Cover-Bild Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 03.01.2014
  • ISBN: 9783832197483
Haruki Murakami

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Roman
Ursula Gräfe (Übersetzer)

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2017

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

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Mein Lieblingsautor Haruki Murakami beherrscht es wie kein anderer, dass ich beim Lesen regelrecht mit dem Buch “Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki” verschmolzen bin. Man hat das Gefühl, das Buch ...

Mein Lieblingsautor Haruki Murakami beherrscht es wie kein anderer, dass ich beim Lesen regelrecht mit dem Buch “Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki” verschmolzen bin. Man hat das Gefühl, das Buch zu schreiben, während man es liest – das ging mir schon bei Murakamis bemerkenswerten Buches “Kafka am Strand” so. Auch scheint es mir, dass alle seine Geschichten am gleichen Ort spielen und nur andere Personen auftauchen. Es ist absolut magisch wie Haruki Murakami schreibt.

Auch die Aufmachung, vom Cover bis zum Layout – es ist alles harmonisch aufeinander abgestimmt. Ich bin ohnehin ein großer Fan der Cover des Dumont Verlages, sie passen immer zu den jeweiligen Büchern und laden zu einem längeren Betrachten ein.

Farben spielen im neuen Roman Huraki Murakamis eine große Rolle. Fünf junge Menschen zwischen sechzehn und siebzehn bilden den Kern der Geschichte. Alle haben eines gemeinsam: Sie tragen in ihrem Nachnamen eine Farbe. Die beiden Mädchen heißen Shirane (weiße Wurzel) und Kurono (schwarzes Feld), die Jungen Akamatsu (Rotkiefer) und Oumi (blaues Meer) und rufen sich auch in ihren Farben: Aka, Ao, Shoro und Kuro.

Und dann ist da noch der fünfte im Bunde: Tsukuru Tazaki teilt als einziger die farbliche Stofflichkeit der anderen nicht. Sein Name verweist auf keine Farbe. Dieser Umstand, der ihm schwer zu schaffen macht, verleitet ihn zu dem Glauben, in allen Dingen nur mittelprächtig zu sein. Tsukuru fühlt sich farblos, fad, unauffällig und reizlos.

Dann geschieht etwas (ich möchte hier nicht so sehr vorgreifen) und die Freundschaft der fünf zerbricht. Ab sofort wird Herr Tazaki von den anderen ignoriert, aus ihrem Kreis ausgestoßen. Er fällt in ein tiefes, schwarzes Loch. Er wird seine Freunde lange Zeit (20 Jahre) nicht mehr sehen. Dann, mit 36 Jahren, Ingenieur für Bahnhofsbau von Beruf, und einer neu beginnenden, zarten Liebe, macht er sich auf den “Pilgerweg” in seine Vergangenheit, um die Ursache des damaligen Bruches mit seinen Freunden zu erkunden.

Aufgefallen ist mir in diesem Buch die auffällige Nennung von Markennamen, als Symbol für die Jetzt-Zeit, in der wir leben. Murakami verwendet auch sehr seltene Fremdwörter und Wörter wie z. B.

“Diese Möglichkeit schwebte wie eine feste, kleine Lenticulariswolke ständig über ihnen.”

(Anmerkung: Lenticulariswolken sind Wolken in Form von Linsen und Mandeln. )

Es ist ein Buch über Verletzungen und Freundschaft, über mangelndes Selbstvertrauen, über ein sich nicht gut genug fühlen, Einsamkeit, ein Buch über die Liebe und alles, was einem Menschen am “Leben”, am Fühlen hält. Die Geschichte ist mystisch und für Murakami-Fans ein Must-have!

Klare Kaufempfehlung!

Veröffentlicht am 30.05.2019

Wundervoller, bewegender Roman über Freundschaft

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Tsukuru Tazaki ist 36 Jahre alt und lebt in Tokio. Er ist Ingenieur, plant Bahnhöfe und baut diese um. Beruflich ist er recht erfolgreich, privat ist er hingegen sehr einsam. Als er nach der Schule ein ...

Tsukuru Tazaki ist 36 Jahre alt und lebt in Tokio. Er ist Ingenieur, plant Bahnhöfe und baut diese um. Beruflich ist er recht erfolgreich, privat ist er hingegen sehr einsam. Als er nach der Schule ein Studium in Tokio beginnt, bleibt die Freundschaft zu seinen in der Heimat Nagoya verbleibenden Schulfreunden zunächst bestehen. Mit 20 Jahren, im zweiten Studienjahr, wird er jedoch ohne Angabe von Gründen von seiner Clique verstoßen. Dieses Erlebnis hat er nie verarbeitet. Nun, 16 Jahre später, begibt sich Tsukuru auf Anraten seiner neuen Partnerin Sara auf eine Reise in die Vergangenheit um das Geschehene zu verstehen und aufzuarbeiten.

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch heran gegangen, da mich weder der Titel noch der Klappentext wirklich angesprochen haben. Ich wurde jedoch positiv überrascht. Haruki Murakami hat einen eindrucksvollen Roman über einen zutiefst einsamen Menschen geschrieben, der sich selbst als farblos und langweilig beschreibt und sich nicht für liebenswert hält. Der Verstoß durch seine Freunde hat ihn stark geprägt. Er ist nicht in der Lage Bindungen einzugehen und tiefere Gefühle zuzulassen.

Mit „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ hat Murakami einen wundervollen, bewegenden Roman über Liebe, Freundschaft, Verrat, Schmerz, Schuld, Einsamkeit und Sehnsucht geschaffen, der zum Nachdenken anregt. Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen dieses Buch zu lesen.