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Veröffentlicht am 13.11.2016

faszinierender Bildband mit grandiosen Fotos und Erklärungen

Polarlichter
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Bernd Römmelt fotografiert seit nunmehr 20 Jahren mit großer Leidenschaft Polarlichter in den Anrainerstaaten der Arktis. Besonders viel Wert legt er auf Fotos, die das Phänomen zusammen mit der entsprechenden ...

Bernd Römmelt fotografiert seit nunmehr 20 Jahren mit großer Leidenschaft Polarlichter in den Anrainerstaaten der Arktis. Besonders viel Wert legt er auf Fotos, die das Phänomen zusammen mit der entsprechenden Landschaft, also Bergen, schneebedeckten Bäumen, Seen, in denen sich das Naturschauspiel zusätzlich spiegelt oder Häusern zeigen.
Für dieses Buch hat er 150 seiner wundervollen Fotos ausgesucht und mit begleitenden Texten versehen, in denen er Grundlegendes sowie persönliche Erlebnisse und Erfahrungen schildert. Er berichtet davon, dass man zwangsläufig von September bis Februar Polarlichter sieht, eine sichtbare Folge von geomagnetischen Stürmen, deren Ursprung in unserer Sonne liegt. In den Farben grün, gelb, violett und rot kommen sie als Bögen, Spiralen, ganze Himmel, Lichtvorhänge, Strahlen, Nadeln oder Korona vor, auch in diesem beeindruckenden Buch. Ich muß gestehen, erst hatte ich ein wenig Bedenken, ob sich die Schönheit dieser Erscheinungen überhaupt in Fotos so gut darstellen lassen, wie im Film, denn gerade die Bewegungen der Schleier fand ich besonders beeindruckend. Nun, nachdem ich dieses Buch ausgiebig betrachtet und gelesen habe, muß ich feststellen, wie bezaubernd die vielfältigen Fotos auch den Tanz der Polarlichter nahebringen, z.B. durch Fotosequenzen, die im Fotoabstand von ca. 20 Sekunden entstanden sind und auch durch die Beschreibungen jedes einzelnen Bildes. Die Fotos, egal ob klein oder groß, sind alle sehr beeindruckend; die größten Fotos erstrecken sich über eine Doppelseite.
Römmelt berichtet außerdem über die Erforschung des Polarlichtes ( z.B. über den Van-Allen-Strahlungsgürtel), erklärt das Phänomen aus wissenschaftlicher Sicht ( z.B. Emissionslinien) und erzählt über seine Erfahrungen, Polarlichter zu fotografieren ( z.B. Blende, Objektive, Belichtungszeiten, gibt Tipps für das Fotografieren) unter anderem auch mit ganz perönlichen Geschichten.

Des weiteren durchleuchtet er den Mythos Polarlicht, vermittelt verschiedene Vorstellungen der unterschiedlicher Kulturen des Nordens, z.B. den „Heringsblitz“, kämpfende Seelen verstorbener Krieger oder Frauen, die um ein Feuer tanzen. Am spannendsten fand ich die Erklärung, es handele sich um Seelen bei der Geburt verstorbener Kinder, die nun glücklich wären, mit Knochen eines Walrosses Fußball spielten und man sähe die Bewegung des Balles. Anscheinend kommen die Polarlichter zuweilen mit Rauschen, Knistern und Flüstern daher, was auch zu vielfältigen Deutungen geführt hat.

Mich hat dieses Buch begeistert; nicht nur die vielen großartigen Fotos, auch die Erklärungen und Erlebnisberichte runden dieses Leseerlebnis bezaubernd ab und lassen den schon lange gehegten Wunsch, Polarlichter live zu erleben noch stärker werden.

Veröffentlicht am 10.11.2016

eher seicht als spannend - plätschert so dahin

Das Nest
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Die vier Kinder der Familie Plump sollen am 40. Geburtstag der Jüngsten von ihnen den Treuhandfont, den ihre Eltern einst anlegten, ausgezahlt bekommen.
Zeitlebens haben sie auf diesen Tag und eine erhebliche ...

Die vier Kinder der Familie Plump sollen am 40. Geburtstag der Jüngsten von ihnen den Treuhandfont, den ihre Eltern einst anlegten, ausgezahlt bekommen.
Zeitlebens haben sie auf diesen Tag und eine erhebliche Geldsumme gewartet und das Geld auch schon fest verplant; der Treuefond war die ganzen Jahre über ihr „Nest“. Melodie benötigt es um das Vorstadthaus zu halten und Collagegebühren ihrer Töchter bezahlen zu können. Jack muß dringend eine Hypothek ablösen und Beatrice würde gerne ihre Wohnung durch eine weitere Etage ergänzen. Leo, der große, von allen bewunderte Bruder, hat Geldsorgen wegen eines Unfalls und Schadenssorgen, seiner Scheidung, seinem Problem mit Drogen.... Ohne das Wissen der anderen zahlt ihre Mutter das meiste Geld an Leo aus und Leo versucht, Geld aufzutreiben um seine drei Geschwister auszuzahlen.
Der Leser begleitet die Familie Plum und andere über den Zeitraum von knapp zwei Jahren, wobei es auch immer wieder Rückblicke in frühere Zeiten gibt. Nicht nur die finanzielle Situation der Familie, sondern auch andere Geschichten werden erzählt, z.B. von einem älteren Herrn, der seine Frau 9/11 verloren hat. Die vielen Personen werden nacheinander eingeführt und bleiben überschaubar.
Kurze Kapitel lassen einen zügig weiterlesen; die Geschichte ist ganz nett erzählt, hat mich aber leider nicht so ganz gepackt. Gerne hätte die Erzählung etwas tiefergreifender und spannender sein dürfen, auch mit Paukenschlag am Ende. Nach den Beschreibungen auf dem Klappentext, die „ Erzählung, böse, witzig und unheimlich spannend“ ausloben, hatte ich mehr erwartet.

Fazit: etwas dahinplätschernde Familiengeschichte und Nebenerzählung, in der es um Lebensträume, Täuschung, Loslassen und Neuanfang ge

Veröffentlicht am 09.11.2016

schöner Streifzug durch Küche, Bräuche und Gegend

Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland
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Elisabeth Zumkehr, Köchin des Narayana-Verlages, stellt in ihrem Erlebniskochbuch Orte und Sehenswürdigkeiten ihrer Heimat Markgräflerland sowie Feste und Gebräuche, die sie schon seit Kindeszeiten kennt, ...

Elisabeth Zumkehr, Köchin des Narayana-Verlages, stellt in ihrem Erlebniskochbuch Orte und Sehenswürdigkeiten ihrer Heimat Markgräflerland sowie Feste und Gebräuche, die sie schon seit Kindeszeiten kennt, vor.

Die bodenständigen Gerichte der Region, hier in einer vegetarischen Variante, werden mit frischen Zutaten zubereitet; jedes Rezept ist für 4 Personen berechnet und weist neben einer gut verständlichen Zubereitungserklärung ein großes Foto der hergerichteten Speise auf. Die jeweils angegebene Arbeitszeit muss man nach Angaben der Autorin möglicherweise etwas aufrunden, da sie selber sehr schnell arbeite.

Es finden sich traditionelle Rezepte wie z.B. Graupen-Erbsen-Eintopf, Dinkelknöpfli, Wurzelbrot oder Köstlichkeiten mit Tradition im Verlauf des Jahres / zu bestimmten Festen, z.B. Fastnachtsküchli, Strübli, Zwiebelweihe. Beim Durchwandern der Gegend entlang der Markgräfler Wiilwegli erkundete Frau Zumkehr die Burg Rötteln, mehrere Gaststätten, die auch vorgestellt werden, und ihre Rezepte, macht einen Streifzug durch Dörfer, Bauerngärten, Streuobstwiesen und Weinberge. All dieses hat sie zu jeweiligen Kapiteln mit vegetarischen Rezepten inspiriert, z.B. könnten die Ritter auf Burg Rötteln Gemüsefeuertopf mit Meerrettich, Linsensuppe, Vogelheu oder Met-Birnen mit saurer Sahne gegessen haben. Für ein Picknich ist man mit Rezepten wie z.B. Linsen-Kartoffelaufstrich, veg. Leberwurst oder Grünkernfrikadellen gut gerüstet und aus dem Bauerngarten lassen sich frisch z.B. Kürbissuppe mit Ingwer, Grünkohlauflauf oder Wirsing-Rollen zubereiten. Zu manchen Rezepten findet sich eine Weinempfehlung oder Extra-Tipps um das Rezept abzuwandeln.

Das Buch wurde sehr liebvoll und detailliert gestaltet, vermittelt einen schönen Eindruck eines Streifzuges durch die Gegend und der Bräuche; besonders interessant fand ich diese zu Ostern – oder den vorgestellten Handwerkermarkt sowie die Lokale entlang des M. Wiiwegl. Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und die, die wir bislang ausprobiert haben, haben uns sehr gut geschmeckt: ich finde es immer sehr schön, wenn, wie hier, mit „normalen“ Zutaten gekocht wird und nicht in Rezepten alles Nichtvegarische durch Austauschprodukte ersetzt wird.

Fazit: Ein sehr schönes Erlebniskochbuch, das neben ansprechenden, vegetarischen Rezepten auch Orte und Sehenswürdigkeiten des Markgräflerlandes sowie Feste und Gebräuche beinhaltet.

Veröffentlicht am 09.11.2016

vermittelt toskanische Rezepte und Lebensgefühl

Toskana
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Csaba dalla Zorza ist in der Toscana aufgewachsen und liebt deren Küche sehr; in diesem Buch hat sie traditionelle, authentische Gerichte zeitgenössisch interpretiert. Wichtig dabei sind ihr die frischen ...

Csaba dalla Zorza ist in der Toscana aufgewachsen und liebt deren Küche sehr; in diesem Buch hat sie traditionelle, authentische Gerichte zeitgenössisch interpretiert. Wichtig dabei sind ihr die frischen Zutaten und der Anspruch, gut zu essen, aber nicht besser zu kochen. Gerade das Bodenständige, häufig auch einfach Zubereitete verspricht Dank der guten Zutaten den größten Genuß, am besten in geselliger Runde. Oft ist die Kunst zu improvisieren gefragt, denn es muß nicht alles perfekt sein; gerade das macht den Reiz aus.

Die Rezepte sind unterteilt in die Kapitel:

- Antipasti, z.B. Toscanischer Brotsalat, frittierter Salbei, Sardellen mit Zitrone
- Gnocchi und Pasta, z.B. Kastaniengnocchi, Ricottanocken, Risotto mit Steinpilzen
- Heisse Suppen, z.B. Cremsuppe von weißen Bohnen und Steinpilzen, Minestrone
- Fleisch und Wein, z.B. Kalbsschnitzel in würziger Tomatensauce, Perlhuhn mit Artischocken
- Fisch, z. B. gebratener Stockfisch mit Kichererbsen, Spagetti mit Meeresfrüchten
- Gemüse als Beilage, z.B. Zucchini mit Minze, Fenchel mit Thymian
- Snacks, z. B. Süße Foccacia mit Trauben, Pizza, gegrillte Polenta mit Speck
- Süßes, Obst und Kaffee, z.B. Tiramisu, Maronencreme mit Sahne, Katanienkuchen

Zu jedem in diesem Buch enthaltenen Rezepte gibt es, eine Erläuterung zum Rezept, die Zutatenliste, eine ganz ausführliche, leicht verständliche Beschreibung der Zubereitung sowie ein ganzseitiges Foto der fertigen Speise, das einem schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenlaufen läßt.

Dieses 400 Seiten starke Buch vermittelt vielmehr als nur Rezepte, ist gleichzeitig Bilder- und Geschichtenbuch, vermittelt ein Gefühl für das Leben in der Toscana. Neben zahlreichen Fotos von Familie und Gegend, die sich in beeindruckendem Umfang durch das ganze Buch verteilen, gibt es Koch- und Haushaltstipps, z.B. wie man eine Speisekammer sinnvoll ausstattet, den Garten nutzen kann oder einfach genießt.

Fazit: wunderschönes, üppig illustriertes Buch, das toskanische Rezepte samt Lebensgefühl gleichermaßen vermittelt

Veröffentlicht am 08.11.2016

äußerst interessantes und informatives Fachbuch

Die Bäume und das Unsichtbare
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Der Autor, u.a. Prof. für Holzwissenschaften an der Berner FH und Lehrbeauftragter für Holzkunde, hat hier ein umfangreiches Werk geschaffen, in dem er mannigfaltige Themen und Aspekte darstellt.

Angefangen ...

Der Autor, u.a. Prof. für Holzwissenschaften an der Berner FH und Lehrbeauftragter für Holzkunde, hat hier ein umfangreiches Werk geschaffen, in dem er mannigfaltige Themen und Aspekte darstellt.

Angefangen am Beispiel der Eibe u.a. als heiligem Baum, den er im Verlauf durch Zeiten und Kulturen und deren mythologischen Überlieferungen er beleuchtet, über z.B. die Schaffung „neuen Wassers“ bei der Photosynthes, Holzanatomie, das Wachstum von Bäumen oder Zapfen in Spiral-Vertikal-Tendenz im Goldenen Schnitt bis hin zu unterschiedlichen Holzarten und deren spezifischer Verwendung ( z.B. als Bau- oder Klangholz), dem Geruch von Bäumen und Holz oder fruchtbaren Partnerschaften vermittelt er Fachwissen, oft sehr detailiert und mit Versuchen, Diagrammen, Tabellen und Bildern ergänzt. Dabei erläutert er neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie alte Lehren, z.B. Säen und Pflanzen im Einklang mit dem Mond gleichermaßen.

In letzter Zeit habe ich einige Bücher über Bäume und Wald gelesen, z.B. auch von Peter Wohlleben und ich finde den Unterschied enorm. Der Untertitel „Erstaunliche Erkenntnisse aus der Forschung“ bringt es auf den Punkt; bei diesem Buch handelt es sich um ein äußerst interessantes und informatives Fachbuch, das sehr wissenschaftlich geschrieben wurde und sich wohl eher an Fachleute als an Laien richtet.