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Veröffentlicht am 21.03.2019

solide

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Doggerland - Fehltritt ist der Beginn einer Trilogie. Das Cover spielt mit interessanten Farbkontrasten und fällt deshalb positiv ins Auge.

Maria Adolfsson erfindet in ihrem Debütroman eine Inselgruppe ...

Doggerland - Fehltritt ist der Beginn einer Trilogie. Das Cover spielt mit interessanten Farbkontrasten und fällt deshalb positiv ins Auge.

Maria Adolfsson erfindet in ihrem Debütroman eine Inselgruppe vor der Küste Dänemarks und als Leser ist man sehr schnell überzeugt, dass es diese Inseln wirklich geben muss, denn die Autorin beschreibt ausführlich und liebevoll. Dank ihres schönen Schreibstils könnte ich mir gut vorstellen, dass sie auch Familiengeschichten hervorragen erzählen könnte. Für einen Krimi ist das ja gar nicht verkehrt, denn so erfahren wir sehr viel von den Darstellern. Sowohl die Kommissarin als auch das Opfer und alle Verdächtigen werden beleuchtet und erhalten ihr eigenes Leben.

Der Plot an sich ist nicht wirklich überraschend, bis auf einen kleinen Twist am Ende. Auch die Spannung ist wohldosiert und könnte gerne noch etwas mehr sein.

Fazit: Ein interessanter Erstling, der gut in die Reihe einführt und Interesse an den zwei Nachfolgebänden weckt. Solide 4 Sterne

Veröffentlicht am 21.03.2019

wieder sehr spannend

Roter Rabe
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Was, ihr kennt Max Heller noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. Denn "Roter Rabe" ist bereits der vierte Teil um den Kommissar, der nach dem Krieg in der DDR ermittelt. Sicher ist das Buch auch für ...

Was, ihr kennt Max Heller noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. Denn "Roter Rabe" ist bereits der vierte Teil um den Kommissar, der nach dem Krieg in der DDR ermittelt. Sicher ist das Buch auch für Quereinsteiger geeígnet, aber viel mehr Spaß hat man, wenn man vom ersten Band "Dem Angstmann" an dabei ist.


Diesmal geht es um Spionage und Doppelspionage, um die Anfänge des kalten Krieges, um Atomwaffen und darum, dass die DDR beginnt ihre perfiden Spielchen auszubauen, mit denen sie die Menschen in ein autoritäres Regime zwingen.


Der Hörbuchsprecher Heiko Deutschmann liest kongenial und seine sonore Stimme trägt einen durch einen spannenden und abwechslungsreichen Kriminalfall, der erst ganz am Schluss alle Rätsel auflöst und noch die ein oder andere Überraschung parat hält für den Zuhörer, der spätestens nach den letzten verklungenen Worten ein Fan von Hax Heller und auch von Frank Goldammer sein dürfte.


Für mich neben Volker Kutscher inzwischen der interssanteste Autor interessanter Krimis, die im Deutschland des letzten Jahrhunderts spielen.


Ich hoffe sehr auf baldige Fortsetzung.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Iron Flowers

Iron Flowers. Die Kriegerinnen
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Iron Flowers ist eine zweiteilige Fantasyreihe für ein vor allem jugendliches Publikum. Ich mag Jugend- und All-Age-Fantasy sehr gerne. Allerdings gibt es da Qualitativ große Unterschiede. ...


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Iron Flowers ist eine zweiteilige Fantasyreihe für ein vor allem jugendliches Publikum. Ich mag Jugend- und All-Age-Fantasy sehr gerne. Allerdings gibt es da Qualitativ große Unterschiede. Fan geworden bin ich durch Autorinnen wie Suzanne Collins oder Nina Blazon. Die schreiben aber High-End-Bücher in denen der Leser, egal welchen Alters, als ernsthaft und Intelligenz angenommen und so auch mit entsprechendem Sprachstil und Plot bedacht wird. Leider gibt es auch die andere Sorte. Die, die oft ein bisschen lieblos und einfach gestrickt daherkommt.

Cover und Klappentext der Iron Flowers sind vielversprechend. Und das frauenfeindliche Setting ist schön bedrohlich. Die beiden Hauptdarstellerinnen wurden im ersten Teil schön aufgebaut und ich hoffte auf einen spannenden actionorientierten Abschluss. Das gekürzte Hörbuch hat mich leider nicht wirklich überzeugen können. Zwei Sprecherinnen haben angenehme Stimmen und man hört ihnen gerne zu. Aber die Story wird zunehmend nichtssagend und vorhersehbar und die Heldinnen agieren unmotiviert und naiv. Das Finale hat seine Höhepunkte aber es ist mir zu holprig und kurz gehalten und das interessante Gleichberechtigungsthema verpufft ungehört.

Es gibt besseres und nach einem netten ersten Teil hat mich dieses Finale nicht überzeugen können.

Bei der Covergestaltung hat der Verlag sich ins Zeug gelegt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 14.03.2019

unbedingt lesen

Was man unter Wasser sehen kann
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Über den Inhalt des Buches möchte ich gar nicht zu viel erzählen, denn die Spannung entsteht tatsächlich vor allem dadurch, dass man mit der Hauptdarstellerin Luca nach und nach den Geheimnissen von Großmutter ...

Über den Inhalt des Buches möchte ich gar nicht zu viel erzählen, denn die Spannung entsteht tatsächlich vor allem dadurch, dass man mit der Hauptdarstellerin Luca nach und nach den Geheimnissen von Großmutter und Mutter aber auch einem einschneidenden Ereignis in der Geschichte ihres Heimatdorfes auf die Spur kommt. Ihre Suche beginnt, als die Mutter plötzlich spurlos verschwindet und die junge Frau heimkehrt und allen, die sie kennen und kannten Fragen stellt. Dabei erkennt sie nach und nach nicht nur, warum es immer Spannungen und Ungesagtes in ihrer Familie gab, sondern ihr gelingt es Stück für Stück auch, ihre eigene Entwicklung zu reflektieren und neue Zukunftspläne zu finden, die verschüttet in ihr schlummerten.

Ich bin restlos begeistert von dieser Geschichte. Die Story ist so viel mehr als eine einfache Familiengeschichte. Der Autorin Henriette Dyckerhoff gelingt in ihrem Erstling eine gekonnte Mischung aus Zeitgeschichte, Generationenkonflikt, Spurensuche nach der Familienvergangenheit und einem Hauch Crime, der durch das rätselhafte Verschwinden der Mutter genährt wird. Dazu eine Sprache, die nah dran ist an den Charakteren, den Facetten der Darsteller nachspürt aber auch die raue Landschaft und die dörfliche Gemeinschaft gut widergibt.

Diese Autorin werde ich mir merken und hoffe, bald wieder etwas von ihr zu lesen.

Veröffentlicht am 14.03.2019

traurige Geschichte

Die Frauen von Själö
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In „Die Frauen von Själö“ widmet sich die Autorin Johanna Holmström einem traurigen Kapitel Geschichte auf einer kleinen Schäreninsel. Die dort gelegene Nervenheilanstalt ist Dreh- und Angelpunkt dieses ...

In „Die Frauen von Själö“ widmet sich die Autorin Johanna Holmström einem traurigen Kapitel Geschichte auf einer kleinen Schäreninsel. Die dort gelegene Nervenheilanstalt ist Dreh- und Angelpunkt dieses Romans über drei junge Frauen. Da ist Kristina, die in eine psychische Ausnahmesituation gerät und im Wahn ihre Kleinkinder ertränkt. Viele Jahre später kommt die Pflegerin Sigrid auf die Insel. Und dann gibt es auch noch Eli, eine Teenagerin, die in die Anstalt eingewiesen wird, weil sie versucht, von der Insel zu fliehen und ein selbstbestimmtes Leben zu leben.

Ich habe bereits Romane über solche oder ähnliche Einrichtungen gelesen in denen vor allem Frauen der Hysterie bezichtigt und unter haarsträubenden Verhältnissen eingesperrt wurden. Die damaligen Behandlungsmethoden grenzten oft an Folter. Auf Själö ist es vor allem die Abgeschiedenheit und die mangelnde Hilfe, die dazu führt, dass die Frauen nicht wieder zurück finden in die Gesellschaft. Die meisten verbringen den Rest ihres Lebens dort und je nach ihrer Erkrankung vegetieren sie dahin oder finden aus sich selbst heraus einen Weg, mit dem Alltag in der Anstalt zurecht zu kommen. Der Pflegerin Eli, die gerne etwas ändern und verbessern würde, sind starre Grenzen gesetzt, die sie nicht schafft aufzubrechen.

Die Autorin beschreibt intensiv und detailgenau. Man merkt dem Buch die Recherchearbeit wohltuend an. Es ist keine leichte Geschichte und Johanna Holmström will nicht beschönigen und es gibt auch kein versöhnliches Ende. Die Einsamkeit der Frauen berührt zutiefst und macht traurig. Die Hoffnungslosigkeit wird in dieser kargen rauen Landschaft noch größer.