ein uralter Vertrag vor Ewigkeiten geschlossen, soll endlich eingelöst werden. Deshalb reist ein Gesandter des Schattenvolkes zu den Menschen und fordert vom König eine Armee für seine Schlacht gegen das Licht.

Der König weigert sich, doch er hat nicht damit gerechnet, dass im Hintergrund ein anderer die Fäden zieht und sie alle verrät. Ein Verrat, der die gesamte Welt in einen Krieg stürzen könnte…. .



Meine Meinung:

Das Buch begann für mich sehr ungewöhnlich: Wir lernen Geron kennen. Einen Menschen, der seine Frau und sein Kind verloren hat und seitdem sein Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Er ertränkt seinen Kummer im Alkohol und hat eigentlich nur noch Kontakt zu seinem Bären. Wir blicken in menschliche Abgründe und zuerst war ich mir nicht sicher, welche Rolle Geron in der Geschichte spielen wird. Ein typischer Held ist er auf jeden Fall nicht.

Doch die Geschichte wird nicht nur aus Sicht von Geron erzählt. Marvin Herbst bedient sich vieler verschiedener Perspektiven, die seine Geschichte rund machen. Manche der Figuren begleiten wir nur sehr kurz, trotzdem verleihen sie der Story noch einmal mehr Tiefgang. Mich hat es auch gar nicht gestört, dass es so viele verschiedene Sichtweisen gibt und die Kapitel teilweise sehr kurz sind. Ich fand dadurch sehr gut in die Geschichte hinein, weil ich eine schöne Rundumsicht auf die Ereignisse bekam und die einzelnen Charaktere und ihre Handlungen auch besser nachvollziehen konnte.

Natürlich gibt es Charaktere, die mir sofort sympathisch waren und mit denen ich richtig mitgefühlt und mitgefiebert habe. Andererseits sind da auch Figuren, die ich überhaupt nicht leiden konnte. Was ich jedoch sehr schön fand: Der Autor lässt uns die Wahl. Es gibt nicht DEN Antagonisten oder DIE Heldin. Zwar dreht sich das Buch um Licht und Schatten, aber es wird nicht festgelegt, dass die Schatten automatisch die Bösen sind. Tatsächlich lässt sich das alles nicht so einfach einordnen.

Zu Beginn des Buches werden natürlich erst einmal die Figuren, wie bei einem Schachspiel in Position gebracht und ich hatte noch nicht so wirklich eine Ahnung, wohin das Ganze führen sollte. Aber ich liebe es, wenn sich die Fäden in Büchern langsam zusammenziehen. Und genau so ist es hier und man merkt förmlich, wie sich die Spannung immer weiter steigert, bis dann die Bombe platzt und man erfährt, wer auf welcher Seite kämpft und wohin die Reise führen soll. Ich fand das Buch wirklich von Anfang bis zum Ende total spannend und hatte keine Ahnung, wie die große Schlacht enden und welche Seite als Sieger hervorgehen würde. Ich habe so mitgefiebert, dass ich das Buch ab der Hälfte einfach nicht mehr weggelegt und bis tief in die Nacht hinein gelesen habe, weil ich unbedingt wissen musste, wie es endet. Dabei hielt der Autor so manche Überraschung für mich als Leserin bereit, die mich wirklich begeistern konnten.

Zwar ist das Buch als Einzelband geplant, aber Holly Shit, das kann doch nicht das Ende sein und überhaupt, ich brauche mehr davon. Ja, ich kann das Ende akzeptieren und so stehen lassen, aber es bleibt doch noch einiges offen, so dass ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass es noch eine Fortsetzung geben wird. Ich denke, Marvin Herbst hat sich da auf jeden Fall eine Hintertür offen gelassen.


Fazit:

Das ist ein Highfantasybuch ganz nach meinem Geschmack: Ich liebe das Tempo, die Charaktere, dass es Halbschatten gibt und alles nicht nur schwarz oder weiß ist, dass es Überraschungen und Wendungen gibt, dass es nicht die gängigen Stereotypen sind und überhaupt das ganze Buch. Deshalb wünsche ich mir (vor allem nach diesem Ende) auch unbedingt eine Fortsetzung.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Spannend

Die Nacht der Acht
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Inhalt:

Quentin läd seine Freunde in die neue Villa seiner Eltern ein, die abgelegen in den Bergen liegt. Um die Party etwas spannender zu gestalten stellen sie diese unter das Motto: Wer sich erschreckt ...

Inhalt:

Quentin läd seine Freunde in die neue Villa seiner Eltern ein, die abgelegen in den Bergen liegt. Um die Party etwas spannender zu gestalten stellen sie diese unter das Motto: Wer sich erschreckt muss trinken.

Was anfangs noch als Spaß beginnt, wird schnell zum bitteren Ernst, als der Geist einer tot geglaubten Mitschülerin auftaucht und es keinen Handyempfang mehr gibt.

Abgeschnitten von der Außenwelt läuft die Nacht bald aus dem Ruder, als einer nach dem anderen verschwindet… .

Meine Meinung:

Normalerweise hätte ich nie zu dem Buch gegriffen, denn Thriller sind so gar nicht mein Genre. Ich grusel mich viel zu schnell und bekomme dann Angst. Doch der Verlag hat eine große Aktion zum Buch veranstaltet, an der ich teilnehmen durfte, deshalb wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Die Geschichte beginnt damit, dass man die Jugendlichen erst einmal kennenlernt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas überfordert war. Es gibt so viele Charaktere, denn neben den acht Leuten aus der Clique kommen noch mehr dazu und da man nur einen kurzen Abriss von ihnen bekommt, konnte ich sie anfangs nicht so ganz zuordnen, auch, wenn der Autor versucht hat, jedem seiner Figuren eine besondere Eigenschaft mitzugeben, an der man sie erkennen sollte. Dabei bedient er sich aber auch einiger Stereotypen und verleiht den Charakteren meiner Meinung nach nicht genug Tiefgang, um richtig mit ihnen mitzufiebern.

So richtig viel Vorlauf bekommt man als Leser sowieso nicht, dann findet man sich schon auf der Party wieder. Dort geht es dann richtig los, denn jeder der acht Jugendlichen hat sich etwas ausgedacht, wie er seinen Freunden Angst einjagen könnte. Manche der Scherze fand ich tatsächlich ziemlich geschmacklos, bei anderen wäre ich wahrscheinlich vor Angst ohnmächtig geworden. Aber ich fand es wirklich sehr interessant, was sich die Jugendlichen alles haben einfallen lassen. So wird das Buch nicht nur spannend aufgrund der vielen Gänsehautmomente, sondern auch, weil so viel passiert.

Doch dann verändert sich die Geschichte und man fragt sich irgendwann, was ein Scherz von einem der Kids ist und was Wirklichkeit. Ist das alles nur Einbildung aufgrund des vielen Alkohols und der ganzen Atmosphäre oder passiert wirklich etwas Unheimliches in dem Haus am Waldrand? Teilweise hat es mich wirklich ordentlich gegruselt und ich war froh, dass ich das Buch nur am Tag gelesen habe, sonst hätte ich vielleicht auch richtig Angst bekommen (und trinken müssen :D). Dem Autor ist es auf jeden Fall gelungen mir viele Gänsehaut- und Gruselmomente zu bescheren, aber noch in einem Rahmen, in dem ich das auch für Jugendliche verträglich finde.

Tatsächlich ist man dann doch sehr schnell am Ende angekommen, da man ja doch wissen möchte, was dahintersteckt. Einen kleinen Verdacht hatte ich ehrlich gesagt, aber die Auflösung hat mich dann doch etwas überrascht. Ehrlich gesagt hätte ich mir für einen Jugendthriller doch mehr „lehrreiche“ Konsequenzen am Ende gewünscht. So hinterlässt das Buch bei mir ein bisschen einen schalen Nachgeschmack.

Fazit:

„Die Nacht der Acht“ war für mich jetzt kein großes Kino, hat mir aber einige spannende Lesestunden beschert. Auch als Nicht-Thriller-Leser kann man dieses Buch gut zur Hand nehmen und sich in einem verträglichen Rahmen gruseln. Am Ende hätte ich mir aber doch mehr „lehrreiche“ Konsequenzen für ein Jugendbuch gewünscht.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Ein wundervoller Auftakt, der definitiv Lust auf mehr macht

Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume
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Inhalt:

Die Liebe zu den Blumen hat Marleene von ihrem Vater in die Wiege gelegt bekommen. Dieser war an der Hofgärtnerei angestellt und nach seinem Tod träumt Marleene davon, in seine Fußstapfen zu treten ...

Inhalt:

Die Liebe zu den Blumen hat Marleene von ihrem Vater in die Wiege gelegt bekommen. Dieser war an der Hofgärtnerei angestellt und nach seinem Tod träumt Marleene davon, in seine Fußstapfen zu treten und selbst eine Gärtnerlehre dort zu beginnen.

Diese Möglichkeit ist 1891 aber einzig den Männern vorbehalten. Um ihren Traum trotzdem zu verwirklichen verkleidet sich die junge Frau kurzerhand und ergattert tatsächlich eine Lehrstelle in der geliebten Hofgärnterei.

Doch die anderen Arbeiter machen es ihr nicht leicht und als sie dann auch noch auf die Söhne des Gärtnereibesitzers trifft, wird ihr Leben schließlich gänzlich auf den Kopf gestellt.

Meine Meinung:

Schon im ersten Kapitel erlebt man, welche Liebe Marleene für Pflanzen empfindet. Nicht nur, dass sie dadurch eine besondere Verbindung zu ihrem Vater bekommt, es tut ihr auch unglaublich gut, mit Blumen zu arbeiten. Dabei fühlt sie sich vollkommen. Ich fand es wirklich schön, dass es die Autorin geschafft hat, mir diese besondere Beziehung zwischen Marleene und den Blumen schon auf den ersten Seiten zu vermitteln. Dadurch fiel mir der Einstieg ins Buch sehr leicht, auch, wenn es mich traurig gemacht hat, dass die Protagonistin ihren Vater verloren hat und sich ihr Traum, Gärtnerin zu werden nicht erfüllen will.

Obwohl die Geschichte in der dritten Person erzählt wird, ist es der Autorin zudem gelungen, mich emotional mit ihren Figuren zu verbinden. Marleene ist so ein sympathischer, herzlicher Charakter und ich konnte jederzeit nachvollziehen, was in ihr vorgeht. Doch auch ein paar andere Figuren haben mein Herz gestohlen, wie z.B. Frieda, Marleenes Cousine. Ich mochte sie sofort. Anders, als die Protagonistin greift sie nicht nach den Sternen, möchte aber trotzdem ihren Traum verwirklichen, ist aber auf ihre Art eher bodenständig. Damit hat man zwei sehr unterschiedliche, weibliche Charaktere, die aus den gesellschaftlichen Zwängen, die ihnen in ihrer Zeit auferlegt sind, das Beste machen. Aber auch die verschiedenen männlichen Rollen hat Rena Rosenthal sehr gut beschrieben und in ihren Figuren zum Leben erweckt. Ich habe mich sofort in dieser Zeit gesehen und überlegt, wie ich wohl handeln würde. Aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass die Frauen früher hartnäckig für unsere Rechte gekämpft haben und wir inzwischen frei wählen können, welchen Beruf wir erlernen wollen.

Wenn man mit dem Buch beginnt, könnte man sich tatsächlich fragen, was wohl auf all den Seiten passieren könnte. Es ist ja doch ein ganz schöner Schmöker und wir verbringen die meiste Zeit wirklich gemeinsam mit Marleene in der Gärtnerei und trotzdem war es für mich nicht auf einer Seite langweilig. Dafür passiert zu viel. Zum einen muss man natürlich immer gemeinsam mit Marleene befürchten, dass sie irgendwann auffliegt und ihr großer Traum platzt. Zum anderen gibt es neben den Protagonisten auch noch einige interessante Figuren, die noch einmal eine ganz eigene Geschichte mitbringen, die sich dann in das große Ganze einfügt. Für mich war es unglaublich spannend miterleben zu dürfen, wie sich alles entwickelt. Manche Charaktere haben mich positiv überrascht, andere eher zum Negativen, aber Überraschungen gab es einige und jede hat mich auf ihre Weise begeistert. Dabei hilft es sicher auch, dass wir in der Geschichte nicht nur bei Marleene bleiben, sondern auch die anderen Figuren teilweise begleiten dürfen. So kann man noch tiefer in das Geschehen eintauchen.

Die Liebesgeschichte hat mir auch richtig gut gefallen. Tatsächlich hätte ich anfangs mit einer anderen Besetzung gerechnet, aber je weiter man das Geschehen verfolgt, desto klarer wird es einem, wie sich das Ganze entwickeln wird. Mich hat es aber sehr begeistert, dass sich die Protagonisten erst kennenlernen und über eine gemeinsame Leidenschaft dann verlieben. Sie sind so ein schönes Paar, aber der Schluss lässt vermuten, dass es ihnen im nächsten Band nicht gerade leicht gemacht wird.

Am Ende hatte ich dann tatsächlich die Figuren so liebgewonnen und habe so sehr mitgefiebert, dass ich gar nicht wollte, dass es endet. Es passieren auch noch einmal so viele Sachen auf einmal, dass ich jetzt tatsächlich noch neugieriger darauf bin, wie es weitergeht. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf ein Wiedersehen mit Marleene und der Hofgärtnerei.

Fazit:

Dieser historische Roman hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich dieses Genre so sehr liebe. Obwohl es ein ziemlicher Wälzer ist, war es mir auf keiner Seite langweilig, im Gegenteil, ich wurde tief in die Geschichte hineingezogen und habe richtig mit den Figuren mitgefiebert. Einige davon habe ich sogar liebgewonnen und war am Ende sehr traurig, als ich sie erst einmal verlassen musste. Zum Glück war das erst der Auftakt der Reihe, so dass ich mich schon jetzt auf ein Wiedersehen in der Hofgärtnerei freuen kann.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 30.04.2021

Die Umsetzung dieser tollen Idee konnte mich leider nicht überzeugen

Hush (Band 1) - Verbotene Worte
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Inhalt:

In Montane bedeuten Worte Macht, können aber auch den Tod bringen. Das mussten Shae und ihre Mutter am eigenen Leib erfahren. Deswegen leben sie inzwischen zurückgezogen am Rande ihres Dorfes.

Dort ...

Inhalt:

In Montane bedeuten Worte Macht, können aber auch den Tod bringen. Das mussten Shae und ihre Mutter am eigenen Leib erfahren. Deswegen leben sie inzwischen zurückgezogen am Rande ihres Dorfes.

Dort regieren die Barden mit eiserner Faust, denn nur sie können mit ihren Worten Magie wirken. Die Bewohner bewundern und fürchten sie deswegen. Doch vor allem für Shae könnte es gefährlich werden, denn was niemand weiß: Sie hat eine besondere Gabe. Alles, was sie stickt, wird Wirklichkeit.

Als jedoch etwas Unvorhergesehenes passiert, hat sie keine andere Wahl: Sie muss zu den Barden gehen, denn nur diese können ihr Antworten auf ihre Fragen geben … .

Meine Meinung:

Das Buch beginnt gleich sehr bewegend: Shae muss miterleben, wie ihr Bruder stirbt und erfährt dort, welche Macht und welche Zerstörung in Worten liegen kann. Diese Message im Buch fand ich sehr gut, denn tatsächlich benutzen wir in unserer Gesellschaft oftmals zu leichtfertig Worte und machen uns keine Gedanken darum, was sie bewirken können. Gerade in den Sozialen Netzwerken wird schnell etwas falsch verstanden oder auch zu schnell ein Shitstorm losgetreten. Deshalb gefällt es mir sehr gut, dass Dylan Farrow dieses Thema aufgegriffen und in einer Fantasygeschichte verarbeitet hat.

Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Einstieg ins Buch nicht so leicht fiel, da mir die Hintergrundinformationen gefehlt haben. Man erfährt quasi kaum etwas über den Weltenentwurf. Woher haben die Worte ihre Macht bekommen? Wie kommt es zur Krankheit? Woher nehmen die Barden die Magie und wie leben die Menschen in Montane wirklich? Man wird einfach so in die Geschichte hineingeworfen und ich hatte die Hoffnung, dass man mit der Zeit mehr Hintergrundwissen vermittelt bekommen würde, aber das ist leider nicht der Fall.

Auch haben mir ein bisschen Spannung und Action gefehlt. Die Geschichte plätscherte für mich einfach so dahin und ich habe eigentlich immer darauf gewartet, dass irgendetwas passiert, dass die große Bombe platzt und dieser Wow-Effekt einsetzt. Doch leider blieben die Überraschungen für mich aus. Im Gegenteil: Zwischendrin war das Buch für mich sogar so verwirrend, dass ich keine Ahnung mehr hatte, in welche Richtung es weitergehen würde.

Shae war mir zu Beginn sehr sympathisch. Sie lässt sich nicht kleinreden und kämpft um ihre Antworten. Das fand ich toll. Doch als sie schließlich bei den Barden ankommt, verliert sie meiner Meinung nach ein bisschen von ihrem Kampfgeist und glaubt alles, was man ihr sagt. Sie hinterfragt nichts und geht auch nicht mehr ihren eigenen Weg. Für mich hat sie sich nicht weiterentwickelt, sondern ist meiner Meinung nach eher rückwärts gegangen. Außer Shae gäbe es noch einige interessante Figuren, aber sie bekommen in meinen Augen zu wenig Raum, als dass man sich emotional auf sie einlassen könnte. Deshalb kann man im Grunde nur bei Shae bleiben, die mich jedoch nicht ganz überzeugt hat.

Zum Ende hin ging mir dann alles etwas zu glatt. Es ist fast so, als würden sich die Probleme geradezu in Luft auflösen, weswegen ich auch hier die Spannung vermisst habe.

Zwar lässt das Ende darauf hoffen, dass es im zweiten Band mehr Action geben wird, aber ich muss gestehen, dass ich nicht weiterlesen werde. Dafür hat mich das Buch einfach zu wenig gepackt.

Fazit:

Die Idee dieses Buches gefiel mir richtig gut: Worte haben Macht, können aber auch gefährlich sein. Gerade in der heutigen Zeit, ist das ein brandaktuelles Thema. Leider hat mich die Umsetzung jedoch nicht überzeugt. Mir haben sowohl Spannung, als auch Action gefehlt. Die Protagonistin hat sich meiner Meinung nach eher zum Negativen entwickelt und die Nebencharaktere bekamen zu wenig Raum. Zwischenzeitlich hat mich die Geschichte sogar richtig verwirrt und ich konnte nicht mehr erkennen, wohin das Ganze führen würde. Am Ende ging alles dann zu schnell und zu glatt, was mich leider nicht begeistern konnte. Deshalb werde ich die Reihe nicht zu Ende lesen.

Von mir bekommt das Buch 2 Punkte von 5.

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