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Sanne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2019

In Deutschlands letztem Urwald

Draussen
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Was machen Cayenne, Joshua und Stephan in Deutschlands einzigem Urwald? Sie sind auf der Flucht vor einflussreichen Menschen, die sie als unliebsame Zeugen töten wollen. Stephan, erfahrener ehemaliger ...

Was machen Cayenne, Joshua und Stephan in Deutschlands einzigem Urwald? Sie sind auf der Flucht vor einflussreichen Menschen, die sie als unliebsame Zeugen töten wollen. Stephan, erfahrener ehemaliger Militärangehöriger, trainiert die Kids, bringt ihnen bei, spartanisch zu leben und schult sie in Selbstverteidigung. Trotzdem rückt die Bedrohung näher, die Jagd hat längst begonnen. Tagebucherinnerungen eines Fremdenlegionärs enthüllen Stück für Stück Zusammenhänge. Cayenne will das ständige Versteckspiel und die Ungewissheit nicht länger ertragen. Eine Konfrontation ist unausweichlich.
In Klüpfel und Kobrs erstem Thriller geht es spannend zu, atemberaubende Verfolgungsjagden und Flashbacks sorgen für ein rasantes Tempo. Futuristische Stromausfallszenarien geben dramatische Effekte.
Nicht alles ist logisch, manches sehr brutal, aber durchaus spannend erzählt.
Unterhaltsam, gut zu lesender Thriller aus dem Ullstein Verlag.

Veröffentlicht am 19.11.2019

Rachegedanken

Racheteufel
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Ermittler Torsten Demski ist besessen von seinem Beruf. Ungewöhnliche Herangehensweisen bringen Erfolge, beschwören aber auch gefährliche Situationen herauf. Und im persönlichen Bereich? Zwei Frauen sind ...

Ermittler Torsten Demski ist besessen von seinem Beruf. Ungewöhnliche Herangehensweisen bringen Erfolge, beschwören aber auch gefährliche Situationen herauf. Und im persönlichen Bereich? Zwei Frauen sind schwanger von ihm, die eine seine Ehefrau, die andere, durch seine Schuld im Koma liegend, wird nicht überleben. Das nehmen ihm die Kollegen offensichtlich übel, auch seine Alleingänge sind nicht beliebt. Und jetzt das: eine Art Racheengel bringt auf brutale Weise einige Kriminelle, die sich vor einer Verurteilung drücken konnten, um.
Insiderwissen deutet auf einen Täter aus den eigenen Reihen hin.
Demski ermittelt wieder einmal auf eigene Faust. Jeder seiner Kollegen kommt ihm verdächtig vor.
Macho-Typ Demski setzt sich hartnäckig, engagiert und rücksichtslos für seinen Job ein. Freundschaften zählen nicht mehr, auch seiner schwangeren Frau ist er keine Hilfe.
Er gerät in Verdacht, der Racheengel zu sein; weitere Morde geschehen in schneller Folge und irgendwie schafft es Autor Christian Boochs, dass der Gedanke aufblitzt: „Geschieht den Verbrechern recht“. Jeweils nur kurz, aber immerhin.
Die Spannung steigt, man fühlt Demskis verzweifeltes Verlangen, den Racheteufel aufzuspüren.
Sehr geschickt, die Gedanken der Entführten, die sich ihrer Situation bewusst werden, einzuflechten. Das schafft eine dramatische Atmosphäre, macht den Thrill lebendig.
Insgesamt gut zu lesen, ein solider Thriller aus dem Hause Knaur.

Veröffentlicht am 15.11.2019

Hannah mistet aus

Der ist für die Tonne
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Hannah mistet aus- alte Klamotten, olle Möbel, kaputte Haushaltsgeräte und kümmert sich nebenbei noch darum, aus Pascal mit Benjamin-Blümchenshirts einen vorzeigbaren Mann zu machen. Alles einer Freundin ...

Hannah mistet aus- alte Klamotten, olle Möbel, kaputte Haushaltsgeräte und kümmert sich nebenbei noch darum, aus Pascal mit Benjamin-Blümchenshirts einen vorzeigbaren Mann zu machen. Alles einer Freundin zuliebe. Da ihr Second-Hand-Laden nicht genug für sie und ihre pflegebedürftige Mutter abwirft, kommen Aufräumaufträge recht. Aber was, wenn der Beglückte seine Chaosvilla so mag, wie sie ist, der Ex dazwischen grätscht und auf dem Dachboden eine Leiche herumliegt? Dann, ja dann, kann Ellen Berg daraus eine absolut unterhaltsame und lustige Geschichte machen. Verwicklungen, flotte Sprüche, verrückte Missverständnisse - alles da. Sehr spezielle, aber durchaus sympathische Figuren begleiten die Heldin, egal ob flippige Tess, esoterische Mutter, hieppiehafter Pfleger, dealende Verwandte oder ausgezeichnete Weinkenner- alle diese und andere bekommen ihren Platz. Beste Unterhaltung, locker, leicht und gut zu lesen.

Veröffentlicht am 04.11.2019

13 Särge = 13 Morde?

Der dreizehnte Sarg
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Detektive Chief Inspector Mark Lapslie wird aus dem Urlaub geholt- ein äußerst merkwürdiger Fall erfordert erneut seinen Einsatz. In einem Atombunker wird nicht nur die Leiche eines Obdachlosen gefunden, ...

Detektive Chief Inspector Mark Lapslie wird aus dem Urlaub geholt- ein äußerst merkwürdiger Fall erfordert erneut seinen Einsatz. In einem Atombunker wird nicht nur die Leiche eines Obdachlosen gefunden, sondern auch 13 merkwürdige kleine Särge. Alle enthalten sorgfältig angefertigte Puppen. Neun davon zerstört, im zehnten eine wunderschöne Braut. Kurze Zeit später wird eine junge Frau auf ihrer Hochzeit erschossen, ihr Blut findet sich auf der Puppe, die jetzt auch zerstört wurde. Stehen alle kaputten Figuren für Morde? Bedeutet das für die übrigen Puppen, dass auch sie auf einer Todesliste stehen?
Lapslie stürzt sich in die Ermittlungen. Schwer für ihn, mit anderen zu kommunizieren, Geräusche, also auch Stimmen, erlebt er als Geschmack. Wer möchte schon während einer Unterhaltung den Mund voll Benzin oder anderer Sachen haben? Unterstützt wird Lapslie von engagierten Kollegen, es werden immer neue Zusammenhänge und Spuren entdeckt.
Raffiniert, wie Nigel McCrery die Opfer einbezieht, indem er ihre letzten Gedanken am jeweiligen Todestag einfügt.
Die Zeit drängt, Fehler passieren. Die Spannung steigt. Der Mörder ist clever, plant genau. Und ist den Ermittlungen um eine Nasenlänge voraus.
Viele Morde, akribische Ermittlungen und ein ehrgeiziger Ermittler sind die Zutaten für diesen soliden Thriller aus dem Hause Knaur.

Veröffentlicht am 01.11.2019

Mord in Schwedens Wäldern

Totenstille
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Schweden, viel Natur, dichte Wälder, schrullige Einwohner, jeder ist mit jedem verwandt, und sei es über viele Ecken. Jahre zurückliegende Morde: im Wald erschossene Männer, denen die Augen herausgeschnitten ...

Schweden, viel Natur, dichte Wälder, schrullige Einwohner, jeder ist mit jedem verwandt, und sei es über viele Ecken. Jahre zurückliegende Morde: im Wald erschossene Männer, denen die Augen herausgeschnitten wurden.
Tuva, eine junge Journalistin recherchiert die alltäglichen Geschehnisse für die lokale Zeitung. Das feuchte Klima ist so gar nicht gut für ihre Hörgeräte, auf die sie auf Grund ihrer Taubheit angewiesen ist.
Ein neuer Mord nach altem Muster schreckt die Bevölkerung auf. Tuva ermittelt eifrig, um mit einer Sensationsgeschichte den Sprung zu einer angesehenen überregionalen Zeitung zu schaffen.
Will Dean zeichnet die verschiedensten Charaktere; eigenartige, eklige, sehr unsympathische. Tuva mochte ich am wenigsten. Die ständige ausführliche Fixierung auf die Hörgeräte nervt. Auch sonst hatte sie nichts Liebenswertes, etwas Empathie hätte ich mir für sie gewünscht.
Die Suche nach dem Mörder verläuft unspektakulär, die Geschichte hat viele Längen. Erst im allerletzten Teil stellt sich Spannung ein.
Aus dem Englischen übersetzt von S. Schilasky, veröffentlicht vom Lübbe Verlag.