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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2022

Starke Frau geht ihren Weg...

Die Entdeckerin der Welt
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Ich wollte diesen Roman unbedingt lesen, da ich zuvor leider noch nie etwas von Maria Sibylla Merian gehört habe und wir ein Schicksal teilen, nämlich geschieden sind und neue Wege nach der Trennung gehen ...

Ich wollte diesen Roman unbedingt lesen, da ich zuvor leider noch nie etwas von Maria Sibylla Merian gehört habe und wir ein Schicksal teilen, nämlich geschieden sind und neue Wege nach der Trennung gehen müssen. Und auch über Surinam wusste ich vor der Lektüre wenig und musste erstmal googeln wo das überhaupt liegt.

Alexander Schwarz gelingt es sehr einfühlsam und authentisch das Leben dieser mutigen Frau aufzuzeigen und wie sie in der Welt der Männer tatsächlich auch ihren Mann steht und Unterstützer findet, die ihre Pläne finanzieren, denn als alleinstehende Frau, zumal zu der damaligen Zeit, ist das kein leichtes Unterfangen was sie vor hat.

Mir haben zwei Dinge unglaublich gut gefallen. Zum Einen die Schilderung von Surinam mit seiner Tierwelt, die etwas so Magisches hatte, dass es einem fast märchengleich erschien. Zum Andern wie diese mutige Frau ihre beiden Töchter Johanna und Dorothea zu Frauen erzieht, die einen wachen Geist haben und sich nicht von ihrer Umwelt unterkriegen lassen. Das hat mich enorm beeindruckt, denn man darf ja nicht vergessen, dass das um 1700 spielt und nicht erst vor 50 Jahren.

Mit Raupen, Schmetterlingen und Co habe ich mich bisher noch nie beschäftigt, aber das Thema war so spannend geschildert, dass man gern mehr darüber erfahren und recherchieren möchte.

Fazit: Ein gelungenes Porträt einer tollen, starken Frau, welches ich enorm gern gelesen habe und jedem nur ans Herz legen kann. Tolle Unterhaltung mit viel Lerneffekt.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Überzeugender Reihenauftakt

Die karierten Mädchen
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Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der enorm Lust auf mehr gemacht hat, weil er leider mit einem offenen Ende daherkommt.

Die Hauptakteurin Klara ist 90 Jahre ...

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der enorm Lust auf mehr gemacht hat, weil er leider mit einem offenen Ende daherkommt.

Die Hauptakteurin Klara ist 90 Jahre alt, blind und hält ihre Erinnerungen mittels Kassetten fest, um ihre Nachfahren an ihrem Leben teilhaben zu lassen, was ich als enorm spannende Idee ansehe und mir Gänsehaut verursacht, wenn ich mir vorstelle, dass meine Großeltern das getan hätten, denn so könnte ich noch ihre Stimmen anhören, obwohl sie schon lange nicht mehr leben.

Als Leser hat man so die Möglichkeit ihr Leben ab 1929, der Zeit der Wirtschaftskrise, zu erleben.

Die Thematik Nationalsozialismus wird realistisch dargestellt und die Autorin beschönigt nichts. Ich hatte sogar Verständnis für das Handeln von Klara, auch wenn viele das aus heutiger Sicht verurteilen würden, aber viele Möglichkeiten hatte die arme Frau eben auch nicht. Speziell finde ich nur, dass die Sympathieträger offenbar alle gegen das System waren, was sich etwa so liest als käme die Ansicht aus der heutigen Zeit und nicht von damals, aber mich hat das nicht gestört, da ich mich so besser mit den Figuren identifizieren konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Ich konnte problemlos in die Handlung abtauchen und habe das Geschilderte sehr genossen. Und vor allem lernt man auch wieder mal etwas dazu.

Fazit: Sehr lesenswert, das solltet ihr euch in jedem Fall gönnen!

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Veröffentlicht am 24.07.2022

Familie kann man sich nicht aussuchen

Was ich nie gesagt habe
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Für mich ist es das erste Buch der Autorin, da mir beim Kauf nicht bewusst war, dass es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt. Aber das war kein Problem, da man trotzdem alles versteht.

Ich habe ...

Für mich ist es das erste Buch der Autorin, da mir beim Kauf nicht bewusst war, dass es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt. Aber das war kein Problem, da man trotzdem alles versteht.

Ich habe etwas lieber den Part in der Vergangenheit gelesen, da mir Konrad einfach sympathischer war als Tom. Zudem muss Konrad so viel aushalten als Vollwaise und ich fand die Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern sehr gut beschrieben. Irgendwie war mir gar nicht bewusst, dass man Gefangene mit in die USA genommen hat, um sie dort als Arbeitskraft zu nutzen. Ich kannte das immer nur von russischen Gefangenen.

Die Autorin nimmt sich hier einem Thema an, von dem ich gar nicht wusste, dass es so früh bereits seine Anfänge fand. Carl Clauberg musste ich erstmal googeln, da ich von dem vorher noch nie etwas gehört hatte. Ich fand es unglaublich spannend, dass schon so früh Hilfe beim Kinderkriegen möglich war. Irgendwie dachte ich immer das sei ein Thema der heutigen Zeit.

Gelungen fand ich zudem wie die Beziehung zwischen Jenny und Tom beschrieben wurde, denn es zeigt deutlich dass das auch Arbeit ist und nicht immer eitel Sonnenschein, erst Recht wenn es ein Baby gibt.

Ebenfalls klasse war die Darstellung von Demenz durch die Figur Greta. Das hat sich für mich sehr schlüssig gelesen. Es muss schon hart sein, wenn sich die eigenen Eltern durch so eine heftige Erkrankung so stark verändern.

Fazit: Eine tolle Geschichte in einer tollen Stadt. Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.07.2022

In der Kürze liegt die Würze...

Sieben Tage Sommer
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Ewigkeiten hat mir eine Freundin vorgeschwärmt wie gut Thommie Bayers Bücher wären, auch wenn sie nicht sonderlich seitenstark wären. Und sie hatte so Recht.

Max Torberg lädt seine einstigen Retter ein ...

Ewigkeiten hat mir eine Freundin vorgeschwärmt wie gut Thommie Bayers Bücher wären, auch wenn sie nicht sonderlich seitenstark wären. Und sie hatte so Recht.

Max Torberg lädt seine einstigen Retter ein zu seinem Urlaub in Südfrankreich. Auch wenn die Geladenen es etwas ungewöhnlich finden, dass der Gastgeber nicht erscheint, so genießen sie die Zeit und werden von Anja fast überschwänglich verwöhnt.

Etwas überrascht, dass das Geschriebene Nachrichten sind, die untereinander ausgetauscht werden, hatte ich mich doch schnell daran gewöhnt und genoss die unterschiedlichen Perspektiven. Sonst verspürt man so viel Nähe ja nur, wenn ein Ich- Erzähler agiert, aber dieser besondere Erzählkniff, den ich so noch nicht erlebt habe, gefiel mir sehr. Es ist schon erstaunlich wieviel man durch E- Mails so erfahren kann und da will man gewiss nicht, dass der eigene private Mailaccount mal von anderen gelesen wird.

Bayer gelingt es zudem so leicht und angenehm zu schildern, dass man das Dargestellte inhaliert und die wenigen, aber gehaltvollen Seiten, schnell gelesen sind, aber noch lange im Kopf bleiben. Das Ende überrascht und überzeugt zugleich.

Das ist die entspannte Lektüre, die man im Sommer braucht, wenn im TV absolut nichts läuft oder um es sich auf der Strandliege gemütlich zu machen. Und so darf man hier auch Beobachter mit dem eigentlichen Observierer sein.

Fazit: Wohlfühlalarm und ein toller Lesegenuss. Klasse!

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Veröffentlicht am 16.07.2022

Noch krasser als der Film

Der Mann, der vom Himmel fiel
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Als enormer David Bowie Fan habe ich alles von ihm weggesuchtet, so auch den Film "Der Mann, der vom Himmel fiel". Die Romanvorlage war lange kaum zu bekommen und so war ich doch über die Wiederveröffentlichung ...

Als enormer David Bowie Fan habe ich alles von ihm weggesuchtet, so auch den Film "Der Mann, der vom Himmel fiel". Die Romanvorlage war lange kaum zu bekommen und so war ich doch über die Wiederveröffentlichung sehr froh.

Tja und was soll ich sagen: Das Buch ist nochmal intensiver als der Film von damals.

Was mich am meisten beeindruckt hat war, dass trotz der recht geringen Seitenzahl viel vermittelt wird. Newtons Welt ist nahezu zerstört und er möchte die Erde und die Menschen darauf nicht den gleichen Fehler machen sehen. Was 1963 noch wie Science Fiction klang mit Umweltverschmutzung, Krieg, hungernden Menschen und Co, ist heute mehr denn je Realität. Genau das bedrückt am meisten bei der Lektüre.

Während mir der Zugang zu Forschern wie Nathan Bryce schwerfiel, spürte ich direkt eine Verbindung zu Newton, auch wenn er von einem anderen Stern stammt. Seine ruhige, liebenswerte und bedachte Art hat mich doch sehr für ihn eingenommen. Auch wie er die Zufallsbekanntschaft Betty Jo nicht für seine Zwecke ausnutzt, sondern ihr hilft, das hat mir imponiert. Denn wer interessiert sich schon für eine alkoholkranke Sozialhilfeempfängerin?

Richtig schlimm lasen sich für mich die vielen Tests an ihm und das Machtgehabe der Regierungsangestellten. Gerade Letzteres sieht man nun leider nahezu täglich in den Nachrichten.

Die aufgezeigten Erfindungen wie Kugeln statt Platten für Musik hatte etwas so faszinierendes und exotisches, dass ich es irgendwie spannend finden würde, wenn es so etwas in echt gäbe.

Fazit: Ein Klassiker der Science Fiction Welt, den viele wiederentdecken sollten, da sie sonst etwas verpassen würden. Klare Must-Read-Empfehlung!

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