"Es gibt ein paar Dinge", sagte er leise, "die eine Prinzessin alleine tun muss. Erinnerst du dich an das, was ich dir gesagt habe... dass du eines Tages dein Königreich finden wirst?" "Das war doch nur eine Geschichte. Das Leben ist nicht so." "Alles was wir sagen, ist eine Geschichte. Aber nichts davon ist nur eine Geschichte."
Inhalt:
Auf die junge Amerikanerin Julia, hat Shakespeares Stück: "Romeo und Julia" schon immer eine magische Anziehungskraft ausgeübt. Deshalb kann sie jeden Satz, ja jedes Wort in dem Stück auswendig. Sie ist eine Frau voller Leidenschaften und macht immer nur das, wonach ihr ist. Leider bringt sie das auch dazu, dass ihr Geldbeutel ziemlich leer ist. Als ihre Tante stirbt, hofft Julia auf ein großes Erbe, welches endlich das Loch stopft, dass ihre laue Lebensweise ihr eingebrockt hat. Doch statt ihr, erbt ihre Zwillingsschwester alles: Das Haus und auch das Geld. Zunächst ist Julia enttäuscht, dann verzweifelt. Doch dann passiert etwas magisches: Ihr alter Butler überreicht ihr einen geheimen Brief ihrer Tante. In diesem erfährt sie, dass sie eigentlich "Giulietta Tolomei" heißt, aus Italien stammt und dort ein großer Schatz auf sie wartet. Ohne lange zu überlegen reist Julia nach Italien, denn schließlich hat sie nichts zu verlieren. Damit nimmt ein atemberaubendes Abenteuer seinen Lauf. Denn ganz plötzlich, schlittert Julia in eine unglaubliche Schatzsuche und eine fast vergessene Liebesgeschichte der von: Romeo und Julia. Doch sie ist nicht die Einzige, die der Vergangenheit und dem Schatz auf der Spur ist und so gerät sie schon bald in eine mörderische und spannende Jagd.
Schreibstil:
Lange habe ich mich um diese Rezension gedrückt, denn um ganz ehrlich zu sein hat mich dieses Buch und seine Geschichte regelrecht umgeworfen. Tagelange war ich einfach sprachlos, konnte kaum einen Gedanken fassen, keine neue Geschichte an mich heran lassen, weil das Werk von Anne Fortier meine ganzen Gedanken und mein ganzes Herzblut eingenommen hat. Dieses Buch ist einfach so unglaublich, dass jedes Wort nicht gut genug erscheint um es zu beschreiben. Lange habe ich mit mir gerungen, die richtigen Worte gesucht und jetzt: mich getraut. Die Autorin: Anne Fortier, hat eine überwältigende Art und Weise, ihr Abenteuer in die richtigen Wörter zu kleiden, dass man sich direkt jedem Satz hingeben kann. Dieser Schreibstil lässt einen vergessen wo man ist, denn jeder Buchstabe ist magisch und erschafft eine Welt voller Geheimnisse, Irrungen, Wirrungen und einem grandiosen Abenteuer. Durchgehend ist die Geschichte von Julia und Romeo spannend und lädt zum Träumen ein. Auch wenn es sich bei "Julia" um ein relativ "dickes" Buch handelt, so habe ich jede Seite genossen und nicht ein einziges Mal auf die Uhr geschaut, denn die Zeit und die Seiten fliegen im Flug an einem vorbei und saugen einen in die tiefen von Italien und der Geschichte von "Romeo und Julia". Wenn es eine Autorin schafft, mich ganz in ihre Welt zu ziehen und selbst nach dem Ende des Werkes noch nicht loslässt, hat sie wahrlich meine ganze Bewunderung verdient. Denn schließlich wollen wir doch in eine Geschichte eintauchen, uns zwischen den Seiten wiederfinden, eins werden mit den Figuren und am Ende traurig sein, dass wir die Charaktere wieder gehen lassen müssen. Dies ist Anne Fortier perfekt gelungen.
Idee/Umsetzung:
Die Idee der Autorin "Romeo und Julia" erneut zum Leben zu erwecken, wird nicht nur Anhänger von Shakespeare mitreißen und neugierig machen. Im Gegenteil: dieses Werk ist für alle, die sich gerne auf den Spuren der Vergangenheit bewegen, Schatzsuchen lieben, an die große und wahre Liebe glauben und die Kulisse von Italien bewundern. Der Roman deckt so demnach sehr viele Lesergeschmäcker ab und wurde zudem auch sehr gut umgesetzt. Die Kapitel in der Geschichte wechseln stetig von den Erlebnissen der Julia in der Gegenwart und den Ereignissen der Julia in der Vergangenheit. Wer jetzt glaubt, dass die alte Geschichte von "Romeo und Julia" schon erzählt wäre, der hat sich verdammt getäuscht, denn Anne Fortier erzählt das tragische Schicksal der beiden Verliebten völlig neu und dies nicht einmal unglaubwürdig. Fesselnd und mitreißend, bringt sie ihre Idee an den Leser und reißt ihn damit tief in ihr spannendes und fesselndes Abenteuer, so dass man sich nicht einmal, auf knapp 650 Seiten nach eine Pause sehnt, oder voller Hoffnung auf die Uhr schaut. Man wird eins, mit Julia, mit Romeo und mit der Vergangenheit, die mehr als nur ein Geheimnis versteckt und sich langsam zum rasanten Abenteuer entwickelt. Dabei wirkt keine Handlung erzwungen, keine Idee erlogen. Anne Fortier vermittelt glaubhaft die Ereignisse und nimmt durch ihre Herzblut, das man hinter jeder Seite entdeckt, das ganze Leserherz für sich ein.
Charaktere:
Auch die Figuren in diesem Buch sind alle voller Herzblut beschrieben und erwachen so nach und nach immer mehr zum Leben. Besonders die Hauptfigur Julia wird schnell zum Leserliebling und nimmt so auch schnell einen Platz in unserem Herzen ein. Denn sie ist genau so, wie man sich eine Buchheldin bei einer Schatzsuche wünscht. Sie ist keck, frech und definitv nicht auf den Mund gefallen. Voller Leidenschaft lässt auch sie sich, wie der Leser, in die Geschichte von Romeo und Julia ziehen. Für sie ist es sogar noch viel schöner, denn schließlich hat sie schon immer ihre ganze Leidenschaft in das Werk von Shakespeare gesteckt. Zudem kann sie sich mit dieser Schatzsuche auch auf eine Reise durch ihre Vergangenheit begeben. Denn ihre Mutter, wie auch ihr Vater sind vor langer Zeit verstorben. Bei der Reise, begibt sie sich auf die Spur, die ihre Mutter ihr hinterlassen hat und entdeckt so auch immer mehr, wer sie selbst und was ihre Geschichte ist. Ich finde der Autorin ist es einfach unglaublich gut gelungen, Figuren zu erschaffen, die der Geschichte zusätzlich Leben einhauchen und durch ihre Herzlichkeit und liebevolle Art, schnell zum Herz dieses Romanes werden. Meine Sehnsucht schreit verzweifelt nach mehr, denn ich vermisse Julia, Romeo und Co. jetzt schon unglaublich und würde mich am Liebsten direkt in ein neues Abenteuer mit den Beiden stürzen.
Cover/Innengestaltung:
Eigentlich gibt es wenig zur Gestaltung zu sagen, denn im Grunde ist sie relativ schlicht gehalten und da ich den Inhalt erfahren habe, der mich regelrecht "aus den Latschen gehauen hat", weiß ich auch, dass dieses Abenteuer eine überwältigende Gestaltung auch gar nicht nötig hat. Das Cover ist passend, auch wenn mir das englische ein wenig besser gefällt, so drückt es doch genau die Stimmung und Gefühle aus, die in der Geschichte auf seine Leser lauern. Besonders passend und sinnvoll fand ich auch, dass am Anfang des Buches eine Karte von Sienna abgebildet ist, so dass es dem Leser leicht fällt, Julia auf ihrer Schatzsuche durch die kleinen Straßen und Gassen zu begleiten. Die bereits angesprochenen, verschiedenen Sichtweisen aus der Gegenwart und der Vergangenheit werden je durch Überschriften eingeleitet, wie auch beide durch ein Zitat aus dem Drama von Shakespeare: "Romeo und Julia".
Fazit:
"Julia" von Anne Fortier ist ein unglaubliches und gelungenes Debüt der Autorin. Denn diese Geschichte hat alles, was ein gutes Buch ausmacht: Eine Romanze, eine Schatzsuche, viele Überraschungen und natürlich böse Schurken... aber was noch viel wichtiger ist: ein Happy End. Während man mit der herzlichen und kecken Hauptfigur auf eine große Reise geht, wird man mehr und mehr eins mit dem Buch und vergisst schon bald Zeit und Raum. Schon lange hat mich kein Abenteuer mehr so voller Sehnsucht zurück gelassen. Deshalb lege ich diesen Roman jedem von euch ans Herz. Wer nicht in dieser Geschichte versinkt, der verpasst etwas, denn der Schreibstil, die Figuren und die Idee, bieten zusammen ein unglaubliches und unvergleichliches Leseerlebnis für Jedermann. Was bleibt ist die Vorfreude und Hoffnung auf ein neues Buch der Autorin, dass nicht im Schatten seines Vorgängers zurückbleibt. Definitiv mein absolutes Lesehighlight des Jahres!