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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2024

verstörend spannend

Das Baumhaus
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Ich muss sagen, dass mich das Buch etwas zwiegespalten zurücklässt.
Zum einen fand ich es sehr spannend, gut konstruiert und für mich nicht unbedingt vorhersehbar. Zum anderen finde ich das Thema sehr ...

Ich muss sagen, dass mich das Buch etwas zwiegespalten zurücklässt.
Zum einen fand ich es sehr spannend, gut konstruiert und für mich nicht unbedingt vorhersehbar. Zum anderen finde ich das Thema sehr verstörend.Ohne jetzt spoilern zu wollen, finde ich die Thematik sehr grenzwertig. Für mich, die ich Mutter von 3 Kindern bin, waren manche Beschreibungen von Szenen schwer zu ertragen und ich brauchte lange für dieses Buch, weil ich es nur häppchenweise lesen konnte. Auch die vielen skurrilen Personen, die sich mit Tod und Verwesung beschäftigten, waren mir etwas zu abgedreht.

Die unterschiedlichen Zeitebenen und auch die unterschiedlichen Sichtweisen von Personen haben erheblich zur Spannung dieses Buches beigetragen und den Leser immer wieder auf falsche Fährten geführt. Dies war sehr geschickt konstruiert und hat den Reiz dieses Buches ausgemacht.
Die abscheulichen Verbrechen an den Kindern waren für mich aber schwer auszuhalten.

Die Autorin hat ja schon in ihrem ersten Roman Kinder in den Fokus ihrer Geschichte gestellt und ich fand das Buch „Wolfskinder „sehr gelungen. Hier hat sie allerdings für meinen Geschmack die Grenzen des Erträglichen überschritten. Sicherlich gibt es Menschen, die an dieser Art Quälerei ihre Genugtung finden. Für mich war es zu viel und wenn ich das Buch nicht hätte bewerten müssen, hätte ich es abgebrochen.
Als Thriller sicher erstklassig, daher auch die 3 Sterne, von der Thematik her für mich grenzwertig.

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Veröffentlicht am 05.06.2024

hallt nach

Issa
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„Issa „ist der Debütroman der Schriftstellerin Mirrianne Mahn und er trifft mitten ins Herz.

Issa stammt aus Kamerun, lebt aber schon seit dem Kleinkindalter in einem kleinen Ort im Hunsrück. Ihre Mutter ...

„Issa „ist der Debütroman der Schriftstellerin Mirrianne Mahn und er trifft mitten ins Herz.

Issa stammt aus Kamerun, lebt aber schon seit dem Kleinkindalter in einem kleinen Ort im Hunsrück. Ihre Mutter heiratete einen Deutschen, der in Kamerun gearbeitet hat und sich in sie verliebte.
Schon als Grundschülerin bekommt Issa mit, dass sie „ anders „ ist. Sie erlebt Rassismus in all seinen Facetten. Auch die Erziehungsmethoden ihrer Mutter, die als Ärztin arbeitet, sind brutal. Sie schlägt sie, macht sie klein, Issas Selbstbewusstsein ist nicht groß. Als sie von ihrem Freund schwanger wird, der es ihr gegenüber auch an Respekt fehlen lässt, verlässt sie nach einem Streit mit ihrer Mutter Deutschland und geht in ihr Ursprungsland Kamerun, um sich Ritualen zu unterwerfen , die ihr eine gute Schwangerschaft und ein gesundes Kind bringen sollen. Issa weiß nicht, dass diese Reise für sie zu einem neuen Selbstbild führen wird.

Aus der Sicht verschiedener Frauen wird die Geschichte von den Frauen aus Issa‘s Familie erzählt, die bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zurückreicht. Die Autorin erzählt eine berührende Geschichte über Unterdrückung, Rassismus, Polygamie,Kolonialismus, seine Auswirkungen und immer wieder über die Schicksale der Frauen, die dieKonsequenzen dieser Themen erleben mussten.
Sie erzählt aber auch über Zusammenhalt, Frauenpower, Aufbegehren gegen das Patriarchat. Eine Welt aus Mythen und Ritualen, die mir fremd war,die ich aber auch sehr interessant fand.

Das Buch zeigt, dass man seinen Ursprung nicht leugnen kann und muss, sondern sich damit auseinander setzen sollte, um Frieden zu finden.

„Du Must in die Vergangenheit schauen, um die Gegenwart zu verstehen, damit du deine Zukunft gestalten kannst.“

Dieser Satz sagt soviel aus und trifft auf jeden von uns zu.

Mich hat dieses Buch sehr berührt, alle Gefühle der Gefühlsskala angesprochen, sowohl im negativen , wie im positiven Sinne und ich bin froh zu diesem Buch gegriffen zu haben, denn mir wäre ein tolles Leseerlebnis entgangen, hätte ich es nicht gemacht.

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Veröffentlicht am 05.06.2024

hat mich begeistert

Wir werden jung sein
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Ich habe schon einige Bücher von Maxim Leo gelesen und sie haben mir alle gefallen genauso wie sein neustes Buch " Wir werden jung sein".

Wer möchte nicht ewig nung sein, immer leistungsfähig, keine Alterswehwehchen, ...

Ich habe schon einige Bücher von Maxim Leo gelesen und sie haben mir alle gefallen genauso wie sein neustes Buch " Wir werden jung sein".

Wer möchte nicht ewig nung sein, immer leistungsfähig, keine Alterswehwehchen, immer straff und gutaussehend. Genau um dieses Thema geht es in diesem Buch und welche Konsequenzen so etwas hätte.

In einem Medikamentenversuch, der mit verschiedenen Probanten durchgeführt wird, die an einer Herzinsuffizienz leiden, stellt sich ein positiver Nebeneffekt ein, nämlich der, dass die Patienten nicht nur von ihrer Herzinsuffizienz genesen, sondern gleichzeitig auch immer jünger werden.

Anhand eines Siebzehjährigen, eines älteren Unternehmers, einer Leistungsschwimmerin und einer Frau, die schon seit Jahren versucht schwanger zu werden wird diese Geschichte erzählt, die ich nicht nur sehr interessant von der Thematik her fand, sondern auch sehr unterhaltsam umgesetzt.

Es tun sich beim Leser viele Fragen auf und auch wenn die Vorstellung sehr verlockend ist, immer jung zu sein und somit viele Krankheiten nicht zu bekommen, die sich unweigerlich mit dem Alter einschleichen, merkt man , dass dieser Zustand, wenn er denn die ganze Weltbevölkerung beträfe , eben auch viele unwilkommende Nebenerscheinungen hätte, sozial ,ökonomisch und auch demographisch.
Die Welt würde sich komplett ändern, würde auch viele Ganoven auf den Plan rufen, die versuchen würden dieses Medikament für ,ihre Belange auszunutzen.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, ich habe geschmunzelt, teilweise laut gelacht, aber eben auch viel Gedanken gehabt, die ich sehr intereassant fand.

Wieder ein tolles Buch dieses Autors.

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Veröffentlicht am 16.05.2024

ein ruhiger, sehr berührender Familienroman

Hallo, du Schöne
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William Water ist ein erfolgreicher Basketballspieler. Für ihn ist dieser Sport alles.Im Spiel findet er Anerkennung und sein Zuhause, alles , was er in seinem Elternhaus nicht findet.Nach dem Tod seiner ...

William Water ist ein erfolgreicher Basketballspieler. Für ihn ist dieser Sport alles.Im Spiel findet er Anerkennung und sein Zuhause, alles , was er in seinem Elternhaus nicht findet.Nach dem Tod seiner Schwester, die kurz nach seiner Geburt starb, ist er für seine Eltern nicht mehr wichtig. Lieblos und kühl ist sein Zuhause, nichts wohin man sich sehnt und wo man sich geborgen fühlen kann. Als dann ein Foul seiner Baketballkarriere ein Ende setzt, findet er in Julia Padavano und ihrer Familie all das, was er bisher so schmerzlich vermisst hat.Zusammenhalt, Verständnis,Zuneigung und Ein Zugehörigkeitsgefühl. Auch wenn in der Familie Padavano läuft auch nicht alles glatt läuft.Doch Julia, für die feststeht, dass sie William heiraten wird, steht ihre Zukunft fest. Karriere und Kinder, alles kein Problem. Doch als Julias Vater stirbt, scheinen alle Zukunftspläne von Julia Padavano zu zerbrechen und der Tod ihres Vaters bleibt nicht der einzige Schmerz.

Ruhig und bedächtig, aber trotzdem fesselnd erzählt Ann Napolitano ihre Geschichte über 20 Jahre hinweg über die Familie Padanano, besonders die der Schwestern .Aus verschiedenen Perspektiven erfährt der Leser einiges über die einzelnen Figuren, was sehr berührend, realistisch und für mich immer nachvollziehbar und daher realistisch war.Der Einblick in die Gefühlswelt der einzelnen Protagonisten hat mich einen großen Reiz der Geschichte dargestellt.
Man konnte erfahren, dass selbst so ein starkes Familiengefüge wie das der Padavano‘s zerbrechen kann, wenn geschwiegen wird und Wut , Trauer und Tragödien das Leben bestimmen.
Trotzdem ist es keine durchweg traurige Geschichte, denn es klingt überall Hoffnung durch, die wieder einmal zeigt, dass Liebe, Vergebung und Selbstbestimmung viel bewegen können und letztendlich zum Glück führen.

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Veröffentlicht am 14.05.2024

was für ein Buch

Demon Copperhead
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Wie kann man so ein Leben überleben. Diese Frage habe ich mir bei diesem Buch sehr oft gestellt. Barbara Kingsolver hat mit „Demon Copperhead“eine Adaption des Charles Dickend Romans „David Copperfield“geschrieben ...

Wie kann man so ein Leben überleben. Diese Frage habe ich mir bei diesem Buch sehr oft gestellt. Barbara Kingsolver hat mit „Demon Copperhead“eine Adaption des Charles Dickend Romans „David Copperfield“geschrieben und ich habe trotz der Schwere des Themas an jeder Seite geklebt, sie inhaliert und aufgesaugt.

Demons Leben ist von Anfang an ein Desaster. Vater tot, Mutter drogenabhängig, wird er in einer Trailersiedlung geboren. Mit 11Jahren kommt er in die Obhut von Pflegefamilien und eine Odyssee beginnt, die nicht selten unschön ist, aber Demon kämpft sich durch, bis dann sein eigener Kampf beginnt in Armut und mit Drogen.

Es war manchmal sehr schwer für mich Demons Geschichte zu folgen, da ich selbst Mutter bin und immer nur gedacht habe, war für Startchancen für das!eben hat man bei solchen Vorraussetzungen?Der Roman ist schon sehr sozialkritisch geschrieben und prangert die Opiodkrise in den Staaten an, die viele Menschen in die Abhängigkeit getrieben hat, ein sehr wichtiges Thema.

Trotz der Schwere des Themas, lässt sich das Buch durch den Humor und die Lebensfreude, die Demon immer wieder ausstrahlt , unterhaltsam lesen und die mehr als 800 Seiten fliegen nur so dahin.Man lacht und weint mit Demon und freut sich einfach, wenn es ihm gut geht und drückt ihm die Daumen, dass es so bleibt.

Ein toller, schrecklicher, berührender, einfach ein atemberaubender Roman der mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

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