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Veröffentlicht am 11.08.2018

Ein enttäuschendes Werk...

Das Mädchen, das in der Metro las
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Inhalt
"Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche ...

Inhalt
"Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul - manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal."  (Quelle: Verlagshomepage)

Erster Satz des Buches
"Der Mann mit dem grünen Hut stieg immer in Bercy zu, immer an der vorderen Tür des Metrowagens, und genau siebzehn Minuten später stieg er durch dieselbe Tür in La Motte-Picquet-Grenelle wieder aus - und zwar an Tagen, an denen alles einer festen Ordnung folgte."

Infos zum Buch
Seitenzahl: 176 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag
ISBN:  978-3832198862
Preis: 12,99 € (Broschiert) / 4,99 € (Ebook)

Infos zur Autorin
"Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane geschrieben, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden." (Quelle: Verlagshomepage)

Fazit
-> Wieso wollte ich dieses Buch lesen?
Durch die Buchflüsterer bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Der Klappentext liest sich richtig toll und weckt Leselust.

-> Cover:
Ich finde dieses Cover einfach wunderschön - die vielen Bücher in den Regalen, passen einfach perfekt zur Geschichte und lassen wohl bei jedem Bücherliebhaber das Herz ein wenig höher schlagen.

-> Story + Charaktere:
"Das Mädchen, das in der Metro las" weckte mein Interesse und ich stellte mir vor, ein Buch zu lesen, das mich völlig begeistern würde. Bei dem ich in neue (Bücher)-Welten eintauchen könnte und herauszufinden, wie Bücher leben verändern könnten... leider wurde ich bitter enttäuscht, denn nicht nur auf Grund des gruseligen Schreibstils (genaueres weiter unten), sondern auch der merkwürdigen Protagonistin konnte ich keine Freude an dem Buch finden.

Nicht nur, dass Juliette völlig schrullig und langweilig ist, sie kündigt auch noch ihren Job, um sich voll und ganz der Aufgabe widmen zu können, das richtige Buch der richtigen Person zu überbringen. Die Theorie, dass jedes Buch bei einer Person richtig ist, ist an sich ja eigentlich ganz niedlich, bedenkt man jedoch, dass unsere gute Juliette jedes erdenkliche Buch auf dem Flohmarkt erwirbt um es zu horten, versteht man den Sinn dann doch nicht mehr so ganz. Immerhin handelt sie mit ihrer Horterei völlig entgegen dem, was eigentlich ihre "Aufgabe" war! Was, wenn just an diesem Tag genau der richtige Mensch für dieses Buch auf dem Flohmarkt unterwegs gewesen wäre?

Juliette führt, passend zu ihrem Charakter, ein völlig langweiliges Leben und folgt immer demselben Trott, einzig die Begegnung mit Soliman bringt ein wenig Schwung hinein - doch leider nicht genug, um den Leser bei der Stange zu halten. Weder die Charakter sind besonders faszinierend oder tiefgreifend gestaltet, noch die Story und so plätschert das Ganze eher dumpf vor sich hin - und ich als Leser war einfach nur noch froh, als das Ende kam.

-> Schreibstil:
Mit dem Schreibstil kam ich überhaupt nicht zurecht - lange, verschachtelte und komplizierte Sätze, bei denen man am Ende nicht mehr wusste, was die Autorin am Anfang eigentlich sagen wollte. Das lesen war mühsam und ein Lesefluss kam nicht wirklich auf.

-> Gesamt: Nachdem ich weder mit der Protagonistin, noch mit der Handlung wirklich "warm" wurde, kann ich für dieses Buch leider keine Empfehlung aussprechen.

Wertung: 1 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 05.08.2018

Sehr informativer theoretischer Teil, reich bebilderter Praxisteil mit einer Vielzahl von Übungen

Nackenaktivprogramm
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->Gesamt:
Als langjähriger Kopf- und Nackenschmerzgeplagte versuche ich seit Ewigkeiten, nicht nur das richtige Kissen zu finden, sondern auch meine Haltung zu verbessern und regelmäßig Sport zu treiben. ...

->Gesamt:
Als langjähriger Kopf- und Nackenschmerzgeplagte versuche ich seit Ewigkeiten, nicht nur das richtige Kissen zu finden, sondern auch meine Haltung zu verbessern und regelmäßig Sport zu treiben. Dennoch habe ich immer wieder regelrechte Attacken, die mir tagelang Kopfschmerzen bereiten - und fast nichts hilft, um das Ganze zu vermeiden.

Als mir das "Nackenaktivprogramm" aus dem Meyer&Meyer Verlag in die Hände fiel, glaubte ich schon fast nicht mehr daran, dass es mir helfen könnte, denn auch wenn ich aus Berufsgründen über die Problematik informiert bin - behandeln kann ich mich nicht selbst und meine Erfahrung in der Behandlung ist ohnehin begrenzt (denn ich bin "Kinder"Therapeutin).

Besonders gut gefällt mir an diesem Buch der theoretische Teil - das muss ich wirklich schon direkt vorneweg sagen -, denn er erklärt die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen auslösenden Faktoren für Nackenschmerzen nicht nur sehr verständlich - sondern bietet im gleichen Atemzug einen weiteren Baustein zum Therapieerfolg. Die verschiedenen Problematiken, die zusätzlich zum Nackenschmerz auftreten können, bzw. wo sich der Schmerz stattdessen äußert, wird ganz toll beschrieben und führt sicherlich beim ein oder anderen Patienten zu Erleichterung - endlich eine Erklärung für die Problematik, für die keine organische Ursache gefunden werden kann!

Der Übungsteil gliedert sich in mehrere Teile:
Entspannung der Muskulatur,
Kräftigung der Muskulatur, Augenmuskelübungen,
Zungenmobilisierung und Kaumuskulatur, Sensomotorisches Training auf dem Trampolin,
Grundübungen für die Atmung, das tiefe Stabilisierungssystem und zur allgemeinen
Muskelentspannung,
Entspannungsübungen für Mikropausen,
Sensomotorisches Training im Alltag.

All diese Übungen sind durch viele Bilder und kurze Erklärungen bestens verständlich und was ich besonders toll finde: die Wirkung/das Feedback wird ebenso kurz dargelegt, wie die Ausführung! Dadurch kann man nicht nur wenig falsch machen, sondern weiß auch direkt, für was man das Ganze überhaupt macht!

Richtig hilfreich finde ich ebenfalls die Tipps zum Schlafen, dem Arbeitsplatz, Ernährung und Genussmittel, sowie Haushalt und Freizeit. So hat man einen guten Überblick darüber, was man neben den eignetlichen Übungen noch beachten kann/sollte, um möglichst schmerzfrei durchs Leben zu gehen.  Außerdem werden gängige Irrtümer zum Bewegungssystem aufgeklärt - und da ist garantiert einiges dabei, was aufgeklärt werden muss.

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Nützt es denn auch was? Als langjähriger Patient mit ständigen (aber nicht dauerhaften) Schmerzen, war ich lange auf der Suche nach einer guten Kombination an Übungen, die mir Entspannung verschaffen, aber auch dafür sorgen, dass das nicht ständig vorkommt. Auch wenn ich das Buch jetzt noch nicht ewig ausprobiere, so kann ich doch schon erste Erkenntnisse mit euch teilen: es nützt auf jeden Fall etwas! Alleine die Entspannungsübungen (auch die vom Kiefer) helfen mir an besonders schlimmen Tagen beim "lockerlassen" und der Schmerz lässt zumindest ein wenig nach. Auch die Kräftigungsübungen sind leicht ausführbar, aber deren Wirkung kann man natürlich jetzt noch nicht langfristig vorhersagen. 

-> Kurzfazit: 
Das Buch "Nackenaktivprogramm" von Müller/Kreutzfeldt/Becker sollte definitiv bei jedem Nacken- oder Kopfschmerzpatient im Regal stehen, denn nicht nur der äußerst informative theoretische Teil hilft zu einem besseren Verständnis - auch der Praxisteil sorgt ruckzuck für Erleichterung!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 04.08.2018

Maktub: Es steht geschrieben...

Wie die Erde um die Sonne
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-> Story + Charaktere:
"Wie die Erde um die Sonne" ist der vierte Band der "Romance Elements" Reihe von Brittainy C. Cherry. Ich habe bisher ehrlich gesagt noch keinen der Vorgängerbände gelesen, war aber ...

-> Story + Charaktere:
"Wie die Erde um die Sonne" ist der vierte Band der "Romance Elements" Reihe von Brittainy C. Cherry. Ich habe bisher ehrlich gesagt noch keinen der Vorgängerbände gelesen, war aber sehr gespannt - denn die Autorin wird von vielen gelobt. Da die Bücher der Reihe unabhängig sind und keinerlei Verbindung zueinander haben, war meine Unwissenheit über die Vorgänger kein Problem.

Der Roman beschreibt nicht nur zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten, die irgendwie zueinander finden, sondern auch eine fantastische Liebesgeschichte, die eigentlich keine sein dürfte - denn er ist der Mann ihrer Schwester. Lucille "Lucy" Palmer ist der reinste Sonnenschein, durch und durch Optimistin und mit sich selbst und der Welt im Reinen. Graham Russel ist ein düsterer und zurückgezogener Bestseller-Autor, der sich keine Gefühle zugesteht - denn wer fühlt, wird verletzt. Als Lucy aus beruflichen Gründen auf der Bestattung seines Vaters auftaucht, weiß sie weder, dass es sich bei Graham um ihren Schwager handelt - noch, dass ihre Schwester verheiratet und schwanger ist und fühlt sich, wie vor den Kopf gestoßen. Durch besondere Umstände begegnen sich Lucy und Graham erneut und merken nach und nach, wie sehr sie sich gegenseitig brauchen...

Obwohl ich viel lese, auch in diesem Genre, habe ich lange kein Buch mehr gelesen, das mich so tief berührt hat, wie es dieser Roman geschafft hat. Dies mag vermutlich nicht zuletzt daran liegen, dass ich mich - trotz des gravierenden Unterschiedes zwischen den Persönlichkeiten von Lucy und Graham - in beiden wiederfinden und ein Stück von mir selbst in ihnen erkennen konnte. Lucys emotionales Wesen und Grahams Meinung, dass man am Ende von jedem im Stich gelassen wird, den man liebt - weil das Leben nicht fair ist - steckt nicht all das auch in jedem von uns?

-> Zitat<-
">Fühle nicht soviel.<

Ich atmete aus.

>Lass nicht zu, dass andere Deine Gefühle auf diese Art beherrschen. Blende sie aus.<

>Ich soll meine Gefühle ausblenden?<

Ich nickte.

>Das kann ich nicht<, erwiderte sie, noch immer weinend. Sie legte die Hände auf ihr Herz und schüttelte den Kopf.
>Das bin ich. Ich bin die Frau, die alles fühlt.<

Ich konnte sehen, dass sie die Wahrheit sagte. Sie war die Frau, die alles fühlte, und ich war der Mann, der gar nichts fühlte.

>Dann wird die Welt alles daran setzen, Dich zu zerstören<, erklärte ich."
S. 62
-> Zitat Ende <-

Die Liebesgeschichte entwickelt sich schleichend und gerade das macht sie so bezaubernd - sie ist leise, aber ganz groß und realistischer, als in vielen anderen Büchern. Sie ist echt und sie berührt. Sie lässt hoffen und glauben und optimistischer aufs Leben blicken, egal wie man vorher eingestellt war - weil man neben all seinen Ängsten der Liebe doch eine Chance geben muss - sonst verpasst man etwas.

Nicht nur die Liebe zwischen Lucy und Graham, sondern auch der Charme der kleinen Talon ist ganz großes Kino. Man weint, man lacht, man schimpft, man leidet... und man liebt. Die Emotionen sitzen ganz tief und genau das macht das Buch zu einem richtigen Pageturner - der mich ruckzuck aus einer kleinen Leseflaute befreit hat.

-> Schreibstil:
Bildhaft, gut verständlich und hochemotional.

-> Gesamt:
Eine grandiose und sehr emotionale Lovestory, die etwas ganz besonderes ist - auch wenn man vielleicht glaubt, so etwas schon 100x gelesen zu haben. "Wie die Erde um die Sonne" ist anders...lebhafter, emotionaler...besser.

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 30.07.2018

Origineller Plot, schwierige Protagonistin und ein wenig zu langatmig...

Bernsteinstaub
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-> Story + Charaktere:
Die Idee des Buches - dass es Menschen gibt, die die Zeit beeinflussen, sie anzuhalten und bewusst steuern können, fand ich wahrlich ziemlich grandios und eine zeitlang konnte ich ...

-> Story + Charaktere:
Die Idee des Buches - dass es Menschen gibt, die die Zeit beeinflussen, sie anzuhalten und bewusst steuern können, fand ich wahrlich ziemlich grandios und eine zeitlang konnte ich mich mit dem Buch ganz gut unterhalten. Leider muss ich jedoch gestehen, dass ich mit fortlaufender Lektüre stellenweise doch ein wenig zu häufig auf die Uhr sehen und es immer öfter beiseite legen musste. Dies lag vor allem daran, dass sich manche Passagen nicht nur endlos zogen, sondern andere, die ich deutlich spannender fand viel zu sehr gekürzt wurden. Immer dann, wenn es gerade wirklich interessant wurde, wechselte irgendjemand das Thema oder die Protagonistin interessierte sich für völlig andere Dinge als die, die ich gerne näher erläutert gehabt hätte.

Auch gefiel mir Ophelia als Protagonistin nicht ganz so gut, da sie stellenweise unreif und kindisch wirkte und ganz und gar nicht ihrem Alter von 16 Jahren entsprach. Ihre Schwester Grete mochte ich auf Grund ihrer Arroganz aber ehrlich gesagt noch ein bisschen weniger... 

Leander, ebenfalls einer der Zeitlosen, fand ich da schon deutlich interessanter, besonders da um seine Person ein großes Geheimnis gemacht wird und die Informationen nur nach und nach ans Licht kommen. Auch wenn ich genau dies an der Geschichte bemängelt habe, fand ich diesen Punkt bei Leander sehr passend, da die tollen Ideen zur Figur so besser zur Geltung kamen. Ophelias Ur(?)großmutter Pippa gefiel mir ebenfalls unwahrscheinlich gut, denn mit ihrem Verhalten wirkt sie eher wie ein verrückter Teenie, als eine Großmutter.

Auch wenn ich die Ausarbeitung des Plots nicht ganz so gelungen fand, gefiel mir die Idee hinter der Geschichte sehr gut und auch die kleine Liebesgeschichte passte perfekt dazu. Dennoch hätte ich mir an einigen Stellen ein schnelleres Vorankommen und mehr Information gewünscht. Außerdem hätte ich gerne viel mehr miterlebt, wie es Ophelia schafft, ihre Gabe zu benutzen, bzw. auch, wie sie beim üben scheitert - das aalglatte, ständige gelingen war mir einfach zu unnatürlich.

-> Schreibstil: 
Der Schreibstil ist gut lesbar und durch die wechselnden Perspektiven (aus der Ich-Perspektive von Ophelia und aus der Sicht von Leander, die durch einen Erzähler geschildert wird) erfahren wir einiges über die Personen aus unterschiedlicher Sichtweise.

-> Gesamt: 
Origineller Plot, schwierige Protagonistin, tolle Nebencharaktere und ein wenig zu langatmig.

Wertung: 3 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 25.07.2018

Gesellschaftskritischer Roman mit aktueller Thematik.

Bad Friends - Was habt ihr getan?
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-> Story + Charaktere:
Noah und Abdi sind zwei völlig unterschiedliche Jungs, die sich dennoch anfreunden. Noah - ein krebskranker Junge aus gutem Haus - und Abdi, ein somalischer Flüchtlingsjunge. Abdi ...

-> Story + Charaktere:
Noah und Abdi sind zwei völlig unterschiedliche Jungs, die sich dennoch anfreunden. Noah - ein krebskranker Junge aus gutem Haus - und Abdi, ein somalischer Flüchtlingsjunge. Abdi behandelt Noah endlich so, wie er es sich wünscht - nämlich komplett normal und nicht, wie einen krebskranken Jungen im Endstadium. Eines Nachts endet das Treffen der beiden damit, dass Noah bewusstlos im Kanal gefunden wird und Abdi nicht vernehmungsfähig ist, da er traumatisiert ist und kein Wort sagt. Was hat er mit der ganzen Sache zu tun? Jim Clemo nimmt sich der ganzen Sache an und versucht mit allen Mitteln herauszufinden, was in dieser Nacht geschah...

Gilly MacMillan liefert uns mit "Bad Friends" einen gesellschaftskritischen Roman, der die aktuelle Flüchtlingsthematik nicht nur aufgreift, sondern den Leser zwingt, sich damit auseinanderzusetzen. Wie werden Flüchtlinge behandelt, stigmatisiert und verurteilt, ohne dass es tatsächliche Beweise für ihre Schuld gibt? Wie fühlen sie sich nach der Flucht aus dem Heimatland und was zwingt sie überhaupt dazu, zu flüchten? Mit welchen Problemen müssen sie sich im neuen Land auseinandersetzen? Doch nicht nur das: auch die Krebserkrankung von Noah setzt dem Leser zu und sorgt dafür, dass wir uns mit Krankheit, Leben und Tod auseinandersetzen müssen - ob wir wollen, oder nicht. Das macht "Bad Friends" zu einer eher schweren Kost, die erst einmal verdaut werden will. Krankheit, Flucht, Anfeindungen und eine Freundschaft, die so manche Hürde überwinden muss, denn Toleranz/Akzeptanz ist für viele leider ein Fremdwort. Was geschah in dieser Nacht? Diese Frage fesselt und hält den Leser bei der Stange, auch wenn das Lesen durch die fehlende Kapiteleinteilung und die fehlende Kennzeichnung des aktuellen Erzählers erschwert wird und man sich ständig neu orientieren muss.

Auch wenn ich mir stellenweise ein wenig schwer tat und mich diese ständige Orientierungslosigkeit störte, gefiel mir "Bad Friends" gerade wegen der emotional aufwiegelnden Thematik gut und die Autorin schafft den Balanceakt zwischen einem forderndem Protagonisten und einem der bereit ist alles zu geben, um endlich akzeptiert zu werden.

-> Schreibstil: Der Schreibstil ist gut verständlich und lässt sich locker leicht lesen. Wir begleiten in wechselnden Perspektiven Abdis Schwester Sofia, Noah und den Detectiv Jim Clemo, was für einen guten Einblick in die verschiedenen Personen sorgt.

Was mich massiv gestört hat war die Tatsache, dass zwischen den Perspektivenwechseln  keine Überschriften standen, die erklärten, wer gerade aus seiner Perspektive erzählt.

-> Gesamt: Insgesamt gefiel mir "Bad Friends" gut, auch wenn ich mir eine Kapiteleinteilung ebenso gewünscht hätte, wie der Hinweis zu Beginn eines Perspektivenwechsels, um wen als Erzähler es sich aktuell handelt.

Wertung: 4 von 5 Sterne!