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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2023

Rettet das Mietshaus

Paulas Papier-Labyrinth
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Die Protagonistin Paula liebt das Skateboarden wie nichts anderes. Sie lebt in einer Mietwohnung und dieses Haus soll nun verkauft werden. Unten im Haus befindet sich ein Bücherantiquariat. Dort hilft ...

Die Protagonistin Paula liebt das Skateboarden wie nichts anderes. Sie lebt in einer Mietwohnung und dieses Haus soll nun verkauft werden. Unten im Haus befindet sich ein Bücherantiquariat. Dort hilft Chung aus, ein Bücherwurm, der mit Paula zur Schule geht und auch im Haus wohnt. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, aber durch ein Fehler Paulas und den Eifer Chungs, kommt es dazu das beide zusammen dem Antiquar und letztlich sich selbst helfen.
Schön ist, dass hier unterschiedliche Charaktere bleiben können wie sie sind und jeder mit seinen Stärken einen Beitrag leisten kann. Dazu noch eine Prise Magie, Witz und Skurrilität und voila ein nettes Kinderbuch kommt raus.
Es gibt Illustrationen von Alexandra Helm, aber davon eher wenige. Das Buch ist mit 175 Seiten sehr textlastig und eher was für gute Leser (ca Klasse 3-4) geeignet.
Lena Havek hat wieder ein super nettes Kinderbuch für Grundschüler geschrieben, dass genauso begeistert wie Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule mit all seinen Teilen!

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Ach Walter

Kein guter Mann
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Das erste Buch, dass ich von Andreas Izquierdo gelesen habe war: Das Glücksbüro. Und das war auch ein Glücksfall! Denn er schreibt eigentlich immer gut, auch wenn die Texte sich sehr unterscheiden. Ich ...

Das erste Buch, dass ich von Andreas Izquierdo gelesen habe war: Das Glücksbüro. Und das war auch ein Glücksfall! Denn er schreibt eigentlich immer gut, auch wenn die Texte sich sehr unterscheiden. Ich mag das ja, wenn ein Autor oder eine Autorin nicht festgefahren ist in einem Genre oder in einer sehr speziellen Szenerie.
Nun also „Kein guter Mann“. Dieses Buch nimmt sich dem Thema der ungewöhnlichen Begegnungen an. Es geht vor allem um zwei sehr unterschiedliche Protagonisten: Walter und Ben. Der eine ist ein scheinbar verhärmter alter Mann, der fast so weit ist in den Ruhestand zu gehen. Er ist Postbote und wird in die Abteilung versetzt, die sich unzustellbarer Briefe annimmt.
Hier landen vor allem Briefe an das Christkind und an den lieben Gott. Und einen dieser Briefe hat der kleine Ben geschrieben, der Gott um Hilfe bittet. Das rührt Walter so sehr, dass er antwortet – als Gott- und versucht zu helfen!
Ein wunderbares emotional ergreifendes Portrait eines alten Stiesels, aber ist er das denn wirklich? Dieser Roman lehrt uns auch gut 2x hinzuschauen und das die Vergangenheit einen Menschen prägen kann. Auch Einsamkeit ist hier ein elementares Thema das Walter umgibt. Wir erfahren viel über ihn in Rückblenden.
Allerdings ist es kein trauriges Buch, im Gegenteil! Es gibt einige sehr witzige Stellen, die den Text auch wieder heiter machen! Andreas Izquierdo schreibt wie bisher auch berührend, unterhaltsam und einfühlsam über 2, die sich gesucht und gefunden haben.
Fazit: Seid nachsichtiger mit den Menschen in eurem Umfeld.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Ein suchender Vater

Der große Wunsch
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Murad heißt übersetzt der große Wunsch und das ist es auch was ihn durch den Roman trägt. Denn der Protagonist Murad reist in die unwirtliche Landschaft in das Grenzgebiet Türkei und Syrien. Er ist auf ...

Murad heißt übersetzt der große Wunsch und das ist es auch was ihn durch den Roman trägt. Denn der Protagonist Murad reist in die unwirtliche Landschaft in das Grenzgebiet Türkei und Syrien. Er ist auf der Suche nach seiner Tochter Naima und möchte sie sehnlichst finden. Diese hat sich in seiner Abwesenheit, denn er ist getrennt lebend von seiner Ex-Frau Dorothee in Berlin, radikalisiert. Die junge 20jährige Tochter ist ihrem Mann in den Glaubenskrieg gefolgt in das Kalifat Syrien. Nun fragt sich Murad wie es dazu kommen konnte.
Wir erleben den suchenden Vater, den wartenden Vater, den zur Reflektion seiner selbst gezwungenen Vater und das alles vor diesem massiven öden Bergpanorama, dass dem ganzen eine unerträgliche Bedrohung hinzufügt. Diese Natur ist omnipräsent im Roman und bestimmt die Szenerie.
Diese Geschichte handelt von einem Kind, dass eine unglaubliche Richtung einschlug. Aber im gleichen Maße geht es um die Wurzeln des Vaters und wie er dieses kurdische Grenzgebiet erlebt aus dem einst sein Vater kam. Ein Roman der erst gegen Ende inhaltlich Fahrt aufnimmt, aber vorher die großen Themen des Lebens behandelt und das in einer überzeugenden Prosa. Im Kern geht es um Heimat, Wurzeln und wie auch die Fremdheit in der Heimat überbordend sein kann. Was mitschwingt ist auch die Frage der Zugehörigkeit.
Dieser Roman steht auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2023. Aus meiner Sicht zu Recht, denn Sherko Fatah ist mit seiner Sprache dicht an dem was viele Menschen innerlich erleben. Ein Grübeln und Durchdenken was ist Fremd, was ist ein Zuhause, wo ist die Heimat, wer bin ich.
Ich habe es gern gelesen, denn es hat mich bereichert.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

„Ich will meine Mama“

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Wer „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ gelesen hat, wird „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lieben. Denn der erste Roman war gut, ich finde diesen zweiten sogar noch besser. ...

Wer „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ gelesen hat, wird „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lieben. Denn der erste Roman war gut, ich finde diesen zweiten sogar noch besser. Er knüpft an den ersten an, ist aber eine in sich geschlossene Geschichte und kann auch ohne Vorwissen gelesen werden.
1989. Silvia, in Berlin, soeben Mutter geworden, Vater über alle Berge und in einer WG wohnend überkommt das Gefühl nach Hause zu wollen. Nach 15 Jahren Großstadt zieht es sie zurück in das piefige Kleinstadtleben in der schwäbischen Provinz. Zurück zur eigenen Mutter, nun mit dem eigenen Kind.
Und genau das ist das Thema dieses großartig geschrieben Romans. Wie sich die Perspektive ändert sobald ein eigenes Kind vorhanden ist. Die Beziehung zur eigenen Mutter wird erneut auf den Prüfstand gestellt, eine Fragilität und eine neue andere Art der Annäherung findet statt.
Der Roman ist eine Analyse genau dieses Verhältnisses, aber sehr unterhaltsam geschrieben. Alena Schröder macht die Kommunikation so bewusst zwischen den Beiden. Das Gesagte und Nicht-Gesagte, der richtige Ton und das richtige Maß. Hier hat sie die Dynamiken klasse dargestellt.
Einfach gut wo sie auch die Mutter Evelyn beleuchtet und somit die prüden 50er Jahre ins Spiel bringt. Wie sie als Medizinerin dann nur noch auf das Muttersein reduziert wurde in der alten BRD.
Ein absolut lesenswerter Roman!

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Frischer Käse von der Alm - Handarbeit

Käseglück
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Ich wirble gerne und viel in der Küche, aber eines hab ich noch nie gemacht: Käse! Und genau aus diesem Grund hat mich auch dieses Buch interessiert. So gerne ich Käse konsumiere, ich habe/hatte keine ...

Ich wirble gerne und viel in der Küche, aber eines hab ich noch nie gemacht: Käse! Und genau aus diesem Grund hat mich auch dieses Buch interessiert. So gerne ich Käse konsumiere, ich habe/hatte keine Ahnung wie ich das selbst zustande bringen kann.
Selbst wenn man gar nicht vor hat Käse zu fabrizieren, hier erfährt man umfangreich und Schritt für Schritt wie es geht. Zum Teil wirklich kein Hexenwerk und ich kann da die ein und andere Parallele zum Brot backen erkennen: es braucht gute Zutaten und Zeit. Und ganz klar: Wer selbst mal Muse hatte, der wertschätzt auch die Arbeit und das Endprodukt anderer viel eher!
Was erwartet einen in Marlene Kelnreiters Käseglück. Zum einen wie sie selbst zum Käsen kam, was es mit ihr macht und das vermengt mit tollen Fotos von der Alm. Schon das ein Genuss.
Dann im praktischen Teil lernen wir erst einmal viele Begrifflichkeiten kennen: Was braucht man alles, was unterscheidet die Milcharten, wie geht die Fermentation und einiges mehr.
Dann folgen die einzelnen Käserezepte und hier hatte ich so einige Aha-Momente um zu verstehen worin sich Käsesorten unterscheiden und wie ihr Reifeprozess ist.
Was mich beim Ausprobieren in den allermeisten Fällen (glaube ich zumindest) nicht zum gewünschten Erfolg gebracht hat: die Temperatur. Meist muss es eine genaue Spanne sein und hier bin ich vielleicht nicht genau genug gewesen.
Nichtsdestotrotz für alle Käseliebhaber eine erhellende Lektüre und wer Hand anlegen will: nur zu!

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