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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2024

Frauen in Wien

Café Hawelka
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Nach dem Prolog mit dramatischen Ereignissen zu Beginn des 2. Weltkrieges taucht man gern ein in die gemütliche, leicht angestaubte Atmosphäre des Cafés Hawelka im Jahr 1968. Dort trifft man ein gemischtes ...

Nach dem Prolog mit dramatischen Ereignissen zu Beginn des 2. Weltkrieges taucht man gern ein in die gemütliche, leicht angestaubte Atmosphäre des Cafés Hawelka im Jahr 1968. Dort trifft man ein gemischtes Publikum, Schriftsteller, Schauspieler, Studenten. Auch Jutta, eine moderne junge Frau, ist dort anzutreffen. Sie möchte Jura studieren, fährt Mofa und ist in Bodo verliebt. Nebenbei arbeitet sie für einen Rechtsanwalt. Und trifft auf den Fall eines Gaswagenfahrers in einem Konzentrationslager. Ab jetzt interessiert sie sich für die Taten der Faschisten und vertritt kämpferisch ihre Ansichten. Sie nimmt die Gnade der späten Geburt als Nachkriegsgeborene vehement und rechthaberisch in Anspruch. Auch weitere Taten zeichnen sie als Gutmenschen.
Regelmäßig wechseln im Roman die Zeitebenen; Nachkriegszeit und 60er Jahre stehen im Focus.
Nochmal ist es 1945. Wien ist eine Trümmerstadt. Elses sechsjährige Schwester Fritzi geht verloren. Besonders engagiert ist Elses Suche nicht, ihr geht es gut bei Frau Hawelka, einer mütterlichen Frau, die unerklärlicherweise bestens für sie sorgt. Trotz Elses Nachlässigkeiten. Else ist reichlich naiv, verlässt sich darauf, dass eine fremde Frau viele Monate lang ihre kleine Schwester versorgt. Ach ja, das Café hat kurz nach dem Krieg ein ziemlich gutes Angebot. Lebensmittelmarkenfrei. Wie schön.
Und o.g. Jutta … Richterin wird sie erst einmal nicht.
Maria Wachter beschreibt die Wiener Gesellschaft in der Nachkriegszeit und in den sechziger Jahren, bezieht Lokalkolorit und historische Ereignisse mit ein. Auch Mode und Mahlzeiten werden beschrieben, der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Das ist interessant. Das glückselige Hineintapsen ihrer Figuren in die Frauenfalle allerdings nicht… . Der Autorin gelingt es, ihre Frauenfiguren nicht sonderlich stark oder sympathisch darzustellen. Die Klischees und Zufälle sind mir zu viel. 3,5 von 5 Punkten von mir.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Willkommen in Absurdistan

Long Live Evil
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Rae ist todkrank, es gibt keine Hoffnung mehr. Ihre Schwester ist oft an ihrem Krankenbett zu finden, liest ihr eine phantasievolle Geschichte vor. Eine Tages steht eine Unbekannte im Klinikzimmer und ...

Rae ist todkrank, es gibt keine Hoffnung mehr. Ihre Schwester ist oft an ihrem Krankenbett zu finden, liest ihr eine phantasievolle Geschichte vor. Eine Tages steht eine Unbekannte im Klinikzimmer und macht Rae ein Angebot: Rae wird die zum Tode verurteilte Hauptfigur in einem Kitschroman und kann mit der Blume des Lebens ihr Leben retten ODER sie stirbt im real Life.
Natürlich nimmt Rae an und findet sich in der vorgelesenen Story als Schurkin wieder. Zu gern füllt sie diese Rolle aus, spinnt Intrigen und nutzt andere Figuren, um an die begehrte Blume zu gelangen.
Es folgt eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. Abstruse Gedankenstränge verzweigen sich, es wird völlig verdreht. Rae arbeitet mit allerlei Tricks, findet Verbündete, trifft auf klischeehafte Charaktere. Die Sprache wechselt zwischen kitschigen und Seifenopern ähnelnden Beschreibungen und normalem Stil. Man erkennt immer wieder Raes Kampf gegen die Krankheit, sogar in den unglaublichsten Szenen. Mir ist die Story zu abgedreht, streckenweise zu albern, selten spannend. Es war mein Wunschbuch, mit Spannung erwartet. Jedoch dann doch nicht mein Geschmack.

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Veröffentlicht am 29.07.2024

Irland - Land und Leute

Gebrauchsanweisung für Irland
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Humorvoll und mit vielen Anekdoten gewürzt geleitet Ralf Sotschek den Leser durch ein wunderbares Land. Irische Gewohn- und Besonderheiten, Landeskundliches und Sprichwörter kann man erlesen, man erfährt ...

Humorvoll und mit vielen Anekdoten gewürzt geleitet Ralf Sotschek den Leser durch ein wunderbares Land. Irische Gewohn- und Besonderheiten, Landeskundliches und Sprichwörter kann man erlesen, man erfährt etwas über die 40 Shades of Green, Fest- und Feiertage, modische Eigenheiten. Auch Statistisches nimmt man zur Kenntnis, es wird kurz und knackig offeriert.
Natürlich geht es auch um Sehenswürdigkeiten in Dublin und anderen Städten, landschaftliche Besonderheiten wie den Giants Causeway, Leute wie die Travellers und Ereignisse wie den Heiratsmarkt. Selbstverständlich werden auch die Themen Religion, Jenseitsvorstellungen, regionale Küche, Wettverhalten und Feen und ihre Behausungen beleuchtet. Und: Die Gepflogenheiten im Straßenverkehr sind bemerkenswert … .
Der Autor scheut sich auch nicht, über dunkle Seiten zu berichten. Missbrauch durch Angehörige der Kirche, katastrophale Zustände in Kinderheimen oder Zwangseinweisungen werden angesprochen. Historisches wird aufgelistet.
Breiten Raum nimmt die Politik ein. Man muss ja nicht alles lesen, aber man kann. Alles gründlich recherchiert.
Ein sehr lesenswertes Buch vor und nach einer Irlandreise.

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Veröffentlicht am 23.07.2024

Motiviert zum Lesen

Miraculous – Abenteuer einer Superheldin (Miraculous)
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Warum liebt meine Kleine diese beiden Zeichentrickfiguren so sehr? Die Erklärung ist einfach: sie kennt sie aus der Serie, zudem sind die Zwei mutig, können viel, besiegen das Böse. Cat Noir ist ein wenig ...

Warum liebt meine Kleine diese beiden Zeichentrickfiguren so sehr? Die Erklärung ist einfach: sie kennt sie aus der Serie, zudem sind die Zwei mutig, können viel, besiegen das Böse. Cat Noir ist ein wenig angeberisch, steht gern im Rampenlicht, ist aber ein zuverlässiger Freund für Ladybug. So einen kennt ja fast jedes Kind. Es ist also leicht, sich mit Ladybug zu identifizieren und mit ihr Abenteuer zu erleben.
So auch in diesem Buch. Ein nationales Wahrzeichen, der Eiffelturm, war in Gefahr. Durch die beiden Helden wurde er gerettet.
Eigentlich ist Ladybug nicht nur sehr hübsch, sondern ein ganz normales Mädchen, Marinette. Aber durch einen Zauber kann sie sich verwandeln, wird zur Superheldin! Das ist spannend. Dass sie auch eine normale Schülerin mit Schulstress, strengen Lehrern ist und mit Problemen wie Schüchternheit zu kämpfen hat, macht sie nahbar. Auch die Leserin kann mutig sein, etwas erreichen, wenn sie Ladybug als Vorbild nimmt. Trotz intriganter Mitschülerinnen, die in diesem Buch nicht fehlen. Mir nicht ganz so vorstellbar ist, dass normale Kinder so aussehen, wie die Figuren im Buch. Ein nicht zu realisierendes Schönheitsideal. Aber den kleinen Lesern gefällt es. Genauso wie die Sprache im Teenie-Style. Und die Superheldinnen und Superschurkinnen. Und das in gleich zwei Geschichten!
Mädchenträume werden bedient - Redebedarf!
Aber: so nimmt das wenig leseinteressierte Kind ein Buch zur Hand, liest.
Meine Kleine würde vier Sterne geben.

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Veröffentlicht am 23.07.2024

Unerwartet

Letzte Lügen
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Der Rückblick enthüllt die Geschichte einer mehr als toxischen Familie. Despotismus, Brutalität, Duckmäusertum, Geldgier und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Die Situation spitzt sich zu, es kommt ...

Der Rückblick enthüllt die Geschichte einer mehr als toxischen Familie. Despotismus, Brutalität, Duckmäusertum, Geldgier und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Die Situation spitzt sich zu, es kommt zu einer Katastrophe, zu einem Mord. Macht absolut keinen Spaß zu lesen.
Gerichtsmedizinerin Sarah Linton und Ermittler Will Trent sind zufällig vor Ort und beginnen mit den Ermittlungen. Das ist nicht ungefährlich; so hatten sich die frisch Verheirateten ihre Flitterwochen in einem idyllischen Ressort nicht vorgestellt.
Über die Familie des Opfers kommen immer mehr gräßliche Sachen ans Tageslicht. Motive gibt es mehrere. Können Sarah und Will rettend und aufklärend eingreifen? Das Ende ist unerwartet.
Karen Slaughter verfasst ihren Thriller gewohnt tiefgründig, beschreibt ihre Protagonisten ausführlich, verleiht ihnen gut vorstellbare Züge. Das ist nicht immer spannend, entstanden ist dennoch ein solider Krimi für ihre Fans.

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