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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2023

Aufbruchstimmung

Das Café ohne Namen
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Wien in den 1960er Jahren: Robert Simon schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch, doch sein Leben ändert sich, als er sich seinen Traum von einem eigenen Café erfüllt. Die Menschen aus dem Viertel, ...

Wien in den 1960er Jahren: Robert Simon schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch, doch sein Leben ändert sich, als er sich seinen Traum von einem eigenen Café erfüllt. Die Menschen aus dem Viertel, egal ob jung oder alt, kommen schon bald in Scharen zu ihm und bringen ihre Geschichten mit. Das Café wird zu einem Ort der Begegnung, an dem sich Sehnsüchte, Verluste, aber auch Glück und Liebe miteinander verbinden.
Dies ist mein erster Roman von Robert Seethaler und direkt zu Beginn war ich von dem unaufgeregten und dennoch einfühlsamen Schreibstil begeistert. Die beinahe schnörkellose Erzählung ist geprägt von Melancholie aber ebenso von zutiefst menschlichen Emotionen und dem Drang, etwas zu verändern. Zur Zeit der Handlung liegt der Zweite Weltkrieg noch nicht lange zurück, die Stadt Wien befindet sich im Um- und Aufbruch und auch die Protagonisten scheinen alle mehr oder weniger ihren Platz im Leben zu suchen. Die vielen individuellen Schicksale der Besucher des Cafés verknüpft der Autor gekonnt zu einer tiefgründigen Geschichte.
Mich hat der Roman, auch Dank Zitaten wie diesem, stellenweise sehr nachdenklich gemacht: "Man sollte sich immer ein bisschen mehr Hoffnung als Sorgen machen. Alles andere wäre doch blödsinnig, oder?"
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die einen ruhigen und dennoch tiefgründigen Roman lesen wollen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Wieder ein Highlight von TJR

Malibu Rising
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Malibu, Kalifornien 1980. Die Riva-Geschwister - Nina, Jay, Hud und Kit - sind die Kinder des berühmten Sängers Mick Riva. Am Ende des Sommers sind sie Gastgeber der alljährlich stattfindenden legendären ...

Malibu, Kalifornien 1980. Die Riva-Geschwister - Nina, Jay, Hud und Kit - sind die Kinder des berühmten Sängers Mick Riva. Am Ende des Sommers sind sie Gastgeber der alljährlich stattfindenden legendären Riva Party. Es ist 'Die Party' des Jahres. Hier will jeder dabei sein, denn meist passiert etwas, wovon man noch lange spricht. Auch dieses Jahr wird wortwörtlich alles in Flammen stehen. Spannend ist der Weg dorthin und was sonst noch alles passiert.
Taylor Jenkins Reid, wow! Alles was diese Frau schreibt ist so unglaublich lebensecht! Mit diesen Roman hat sie eine Art Familiendrama, mit Themen wie Liebe, Verlust aber auch Vergebung und dem Zusammenhalt der Geschwister, erschaffen. Die Individualität der Vier, die Komplexität ihrer Beziehungen untereinander, die größere Familiengeschichte, alles ist gekonnt miteinander verwoben und bietet ein fesselndes Leseerlebnis. Nicht nur die Hauptprotagonisten, auch jeder einzelne Nebencharakter ist so individuell ausgearbeitet, dass es hier noch viel Stoff für weitere Geschichten gibt. Mich hat es sehr begeistert, dass nicht nur Carrie Soto einen Auftritt in diesem Roman hatte, auch Evelyn Hugo wurde zwischen den Zeilen erwähnt. Bitte mehr von diesem alternativen Universium!
Ein richtiger Page-Turner!

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Einfühlsam, eindringlich und einfach schön zu lesen

Weite Sicht
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Vier Frauen, vier Geschichten und alles beginnt mit dem Tod von Friedrich, Charlottes Ehemann. Die eher in sich gekehrte Seniorin hat nach fast 50 Ehejahren einiges zu verkraften, denn Friedrichs Tod wirbelt ...

Vier Frauen, vier Geschichten und alles beginnt mit dem Tod von Friedrich, Charlottes Ehemann. Die eher in sich gekehrte Seniorin hat nach fast 50 Ehejahren einiges zu verkraften, denn Friedrichs Tod wirbelt viel durcheinander. Das enge Verhältnis zu ihrer Schwester Gesine bricht auseinander, Adoptivschwester Sabine ist auf der Suche nach ihrem eigenen Glück und dann taucht auch noch plötzlich die Dänin Bente auf, zu der Charlotte mehrere Jahrzehnte lang keinen Kontakt hatte.
Der Schreibstil ist so gefühlvoll und die Kapitel mit den sich abwechselnden Perspektiven der Protagonisten so emotional und spannend gestaltet, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Es geht um Zweifel, um Hoffnung, um den Mut man selbst zu sein, um Selbstbestimmung und um die Liebe, die es auch dann noch geben kann, wenn man nicht mehr damit rechnet. Mir persönlich hat der dänische Touch sehr gefallen. Ich freue mich, dass ich auch ohne Übersetzung alles problemlos verstehen konnte. Dieser Roman entwickelt sich nach und nach, genau wie die Figuren und am Ende läuft alles perfekt und schlüssig zusammen.
Ein wunderbar unterhaltsamer Debütroman mit Anspruch, der mich so sehr berührt hat, dass auch ein paar Tränen geflossen sind.
En fantastisk roman.
Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Berührend

Der Ruf des Eisvogels
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1991: Als Olga an ihrem 66. Geburtstag unfreiwillig in ihren Heimatort in der Uckermark zurückkehrt, ist sie alles andere als begeistert. Zu viele schmerzhafte und traumatische Erinnerungen verbindet sie ...

1991: Als Olga an ihrem 66. Geburtstag unfreiwillig in ihren Heimatort in der Uckermark zurückkehrt, ist sie alles andere als begeistert. Zu viele schmerzhafte und traumatische Erinnerungen verbindet sie mit Ginsterburg. Bisher konnte und wollte Olga nicht über diese Ereignisse sprechen, aber haben ihre Tochter und ihre Enkelin nicht ein Recht darauf, zu erfahren, was damals passiert ist?
Olga ist eine selbstbewusste Frau, die sich schon als Kind für die Natur und ganz besonders für die Medizin interessiert. Ihr Großvater, bei dem sie aufwächst, ist Arzt. Er fördert die Leidenschaft seiner Enkelin und bestärkt sie darin, ihren eigenen Weg zu gehen. Der scheinbar unbeschwerten Kindheit folgt eine Jugend, die vom Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg überschattet wird. Auf ihrer entbehrungsreichen Flucht kämpft Olga für das Wohl ihrer kleinen Tochter und ihre gemeinsame Zukunft. Trotz aller Widrigkeiten verliert sie nie ihr Ziel, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und Ärztin zu werden, aus den Augen. Überraschende Wendungen sowie die zwei Zeitebenen sorgen für zusätzliche Spannung. Der Erzählstil ist mitreißend, berührend und teils sehr beklemmend. Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut und sorgt für ein Ende, das ich so nicht erwartet habe.
Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Absolute Leseempfehlung!

Melody
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Der junge Anwalt Tom Elmer befindet sich nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Studium, aber ohne die zukünftige finanzielle Unterstützung seines Vaters, in einer schwierigen Lebenslage. Dankbar nimmt ...

Der junge Anwalt Tom Elmer befindet sich nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Studium, aber ohne die zukünftige finanzielle Unterstützung seines Vaters, in einer schwierigen Lebenslage. Dankbar nimmt er eine Anstellung als Nachlassverwalter bei Alt-Nationalrat Dr. Stotz an. In der Villa am Zürichberg lebt Tom in der Gästewohnung, lässt sich von der italienischen Kochkunst der Haushälterin verwöhnen und ist gleichzeitig Gesprächspartner für seinen Arbeitgeber. Denn neben seinem Nachlass gibt es nur eine Angelegenheit, die Dr. Stotz wirklich beschäftigt: das Verschwinden seiner Verlobten Melody vor mehr als 40 Jahren.
Dies ist mein erster Suter und ich frage mich nur eines, wieso habe ich nicht früher einen Roman dieses Autors gelesen? Der angenehme Schreibstil ist flüssig, schnörkellos und doch so bildlich, dass ich mir die Personen und ihre Charakterzüge sehr gut vorstellen konnte. Die Geschichte erscheint zunächst ruhig, nur langsam wird der Spannungsbogen durch die sukzessive Erzählung von Dr. Stotz über seine Vergangenheit mit Melody aufgebaut. Es kommen immer mehr Fragen ans Licht, neue Entwicklungen und eigentlich möchte man nur noch die Auflösung des Ganzen haben. Doch die präsentiert Suter selbstverständlich nicht auf dem Silbertablett. Er fordert seine Leser dazu auf, zu hinterfragen. Gibt es nur eine Wahrheit oder vielleicht mehrere? Können Wahrheit und Fiktion nebeneinander existieren und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
Große Erzählkunst voller Emotionen und lebensechter Geschichte, das hier ist für mich echte Literatur und "Melody" wird ganz sicher nicht mein einziger Suter bleiben!

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