Eintönig
Sowohl der Klappentext als auch der Prolog des Buches vermitteln das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um ein dramatisches und handlungsreiches Buch handeln könnte, in dem vor allem der junge Kieran ...
Sowohl der Klappentext als auch der Prolog des Buches vermitteln das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um ein dramatisches und handlungsreiches Buch handeln könnte, in dem vor allem der junge Kieran eine besondere Rolle spielt. Aber das täuscht. Denn „Der Porzellangarten“ ist ein sehr ruhiges Buch. Kieran taucht zwar durchaus in einigen Schlüsselszenen auf, aber der Schwerpunkt der Handlung liegt nicht auf seinen Eigenheiten, die durchaus besonders sind, sondern auf drei Frauen, die sehr unterschiedlich sind, sich aber im Verlauf des Buches kennenlernen und zusammenraffen. Jede von ihnen hat eine Geschichte und jede von ihnen hat eine besondere Rolle zu spielen.
„Der Porzellangarten“ ist ein Buch, das sich schwer beschreiben lässt, da die Handlung kaum greifbar wird. Es passiert nicht viel und die Autorin legt ihr Augenmerk mehr auf die Beschreibung der Personen und der Handlungsumgebung. So gibt es in diesem Buch auch kaum wörtliche Rede, da die Personen nur nebensächlich miteinander agieren oder kommunizieren. Vielmehr wird jede Figur des Buches gesondert betrachtet und ihre komplette Lebensgeschichte beleuchtet. Für Spannung sorgt das nur bedingt.
Als Eigenheit der Autorin fällt auf, dass die wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet ist, sondern durch Kursivschrift. Da die wörtliche Rede aber eher selten vorkommt, muss man sich an diese Besonderheit nicht zu sehr gewöhnen.
Insgesamt betrachtet handelt das Buch schwerpunktmäßig von Familiengeheimnissen und Rätseln aus der Vergangenheit, die ans Tageslicht kommen. Aber da ist nichts Überwältigendes oder Überraschendes dabei, nichts Besonderes. Stattdessen kann man sich ab einem bestimmten Punkt die Auflösung bereits denken und wird von der Autorin nicht sonderlich überrascht.
Wieso dieses Buch gerade den Titel „Der Porzellangarten“ trägt, erklärt sich während des Lesens. Der Titel passt durchaus, spielt aber eher eine untergeordnete Rolle.
Um dieses Buch genießen zu können, muss man in der passenden Stimmung sein. Etwas rührselig, etwas poetisch, etwas melancholisch. Dann bereitet der „Porzellangarten“ bestimmt auch Freude.
Mein Fazit:
Ein sehr ruhiges und eintöniges Buch, das mit leisen Tönen anstelle von großen Geheimnissen aufwartet.