Subtiles Spannungsgeflecht
Nina Bussmanns Roman "Drei Wochen im August" erzählt die Geschichte eines Sommerurlaubs in Frankreich, im Wechsel geschildert aus der Sicht von Elena und dem Kindermädchen ihrer Kinder, Eve. Was als unbeschwerte ...
Nina Bussmanns Roman "Drei Wochen im August" erzählt die Geschichte eines Sommerurlaubs in Frankreich, im Wechsel geschildert aus der Sicht von Elena und dem Kindermädchen ihrer Kinder, Eve. Was als unbeschwerte Auszeit mit Strand, Sonne und purer Entspannung erträumt war, gerät durch unterschiedlichste Vorkommnisse ganz anders als erwartet. Vieles wird in Frage gestellt in diesem Roman. Auf der inneren Ebene der Handelnden kommen Beziehungen und Freundschaften auf den Prüfstand, Abhängigkeiten und Verflechtungen, die zunächst nicht augenscheinlich sind, entwirren sich zunehmend und sorgen für ein oftmals latentes Gefühl der Bedrohung. Auf der äußeren Ebene wird dieses Gefühl verstärkt durch den flächigen Waldbrand, der in unmittelbarer Nähe zum Feriendomizil der Familie wütet und von diesen völlig ausgeblendet wird - nichts soll die drei Wochen Auszeit stören. Auch das Auftauchen und Sich-Einnisten fremder Personen sowie das Verschwinden eines der Kinder wird von der Protagonistin Elena nicht zum Anlass genommen, den Urlaub abzubrechen.
Nina Bussmann gelingt es durch ihre klare und dennoch ästhetische Sprache, dieses Spannungsgeflecht auszudrücken und erfahrbar zu machen. Der Roman eignet sich für alle Leser, die komplexe, manchmal etwas widerspenstige Charaktere und psychologisch aufgebaute Spannung mögen.