Cover-Bild Armes Ding
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 11.09.2024
  • ISBN: 9783442762668
Matias Faldbakken

Armes Ding

Roman
Maximilian Stadler (Übersetzer)

»Eines Tages, es ist noch nicht lange her, kam ein Kind aus dem Wald gekrochen. Das arme Ding ...« -
der neue Roman des mehrfach preisgekrönten Kultautors Matias Faldbakkens


Der einsame Waisenjunge Oskar arbeitet für Kost und Logis auf dem Hof von Aud und Olav Blum. Eines Tages entdeckt Oskar im Wald ein völlig verwahrlostes Kind, das er einfängt und mit nach Hause nimmt. Das Kind leidet an Wachstumsstörungen und kann kaum sprechen. Doch unter der Obhut von Oskar entwickelt es sich in rasantem Tempo zu einer hübschen jungen Frau, die die Ordnung auf dem Hof gehörig durcheinanderwirbelt. »Armes Ding« ist eine Liebesfabel und ein Bildungsroman, geschrieben mit großer Fantasie, sprachlicher Energie und einer unverwechselbaren Mischung aus Inbrunst und Ironie. Matias Faldbakken erweist sich einmal mehr als einer der originellsten und interessantesten Autoren unserer Zeit.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2024

So eine skurrile Geschichte

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Oskar arbeitet auf dem Hof von Ola und Aud Blum. Die beiden Blum Töchter schenken ihm keine Beachtung. Zum Lohn bekommt er ein warmes Essen und ein Bett. An dem Tag, als er mit der Sense die Wiesen bearbeitet, ...

Oskar arbeitet auf dem Hof von Ola und Aud Blum. Die beiden Blum Töchter schenken ihm keine Beachtung. Zum Lohn bekommt er ein warmes Essen und ein Bett. An dem Tag, als er mit der Sense die Wiesen bearbeitet, bemerkt er auf dem Rückweg ein Geräusch im Unterholz, das zu laut war für ein gängiges Tier. Er späht ins Unterholz, sieht den Schatten einer kleinen menschenähnlichen Gestalt davon Preschen und setzt ihr nach. Das Wesen vor ihm bewegt sich auf allen Vieren, fast wie ein Hund, schlägt Haken und ist schnell verschwunden.

Oskar beeilt sich zum Hof der Blums zurückzukommen denn heute ist ein Fleischtag. Seine Gedanken kreisen um den kleinen Derwisch, das merkt auch Ola Blum, der ihn während des Essens aufzieht. Doch Oskar schaut nur betreten zu Boden und schweigt. In der Nacht stiehlt er einen Laib Brot und die bernsteinfarbene Flasche mit den Worten Dosic und Morphium auf dem Etikett. Im Schuppen findet er noch Nylonschnur, ein Seil, die Axt und eine Taschenlampe. Er packt seinen Rucksack und macht sich auf den Weg.

An der Stelle angekommen, wo er Tags zuvor das Geräusch hörte, schleicht er etwas weiter in den Wald, präpariert das Brot und bastelt eine Falle, mit der man Kleinsttiere stellt. Er macht sich auf den Rückweg, um noch ein wenig zu ruhen. Am nächsten Morgen schaut er sich sein Nachtwerk an. Und weil Oskar so einsam ist, wie ein neunzehnjähriger Bursche, der mit zwölf von seiner Familie verstoßen wurde nur sein kann, fängt er das arme Ding und nimmt es mit zum Blumhof.

Als er es in seine Stube gebracht hat, baut er ihm ein Nest aus Decken und legt es hinein. Er betrachtet es genauer, es stinkt intensiv nach modrigem Wald, die Haare stehen verfilzt ab. Er prüft den Puls, weil er befürchtet, dass er das Morphium überdosiert hat, doch es schläft nur und Oskar wartet.

Fazit: Selten habe ich eine so abgefahrene Geschichte gelesen. Matias Faldbakken hat einen einfach strukturierten Protagonisten geschaffen, der seiner Einsamkeit und Melancholie zu entkommen versucht, indem er ein junges Mädchen fängt. Nachdem er das arme wilde Ding gezähmt hat, bringt er ihm das Sprechen und Benehmen bei. Oskar ist der Einzige, zu dem das Mädchen Vertrauen findet. Die Stimme erzählt aus der Sicht eines auktorialen Erzählers. Zu Anfang ist die Geschichte spannend, dann schlüpfrig und voller Ironie. Später wechselt das ungleiche Paar den Ort und die Entwicklung nimmt einen rasanten Lauf ins Tragische. Die Nebendarsteller sind charakterlich fein ausgearbeitet. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, ist mir unklar geblieben. Das Ende hat viele Fragen aufgeworfen. Insgesamt keine runde Geschichte, aber definitiv skurril.

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