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Veröffentlicht am 27.02.2019

Ein gelungener Abschluss, der sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht

Die Vereinten
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Rain fühlt sich völlig allein auf der Welt. Nachdem sie bei dem Angriff der Rebellen ihre Mutter Storm verloren hat, weiß sie nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Dennoch hat sie kaum Zeit sich auszuruhen ...

Rain fühlt sich völlig allein auf der Welt. Nachdem sie bei dem Angriff der Rebellen ihre Mutter Storm verloren hat, weiß sie nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Dennoch hat sie kaum Zeit sich auszuruhen und zu trauern, denn in Hope herrscht Krieg. Doch die Rebellen sind dabei nicht die einzige Gefahr, denn hinter der Mauer lauert ein anderer Feind, der dem zerrütteten und geschwächten Hope bedrohlich werden könnte.

Die Handlung setzt genau dort an, wo sie in Die Perfekten so abrupt und spannend endete. Auch hier wird wieder abwechselnd die Geschichte von Lark und Rain erzählt. Die Autorin benutzt dabei einen eher unpersönlichen und distanzierten Schreibstil, der dem Leser einen guten Gesamtüberblick über das Geschehen gibt und es ihm erlaubt, sich eine eigene Meinung über die verschiedenen Seiten und Gruppierungen zu bilden. Allerdings erschwert dieser eher beobachtende und objektive Schreibstil auch den Aufbau einer Beziehung zu den Charakteren.

Rain ist zu Anfang sehr in sich zurückgezogen. Nach dem Tod ihrer Mutter und engsten Vertrauten Storm ist es verständlich, dass sie Zeit für sich braucht, um zu Trauern. Doch durch ihre anfängliche Verschlossenheit hatte ich zu Beginn das Gefühl, dass sich die Handlung ein wenig zieht. Glücklicherweise findet Rain ihren Kampfgeist jedoch wieder und setzt sich mutig für das ein, woran sie glaubt und kämpft für die, die sie liebt. Passend zu ihren roten Haaren brennt in ihrem Herzen ein Feuer, dass sie immer weiter antreibt. Ihre wiedergefundene Entschlossenheit und ihren Mut habe ich wirklich bewundert.

Lark ist weiterhin zerrissen und fühlt sich schuldig und nutzlos. Zwar befindet er sich nun mit seiner Familie in der Sicherheit von Aventin, jedoch steht diese Sicherheit auf wackeligen Beinen und er bleibt weiterhin ein Spielball zwischen den Rebellen und den Gesegneten. Durch seine Verletzung fühlt er sich nutzlos und schwach, gleichzeitig hat er immer noch mit seinen Schuldgefühlen zu kämpfen. Zwar hat Lark nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen, dennoch respektiere ich seine Entschlossenheit, seine Familie – allen voran seine Schwester Rose – um jeden Preis zu beschützen. Ich konnte seine innere Zerrissenheit gut nachvollziehen, denn er würde alles für die tun, die er liebt – auch wenn er dadurch zum Verräter wird. Schlussendlich steht er doch noch für das ein, woran er glaubt, kämpft und lässt sich nicht durch seine Verletzung zurückhalten.

Neben den bekannten Charakteren aus Band 1 treten nun neue Figuren in die Geschichten ein, wie beispielsweise die Rebellen Wren und Moth sowie der Gesegnete Cassian. Alle drei machen es einem nicht direkt leicht, sie ins Herz zu schließen. Zu viel scheinen sie zu verbergen und zu verstecken. Doch schlussendlich zeigen sie doch noch ihr wahres Gesicht, so dass ich – manche mehr, manche weniger von ihnen – doch noch ins Herz schließen konnte. Auf jeden Fall haben sie mich alle durch ihren einzigartigen und starken Charakter von sich überzeugen können.

Generell konnte ich mich bei dieser Geschichte schwer auf eine Seite stellen. Sowohl die Herrschaft der Gesegneten als auch der brutale Kampf der Rebellen erschien mir falsch. Wo die Unterteilung in Gene einfach nur verkehrt und ungerecht erschien, wirkte der Kampf der Rebellen nach angeblicher Gerechtigkeit brutal und heuchlerisch. Doch ich denke, dass dies genau das Ziel der Autorin war. Denn immerhin mich hat die Geschichte und ihre Hintergründe zum Nachdenken angeregt. Genau wie Rain und Lark habe ich mich auf keine bestehende Seite gestellt, sondern sie begleitet als sie eine andere Lösung gesucht haben – einen dritten Weg, der zu einem Hope ohne Gewalt und Unterteilung führen sollte.
Generell hat dieses Konzept mit der Unterteilung nach Genen mich wirklich fesseln und packen können, da es gar nicht mal so weit hergeholt ist und vielleicht wirklich einmal Realität werden könnte. Die Idee war interessant und gut umgesetzt.

Die Handlung war nach den anfänglichen Längen wirklich spannend. Die Geschichte hat sich in eine ganz andere Richtung entwickelt als ich zuerst angenommen hatte und hält somit viele Überraschungen bereit. Ich wollte unbedingt mehr erfahren, so dass ich kaum gemerkt habe, dass ich bereits das Ende erreicht hatte. Am Ende passierte dann alles Schlag auf Schlag, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Ich muss sagen, dass ich mir den Ausgang für einige Charaktere etwas anders gewünscht hätte. Es bleiben einige Dinge offen und ich wusste am Ende nicht genau, was ich nun empfinden soll. Dennoch konnte ich mich von den Charakteren verabschieden und mit der Geschichte abschließen.

Fazit:
Die Vereinten geht in eine ganz andere Richtung als ich zuerst angenommen habe. Die Handlung ist trotz kleinerer Längen zu Anfang spannend und abwechslungsreich und auch die Charaktere entwickeln sich stetig weiter. Ein gelungener Abschluss dieser Dilogie.

Veröffentlicht am 17.02.2019

Voller Spannung, Geheimnissen und Liebe - ein toller Auftakt

Der Klang der Täuschung
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Nachdem ich die Chroniken der Verbliebenen-Reihe erst vor kurzem beendet und geliebt habe, war ich froh mich noch nicht ganz so schnell von dieser Welt verabschieden zu müssen und mit Chroniken der Hoffnung ...

Nachdem ich die Chroniken der Verbliebenen-Reihe erst vor kurzem beendet und geliebt habe, war ich froh mich noch nicht ganz so schnell von dieser Welt verabschieden zu müssen und mit Chroniken der Hoffnung direkt anknüpfen zu können. Vorneweg lässt sich schon mal sagen, dass man Die Chroniken der Verbliebenen nicht gelesen haben muss, es wird allerdings einiges aus den Büchern gespoilert, weswegen es schon logischer ist, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Kazi und Jase.
Kazi ist eine Rathan und treue Soldatin der Königin von Venda. Als Taschendiebin musste sie sich durchs Leben schlagen und profitiert nun dadurch von ihrer Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Kazi war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist mutig, schlau und gerissen, schämt sich aber auch nicht, Schwäche zu zeigen oder sich in ihren Gefühlen zu verlieren. Im Laufe der Geschichte gibt sie immer mehr über sich Preis und entwickelt sich weiter, so dass ich sie mit jeder Seite mehr kennen lernen konnte.
Auch Jase konnte ich schnell ins Herz schließen. Nach dem überraschenden Tod seines Vaters ist er der neue Patrei von Torfeste und überwacht somit das Geschäft und das Land, dass schon seit Generationen in Familienbesitz der Ballengers ist. Er ist sehr stolz auf seine Geschichte und würde alles tun, um seine Familie und das, was sie sich über die Jahre aufgebaut haben, zu schützen. Anfangs wirkt er noch sehr festgefahren in seiner Meinung, durch Kazi lernt er jedoch, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.
Auch die Nebencharaktere - darunter Kazis Freunde und Rathan-Gefährtinnen oder aber die restlichen Ballengers - konnten mich überzeugen und haben der Geschichte Leben eingehaucht. Die Charaktere wirkten einfach so lebendig und greifbar, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, ich würde sie schon mein Leben lang kennen.
Worauf ich mich besonders gefreut habe, war das Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren aus Die Chroniken der Verbliebenen. Zwar hatte die Geschichte ein befriedigendes Ende, dennoch war es schön zu lesen, wie es den Charakteren, die man im Laufe der Reihe so ins Herz geschlossen hat, in der Zwischenzeit ergangen ist. Die Handlung dieses Buches spielt immerhin einige Jahre nach dem Abschluss von Die Chroniken der Verbliebenen. In dieser Zeit kann viel passieren.

Mary E. Pearsons lebhafter Schreibstil schafft es auch hier wieder, die Geschichte und die Charaktere zum Leben zu erwecken. Die Welt, die sie geschaffen hat, hat noch so viel zu bieten und es hat wirklich Spaß gemacht, ein paar neue Gebiete in ihr zu erkunden und zu entdecken.
Die Handlung fängt erstmal langsam an, so dass der Leser die Chance bekommt, sich in die Geschichte und diese Welt (wieder) einzufinden. Danach steigt die Spannung jedoch kontinuierlich und endet schließlich in einem grandiosen Finale. Ich bin wirklich gespannt, was Mary E. Pearson noch für uns bereithält.

Fazit:
Der Klang der Täuschung bietet eine tolle Mischung aus Verrat, Intrigen, Geheimnissen, Spannung und Liebe. Mary E. Pearson versteht es auch hier wieder, ihre Charaktere und das Setting mit ihrem lebendigen und wortgewandten Schreibstil zum Leben zu erwecken. Kazi und Jase sind zwei tolle Charaktere, die miteinander harmonieren und sich hervorragend ergänzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.01.2019

Eine gelungene Fortsetzung

Das Herz des Verräters
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Nachdem Lia in Venda angekommen ist, bleibt ihr nicht einmal Zeit zum Aufatmen. Die ständige Gefahr durch den Komizar schwebt über ihr wie ein Damoklesschwert. Zwar ist Rafe an ihrer Seite, dennoch müssen ...

Nachdem Lia in Venda angekommen ist, bleibt ihr nicht einmal Zeit zum Aufatmen. Die ständige Gefahr durch den Komizar schwebt über ihr wie ein Damoklesschwert. Zwar ist Rafe an ihrer Seite, dennoch müssen sie ihre Gefühle füreinander verstecken und geheimhalten, um zumindest eine kleine Chance auf eine Flucht zu haben. Lia steht vor schwierigen Entscheidungen, die ihre Zukunft entscheiden werden. Doch entscheidet sie sich richtig?

Nachdem mich Band 1 dieser Reihe vollkommen begeistern konnte, waren meine Erwartungen an die Fortsetzung recht hoch. Auch wenn ich aus Erfahrung sagen kann, dass der zweite Teil einer Trilogie (wie sie es im Englischen ist) meist auch der Schwächste ist. Dies ist hier überhaupt nicht der Fall, wenn überhaupt dann hat Mary E. Pearson mit Das Herz des Verräters direkt an ihren Erfolg von Band 1 angeknüpft und noch eins drauf gesetzt.

Diesmal spielt die Geschichte in Venda, welches neben den reichen und glanzvollen Königreichen Morrighan und Dalbreck eher düster und trist erscheint. Ich fand es wirklich spannend mehr über das Land, die Leute und das Leben dort zu erfahren. In diesem Punkt war ich genauso ahnungslos wie Lia, welche die Vendaner bis dato nur als "Barbaren und Wilde" kannte, nun jedoch eines besseren belehrt wurde und fast schon gefallen an ihren Bräuchen findet. Das düstere Setting hat mir hier sehr gut gefallen, da es der Geschichte eine dunkle Grundstimmung verleiht und bereits andeutet, dass sich in naher Zukunft etwas Großes und Gefährliches zusammenbraut.

Erzählt wird wieder abwechselnd aus der Sicht von Lia, Rafe und Kaden und selten auch aus der Sicht von Pauline.
Lia hat mir schon in Band 1 wegen ihres Kampfgeistes und ihres Muts gefallen. Trotzdem hört sie auch in Band 2 nicht auf sich weiterzuentwickeln, sondern befindet sich in einem kontinuierlichen Lernprozess. Sie lässt sich von ihren Niederlagen nicht unterkriegen, sondern lernt aus ihren Fehlern und wächst an ihnen. Manchmal wird sie in Situationen gebracht, in denen sie zwar zu skrupellosen Handlungen gezwungen wird, jedoch wird sie dadurch nur stärker und verliert auch nie ihren Sinn für Gerechtigkeit. Mir gefällt Lias Entwicklung und ich bin gespannt, wohin ihre Reise sie noch führt.
Rafe und Kaden werden in diesem Buch beide auf eine harte Probe gestellt. Besonders Kaden ist zerrissen zwischen seiner Loyalität zum Komizar und seinen Gefühlen für Lia. Doch schlussendlich muss er sich für eine Seite entscheiden.

Die Handlung konnte mich ab der ersten Seite fesseln, denn ihr wohnt etwas Mystisches inne. Einzig Lias Gabe bringt einen Hauch von Magie in die Handlung und dennoch zieht sich dieser mystische Unterton durch die ganze Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Gabe im weiteren Verlauf der Geschichte noch entwickeln und zeigen wird.
Zwar bleibt es durchgehend spannend, dennoch schlägt die Autorin im Mittelteil der Geschichte einen gemäßigten Ton an, der dem Leser Zeit gibt, sich einen Eindruck vom Setting zu machen und alles in sich aufzunehmen. Am Ende jedoch wird das Tempo nochmal angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Die letzten Seiten haben mich ziemlich sprachlos zurückgelassen und ich möchte nach diesem fiesen Cliffhanger unbedingt erfahren, wie es weitergeht.

Fazit:
Das Herz des Verräters ist eine mehr als gelungene Fortsetzung der Chroniken der Verbliebenen-Reihe. Der veränderte Schauplatz und neue Charaktere bringen neue Spannung in die Geschichte und sorgen für Abwechslung. Auch Lia konnte mich hier wieder mit ihrem Kampfgeist und Mut von sich überzeugen. Mit jeder neuen Seite entwickelt sie sich weiter, wird stärker und entschlossener ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Ich bin gespannt, was Band 3 bringt.

Veröffentlicht am 28.01.2019

Eine gelungene Fortsetzung

Das Herz des Verräters
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Nachdem Lia in Venda angekommen ist, bleibt ihr nicht einmal Zeit zum Aufatmen. Die ständige Gefahr durch den Komizar schwebt über ihr wie ein Damoklesschwert. Zwar ist Rafe an ihrer Seite, dennoch müssen ...

Nachdem Lia in Venda angekommen ist, bleibt ihr nicht einmal Zeit zum Aufatmen. Die ständige Gefahr durch den Komizar schwebt über ihr wie ein Damoklesschwert. Zwar ist Rafe an ihrer Seite, dennoch müssen sie ihre Gefühle füreinander verstecken und geheimhalten, um zumindest eine kleine Chance auf eine Flucht zu haben. Lia steht vor schwierigen Entscheidungen, die ihre Zukunft entscheiden werden. Doch entscheidet sie sich richtig?

Nachdem mich Band 1 dieser Reihe vollkommen begeistern konnte, waren meine Erwartungen an die Fortsetzung recht hoch. Auch wenn ich aus Erfahrung sagen kann, dass der zweite Teil einer Trilogie (wie sie es im Englischen ist) meist auch der Schwächste ist. Dies ist hier überhaupt nicht der Fall, wenn überhaupt dann hat Mary E. Pearson mit Das Herz des Verräters direkt an ihren Erfolg von Band 1 angeknüpft und noch eins drauf gesetzt.

Diesmal spielt die Geschichte in Venda, welches neben den reichen und glanzvollen Königreichen Morrighan und Dalbreck eher düster und trist erscheint. Ich fand es wirklich spannend mehr über das Land, die Leute und das Leben dort zu erfahren. In diesem Punkt war ich genauso ahnungslos wie Lia, welche die Vendaner bis dato nur als "Barbaren und Wilde" kannte, nun jedoch eines besseren belehrt wurde und fast schon gefallen an ihren Bräuchen findet. Das düstere Setting hat mir hier sehr gut gefallen, da es der Geschichte eine dunkle Grundstimmung verleiht und bereits andeutet, dass sich in naher Zukunft etwas Großes und Gefährliches zusammenbraut.

Erzählt wird wieder abwechselnd aus der Sicht von Lia, Rafe und Kaden und selten auch aus der Sicht von Pauline.
Lia hat mir schon in Band 1 wegen ihres Kampfgeistes und ihres Muts gefallen. Trotzdem hört sie auch in Band 2 nicht auf sich weiterzuentwickeln, sondern befindet sich in einem kontinuierlichen Lernprozess. Sie lässt sich von ihren Niederlagen nicht unterkriegen, sondern lernt aus ihren Fehlern und wächst an ihnen. Manchmal wird sie in Situationen gebracht, in denen sie zwar zu skrupellosen Handlungen gezwungen wird, jedoch wird sie dadurch nur stärker und verliert auch nie ihren Sinn für Gerechtigkeit. Mir gefällt Lias Entwicklung und ich bin gespannt, wohin ihre Reise sie noch führt.
Rafe und Kaden werden in diesem Buch beide auf eine harte Probe gestellt. Besonders Kaden ist zerrissen zwischen seiner Loyalität zum Komizar und seinen Gefühlen für Lia. Doch schlussendlich muss er sich für eine Seite entscheiden.

Die Handlung konnte mich ab der ersten Seite fesseln, denn ihr wohnt etwas Mystisches inne. Einzig Lias Gabe bringt einen Hauch von Magie in die Handlung und dennoch zieht sich dieser mystische Unterton durch die ganze Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Gabe im weiteren Verlauf der Geschichte noch entwickeln und zeigen wird.
Zwar bleibt es durchgehend spannend, dennoch schlägt die Autorin im Mittelteil der Geschichte einen gemäßigten Ton an, der dem Leser Zeit gibt, sich einen Eindruck vom Setting zu machen und alles in sich aufzunehmen. Am Ende jedoch wird das Tempo nochmal angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Die letzten Seiten haben mich ziemlich sprachlos zurückgelassen und ich möchte nach diesem fiesen Cliffhanger unbedingt erfahren, wie es weitergeht.

Fazit:
Das Herz des Verräters ist eine mehr als gelungene Fortsetzung der Chroniken der Verbliebenen-Reihe. Der veränderte Schauplatz und neue Charaktere bringen neue Spannung in die Geschichte und sorgen für Abwechslung. Auch Lia konnte mich hier wieder mit ihrem Kampfgeist und Mut von sich überzeugen. Mit jeder neuen Seite entwickelt sie sich weiter, wird stärker und entschlossener ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Ich bin gespannt, was Band 3 bringt.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Toller Auftakt mit spannendem Setting

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und soll mit dem Sohn des Kaiser verheiratet werden. Auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Ehemann wird sie jedoch überfallen und ihr gesamtes Gefolge getötet. ...

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und soll mit dem Sohn des Kaiser verheiratet werden. Auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Ehemann wird sie jedoch überfallen und ihr gesamtes Gefolge getötet. Nur Mariko kann flüchten und sich so retten. Dennoch ist sie nicht bereit, zu ihrer Familie zurückzukehren, denn zuvor möchte sie ihrer geplanten Ermordung auf den Grund gehen. Wer hat sie überfallen und warum wünscht sich jemand ihren Tod? Als junger Mann verkleidet schleust sie sich in den "schwarzen Clan" ein und ist fest entschlossen, ihre Antworten zu finden. Doch je mehr Zeit sie beim schwarzen Clan verbringt, umso mehr fängt sie an zu verstehen, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Als ich den Klappentext das allererste Mal gelesen habe, musste ich sofort an die Geschichte von Mulan denken. Und tatsächlich lassen sich durchaus einige Parallelen finden, dennoch ist Das Mädchen aus Feuer und Sturm kein Abklatsch sonder ganz anders.
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist zwar eine Fantasiewelt, dennoch ist sie durch ihren Bezug zu den Samurai an die japanische Kultur angelehnt. Durch einige Fremdwörter und die ungewohnte Kultur fiel es mir zunächst nicht ganz leicht, in die Geschichte herein zu finden, das Glossar am Ende des Buches half dabei aber enorm. Ich fand es ungemein interessant über diese fremde Kultur zu lesen und einen kleinen Einblick zu kriegen. Zusätzlich wurden auch einige übernatürliche Elemente und Magie in die Geschichte eingebaut, die aber eher am Rande vorkamen. Dennoch hätte ich gerne mehr über die Magie gelesen und auch gerne mehr über ihre Herkunft und ihren Ursprung erfahren. Hier hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht, da es sonst etwas flach und nicht authentisch wirkt.
Das zweite Problem, dass ich mit der Geschichte hatte, war Marikos Tarnung als Junge. Für einige Zeit kann dies durchaus funktionieren, doch da sie längere Zeit mit den Mitgliedern des schwarzen Clans zusammenlebt, kommt es mir ein wenig unlogisch und unglaubwürdig vor, dass wirklich niemand erkennt, dass sie in Wirklichkeit ein Mädchen ist. Zwar schneidet sie sich die Haare ab und bindet ihre Brüste mit Musselin-Bandagen ab, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass dies auf Dauer eine gute Tarnung ist. Vielleicht sehe ich das auch etwas zu streng, aber für mich war diese Verkleidung nicht ausreichend, um auf Dauer wirksam zu sein.

Abgesehen von diesen zwei kleinen Kritikpunkten hat mich die Geschichte allerdings wirklich begeistert. Schon von Anfang an wird für Spannung gesorgt, welche über die gesamte Länge der Geschichte gehalten wird und sich am Ende zu einem Höhepunkt steigern konnte.
Auch die Charaktere habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Mariko konnte mich vor allem mit ihrem scharfen Verstand beeindrucken. Was ihr an körperlicher Stärke und Kampfkunst fehlt, gleicht sie mit Intelligenz, Neugier und Erfindergeist wieder aus. Auch lässt sie sich nicht so schnell entmutigen, sondern kämpft für ihre Ziele. Sie ist nicht zufrieden mit der Rolle, die Frauen in dieser Zeit zugeschrieben wird und lehnt sich dagegen auf.
Auch Okami mochte ich ziemlich gerne. Er ist ein undurchschaubarer Samurai und Kämpfer mit vielen Geheimnissen. Dennoch hat er immer einen schlauen Spruch und ein schelmisches Grinsen auf den Lippen, so dass es zwischen ihm und Mariko zu dem ein oder anderen Schlagabtausch kommt.

Der Schreibstil von Renée Ahdieh ist, wie ich es bereits aus Zorn und Morgenröte kenne, sehr ausgeschmückt und an machen Stellen fast schon poetisch. Daran muss man sich erstmal gewöhnen, dennoch passte es hier sehr gut zu der Handlung und den Charakteren, die ebenfalls stellenweise gerne in philosophischen und poetischen Weisheiten reden.

Fazit:
Das Mädchen aus Feuer und Sturm konnte mich trotz kleiner Kritikpunkte überzeugen. Wenn man sich erstmal in die fremde Kultur eingefunden und an den ausschweifenden Schreibstil gewöhnt hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ein gelungener Dilogieauftakt, der mit tollen Charakteren, einem interessanten Setting und einer spannenden Handlung überzeugt.