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Veröffentlicht am 11.02.2023

Phantastische Geschichte mit Tiefgang

Eichen müssen her!
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„...Kiova und Quina waren die beiden Ältesten des kleinen Volkes, welches schon seit Äonen von Jahren friedlich und glücklich auf dem wunderschönen Planten Platana lebte. Auf diesem wurde sehr darauf geachtet, ...

„...Kiova und Quina waren die beiden Ältesten des kleinen Volkes, welches schon seit Äonen von Jahren friedlich und glücklich auf dem wunderschönen Planten Platana lebte. Auf diesem wurde sehr darauf geachtet, nachhaltig mit den Kreisläufen des Heimatplaneten umzugehen...“

Der zweite Band der Reihe führt zuerst zurück in die Vergangenheit. Dort erzählt er die Geschichte von Orlana, der Tochter von Kiova und Quina. Gleichzeitig aber ist es auch die Geschichte vom Untergang des Planeten, der von einem anderen Volk verursacht wird. Deren Unvernunft führte zur Katastrophe.
Die Autorin hat eine spannende Fortsetzung geschrieben. In jeder Zeile ist ihre Intention spürbar: Es geht ihr darum, auf die Verletzlichkeit der Erde hinzuweisen. Das geschieht durch eine fesselnde Handlung, aber auch immer wieder durch philosophische Einschübe.

„...Alles in der materiellen Welt, das einen Anfang hatte, wird auch ein Ende haben, Dazu gehören auch Befindlichkeiten...“

Dann wechselt die Geschichte ins Jahr 2021 in Deutschland. Tanja hat sich im Waldhaus eingerichtet. Sie kümmert sich um den Wald. Quick Deer vom Volk der Lakota bringt ihr seine Weisheit dar:

„...Das ist auch so eine Unart, dass Land überhaupt verkauft werden kann. Was bilden sich die Menschen nur ein, zu denken, sie könnten Land besitzen? Das Land ist viel älter...“

Immer mal wieder wird Tanjas Diskrepanz zwischen ihren Ansprüchen und den Forderungen des Lebens deutlich. Einbezogen werden aktuelle Ereignisse wird der Klimagipfel n Glasgow. Spannend ist dabei insbesondere das Gespräch mit Louis. Der Steckt voller Hass, kein Wunder bei seiner Vergangenheit. Tanja macht ihm klar, dass Gewalt keine Lösung ist.
Als in einem Waldgebiet in Tanjas Nähe uralte Eichen Gefällt werden und all ihre Eingaben ohne Erfolg bleiben, hinterlässt das bei Tanja tiefe Spuren. Sie will nicht mehr.

„...Ich sage mal ganz klar: Der Mensch ist hier nur geduldet. Niemand benötigt ihn zum Überleben. Keine Pflanze und kein Tier ist auf ihn angewiesen...“

Karlao, deren Wesen darin bestimmt, dass Eigentum relativ ist, und alles allem gehört und gern den Besitzer wechseln darf, wird noch deutlicher:

„...Ich meine, von „intelligent“ kam beim Menschen wohl kaum die Rede sein. Immerhin sägt diese Spezis gerade den Ast ab, auf dem sie sitzt. Dafür muss man schon ziemlich dumm sein...“

Eingebunden wird auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Tanja und ihre Freunde diskutieren, was sie für den Frieden tun würden.
Tanjas innere Zerrissenheit bleibt nicht ohne Folgen. Sie macht sich angreifbar. Jetzt folgen spannende Kämpfe zwischen Licht und Finsternis rund um den Erdkreis. Die Geschichte führt dabei erneut in die Vergangenheit und die Zeit der Neandertaler.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autorin ist eine fantasievolle Geschichte mit viel Tiefe gelungen.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Schönes Sachbuch für Kinder

Ich bin der Igel
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„...Hallo! Ich bin der Igel. Guck mal, so sehe ich aus:...“

Mit diesem Satz beginnt ein Kinderpappbilderbuch, dem eine Zeichnung des Igels mit Beschriftung folgt. Dann erzählt der Igel selbst von seinem ...

„...Hallo! Ich bin der Igel. Guck mal, so sehe ich aus:...“

Mit diesem Satz beginnt ein Kinderpappbilderbuch, dem eine Zeichnung des Igels mit Beschriftung folgt. Dann erzählt der Igel selbst von seinem Leben. In kurzen, kindgerechten Sätzen beschreibt er sein Leben.

„...Fuchs, Dachs und Uhu mag ich nicht. Und die Katze ist auch gemein...“

Die Kinder erfahren die Speisekarte des Igels, erleben seine ersten Lebensjahre, seine Schutzmöglichkeiten und sein Verhalten im Winter.
Die Bilder sind in gedeckten Farben gehalten, aber sehr naturgetreu gestaltet und mit manchen Feinheiten versehen.
Das Buch besteht aus Recyclingpapier und wurde mit Ökofarben gemalt. Die seiten sind selbst für kleine Kinderhände stabil.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Witziges Kindrbuch mit Tiefe

Der HEISSbär
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„...Das glaubt ihr nicht, wollen wir WETTEN? Wir waren nur kurz die ganze WELT RETTEN!...“

Kann man Klimaschutz den kleineren Kindern auf humorvolle Art beibringen? Der Autor hat es versucht und dabei ...

„...Das glaubt ihr nicht, wollen wir WETTEN? Wir waren nur kurz die ganze WELT RETTEN!...“

Kann man Klimaschutz den kleineren Kindern auf humorvolle Art beibringen? Der Autor hat es versucht und dabei ist ein witziges Kinderbuch entstanden. Obiges Zitat steht übrigens fast am Ende des Buches.
Am Nordpol wird es immer wärmer. Früher brauchte man heißen Tee, heute trifft der Bär den Hai in der Bar. Der macht ihn darauf aufmerksam, wo die Gefahren liegen, denn er ist über alle Weltmeere geschwommen. Gemeinsam machen sich Heißbär und Hai auf, um etwas für das Klima zu tun.
Die Verse sind witzig und kindgerecht. DieReime passen gut zum Inhalt. Sie sind leicht einzuprägen.
Die Bilder sind farbenfroh und lustig. Die Verwendung eher zarter Farben und das Spiel mit den Schattierungen in Blau und Rosa dürfte Kinder besonders ansprechen. Den Protagonisten steht ihre Lebensfreude ins Gesicht geschrieben. Sie wissen um den Ernst der Lage, gehen aber mit Humor und Elan ans Werk.
Die Tipps, was jeder einzelne tun kann, sind kurz, prägnant, verständlich und leicht umsetzbar.
Gleichzeitig lernen die Kinder den Wert von Freundschaft kennen und was man erreicht, wenn man zusammenarbeitet. Die Idee, dass ausgerechnet Eisbär (oder Heißbär) und Hai zu Freunden werden, finde ich clever. Das zeigt, dass im Ernstfall alle Ressentiments keine Rolle spielen und jeder gebraucht wird.
Das Buch wird durch Malvorlagen und ein Klimaposter ergänzt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gehört in jeden Kindergarten und in jede Kinderbibliothek.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Süßes Kinderbuch

Gibt es noch ein Plätzchen für das kleine Kätzchen?
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„...Dieses kleine müde Kätzchen sucht zum Schlafen noch ein Plätzchen...“

Mit diesem Vers beginnt ein schönes Kinderbuch, das auf dem Bauernhof spielt. In dem Pappbilderbuch steht auf jeder Seite ein ...

„...Dieses kleine müde Kätzchen sucht zum Schlafen noch ein Plätzchen...“

Mit diesem Vers beginnt ein schönes Kinderbuch, das auf dem Bauernhof spielt. In dem Pappbilderbuch steht auf jeder Seite ein vierzeiliger Vers. Der ist gekonnt in die farbenfrohes Bilder eingebunden. Die Reime sind einfallsreich, die Texte kindgerecht.
Während das Kätzchen seinen Platz sucht, lernt der kleine Leser die verschiedenen Tierunterkünfte auf dem Bauernhof kennen. Doch in jedem wird es abgewiesen. Langsam neigt sich der Tag dem Abend zu. Da hat das kleine Kätzchen eine letzte Idee.
Das Bilderbuch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Empfehlenswerter historischer Roman

Der dunkle Erbe
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„..Er kannte den Inhalt der Nachricht, noch bevor er das Siegel brach, das wie eine dunkler Blutfleck die Seiten des Pergaments verschloss. Seine Hände zitterte...“

WilliamMashall befindet sich im April ...

„..Er kannte den Inhalt der Nachricht, noch bevor er das Siegel brach, das wie eine dunkler Blutfleck die Seiten des Pergaments verschloss. Seine Hände zitterte...“

WilliamMashall befindet sich im April des Jahres 1199 in Rouen, als ihn die Nachricht vom Tode König Löwenherz` erreicht. Nun sind schnelle Entscheidungen vonnöten. Zwei Männer werden nach der Krone greifen. Das ist zum einen John, Richards jüngerer Bruder, zum anderen Arthur, Richards 12jähriger Neffe.
Der Autor hat einen fesselnden historischen Roman geschrieben. Das Buch zeugt in jeder Zeile von der ausführlichen und gründlichen Recherche.
Der Inhalt ist aber nur das eine. Was mich begeistert, ist der Schriftstil. Im Gegensatz vieler andere historischer Romane strotzt er vor trockenen Humor, Sarkasmus und Spitzzüngigkeit.

„...Der Hof des Königs war eine Schlangengrube, in der die meisten Schlangen zischten, bevor sie zubissen. Ein diesbezüglich feines Gehör war überlebenswichtig...“

Hinzu kommt, dass die einzelnen Kapitel aus der Sicht verschiedener Personen erzählt werden. Das ergibt ein vielschichtiges Bild der Ereignisse.
So wird die Umgebung von König Richard charakterisiert. Angeblich hat der König auf dem Sterbebett John zu seinem Nachfolger bestimmt. William Marshall will sich dafür einsetzen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. Im Prinzip hat England die Wahl zwischen Pest und Cholera. Zu John komme ich später.
Herzog Arthur ist ein unreifes Bürschchen, das am Rockzipfel seiner resoluten Mutter hängt und sich von König Philipp Hilfe gegen John erwartet. Dabei merkt er nicht, wie geschickt er über den Tisch gezogen wird. Arthur überrascht mich erst kurz vor seinem Tod. In dem Moment erweist er sich als Mann mit Prinzipien. Die Kerkerhaft scheint ihn nicht gebrochen sondern stark gemacht zu haben.
John braucht für seine Wahl die Stimme der Barone. Das wird für ihn teuer. Er muss sie kaufen. Damit das überhaupt gelingt, bleibt ihm nur die Loyalität von Marshall.

„...Viele Barone hingen ihre Fahnen in die Richtung, aus welcher der Wind am stärksten wehte und den Geruch von Silber und Gold mit sich trug...“

John ist unberechenbar. Ein bester Freund ist der Alkohol. Einen gewissen Einfluss auf ihn hat nur seine Mutter Eleonore von Aquitanien. Doch die ist nicht mehr die Jüngste. Aber sie kennt ihren Sohn genau. Deshalb vertraut sie nicht ihm das Silber an, das für die Bestechung der Barone gebraucht wird, sondern William Marshall.
Der Autor hat hier zwei völlig gegensätzliche Männer einander gegenübergestellt. William ist dafür bekannt, dass er sein Wort hält. Er ist seiner Frau treu, ein exzellenter Kämpfer und ein strategischer Denker. Er geht Entscheidungen mit kühlem Kopf an. Johns feine Nadelstiche lässt er an sich abblättern. Doch ein guter Freund warnt ihn:

„...Manche hungern nach der Wahrheit, mögen jedoch ihren Geschmack nicht, wenn sie vor ihnen auf dem Teller liegt. Ihr solltet nicht zu ihnen gehören...“

Es sind nicht nur Johns fatale politische Entscheidungen, die ihr die Normandie kosten. Er versteht es auch ausgezeichnet, Männer, die ihn den Sieg beschert haben, vor den Kopf zu stoßen und zu beleidigen. Ein walisisches Sprichwort lautet:

„...In drei Dingen mag ein Mensch sich täuschen: in einem Mann, bis er ihn kennt, in einem Baum, bis er ihn fällt, und in einem Tag, bis er vorüber ist...“

Zwei historische Karten, ein Personenverzeichnis und ein inhaltsreiches Nachwort ergänzen das Buch.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es erlaubt einen Einblick in ein Stück Geschichte, bei der nicht die Kriegsereignisse im Vordergrund stehen, sondern das Tun und Handeln mächtiger und weniger mächtiger Männer und Frauen. Der Autor erzählt nicht nur, was geschieht, sondern vor allem, warum es geschieht.

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