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Veröffentlicht am 02.07.2022

Gelungener Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe

Leas Geheimnis - Castle of Amanecer Band 1
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Tar Insulam ist ein Internat für besondere Schüler. In der normalen Welt aufgrund ihrer vermeintlichen körperlichen Mängel als Außenseiter gebrandmarkt, sind die Jugendlichen in Wirklichkeit magisch begabt. ...

Tar Insulam ist ein Internat für besondere Schüler. In der normalen Welt aufgrund ihrer vermeintlichen körperlichen Mängel als Außenseiter gebrandmarkt, sind die Jugendlichen in Wirklichkeit magisch begabt. Das Internat soll ihnen helfen, mit ihrer besonderen Fähigkeit zurechtzukommen.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen drei Neuankömmlinge. Leroy , der die erfahrenen Verletzungen und Demütigungen durch Aggression verarbeitet. Eve, die man einfach gern haben muss, weil sie freundlich ist und stets das positive sieht. Und nicht zuletzt Ellena, die nicht an Magie glauben will und dabei gleich mehrere magischen Begabungen in sich trägt.

Lea, die Direktorin des Internats, fühlt sich von Ellena an ihre eigene Jugend erinnert und nimmt sich ihrer an. Während die Neuen sich langsam in die veränderten Lebensumstände eingewöhnen, erhält Lea erschreckende Nachrichten. Magier sterben unter unerklärbaren Umständen.

Die Erzählung hat mich schnell für sich eingenommen. Mir hat der Gedanke gefallen, dass vermeintliche Außenseiter , die Helden der Geschichte sind, dass es einen Ort gibt, an dem sie etwas besonderes im positiven Sinne sind.

Leroy ist ein schwieriger Charakter und ehrlich gesagt, ihn mochte ich nicht. Er war mir zu gewalttätig, obwohl es aufgrund seiner Erfahrungen verständlich war.

Eve ist mein Sonnenschein und damit ist alles gesagt.

Ellena ist sehr verschlossen. Richtig gemocht habe ich sie nicht. Sie war mir zu vernünftig, zu kontrolliert für ihr Alter.

Die Direktorin Lea bemüht sich, eine angenehme Situation für die Internatsbewohner zu schaffen und ist offen für neues. Mir hat aber ihr Verhalten gegenüber Ellena nicht gefallen. Ich fand es für eine Respektsperson unangemessen.

Dieses Ankommen im Internat und damit in einem neuen Leben wird sehr lebendig erzählt. Die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich sehr emotional und teilweise hat mich das grausame Verhalten der "Normalen" schockiert.

Gerade als die Bedrohung der Magier deutliche Formen annimmt, endet der 1. Teil. Ich möchte trotz einiger Schwächen auf jeden Fall weiter lesen, weil das bisherige Geschehen sehr unterhaltsam und gut geschrieben war und viele offene Fragen auf Antworten warten.

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Veröffentlicht am 02.07.2022

Alte Sage in neuem funkelndem Gewand

Donald MackIntosh - Im Zeichen des Gevatters
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Donald MackIntosh trifft an einem kleinen schottischen See 4 junge Männer, die dort campen. Man kommt ins Gespräch und Donald erzählt ihnen eine alte Geschichte. Von einem jungen Mann, der seinen Lebensunterhalt ...

Donald MackIntosh trifft an einem kleinen schottischen See 4 junge Männer, die dort campen. Man kommt ins Gespräch und Donald erzählt ihnen eine alte Geschichte. Von einem jungen Mann, der seinen Lebensunterhalt und den seiner Großmutter durch Holzsammeln bestreitet. Er träumt davon, ein berühmter Medicus zu werden.

Als seine Großmutter stirbt, macht ihm der Gevatter Tod ein ungewöhnliches Angebot. Er nimmt es an und kann seinen Traum verwirklichen. Doch er weiß auch, dass er irgendwann seinen Teil des Handels erfüllen muss.

Wer nach den ersten Seiten glaubt, er kenne die Geschichte von irgendwo her, der liegt nicht ganz falsch. Die Autorin hat das Grundmotiv eines Märchens aufgegriffen. Die Ähnlichkeit endet aber sehr bald, weil die Autorin die Erzählung mit neuem Leben füllt.

Sie verknüpft die Märchenelemente mit historischen Ereignissen, der Flucht Margret Tudors mit ihren beiden Kindern vor Albany nach Stirling. Das verleiht der Erzählung eine zusätzliche Dramatik. Natürlich darf auch in einem "modernen" Märchen eine Liebesgeschichte nicht fehlen.

Für mich lag der Reiz der Geschichte auch darin, dass ich auf Ähnlichkeiten des ursprünglichen Märchens gewartet habe . So war ich in ständiger Erwartung bestimmter Ereignisse, die dann nur zum Teil eingetreten sind. Durch den historischen Aspekt bekommt der Roman einige völlig andere Schwerpunkte.

Die Auflösung kann ich nur als gelungen bezeichnen und wird auch dem ursprünglichen Märchen gerecht. Ich fand diese Neuinterpretation deshalb absolut lesenswert

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Liebe, Dramatik, Humor in der Notaufnahme

Klinikum Berlin - Herzrasen
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Der Roman schildert die täglichen Herausforderungen in der Notaufnahme des Klinikums Berlin. Manchmal musste ich lachen, so als eine junge Frau ohne Grund unbedingt operiert werden wollte , weil sie es ...

Der Roman schildert die täglichen Herausforderungen in der Notaufnahme des Klinikums Berlin. Manchmal musste ich lachen, so als eine junge Frau ohne Grund unbedingt operiert werden wollte , weil sie es auf Instagram gesehen hatte. Dann wieder ist der Kampf vergebens und der Tod gewinnt. Besonders schockierend fand ich die Ereignisse, bei denen die Notaufnahme verwüstet wurde.

Dies alles ist die Rahmenhandlung, innerhalb der die dort tätigen Ärzte ihre eigenen privaten Siege und Niederlagen erleben.

Lotti Richter ist in einer Beziehung mit dem Piloten Laurenz, aber ihr Herz hat andere Pläne. Annabelle ist die neue. Ihre Vergangenheit macht es ihr schwer, sich anderen gegenüber zu öffnen und Anschluss zu finden obwohl sie das Herz auf dem rechten Fleck hat. Poldo liebt Kira, ist aber zu schüchtern, sich ihr zu offenbaren. Als Kira ihn um Mithilfe bei der Aufdeckung eines Abrechnungsbetrugs bittet, stimmt er bereitwillig zu, trotz der Gefahr, dass es für alle das berufliche Aus bedeuten könnte.

Das alles zusammen ergibt ein großartiges Leseerlebnis. Ich fühlte mich angenehm an die Serie "Emergency Room " erinnert, die ich mit Begeisterung gesehen habe. Achtung - das Buch hat in meinen Augen einen hohen Suchtfaktor .

Am Ende wird es dann nochmals richtig turbulent und endet dann mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Ich selbst habe das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zugeklappt und wünsche mir von ganzem Herzen eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Liebe im Zeichen der Berliner Luftbrücke

Eine Stadt der Hoffnung
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Berlin 1948. Die Stadt ist durch die 4 Siegermächte geteilt und leidet unter den Nachwehen des verheerenden Krieges. sowie dem Kompetenzgerangel der Besatzungsmächte.

Bruni hat ihre ganz eigene Überlebensstrategie ...

Berlin 1948. Die Stadt ist durch die 4 Siegermächte geteilt und leidet unter den Nachwehen des verheerenden Krieges. sowie dem Kompetenzgerangel der Besatzungsmächte.

Bruni hat ihre ganz eigene Überlebensstrategie entwickelt. Sie ist jung, sehr gut aussehend und singt in einem Cabaret. Sie sucht sich hochgestellte Militärs, von denen sie sich aushalten lässt. Liebe steht nicht auf dem Plan, bis sie den amerikanischen Militärangehörigen Victor trifft.

Gleichzeitig beginnt sich die Lage im geteilten Berlin zuzuspitzen. Die Sowjets riegeln die Stadt vom Umland ab. Zwei Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht. Die Westmächte suchen fieberhaft nach einer Lösung des Versorgungsproblems. Die Idee der Luftbrücke wird geboren.

Die Autorin verknüpft auf sehr unterhaltsame Weise die Liebesgeschichte zwischen Bruni und Victor mit den dramatischen Ereignissen rund um die Berliner Luftbrücke.

Ich mochte Bruni von der ersten Seite an, obwohl sie zu Beginn oberflächlich und berechnend erscheint. Doch sie will einfach überleben und bald merkt man, wie verletzlich und empathisch sie in Wirklichkeit ist.

Auch Victor konnte mich für sich einnehmen. Er begegnet Bruni mit Respekt und beendet die Romanze nicht, auch als Bruni sie nur als geschäftliche Beziehung charakterisiert.

Die Liebesgeschichte wird überschattet von der sowjetischen Blockade. Die Autorin schildert lebendig und für mich realistisch, wie sich die Stimmung aufheizt und die sowjetischen Versuche durch Propaganda, die Berliner in den russischen Sektor zu locken. Die Behauptungen erschienen mir so hanebüchen, dass ich kaum glauben wollte, dass man die Meldungen ernst nehmen kann. Gleichzeitig sind erschreckende Parallelen zu den heutigen Fake News und dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine erkennbar.

Im Verlauf der Ereignisse stieg meine Bewunderung und Respekt gegenüber der Berliner Bevölkerung, die die Hoffnung nicht verloren hat und den Westmächten, die Berlin nicht aufgaben.

Ein tolles , lesenswertes Buch, das mit der Liebesgeschichte unterhält und gleichzeitig die Begebenheiten rund um die Berliner Luftbrücke verständlich wiedergibt und die Fakten mit Leben erfüllt.

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Veröffentlicht am 25.06.2022

Fesselnder Krimi mit viel Provence - Atmosphäre

Geheimnisvolle Garrigue
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In ganz Frankreich herrscht wegen der Pandemie der Ausnahmezustand - der erste Lockdown ! Nicht die besten Voraussetzungen, um einen Mord aufzuklären. Capitaine Blanc hat es in der Provence mit dem Verschwinden ...

In ganz Frankreich herrscht wegen der Pandemie der Ausnahmezustand - der erste Lockdown ! Nicht die besten Voraussetzungen, um einen Mord aufzuklären. Capitaine Blanc hat es in der Provence mit dem Verschwinden zweier junger Frauen zu tun, bei denen die Tatumstände auf eine ungeklärte Verbrechensserie vor 23 Jahren hindeuten. Kopiert hier jemand den alten Fall oder ist der neue Täter der alte ?.

Dies ist mein erster Fall, den ich gemeinsam mit Roger Blanc und seinen Kollegen löse, was auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gut möglich war. Ich stelle mir jetzt nur die Frage, warum ich nicht schon viel früher die Bekanntschaft mit der Ermittlungsgruppe gesucht habe., denn der Krimi war in meinen Augen perfekt.

Blanc ist ein Kriminalbeamter aus Überzeugung, der seine Kollegen respektiert, gutes Essen und ein Glas Wein schätzt und ein etwas bewegtes Liebesleben hinter sich hat. Mit anderen Worten er ist ein Mensch wie du und ich und er war mir mit seiner unaufgeregten Art sehr sympathisch.

Der Fall selbst ist undurchsichtig und gibt viel Spielraum, über den oder die Täter zu spekulieren. Zusätzliche Spannung entsteht durch die erneute Durchleuchtung des alten Falles. Verdächtige gibt es mehr als genug, sowohl für den alten als auch den neuen Fall.

Die Lösung war überraschend und für mich ein überzeugendes Plädoyer für Gerechtigkeit, auch wenn es manchmal länger dauert.

Zusätzlichen Reiz erhält der Krimi durch die Schönheit der Provence, die in anschaulichen Beschreibungen der Landschaft ihren Zauber entfaltet. Zu meinem vollständigen Lesevergnügen hat zu einem n beträchtlichen Teil auch der Humor, der immer wieder Raum findet, beigetragen. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich einmal so herzlich über manche Auswirkung der Pandemie lachen kann.

Der Krimi hat mich in jeder Beziehung völlig überzeugt.

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