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Veröffentlicht am 08.03.2023

Vielversprechender Auftakt

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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MEINE MEINUNG
„Fräulein Anna, Gerichtsmedizin - Die Prinzregentenmorde“ ist der gelungene Auftakt einer neuen vielversprechenden historischen Roman-Serie aus der Feder einer unter dem Pseudonym Petra Aicher ...

MEINE MEINUNG
„Fräulein Anna, Gerichtsmedizin - Die Prinzregentenmorde“ ist der gelungene Auftakt einer neuen vielversprechenden historischen Roman-Serie aus der Feder einer unter dem Pseudonym Petra Aicher schreibenden Bestseller-Autorin.
Diese abwechslungsreiche Geschichte sorgt mit ihrer ansprechenden Mischung aus fesselnden Nachforschungen zu einem tragischen Kriminalfall, zarter Liebesgeschichte und faszinierenden historischen Einblicken für gute Unterhaltung.
Angesiedelt vor dem historischen Hintergrund der ausgehenden Ära des Prinzregenten Luitpold bis hin zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entspinnt sich eine abwechslungsreiche Handlung rund um den tragischen Tod einer alternden, einst gefeierten Schauspielerin, die mich mit tollem Zeit- und Lokalkolorit rasch in ihren Bann gezogen hat. Gekonnt nimmt uns die Autorin mit auf eine aufregende Zeitreise von 1912 bis 1914 in die bayerische Haupt- und Residenzstadt München und vermittelt mit ihren lebendigen und atmosphärischen Beschreibungen ein stimmiges Bild der damaligen Zeit, spannende Einblicke in die Münchener Gesellschaft und das Alltagsleben der einfachen Münchener Bürger. Wir erleben die blühende Metropole im Wandel der Zeiten zwischen Wirtschaftsaufschwung und Wohlstand, althergebrachten Traditionen, bayerischer Gemütlichkeit und dem ausschweifenden Treiben der Adeligen, Künstler und Literaten.
Äußerst aufschlussreich sind dabei die Einblicke in das Leben der Frauen zu jener Zeit in einer von Männern dominierten Welt – die einen führen ein Leben ohne Rechte und abhängig von Vater oder Ehemann, während die anderen sich in einer arrangierten Ehe mehr für ihren Status und Reichtum interessieren und ihren Ehemännern große Freiräume zubilligen.
In den gut recherchierten zeitgeschichtlichen Rahmen sind zudem interessante historische Fakten eingestreut und bekannte historische Persönlichkeiten eingewoben.
Im Mittelpunkt der vielschichtigen Geschichte steht mit der jungen Krankenschwester Anna Zech eine trotz ihrer einfachen Herkunft bemerkenswerte, selbstbewusste Protagonistin, die als Obduktionsassistentin in der Münchner Gerichtsmedizin beginnt und schon bald in ihrer ungewöhnlichen Arbeit aufgeht. Als zweite Hauptfigur lernen wir den jungen adligen Friedrich von Weynand kennen, der seiner unglücklichen Ehe zu entfliehen versucht, sich als proletarischer Journalist Fritz Nachtwey ausgibt und in München Skandalgeschichten für eine Zeitung recherchiert. So entlockt er mit seinem Charme auch der unbedarften Anna nach ihrer ersten Obduktion wichtige Details zu der berühmten Wasserleiche aus der Isar und verfasst hierzu einen brisanten Zeitungsartikel.
Mit ihrem leichten, abwechslungsreichen Erzählstil versteht die Autorin es hervorragend, uns von Beginn an gemeinsam mit den sympathischen Protagonisten in die farbenprächtige historische Vergangenheit abtauchen zu lassen. So erleben wir mit, wie sich Anna allmählich dem arrogant und etwas schnöseligen wirkenden Fritz annähert, sein Doppelleben entlarvt und die beiden sich schließlich anfreunden. Rasch werden wir hineingezogen in die spannenden Nachforschungen des allmählich gut eingespielten Ermittlerduos zu den mysteriösen Todesumständen. Diese treten allerdings wegen der vielen privaten Verwicklungen immer wieder in den Hintergrund und erstrecken sich so (fast wie im wirklichen Leben) über einen sehr langen Zeitraum. Geschickte Perspektiv- und Schauplatzwechsel sorgen für Dynamik und lassen die Spannung rasch ansteigen. Neben amüsanten Episoden sorgen auch etliche unerwartete Wendungen für Abwechslung. Der packende, recht verzwickte Fall lädt zum Miträtseln ein und konnte mich mit der stimmigen Auflösung am Ende sogar sehr überraschen.
Etwas schade fand ich allerdings, dass wir bis auf wenige höchst aufschlussreiche Episoden nur selten einen Blick in die herausfordernde Arbeit in der Gerichstmedizin werfen konnten. Gerne hätte ich noch mehr über Annas Arbeit und ihre höchst amüsanten Interaktionen mit den beiden etwas wunderlichen Kollegen erfahren.
Die Autorin hat ihre verschiedenen Charaktere lebendig und mit viel Liebe ausgearbeitet, so dass sie mit ihren Eigenarten sehr lebensnah wirken. Sie versteht es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken und uns die Gedankenwelt ihrer Charaktere glaubwürdig näher zu bringen. Insbesondere die sympathische, facettenreiche Hauptfigur Anna ist mir rasch ans Herz wachsen und ich bin sehr gespannt, wie sie sich im 2. Band weiterentwickeln wird.

FAZIT
Ein vielversprechender Auftakt einer unterhaltsamen historischen Roman-Reihe um ein sehr gegensätzliches Ermittlerduo! Mit sympathischen Charakteren, tollem historischen Flair, einer kurzweiligen Handlung und einem verzwickten Kriminalfall!

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Fesselnde Neuerzählung der wahren Geschichte Medusas

STONE BLIND – Der Blick der Medusa
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MEINE MEINUNG
Mit ihrem unterhaltsamen Roman „Stone blind – Der Blick der Medusa“ ist der britischen Bestseller-Autorin Natalie Haynes eine äußerst fesselnde Neuerzählung der antiken griechischen Mythologie ...

MEINE MEINUNG
Mit ihrem unterhaltsamen Roman „Stone blind – Der Blick der Medusa“ ist der britischen Bestseller-Autorin Natalie Haynes eine äußerst fesselnde Neuerzählung der antiken griechischen Mythologie rund um die faszinierende Figur der Medusa gelungen.
Hervorragend hat die Autorin die Darstellungen aus den Varianten des berühmten Mythos und verschiedenen antiken Quellen recherchiert und zu einer anschaulich und mitreißend erzählten Geschichte verwoben.
Eine umfassende Darstellung des Mythos von Medusa und Perseus findet sich in Ovids Werk Metamorphosen.
Da das Schicksal von Medusa untrennbar mit der Legende und dem Heldenepos von Perseus, dem Sohn von Zeus, verbunden ist, beleuchtet die Autorin sehr ausführlich die vielschichtige Vorgeschichte der tragischen Geschehnisse. Gekonnt nimmt uns die Autorin mit auf eine spannende Zeitreise durch das antike Griechenland zu berühmten mythischen Stätten. Sie lässt die alten mythischen Götterhelden wie Zeus, Poseidon, Hera, Hephaistos, Athene oder Hermes aus den bekannten Legenden der klassischen Antike vor unserem inneren Auge lebendig werden und zudem viele hilfreiche Hintergrundinformationen zur komplexen griechischen Mythologie einfließen.
Aus den unterschiedlichen Erzählperspektiven lernen wir die mächtigen olympischen Götter kennen mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten und Schwächen und erkunden ihre komplizierten Beziehungen zueinander, aber auch ihre Einstellung zu den Halbgöttern und Sterblichen. Zudem erhalten wir sehr aufschlussreiche Einblicke in ihre Geheimnisse, Intrigen, Rache- und Machtgelüste, Eitelkeiten und ihrer permanenten Missgunst, die Ursache für zahllose Familiendramen, erbarmungslosen Streitigkeiten und ihr oftmals grausames Handeln sind.
Poetisch und bildgewaltig erzählt Haynes die facetten- und wendungsreiche Geschichte der Medusa aus einem feministischen Blickwinkel und bietet interessante, erfrischend andere Perspektiven. Es ist die bewegende Geschichte einer jungen selbstlosen Frau, die als jüngste der Gorgonenschwestern als Sterbliche aufwächst und der von den launischen und rachsüchtigen Göttern sehr übel mitgespielt wird. So erleben wir Medusa mehr als mitfühlende Schwester und bedauernswertes Opfer denn als todbringendes Monster, zu dem sie schließlich gemacht wurde, mit ihrem Haupt aus Schlangen und ihrem Blick, der jedes Lebewesen zu Stein verwandelt.
Gekonnt und mit humorvollen Seitenhieben demontiert die Autorin nach und nach das glorreiche Heldenepos von Perseus. Nur mit göttlicher Hilfe gelang es ihm, seine abenteuerliche Mission zu bestehen und das machtvolle Gorgonenhaupt in seinen Besitz zu bringen, das ihn schließlich zu einem wahrhaft furchteinflößenden Monster werden ließ.
Hervorragend hat die Autorin in zahlreichen Episoden die durchtriebene, streit- und rachsüchtige Persönlichkeit von Athene, als Göttin des Krieges, des Handwerks und des Heldenmuts, eingefangen. Ich muss gestehen, dass mich Athenes facettenreicher Charakter mit ihren Eigenheiten und ihre boshaften Intrigen fast mehr in den Bann gezogen haben, als die eigentliche Protagonistin Medusa, die zeitweilig etwas in den Hintergrund gedrängt wurde und leider längst nicht so präsent in der Geschichte war.

Zum Hörbuch:
Die Schauspielerin, Hörbuch- und Synchronsprecherin Laura Maire ist eine sehr gelungene Besetzung für dieses ungekürzte Hörbuch. Mit ihrer angenehmen, frischen Stimme und flottem Tempo präsentiert sie die Geschichte sehr mitreißend und lebendig. Trotz der vielen Charaktere und raschen Perspektivwechsel, die einem beim Zuhören etwas Konzentration abverlangen um nicht den Faden zu verlieren, konnte ich der Handlung gut folgen. Mit Steigerungen des Sprechtempos, Variation der Intonation und wohl dosierten Pausen gestaltet sie die unterschiedlichen Episoden abwechslungsreich und eindringlich. Gekonnt sie bietet ein breites Spektrum an Stimmvarianten auf und schlüpft mit den passend gewählten Stimmnuancen mühelos in die verschiedenen Rollen, so dass man sich in die sich rasch wechselnden Emotionen der verschiedenen Charaktere wunderbar hineinversetzen kann.
Insgesamt eine lebendige und überzeugende Lesung, die dieses Hörbuch zu einem mitreißenden Hörvergnügen macht!

FAZIT
Eine beeindruckende, fesselnde Neuerzählung des antiken griechischen Mythos um Medusa aus einem feministischen Blickwinkel – gut recherchiert, lehrreich und mitreißend erzählt.
Sehr empfehlenswert für alle, die sich für die berühmten Mythen der klassischen Antike interessieren.

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Veröffentlicht am 03.03.2023

Interessanter Kunstkrimi

Banksy und der blinde Fleck
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MEINE MEINUNG
Der spannende Krimi "Banksy und der blinde Fleck" des deutschen Autors Bernhard Jaumann ist der dritte Band der interessanten Kunst-Krimi-Reihe, in deren Mittelpunkt die Münchner Kunstdetektei ...

MEINE MEINUNG
Der spannende Krimi "Banksy und der blinde Fleck" des deutschen Autors Bernhard Jaumann ist der dritte Band der interessanten Kunst-Krimi-Reihe, in deren Mittelpunkt die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz steht.
Dieser Band lässt sich auch ohne Vorkenntnisse aus den vorangegangenen zwei Bänden problemlos lesen.
Jaumanns vielschichtig angelegter Krimi dreht sich um den weltberühmten britischen Streetart-Künstler Banksy, der mit seinen Werken gesellschaftliche Missstände anprangert. Da er als eine Art Phantom nie persönlich in Erscheinung tritt, ist seine Identität trotz vieler Spekulationen um seine Person bis heute ein Geheimnis.
Der Autor hat sich eine vielversprechende Ausgangsidee für seinen interessanten Kunstkrimi ersonnen. In seine Handlung lässt er eine Menge wissenswerter Hintergrundinformationen über den inzwischen weltweit anerkannten Künstler Banksy, seine bekannten Werke sowie seinen Protest gegen die Kommerzialisierung der Kunst und zudem das stimmig eingefangene Münchner Lokalkolorit einfließen.
Bei ihrem neuen Fall wird die Kunstdetektei von Schleewitz beauftragt, herauszufinden, was es mit den an verschiedenen sozialen Brennpunkten in München auftauchenden Ratten-Graffitis auf sich hat, die laut einiger Kunstkenner und Berichten der Medien zweifelsfrei Banksy zugeschrieben werden könnten. Da mit echten Banksy Stencils im internationalen Kunsthandel horrende Erlöse zu erzielen sind, wäre die Verifizierung der mysteriösen Graffitis eine große Sensation und für viele ein Bombengeschäft. Gebannt folgt man den Nachforschungen der drei Kunstexperten der Detektei, die herausfinden sollen, ob der Graffitiaktivist tatsächlich in München unterwegs ist oder die Pieces von Nachahmern stammen. Doch die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich äußerst schwierig.
Schon bald beginnt man aufgrund eines fehlenden Bekennervideos und bei der Vielzahl der weiter auftauchender Graffiti zu erahnen, dass Trittbrettfahrer vom Banksy-Hype profitieren und sich mit den Fake-Kunstwerken eine goldene Nase verdienen wollen.
Während der Autor sich zunächst Zeit nimmt, die Story aufzubauen, zieht die Spannung mit immer neuen Details und zutage tretenden Puzzleteilchen schließlich an. Zudem streut Jaumann geschickt Textpassagen mit Berichten über tragische Unglücksfälle in seine Handlung ein, die bewegende Einzelschicksale aus der Vergangenheit schildern. Auch wenn man diese zunächst nicht richtig zuordnen kann, ist klar, dass sie offenbar einen Bezug zu den Orten haben, an denen die „Banksys“ gesprayt wurden.
Im Mittelteil geraten die Ermittlungen leider etwas ins Stocken, so dass sich diese etwas in die Länge ziehen. Es entspinnt sich schließlich aber eine wendungsreiche Handlung mit vielen Nebenakteuren und einer Vielzahl an rätselhaften Erkenntnissen, die für gute Unterhaltung und jede Menge Stoff zum Mitraten sorgt. Zum Ende hin nimmt die Handlung zunehmend an Tempo auf und die Jagd des Ermittlungsteams nach dem Münchner Banksy wird enorm fesselnd. Die überraschende Auflösung des Falls ist sehr überzeugend und hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.
Seine Protagonisten Rupert, Max oder Klara hat der Autor zwar mit einigen Ecken und Kanten angelegt, doch wirkten sie auf mich nicht sehr lebendig und blieben bis zum Ende seltsam blass, so dass ich mit den drei grundverschiedenen Charakteren der Kunstdetektei von Schleewitz nicht sehr warm geworden bin und auch ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte.
Hervorragend ist es Jaumann gelungen, uns in die faszinierende Welt der Kunst zu entführen. So lässt er uns sehr aufschlussreiche Blicke hinter die Kulissen der geldgierigen Kunstszene und skrupellosen Kunstvermarktung werfen.

FAZIT
Ein unterhaltsamer Kunstkrimi rund um den berühmten Street-Art Künstler Banksy – mit einem verzwickten neuen Fall für die Kunstdetektei von Schleewitz, interessanten Einblicken in die Kunstszene und tollem Münchner Lokalkolorit!

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Veröffentlicht am 26.02.2023

Der rüstige Donnerstagsmordclub wieder auf Mörderjagd

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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MEINE MEINUNG
„Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel“ vom britischen Autor Richard Osman ist bereits der dritte Band seiner gelungenen und etwas skurrilen Cosy Crime-Reihe, in deren Mittelpunkt ...

MEINE MEINUNG
„Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel“ vom britischen Autor Richard Osman ist bereits der dritte Band seiner gelungenen und etwas skurrilen Cosy Crime-Reihe, in deren Mittelpunkt die erstaunlich rüstigen Mitglieder des Donnerstagsmordclubs aus der Seniorenresidenz Coopers Chase stehen.
Einmal die Woche trifft sich das gewitzte Hobby-Ermittlerquartett bestehend aus Elisabeth, Joyce, Ibrahim und Ron um ungelöste Morde aufzuklären.
Dieser Krimi lässt sich auch ohne Vorkenntnisse der vorangegangenen Bände lesen, doch denke ich, dass es bei der Vielzahl der Figuren leicht unübersichtlich wird. Zudem finde ich, dass man die exzentrischen Charaktere des Donnerstagsmordclubs mit all ihren Eigenheiten und Vorgeschichten schon etwas kennen sollte, da sie nicht mehr ausführlich vorgestellt werden.
Um einen richtig gemütlichen Wohlfühlkrimi handelt es sich übrigens nicht, denn manchmal geht es ziemlich blutrünstig zur Sache. Mit seinem typisch britischen, subtil humorvollen Erzählstil und höchst amüsanten, schlagfertigen Dialogen konnte mich Osman wieder bestens unterhalten. Toller Wortwitz, viel Situationskomik sowie bisweilen recht abstruse Verwicklungen ließen mich immer wieder Schmunzeln.
Wie schon bei den anderen Bänden wird die eigentliche Handlung immer wieder von den aufschlussreichen Tagebucheintragungen von Joyce unterbrochen, die die Geschehnisse auf ihre unnachahmliche Art kommentiert und zusammenfasst. Schade nur, dass sie bei der turbulenten Handlung doch etwas zu kurz kommen.
Das Seniorenquartett beschäftigt sich diesmal mit einem10 Jahre alten Cold Case, der es in sich hat. Damals verschwand die junge Journalistin Bethany Waites und Co-Moderatorin des lokalen TV-Stars Mike Waghorn spurlos, als sie einem brisanten Fall von Steuerbetrug auf der Spur war. Auch wenn die Handlung recht langsam in Gang kommt, macht es wieder viel Spaß, die gewitzte Seniorentruppe bei ihren unorthodoxen, aber sehr einfallsreichen Ermittlungen zu diesem höchst verzwickten und wendungsreichen Fall zu begleiten. Das Polizisten-Duo Chris und Donna und natürlich auch der Bogdan als unentbehrliches Faktotum sind wieder mit von der Partie, und unterstützen die vier agilen Senioren, wo immer sie können.
Besonderes Highlight sind die lebendigen, vielschichtig gezeichneten Hauptfiguren mit ihren liebenswerten Eigenarten und Schrullen. Es macht großen Spaß, ihre unterhaltsamen Diskussionen zu verfolgen und mitzuerleben, wie sie ihre interessanten Fähigkeiten und Stärken bei Bedarf auszuspielen wissen.
Der neue rätselhafte Kriminalfall, der wieder viel Stoff zum Mitraten bietet, ist nicht die einzige Herausforderung für den Donnerstagsmordclub. Denn zu allem Überfluss wird Elisabeth mal wieder von ihrer Vergangenheit als Geheimdienstagentin eingeholt und von einem skrupellosen Widersacher vor eine nahezu ausweglose Entscheidung gestellt. Souverän meistern sie im eingespielten Team jedoch auch diese verzwickte Situation mit ihren bisweilen unorthodoxen Herangehensweisen. Während die sonst so souveräne Elizabeth sich hier einen unverzeihlichen Patzer erlaubt, überrascht die etwas naiv wirkende Joyce wieder auf ganzer Linie.
Auch die zahlreichen Nebenfiguren mit ihren Hintergrundgeschichten sind interessante Charaktere, die mit ihren Handlungen für viel Spannung und beste Unterhaltung.
Nach einigen unerwarteten Wendungen überschlagen sich die Ereignisse schließlich regelrecht und gipfeln in einem spannenden Finale. Kaum zu glauben, dass es ihnen mit ihren Tricks und cleveren Kombinationsgabe wieder gelingt, den überaus raffinierten Mörder zu stellen! Für mich war die Auflösung eine große Überraschung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Ich bin schon sehr gespannt auf eine Fortsetzung und freue mich auf ein Wiedersehen mit dem schrulligen Team des Donnerstagsmordclubs und ihren netten Freunden.

FAZIT
Eine unterhaltsame Fortsetzung dieser skurrilen, amüsanten Cosy Crime-Reihe – mit tollem britischen Humor, liebenswerten Charakteren und einem verzwickten Cold Case!

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Veröffentlicht am 25.02.2023

Kurzweilige Hommage an die Krähen

Krähengekrächz
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MEINE MEINUNG
In ihrer Erzählung „Krähengekrächz“ widmet sich die deutsche Schriftstellerin Monika Maron den Krähen – jenen faszinierenden Tieren, die die Menschheit von Beginn an begleiten und zum Gegenstand ...

MEINE MEINUNG
In ihrer Erzählung „Krähengekrächz“ widmet sich die deutsche Schriftstellerin Monika Maron den Krähen – jenen faszinierenden Tieren, die die Menschheit von Beginn an begleiten und zum Gegenstand vieler Mythen und Märchen wurden.
Dieser schmale Erzählband ist übrigens mit gleichem Titel bereits 2016 beim S. Fischer Verlag erschienen.

Durch ihre Intelligenz, Eleganz, Furchtlosigkeit und Unabhängigkeit ziehen diese Rabenvögel uns unweigerlich in den Bann. Auch die Autorin ist von diesen bemerkenswerten Vögeln angetan und von ihrer Selbstbestimmtheit sehr beeindruckt. Anlässlich einer Recherche zu einem neuen Roman beginnt Maron sich mit den Krähen eingehender zu beschäftigen. Äußerst unterhaltsam und kurzweilig schildert sie, wie sie beginnt die Vögel mit Futter zu ködern und sogar in die Wohnung zu locken. Auch auf ihren Spaziergängen sucht sie ihre Nähe, versucht sich mit ihnen anzufreunden und widmet sich voller Enthusiasmus ihren ausgiebigen Krähenbeobachtungen. Neben ihren aufschlussreichen Betrachtungen des Verhaltens geht sie auch der Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier nach und zieht Parallelen.
Darüber hinaus spürt sie den faszinierenden Vögeln schließlich auch in Kunst und Literatur nach. So präsentiert sie uns beispielsweise eindrucksvolle Rabenlyrik und erläutert uns die interessante Bedeutung der Raben in der Mythologie und verschiedenen Kulturen.
Ähnlich wie Monika Maron es ergangen ist, konnte ich mich beim Lesen der Faszination für Rabenvögel und der Ehrfurcht vor ihnen kaum entziehen und möchte mich gerne noch mehr mit ihnen beschäftigen.

FAZIT
Ein charmantes und zugleich interessantes Erzählbändchen über Krähen und was sie so besonders macht! Eine kurzweilige Lektüre, die zum Nachdenken anregt!

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