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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2025

Packend geschrieben

Im Wind der Freiheit
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Trotz des unspektakulären, sachlichen Schreibstils von Tanja Kinkel handelt es sich bei diesem Roman nicht um die nüchterne Aneinanderreihung historischer Fakten, sondern um einen spannenden ...

Trotz des unspektakulären, sachlichen Schreibstils von Tanja Kinkel handelt es sich bei diesem Roman nicht um die nüchterne Aneinanderreihung historischer Fakten, sondern um einen spannenden Roman um zwei mutige Frauen unterschiedlichster Herkunft. Louise, geboren als höhere Tochter, sprengt die gesellschaftlichen Ketten ihrer Herkunft und sorgt als Schriftstellerin für sich selbst und kämpft für Demokratie und Frauenrechte. Susanne als Tochter einer mittellosen Magd verdient sich ihren Lebensunterhalt auf unterschiedlichste Weise und lernt früh, sich durchzuschlagen. Ihr Kampf gilt eher den Rechten der ausgebeuteten und rechtlosen Arbeiterklasse. Trotz der unterschiedlichen Ziele kämpfen sie gemeinsam, wobei Susanne gezwungen ist, ein doppeltes Spiel zu spielen.

Gekonnt verknüpft die Autorin offenbar akribisch recherchierte historische Fakten mit fiktiven Begebenheiten. Das Ergebnis ist ein stimmiger historischer Roman über die ersten demokratischen Bewegungen im Deutschland des 19. Jahrhunderts, der mich so sehr gefesselt hat, dass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Die Geschichte der London Bridge

Die Brücke von London
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Tuchhändlerin Juliana Hamley betreibt ihren Laden in exponierter Lage auf der berühmten London Bridge. Sie ist frisch verwitwet, ihr Mann hat ihr einen Berg Spielschulden hinterlassen. Um ihre Existenz ...

Tuchhändlerin Juliana Hamley betreibt ihren Laden in exponierter Lage auf der berühmten London Bridge. Sie ist frisch verwitwet, ihr Mann hat ihr einen Berg Spielschulden hinterlassen. Um ihre Existenz zu sichern, steigt sie ins Schmuggelgeschäft ein und wächst über sich hinaus. Tatkräftig unterstützt wird sie vom Straßenjungen Alder und seiner Bande.

In lebendigem Schreibstil erzählt Julius Arth ebenso Julianas Geschichte wie die Geschichte der Brücke. In einem zweiten Handlungsstrang erzählt er vom Bau der Brücke und der Weissagung zu ihrem Untergang. Hier geraten die Schwestern Estrid und Sybilla in den Fokus des fanatischen Brückenbaumeisters. An die Wechsel zwischen den Zeitebenen musste ich mich erst gewöhnen. Die Kapitel sind aber deutlich datiert und benannt, so dass man immer weiß, in welcher Zeit man sich befindet. Die Beschreibung der Menschen und Bauwerke ist sehr bildhaft, besonders die Gegebenheiten auf der Brücke konnte ich mir sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist insgesamt sehr spannend, der im Jahr 1202 angesiedelte Abschnitt über den Bau der Brücke ebenso wie Julianas Geschichte im Jahr 1749. Die fiktiven Charaktere und ihre Erlebnisse sind perfekt mit dem historischen Hintergrund verwoben. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten und ich empfehle es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Anders als erwartet

Mein wunderbarer Cottage-Garten
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Isabell van Groeningen nimmt mich mit in ihren wundervollen englischen Landhaus-Garten. In lockerem, für ein Sachbuch sehr unterhaltsamem Schreibstil erzählt sie von ihren Erfahrungen mit ihrem ...

Isabell van Groeningen nimmt mich mit in ihren wundervollen englischen Landhaus-Garten. In lockerem, für ein Sachbuch sehr unterhaltsamem Schreibstil erzählt sie von ihren Erfahrungen mit ihrem Garten im Jahresverlauf. Zahlreiche, sehr schöne Fotos runden ihre Schilderungen ab. Obwohl ich mir von dem Buch mehr Anleitung erwartet hätte, wie man einen solchen Garten anlegt, hat es mir doch sehr gut gefallen. Der eine oder andere Pflanzplan oder ein paar Tipps und Tricks zur Pflege der verschiedenen Gewächse wären nicht verkehrt gewesen. Auch eine übersichtliche Aufstellung der Pflanzen, die erwähnt werden, wäre hilfreich für den nicht ganz so erfahrenen Gärtner, der sich an Isabells Gestaltung ein Beispiel nehmen möchte. So ist es einfach ein Spaziergang durch einen liebevoll gestalteten Garten mit Erklärung durch die Gärtnerin. Wahrscheinlich war genau das die Absicht der Autorin.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Êine gefährliche Reise

Im Auftrag der Fugger - Der Burgunderschatz
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Augsburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Afra muss zusehen, wie ihre Mutter von einer Kutsche zu Tode geschleift wird und wird durch den Unfall zur Bettlerin. Sie hält sich mit kleinen Diebstählen über ...

Augsburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Afra muss zusehen, wie ihre Mutter von einer Kutsche zu Tode geschleift wird und wird durch den Unfall zur Bettlerin. Sie hält sich mit kleinen Diebstählen über Wasser, als ihr die Begegnung mit drei Schweizer Kaufleuten eine unerwartete Chance in die Hände spielt. Dadurch gerät sie in den Dunstkreis Jakob Fuggers, der sie zusammen mit seinem Boten Hervat auf eine gefährliche Reise schickt.
Mit seinem packenden und detailreichen Schreibstil hat mich Peter Dempf sehr schnell ins Augsburg des angehenden 16. Jahrhunderts mitgenommen. Fast konnte ich Afras Hunger spüren. Es gelingt dem Autor sehr schnell, die Spannung nicht nur aufzubauen, sondern auch hoch zu halten. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen bis zum sehr überraschenden Ende. Einige Fäden bleiben lose, so dass ich auf eine Fortsetzung hoffen kann.
Afra gefällt mir sehr gut als Hauptperson, trotz ihrer Not bleibt sie anständig und loyal ihren Freunden gegenüber. Auch Hervat ist mir sympathisch. Raffiniert und schlau erfüllt er seine Aufträge, obwohl die Versuchung sicher oft groß ist wenn er für Fugger Gegenstände von großem Wert transportiert. Antagonist ist aber für mich nicht nur Afras Verfolger aus ihrer Vergangenheit, sondern auch Fugger, der skrupellos mit dem Leben seiner Angestellten spielt – alles für den Profit.
Mein Fazit: Ich habe dieses Buch verschlungen und wurde großartig unterhalten. Wer historische Romane mag, wird dieses Buch lieben.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Beängstigend realitätsnah

Echokammer
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Die Parlamentswahlen in Norwegen stehen kurz bevor, als bei einem Autounfall in der Provinz Hinweise auf eine terroristische Bedrohung auftauchen. Blitzschnell wird Liselott Benjamin, die sich ...

Die Parlamentswahlen in Norwegen stehen kurz bevor, als bei einem Autounfall in der Provinz Hinweise auf eine terroristische Bedrohung auftauchen. Blitzschnell wird Liselott Benjamin, die sich aus Oslo in die Provinz hat versetzen lassen, und dem ehemaligen Anti-Terror-Ermittler Martin Tong eine neue Anti-Terror-Einheit gebildet, die möglichst schnell und unter dem Radar ermitteln soll. Der mit allen Mitteln geführte Wahlkampf soll nicht beeinträchtigt werden.

In rasantem Erzähltempo auf zwei Handlungsebenen bekommt der Leser einen Einblick ebenso ins politische Geschehen wie in die Ermittlungen. Insgesamt ist die Thematik der Story an Aktualität kaum zu überbieten. Der politische Rechtsruck findet ebenso Eingang wie die allgegenwärtige Terrorbedrohung und der zunehmende Mangel an Anstand und Moral in der Politik. Die im politischen Handlungsstrang vorkommenden Personen sind alle geprägt von Skrupellosigkeit und Machtgier. Der spannungsgeladene Thriller hat mich ebenso gefesselt wie er mich ob seiner Realitätsnähe geängstigt hat. Ich kann ihn in jedem Fall guten Gewissens weiterempfehlen und freue mich schon auf die beiden Bände der Fortsetzung.

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