Beindruckende Familiensaga
Rudolf, der Sohn von David und Elsbeth Sprüngli, hat einen großen Traum: Er möchte seine eigene Schokolade herstellen. Dieser Wunsch entstand, als seine Mutter schwer erkrankte und Rudolf beim Apotheker ...
Rudolf, der Sohn von David und Elsbeth Sprüngli, hat einen großen Traum: Er möchte seine eigene Schokolade herstellen. Dieser Wunsch entstand, als seine Mutter schwer erkrankte und Rudolf beim Apotheker Flückinger mit seinem Ersparten nicht nur die notwendigen Tropfen, sondern auch ein wenig Schokolade erstand. Als seine Mutter die Schokolade aß, wurde sie wieder gesund. Rudolf ist davon überzeugt, dass dies allein der Schokolade zu verdanken ist.
Bevor er seinen Traum verwirklichen kann, absolviert er jedoch zunächst eine Lehre in der Zuckerbäckerei seines Vaters.
Ein weiterer Traum wird geboren, als Rudolf auf dem See vor den Toren der Stadt eine junge Frau in einem Boot erblickt. Er weiß damals schon: Diese Frau möchte er eines Tages heiraten.
Der Roman erzählt die bewegende Geschichte der Familie Sprüngli über mehrere Jahrzehnte hinweg. Neben der Haupthandlung gibt das Buch tiefe Einblicke in das damalige Leben, die gesellschaftlichen Konventionen, die Verleihung des Bürgerrechts der Stadt Zürich und die Aufnahme in eine der prestigeträchtigen Zünfte.
Auch die Themen, die die ärmeren Gesellschaftsschichten betreffen, werden nicht außer Acht gelassen: Die harte Arbeit in den Fabriken, das Leben der Verdingkinder und die schlimmen Auswirkungen von Krankheiten wie der Cholera werden eindrucksvoll dargestellt.
Mein Fazit:
Ich liebe ja diese Art von Büchern, die auf einer historischen Unternehmensgeschichte basiert und zugleich viele fiktive Elemente enthält.
Besonders gefallen hat mir, mit welcher Kraft und Zuversicht Rudolf seine Träume verfolgt und schließlich verwirklichen kann. Auch wenn er oft eine andere Meinung hatte, als sein Vater. Katharina, Rudolfs Frau, hat mich ebenfalls sehr imponiert. Sie setzte sich schon damals durch und verfolgte neben der Familie stets ihre eigenen Visionen.
Es war zudem äußerst spannend zu erfahren, wie die Entwicklung der Schokolade damals vonstatten ging.
Zukünftig werde ich beim Verzehr von Lindt-Schokolade wahrscheinlich unweigerlich an die bewegende Familiengeschichte der Sprünglis denken.