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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2021

Schwere Zeiten

Der schwarze Winter
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Es ist das Jahr 1946. Rosemarie und Silke sind Flüchtlinge, wollen unbedingt nach Hamburg. In der kriegszerstörten Stadt ist das Leben hart. Nur wer auf dem Schwarzmarkt etwas anbieten kann, kommt durch. ...

Es ist das Jahr 1946. Rosemarie und Silke sind Flüchtlinge, wollen unbedingt nach Hamburg. In der kriegszerstörten Stadt ist das Leben hart. Nur wer auf dem Schwarzmarkt etwas anbieten kann, kommt durch. Das ist gefährlich, Verhaftungen, Betrug, Diebstahl sind zu erwarten. Als Frau hat man es oft doppelt so schwer. Elternlose Kinder werden in Kinderheimen misshandelt und zur Prostitution gezwungen. Zum Glück finden die Schwestern Freunde, die ihnen helfen. Schiefhannes ist häufig Retter in der Not. Ungewöhnliche Lösungen sind ein Schritt auf dem Weg in ein besseres Leben. Eine emotionale und packende Schilderung. Leider schleicht sich ein belehrender Unterton ein, das hätte es in dieser Ausführlichkeit nicht gebraucht.
Clara Lindemann entwirft ein glaubhaftes und anschauliches Bild einer kaputten, aber dem Neuen entgegen fiebernden Stadt. Den Bensdorf-Schwestern nimmt man den Hunger aufs Leben, den Willen, ein erfülltes Dasein zu führen, unbedingt ab. So unterschiedlich sie sind, so sympathisch werden sie gezeichnet. Vor allem dürfen sie mutig, couragiert und entschlossen handeln. Das kommt gut an, liest sich spannend. Gut geschrieben ist es auch, ein interessanter historischer Roman aus dem HarperCollins-Verlag.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Grübchenface und Teufelsbraten

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Eine coole Party, ein blauhaariges Mädchen, eine rasante Verfolgungsjagd - ein fulminanter Beginn einer wahrhaft spannenden Story. Warum nur wird Quinn von einem Riesenvogel und einem Wolf gejagt? Und ...

Eine coole Party, ein blauhaariges Mädchen, eine rasante Verfolgungsjagd - ein fulminanter Beginn einer wahrhaft spannenden Story. Warum nur wird Quinn von einem Riesenvogel und einem Wolf gejagt? Und nebenbei: warum mag Mathilda diesen arroganten Fatzken? Dabei bezeichnet er sie als Posaunenengel, biblische Plage oder Schlimmeres.
Kerstin Gier lässt ihre Helden abwechselnd zu Wort kommen. Das tut sie in gewohnt genialer Weise: lebendig, unterhaltsam und in Jugendsprech. Das Szenario ist geschickt ausgearbeitet, detailreich, stimmig. Herrlich, wie Quinn und Grübchenface sich ergänzen. Sie erleben fantastische, spannende Abenteuer. Dabei sind sprechende Friedhofsstatuen oder lebende Tattoos noch die harmloseren Begegnungen. Und die Namen erst: Petze-Mariechen, Zwiebacktütengesicht, Karamellbäckchen.... Hilfreiche Tanten, eine beste Freundin, überaus nervige Verwandte und lebendige Wasserspeier runden die Geschichte ab. Riesenspaß und eine Liebesgeschichte dazu, bestens zu Lesendes aus dem Fischer Verlag.
Warnung: Nicht in der Öffentlichkeit lesen. Kaum zu verhindernde unvermittelte Lachflashs stoßen meist auf Unverständnis. Band zwei und drei werden ungeduldig erwartet!

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Schottische Romanze

Neues Glück im kleinen Strickladen in den Highlands
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Idyllische Szenerie, liebliche Landschaft, nette Hunde, eine tolle Oma und weitere supercoole ältere Ladies, beste und uneigennützig agierende Freunde, ein Castle, überall und im Überfluss beigefügte landeskundliche ...

Idyllische Szenerie, liebliche Landschaft, nette Hunde, eine tolle Oma und weitere supercoole ältere Ladies, beste und uneigennützig agierende Freunde, ein Castle, überall und im Überfluss beigefügte landeskundliche Einsprengsel und eine Portion Umweltschutz - das sind die Zutaten dieses Kuschelromans. „Hier am Ufer des Loch Lomond war die Welt noch ein kleines bisschen heiler als an anderen Orten.“
Der schöne, singende Schafhirte Joshua, umweht vom Geist der Highlander, ist toll und mag Spaziergänge über die Ländereien seines Clans. Freundin Maighread (was für ein sperriger Name!) ist sehr in ihn verliebt, betreibt ihr kleines Stricklädchen und langweilt sich ein wenig. Ein örtliches Strickfestival soll Abhilfe schaffen. Die beste Freundin Chloe, die dem Schicksal für ihren Scott dankt, unterstützt mit Kräutertees und Atemtechniken nach Kräften. Während der Vorbereitungszeit erfährt man viel über Stricktechniken, Wolle und was man alles damit in Verbindung bringen kann. Für Handarbeitsfans gibt es Strickanleitungen und ~muster am Buchende.
Susanne Oswald bedient Klischees über das Leben in den Highlands, packt viel Liebe, Wiederholungen und ein wenig Drama in ihre Erzählung über junges Glück, unterhält auf lockerem, etwas kitschigem Niveau. Die Story ist leicht und schnell zu lesen, einfache Lektüre von HarperCollins.

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Veröffentlicht am 25.09.2021

Entscheidungen

Kinderklinik Weißensee – Jahre der Hoffnung (Die Kinderärztin 2)
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1914: Marlene Lindow setzt erfolgreich ihr Studium zur Kinderärztin fort, als ihr Verlobter Max seinen Wehrdienst als Arzt in einem Lazarettzug antreten muss. Nach dem sehr erfolgreichen Abschluss des ...

1914: Marlene Lindow setzt erfolgreich ihr Studium zur Kinderärztin fort, als ihr Verlobter Max seinen Wehrdienst als Arzt in einem Lazarettzug antreten muss. Nach dem sehr erfolgreichen Abschluss des Studiums tritt sie 1918 ein Praktikum in der Kinderklinik Weißensee an und trifft dort alte Bekannte, die sie während ihrer Schwesternausbildung kennengelernt hat. Dank den Schwestern bekommt man einen guten Einblick sowohl in die ärztlichen als auch die pflegerischen Tätigkeiten in der Klinik. Das Schicksal der kleinen Patienten ist oft tragisch.
In den eilig errichteten Lazaretten spielen sich Dramen ab. Es gibt unzählige Tote und Verwundete, dazu die an der Spanischen Grippe Erkrankten. Auch sie werden im Kinderkrankenhaus untergebracht, chaotische Zustände brechen aus.
Antonia Blum schildert diese schwere Zeit anschaulich und eindrucksvoll. Sie beschreibt die Gefühle und das Engagement der Lindow-Schwestern glaubhaft, fügt geschickt historische Hintergründe ein. Auch die Liebe spielt eine wichtige Rolle.
Ein ausgesprochen gut zu lesender Roman aus dem Ullstein Verlag, der den dritten Teil gespannt erwarten lässt.

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Kluftinger fast allein zu Haus

Morgen, Klufti, wird's was geben
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Wenn die Frau mal weg muss, ist Klufti ein wenig überfordert. Ein bissle Chaos richtet er an, ganz knapp vor Weihnachten. Als besonderes Ereignis kündigt sich auch noch der japanische Schwiegervater an. ...

Wenn die Frau mal weg muss, ist Klufti ein wenig überfordert. Ein bissle Chaos richtet er an, ganz knapp vor Weihnachten. Als besonderes Ereignis kündigt sich auch noch der japanische Schwiegervater an. Der liebt es ordentlich und aufgeräumt. Dann ist da noch der Wohltätigkeitsmarkt ... . Das bayerische Urgestein steckt tief in der Bredouille.
Klüpfel und Kobr lassen den Herrn Kommissar gewohnt schlitzohrig und effektiv agieren. Grantig, tollpatschig, liebevoll, jedoch immer authentisch, interagiert er mit seinen Mitmenschen. Seine Frau weiß ihn zu nehmen. Wenn sie denn da ist.
Die Autoren kennen keine Gnade mit ihrem Helden. Er muss sogar Joschis Neuinterpretation der Weihnachtsgeschichte sowie eine Busladung Chinesen ertragen. Es trifft ihn hart. Ist Weihnachten noch zu retten?
Wieder ein unterhaltsamer und höchst amüsanter Lesespaß aus dem Ullstein Verlag.

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