Bereut man Dinge die man nie getan hat?!
Die große SehnsuchtDer Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ...
Der Roman "Die große Sehnsucht" von René Sydow ist eine Geschichte über Freundschaft, Träume und dem Gefühl der 90er-Jahre. Dieses war der erste Roman den ich von dem Autor gelesen habe und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht.
Sydow ist hauptsächlich im Bereich Kabaret tätig, was man in seiner schnellen, klaren und alltäglichen Sprache wiederfindet. Der Schreibstiel ist locker und direkt gehalten. Daher lässt sich das Buch sehr angenehm und zügig lesen.
Das Cover des Buches ist in Pastell-Farben gestaltet und vermittelt durch den angedeuteten Sonnenuntergang bei mir ein Gefühl von Sehnsucht und Aufbruch.
Schon auf den ersten Seiten wird man direkt in die Handlung gezogen. Sydow hält sich nicht mit langen Vorerzählungen auf was mir sehr gut gefällt. Man startet direkt im Jahr 1996 und es werden die drei sehr unterschiedlichen Freunde Rabe, Fete und Michi vorgestellt. Sie wollen im Jahr 1997 ihr Abitur ablegen. Das Buch erzählt über Träume, Ziele, die erste Liebe, Sorgen und Ängsten. Teilweise wird es sehr dramatisch und etwas überspitzt aber niemals übertrieben / kitschig etc. dargestellt.
Die Perspektiven wechseln zwischen den drei Freunden zügig hin und her, ohne dabei Unruhe im Lesefluss aufkommen zu lassen. Ich empfinde die länge der Kapitel dabei als sehr angenehm.
Als einzig kleine Kritik könnte ich anmerken, dass ich das Gefühl hatte einer der Charaktere wurde im Vergleich zu den anderen beiden weniger genau ausgearbeitet und beschrieben. Zumindest hätte ich über ihn gerne noch etwas mehr erfahren. Aber das kann auch nur mein persönliches empfinden sein. =)
Alles in Allem würde ich dieses Buch auf jeden fall weiter empfehlen.
Der Autor schafft es, das Lebensgefühl der 90er, die Aufbruchsstimmung aber auch Unsicherheiten der Jugend einzufangen und wiederzugeben. Ebenfalls geht er darauf ein, was aus Träumen werden kann bzw. nicht wird, wenn man diese auf "später" verschiebt und dann häufig nicht weiter verfolgt.