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Veröffentlicht am 28.10.2024

Bereut man Dinge die man nie getan hat?!

Die große Sehnsucht
1

Der Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ...

Der Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht.
Sydow ist hauptsächlich im Bereich Kabaret tätig, was man in seiner schnellen, klaren und alltäglichen Sprache wiederfindet. Der Schreibstiel ist locker und direkt gehalten. Daher lässt sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen.

Das Cover des Buches ist in Pastell-Farben gestaltet und vermittelt durch den angedeuteten Sonnenuntergang bei mir ein Gefühl von Sehnsucht und Aufbruch.
Schon auf den ersten Seiten wird man direkt in die Handlung gezogen. Sydow hält sich nicht mit langen Vorerzählungen auf was mir sehr gut gefällt. Man startet direkt im Jahr 1996 und es werden die drei sehr unterschiedlichen Freunde Rabe, Fete und Michi vorgestellt. Sie wollen im Jahr 1997 ihr Abitur ablegen. Das Buch erzählt über Träume, Ziele, die erste Liebe, Sorgen und Ängsten. Teilweise wird es sehr dramatisch und etwas überspitzt aber niemals übertrieben / kitschig etc. dargestellt.

Die Perspektiven wechseln zwischen den drei Freunden zügig hin und her, ohne dabei Unruhe im Lesefluss aufkommen zu lassen. Ich empfinde die länge der Kapitel dabei als sehr angenehm.

Als einzig kleine Kritik könnte ich anmerken, dass ich das Gefühl hatte einer der Charaktere wurde im Vergleich zu den anderen beiden weniger genau ausgearbeitet und beschrieben. Zumindest hätte ich über ihn gerne noch etwas mehr erfahren. Aber das kann auch nur mein persönliches empfinden sein. =)

Alles in Allem würde ich dieses Buch auf jeden fall weiter empfehlen.
Der Autor schafft es, das Lebensgefühl der 90er, die Aufbruchsstimmung aber auch Unsicherheiten der Jugend einzufangen und wiederzugeben. Ebenfalls geht er darauf ein, was aus Träumen werden kann bzw. nicht wird, wenn man diese auf "später" verschiebt und dann häufig nicht weiter verfolgt.

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  • Thema
Veröffentlicht am 31.07.2024

Will man überhaupt gerettet werden?

Vorstandssitzung im Paradies
4

Der Roman "Vorstandssitzung im Paradies" von Arto Paasilinna übersetzt aus dem finnischen von Regine Pirschel erzählt die Geschichte einer Gruppe von Menschen, welche einen Flugzeugabsturz überleben und ...

Der Roman "Vorstandssitzung im Paradies" von Arto Paasilinna übersetzt aus dem finnischen von Regine Pirschel erzählt die Geschichte einer Gruppe von Menschen, welche einen Flugzeugabsturz überleben und nun auf einer scheinbar einsamen Insel auf ihre Rettung warten.

Eine bunt gemischte Gruppe aus Waldarbeitern, Hebammen, Krankenschwestern und einem Journalist befinden sich zusammen in einem Flugzeug. Als dieses Flugzeug abstürzt überleben die meisten der Passagiere und können sich auf eine Insel retten. Diese 45 Personen beginnen dort nach und nach eine möglichst funktionierende Gemeinschaft aufzubauen. Es werden Anführer gewählt, Aufgaben verteilt und Regeln für das Zusammenleben festgelegt. Es passiert allerhand Dubioses, alltägliches und menschliches. Das ganze gipfelt in einem aufwendigen Rettungsplan.

Der Roman ist in der Ich-Perspektive aus Sicht des Journalisten geschrieben. Dieser hält sich nach eigener Aussage für absolut durchschnittlich. Die nüchterne aber bildliche und zum Teil bizarre Art wie der Absturz aus seiner Sicht geschildert wird zeigt, wie unreal ihm die ganze Situation erscheint.

Diese trockene Art die teilweise sehr befremdlichen Situationen und Handlungen zu beschrieben und dadurch auch noch Humor zu erzeugen findet sich in dem gesamtem Buch wieder. Der Autor Arto Paasilinna schafft es, die Story stets präzise und direkt wiederzugeben. Das ganze gemischt mit skurrilem, trockenen Humor und unterschwellig mitschwingender gesellschaftlicher Kritik.

"Vorstandssitzung im Paradies" war der erste Roman welchen ich von Arto Paasilinna gelesen habe. Dieser hat sich gut und flüssig lesen lassen und mich einige Male zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht. Es wird deutlich, wie sich eine Gesellschaft und deren Perspektiven und Ansprüche ändern wenn die Grundbedürfnisse einmal erfüllt sind.
Teils empfand ich die Erzählweise allerdings als sehr ausführlich und langezogen. Wodurch ich dazu neigte, einige Seiten nur zu überfliegen. Zudem muss ich sagen, dass ich persönlich von dem Ende etwas enttäuscht war. In dem Fall hätte ich tatsächlich etwas "ungewöhnlicheres" erwartet.

Alles in allem aber ein unterhaltsamer, etwas schräger Roman für den schnellen Lesegenuss mit zeitloser unterschwelliger gesellschaftlicher Kritik.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Zügig - Spannend

Böse bist du
0

Die Ausgangslage ist schnell erklärt:
Ein längere Zeit zurückliegendes, unaufgeklärtes Verbrechen welches nie Aufgeklärt wurde und nur eine Überlebende (Michaela) welche auch die Hauptprotagonistin ist. ...

Die Ausgangslage ist schnell erklärt:
Ein längere Zeit zurückliegendes, unaufgeklärtes Verbrechen welches nie Aufgeklärt wurde und nur eine Überlebende (Michaela) welche auch die Hauptprotagonistin ist.
Sie hat auch 15 Jahre nach der Tat dieses noch nicht verarbeitet und befindet sich nach wie vor auf der "suche" nach dem Täter um so damit abschließen zu können.

Die Tat von damals und die Suche nach dem Schuldigen wird über Rückblicke auf die Zeit damals dargestellt. Nach und nach gewinnt man Einblicke in die Psyche von Michaela. Ich konnte mich in sie versetzen und auch die (meisten) ihrer Handlungen nachvollziehen.

Die Story schreitet zügig voran und ist an keiner Stelle in die Länge gezogen worden was zu einem schnellen Lese-Erlebnis führt. Ich habe das Buch kaum weglegen können.
Es kommen immer wieder Fragen auf. Wie war die Beziehung der Opfer untereinander? Wer ist verantwortlich?
Dabei ergeben sich immer wieder Wendungen welche, zumindest mir, vorab nicht ersichtlich waren.

Mich hat dieser Thriller super unterhalten und für ein paar spannende und mitreißende Stunden gesorgt.
An manchen stellen konnte ich die Handlung von Michaela nicht ganz nachvollziehen. Dabei sollte man aber auch ihr Trauma bedenken welches durchaus zu überstürzten und schwer nachvollziehbaren Handlungen führen kann.

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Veröffentlicht am 06.06.2024

Realistisch aber Stellenweise Schleppend

Grabesgrün
0

In einem kleinen Ort wird ein Mädchen ermordet. Eben in diesem Ort sind schon einmal zwei Kinder spurlos verschwunden.
Sind die beiden Fälle miteinander verbrunden? Lassen sich beide aufklären.
Das Duo ...

In einem kleinen Ort wird ein Mädchen ermordet. Eben in diesem Ort sind schon einmal zwei Kinder spurlos verschwunden.
Sind die beiden Fälle miteinander verbrunden? Lassen sich beide aufklären.
Das Duo Rob und Cassie beginnen zu Ermitteln.

Dabei ist Rob direkt an dem "alten" Fall der verschwundenen Kinder beteiligt. Er war mit beiden befreundet und war auch an dem Tag des Verschwinden mit den beiden zusammen, kann sich aber an nichts mehr Erinnern. Trotz dieser persönlichen Betroffenheit nimmt er an den Ermittlungen teil.
Diese Rückblicke zu dem alten Fall nehmen meiner Meinung nach sehr viel Raum in dem Buch ein, ebenso wie die Beziehung zwischen Rob und Cassie. Das ist zwar einerseits spannend und führt dazu die Charaktere genauer darzustellen. Andererseits, wird immer wieder ähnlich betont wie gut deren Freundschaft ist was zu teilweise langen Abschnitten führt, welche man in der Art bereits gelesen hatte. Ähnlich verhält es sich mit den Rückblicken auf den Fall der verschwunden Kinder.

Der Schreibstiel und auch die Story der beiden Fälle welche verknüpft sind hat mir aber sehr gut gefallen. Auch das "Setting" an der Ausgrabungsstätte hat mich direkt angesprochen.

Meiner Meinung nach ist das Buch trotzdem ein guter Auftakt der Dublin-Krimis. Auch das, für mich, realistische Ende / Auflösung hat mir sehr gut gefallen.
Alles in Allem denke ich, lohnt sich das Buch für Krimi- und Rätselfans und man kann auch der weiteren Reihe eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

"Ermittler" Heinz

Urlaub mit Papa
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Nur kurz zum Inhalt:
Christine möchte Ihrer Freundin Merleen auf Norderney beim Renovieren ihrer Pension Helfen. Seitgleich muss Christines Mutter an Knie operiert werden und aus diesem Grund begleitet ...

Nur kurz zum Inhalt:
Christine möchte Ihrer Freundin Merleen auf Norderney beim Renovieren ihrer Pension Helfen. Seitgleich muss Christines Mutter an Knie operiert werden und aus diesem Grund begleitet Christines Vater Heinz seine 45-jährige Tochter.
Nach und nach tauchen immer mehr lustige / schrullige Charaktere auf, welche das Lesen zu einem Vergnügen machen.
Aber auch der attraktive Johann Thies taucht auf. Welcher ein Auge auf Christine geworfen hat aber von Heinz und auch ein paar andere finden Ihn seltsam und halten Ihn für einen Heiratsschwindler.

Am Ende wir aber natürlich alles Gut.
Meine Meinung dazu:
Das Buch hat mich gut unterhalten. Es ist keine schwere oder anspruchsvolle Literatur, aber das habe ich in diesem Fall auch nicht erwartet. Die Charaktere finde ich gut „gezeichnet“ und sind mir sympathisch. Manchmal sind diese auch übertrieben dargestellt. Aber das brachte mich regelmäßig zum Schmunzeln.

Als Urlaubsbuch oder „Feel-Good-Lektüre“ finde ich es in jedem Fall gelungen.

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