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Veröffentlicht am 02.12.2018

Ein wundervolles Hörerlebnis, perfekt für die kalte Jahreszeit!

Der Polarbären-Entdeckerclub – Teil 1: Reise ins Eisland
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Als mir der Polarbären-Entdeckerclub das erste Mal begegnete, war meine Neugier sofort geweckt. Mir stellte sich dann nur Frage: Buch oder Hörbuch? Beim Buch haben mich die Illustrationen von Iacopo Bruno ...

Als mir der Polarbären-Entdeckerclub das erste Mal begegnete, war meine Neugier sofort geweckt. Mir stellte sich dann nur Frage: Buch oder Hörbuch? Beim Buch haben mich die Illustrationen von Iacopo Bruno sehr gereizt, bei der ungekürzten Lesung war es der Sprecher Simon Jäger, ihm lausche ich immer sehr gerne. Bei mir durfte schließlich beides einziehen. Zuerst hatte ich es mir mit dem Buch gemütlich gemacht, danach folgte direkt das Hörbuch. Zu letzterem möchte ich nun erzählen, wie es mir gefallen hat.

Stella Starflake Pearl ist eine Schneewaise. Als kleines Kind wurde sie von dem Forscher Felix Evelyn Pearl im Schnee entdeckt und kurz darauf von ihm adoptiert. Von ihm wurde sie großgezogen und von ihm hat sie auch ihren Namen erhalten. Schon sehr früh ist in Stella der Wunsch erwacht, eine Entdeckerin zu werden, wie ihr Ziehvater Felix. Nichts sehnlichster wünscht sie sich, als es ihm gleichzutun und dem Polarbären-Entdeckerclub beizutreten. Doch leider ist es nur Männern erlaubt, im Club Mitglied zu werden. Felix gelingt es aber schließlich tatsächlich, den Clubpräsidenten davon zu überzeugen, Stella eine Sondererlaubnis zu genehmigen. So kommt es also, dass Stella zusammen mit Felix und den anderen Forschern auf einem großen Schiff in See sticht, auf Richtung Norden und Abenteuer! 
Im Eisland angekommen, beginnt die erste Expedition jedoch mit einer Katastrophe: Stella und die drei anderen Juniorforscher Beanie, Shay und Ethan werden von der restlichen Gruppe getrennt und müssen sich nun alleine durch Eis und Schnee durchschlagen. Überall lauern Gefahren, wie schaurige Frostelfen, fleischfressende Kohlköpfe oder Yetis. Jetzt ist der Mut, der Erfindungsgeist und der Zusammenhalt der vier Kinder gefragt. Ob sie diese gefährliche Expedition wohl meistern werden?

Mich konnte die Geschichte von Anfang an in ihren Bann ziehen. Alex Bell hat hier ein wundervolles Setting geschaffen, voller Eis, Schnee, wundersamen Orten und jeder Menge fantasievoller Geschöpfe. Besonders letzteres konnte mich begeistern. Wir bekommen es hier mit lauter tollen magischen Wesen zu tun wie fleischfressenden Kohlköpfen oder den Frostelfen. Nett sind diese Fabelwesen zwar nicht, aber unheimlich faszinierend und mal etwas erfrischend Anderes. Zudem sorgen sie für jede Menge Spannung und Tempo in der Handlung.

Ich persönlich habe die Story als sehr spannend empfunden. Zu Beginn dauert es zwar ein bisschen, bis es so richtig losgeht, aber mich hat dies nicht gestört, ganz im Gegenteil. Ich mag das gar nicht so gerne, wenn Bücher (bzw. Hörbücher) zu actiongeladen sind und einer rasanten Szene der nächsten folgt. Ich fand den Spannungsbogen hier daher perfekt und hatte beim Buch jede Menge Spaß beim Lesen und danach beim Lauschen der ungekürzten Lesung mit Simon Jäger die reinste Freude.

Für die Winterzeit kann ich das Hörbuch übrigens ganz besonders empfehlen. Die Kulisse ist der Autorin unheimlich gut gelungen. Das Eisland wird so eindrucksvoll und klasse beschrieben - ich habe beim Lesen und danach auch beim Zuhören total Lust auf Schnee bekommen. Erstaunlich eigentlich, denn ich bin eigentlich gar nicht so der große Fan von Schnee. Oder vom Winter, das ist einfach nicht so meine Jahreszeit. Alex Bell aber ist es mit diesem tollen Reihenauftakt gelungen, mir den Winter richtig schmackhaft zu machen. Die Atmosphäre, die hier erzeugt wird, ist einfach nur grandios, mir hat sie richtig gut gefallen.

Auch die Story konnte mich in allen Punkten überzeugen. Ich habe unsere Juniorforscher liebend gerne bei ihrer ersten, sehr gefährlichen, Expedition ins Eisland begleitet. Nicht alle vier Kinder waren mir auf Anhieb sympathisch, aber im Verlaufe der Geschichte habe ich sie schließlich doch noch alle sehr lieb gewonnen.

Die Protagonistin Stella habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist ein sehr liebes, mutiges und selbstbewusstes Mädchen mit einem großen Forscherdrang und einer Leidenschaft für Einhörner. Einhörner sind ja auch cool. Und nicht nur diese Geschöpfe tauchen hier auf, auch Wölfe, Pinguine und Gänse begegnen einem in diesem schönen Hörbuch. Wobei es sich bei diesen Tieren natürlich um keine gewöhnlichen handelt. Total niedlich fand ich ja die Pinguine. Die dürften auch sehr gerne bei mir einziehen. ;D

Neben Stella mochte ich auch die Nebenfiguren sehr gerne. Nur Ethan, ein junger Zauberer, den fand ich anfangs ziemlich blöde. Er hält sich für extrem toll, ist arrogant und bei den ersten Aufeinandertreffen mit Stella wirklich grässlich. Allerdings lernt man Ethan bei dem großen Abenteuer immer besser kennen und wir dürfen hinter seine Fassade schauen. Ich jedenfalls mochte ihn schließlich doch noch sehr gerne.

Wer sich sofort in mein Herz geschlichen hat, ist Beanie. Mit ihm ist Stella schon länger befreundet und sie ist tatsächlich auch seine einzige Freundin. Beanie ist anders, er versteht Ironie nicht und ist stets sehr direkt. Mit seinen ehrlichen Worten stößt er bei seinen Mitmenschen natürlich nicht immer Wohlwollen. Stella aber hält zu ihrem Freund, sie stört sich nicht daran, dass Beanie anders ist. Nicht so Ethan, der manchmal richtig gemein zu dem armen Beanie ist. Dies zeigt nur mal wieder, wie grausam gerade Kinder doch sein können, wenn sie auf Gleichaltrige stoßen, die durch ihr Anderssein anecken und auffallen.

Der letzte im Bunde ist Shay, der Wolfsflüsterer. Ihn habe ich als einen sehr ruhigen und vernünftigen Jungen empfunden. Shay hat die Gabe mit den Wölfen zu sprechen, etwas, wofür Stella ihn ziemlich beneidet. Sie würde auch sehr gerne mit Tieren sprechen können, am liebsten mit Einhörnern. ;)

Die Kinder sind alle total verschieden und ergeben zusammen eine ziemlich bunte Truppe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bilden sie schließlich ein super Team, welches zusammen dieses große Abenteuer im Eisland meistern wird. Oder? Nun, wie die Expedition genau verlaufen und enden wird, das werde ich hier natürlich nicht verraten. Was ich noch verraten kann, ist, dass wir noch Näheres über Stellas Herkunft erfahren werden. Und am Ende werden wir mit einem echt fiesen Cliffhanger konfrontiert. Dieser ist sogar richtig gruselig, zumindest mir hat er eine leichte Gänsehaut beschert. Ich kann es wirklich gar nicht mehr abwarten, bis endlich der zweite Band erscheint, damit ich mich erneut mit unseren Entdeckern in ein spannendes Abenteuer stürzen kann!

Vorgelesen wird das Ganze erstklassig von Simon Jäger. Da hatte ich allerdings auch nichts anderes erwartet, Simon Jäger konnte mich mit seiner angenehmen und sehr wandelbaren Stimme bisher in jedem Hörbuch hellauf begeistern. Seine wundervolle Vortragsweise zusammen mit den kleinen musikalischen Einschüben schaffen eine großartige Atmosphäre welche mich bis zum Schluss verzaubern konnte.

Fazit: Ein toller Reihenauftakt, den ich besonders Fans von „Der goldene Kompass“ und „Narnia“ wärmstens empfehlen kann. Mich konnte beides begeistern, Buch und Hörbuch, wobei mich letzteres durch die großartige Vortragsweise von Simon Jäger zusammen mit der Musik etwas mehr verzaubern konnte. Ich habe die vier Juniorforscher liebend gerne bei diesem spannenden, magischen und fantasievollen Abenteuer begleitet und ich kann es kaum noch abwarten, mich in das nächste zu stürzen. Eine tolle Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Abenteuer und Magie, die nicht nur für Kinder ab 8 Jahren absolut hörenswert ist, sondern die auch deutlich älteren Zuhörern ein fantastisches Hörerlebnis bescheren wird. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 30.11.2018

Das perfekte Vorlesebuch für die Weihnachtszeit!

1-2-3 Minutengeschichten: Kunterbunte Weihnachten
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Was darf in der Weihnachtszeit auf gar keinen Fall fehlen? Ja, klar, der Adventskalender. Der gehört zur Vorweihnachtszeit ja auch wirklich dazu. Nicht nur für Kinder. ;)
Aber was ist ebenfalls in vielen ...

Was darf in der Weihnachtszeit auf gar keinen Fall fehlen? Ja, klar, der Adventskalender. Der gehört zur Vorweihnachtszeit ja auch wirklich dazu. Nicht nur für Kinder. ;)
Aber was ist ebenfalls in vielen Haushalten kaum wegzudenken in der Adventszeit? Ja, genau! Weihnachtsbücher! Egal ob Groß oder Klein, schöne Weihnachtsgeschichten, die man kuschelig warm eingemummelt auf dem Sofa lesen kann, die sind doch wohl für viele Menschen ein absolutes Muss im Dezember, oder? Zumindest ich greife in dieser Zeit auf jeden Fall zu mindestens einem Weihnachtsbuch. Am liebsten zu welchen für Kinder, denn da ich eine große Kinderbuchliebhaberin bin, sind mir Weihnachtskinderbücher mit Abstand die liebsten.

So durfte schließlich auch das gemeinsame Werk von Cally Stronk und ihrem Ehemann Christian Friedrich bei mir einziehen. Die beiden haben sich zusammen 40 richtig tolle kleine Weihnachtsgeschichten ausgedacht, die alle total verschieden sind und die sich wunderbar zum Vorlesen eignen.

Die 40 Geschichten sind in drei Themen gegliedert: „Weihnachtsüberraschung“, „Weihnachtswunder“ und „Weihnachtsfreude“. In diesen drei Abschnitten befinden unterschiedlich lange, weihnachtliche Geschichten. Vorne im Inhaltsverzeichnis sind alle Titel der Geschichten aufgelistet, zusammen mit einer Zahl. Die 1-Geschichten sind wirklich sehr kurz, sie umfassen stets nur eine Doppelseite. Die aus dem 2-Bereich sind schon etwas länger und die 3-Geschichten sind meist zwei Doppelseiten lang. Diese 1-2-3 Minuten-Geschichten gibt es schon ein wenig länger im Ravensburger Verlag, nur habe ich es bisher noch kein Buch aus dieser Reihe gelesen. Für mich war „Kunterbunte Weihnachten“ also mein erstes Werk dieser Art. Ich war sofort richtig begeistert von dieser tollen Idee. Viele Eltern werden das doch bestimmt kennen: Man liest seinen Kindern etwas vor und bekommt dann immer wieder zu hören: Noch mehr! Noch eine Geschichte! Oft hat man dann vielleicht nicht mehr die Zeit (oder die Lust) für eine weitere lange Vorlesegeschichte. Oder die Kindern müssen ins Bett - und wollen durch das Mehr-Verlangen nur das Schlafengehen hinauszögern. ;) Na ja, egal was auch der Grund sein mag: So kleine Geschichten, die man wirklich in nur wenigen Minuten gelesen hat, sind für solche Situationen doch wirklich etwas Feines, oder?

Mir haben die 40 Geschichten allesamt sehr gut gefallen. Nicht von allen war ich hellauf begeistert, aber es gab keine, die mir gar nicht gefallen hat. Die Geschichten sind alle total verschieden und – wie der Titel schon treffend beschreibt – herrlich kunterbunt.

So dürfen wir den Weihnachtsmann besuchen, wir feiern Weihnachten unter Wasser, auf einem fremden Planeten in der Zukunft im Jahr 2412 (was für eine passende Jahreszahl, oder?), wir erleben ein tolles Weihnachtsfest mit Monstern, Piraten, Tieren...hach, Cally Stronk und ihr Mann haben ihrer Fantasie hier wirklich freien Lauf gelassen und die verrücktesten, fröhlichsten und tollsten Geschichten zusammen geschrieben. Ich stelle es mir ja alles andere als einfach vor, sich so viele verschiedene Geschichtchen auszudenken. Ich glaube, ich wäre da längst nicht so kreativ gewesen. Super also, dass es Menschen gibt, die so etwas können, sodass wir in der Weihnachtszeit so ein fantasievolles, wunderschönes Buch lesen dürfen.

Aber welche Geschichte mochte ich nun am liebsten? Schwierig, schwierig. Wie soll man sich bei 40 tollen Geschichten nur entscheiden? Gerade so jemand wie ich, dem es eh immer schwer fällt, sich für nur eine Sache zu entscheiden. ;D

Ich kann mich einfach nicht auf nur eine Lieblingsgeschichte festlegen, dafür konnten mich einfach zu viele begeistern. Ich nenne euch daher einfach mal drei, von denen ich euch eine etwas genauer vorstellen werde.

Sehr gut gefallen hat mir die allererste Geschichte, die den Titel „Der größte Adventskalender der Welt“ trägt. In dieser 1-Minuten-Geschichte dürfen wir ein kleines Gespenst kennenlernen, welches es gar nicht mehr abwarten kann bis endlich Weihnachten ist. Leider dauert es bis dahin noch volle 24 Tage. Wie praktisch, dass sich in dem kleinen Dorf genau 24 Häuser befinden. Gespenstermama kommt da eine prima Idee: Jeden Tag darf das Gespensterkind ein anderes Haus aufsuchen und die Menschen dort erschrecken. Wenn es alle Häuser durch hat, dann ist endlich Weihnachten. Ist das nicht süß? Ich fand diese Geschichte so goldig und auch die Illustrationen dazu haben mir richtig gut gefallen. Zu den Illustrationen von Pe Grigo komme ich gleich noch.

In der Rubrik „Weihnachtswunder“ fand ich „Das flinke Lebkuchenmännchen“ richtig schön. Nach dieser Geschichte wird wohl so manches Kind sehr darauf achten, dass beim Backen auch nur ja die Küchenfenster gut verschlossen sind. ;)

Was mich bestens unterhalten hat, ist „Der Teig“. Diese kleine Geschichte wird in Reimform erzählt und bei dieser bin ich aus dem Grinsen und Schmunzeln wirklich gar nicht mehr herausgekommen.

Und nun zu den Illustrationen. Natürlich konnten mich in diesem Buch nicht nur die tollen Erzählungen begeistern – auch die vielen farbenfrohen, bezaubernden Zeichnungen von Pe Grigo haben mir die reinste Freude bereitet. Die Bilder geben das Geschehen im Text wunderbar und oft sehr lustig wider, sodass einem das Buch einen erstklassigen (Vor-)Lesespaß beschert.

Ich kann „Kunterbunte Weihnachten“ wärmstens empfehlen. Für die Weihnachtszeit ist es das perfekte Vorlesebuch. Ob lustige, besinnliche, fröhliche oder verrückte kleine Geschichten – bei dieser kunterbunten Mischung ist garantiert für jeden etwas dabei.
Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 28.11.2018

Ein tolles und sehr bewegendes Buch!

Worte, die leuchten wie Sterne
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Letztes Jahr hatte ich den Jugendroman „Der Himmel in deinen Worten“ von Brigid Kemmerer gelesen, welcher mich sehr beeindruckt hat. Als ich nun in der Vorschau entdeckte, dass es eine Fortsetzung geben ...

Letztes Jahr hatte ich den Jugendroman „Der Himmel in deinen Worten“ von Brigid Kemmerer gelesen, welcher mich sehr beeindruckt hat. Als ich nun in der Vorschau entdeckte, dass es eine Fortsetzung geben wird, wusste ich einfach sofort, dass ich sie unbedingt lesen muss.

Rev durften wir bereits im ersten Band als Nebencharakter kennenlernen. Es wurde leicht angeschnitten, dass er eine sehr harte Kindheit hinter sich hat, daher hat es mich nun sehr gefreut, dass wir hier seine Geschichte erfahren dürfen.

Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht von Rev und Emma in der Ich-Perspektive erzählt. Den Erzählerwechsel fand ich hier sehr gelungen, wobei mir die Kapitel aus Revs Sicht besser gefallen haben, da er mir eindeutig sympathischer war als Emma. Sie war mir stellenweise einfach zu sehr Teenager, was ich manchmal etwas anstrengend fand. Was ich aber toll fand, ist ihr Hobby. Emma ist der totale Computerfreak und eine leidenschaftliche Gamerin. Sie versteckt sich die meiste Zeit hinter ihrem PC und entwickelt eigene Computerspiele. Ihr anspruchsvollstes Werk habe ich mir anhand der Beschreibungen wirklich beeindruckend vorgestellt. Mir hat es sehr gefallen, dass mal ein Mädchen die Rolle eines Computernerds einnimmt und nicht immer die Jungen.

Rev hat mein Herz wirklich im Sturm erobert. Schon im ersten Band mochte ich ihn richtig gerne. Sein Päckchen, das er zu tragen hat, wiegt unheimlich schwer. Er wurde als kleines Kind furchtbar von seinem leiblichen Vater misshandelt und auch heute noch hat er darunter zu leiden. Rev versteckt sich immer unter langen Klamotten und weiten Hoodies, so gut wie niemand weiß, wie es darunter ausschaut.
Als Rev sieben Jahre alt war, ist er in eine Pflegefamilie gekommen, von der er schließlich auch adoptiert wurde. Kristin und Geoff, seine beiden Adoptiveltern, mochte ich richtig gerne. Sie kümmern sich großartig um Rev, bringen jederzeit Verständnis für ihn auf und lieben ihn wie ihren eignen Sohn.

Wer auch eine große Unterstützung in Revs Leben ist, ist sein bester Freund Declan. Declan ist ein total lieber Kerl, allerdings hat auch er eine dunkle Vergangenheit, mit der er zu kämpfen hat. Die Jungen verbindet also eine große Gemeinsamkeit, was sie zusammenschweißt. Die beiden können sich jederzeit vertrauen und sind fast schon so etwas wie Brüder füreinander.

Revs traurige Geschichte konnte mich bei weitem mehr berühren als die von Emma. Wobei ich Emmas schwieriges Leben jetzt nicht kleinreden möchte. Ganz und gar nicht. Emma hat es ebenfalls alles andere als leicht. Sie kommt mit ihren Eltern nicht gut klar, vor allem mit ihrer Mutter gerät sie ständig aneinander. Hinzu kommt dann noch, dass sie in ihrem eigenen Online-Game von einem Typen belästigt wird und anzügliche und bedrohliche Nachrichten von ihm erhält, die immer extremer werden.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie viele wichtige und ernste Themen die Autorin in ihrem Buch aufgreift: Misshandlung, Gewalt, Belästigung, Stalking, Cyber-Mobbing, Scheidung – die Handlung gewinnt dadurch schon etwas Bedrückendes, was mich persönlich aber überhaupt nicht gestört hat. Durch die teilweise sehr humorvollen Dialoge wird das Ganze auch etwas aufgelockert. Besonders klasse fand ich die vielen Textnachrichten, die wir zu lesen bekommen. Ich liebe diese Form des Dialogs in Büchern, sie lesen sich immer so schön leicht und angenehm.

Ich habe das Buch als sehr ruhig empfunden. Zumindest den größten Teil. Das Ende hat es echt in sich, dieses empfand ich als richtig spannend. Für mich kam diese dramatische Wendung auch völlig unerwartet, daher bin ich wirklich begeistert.

Wovon ich mir etwas mehr erhofft habe, ist die Liebesgeschichte. Sie ist natürlich vorhanden und es kommt auch zu gefühlvollen Szenen, nur steht die Liebesgeschichte zwischen Rev und Emma nicht im Vordergrund der Handlung. Das Augenmerk liegt auf den Problemen der beiden Protagonisten, wie sie mit diesen umgehen und sich dadurch weiterentwickeln.
Ich habe alles als sehr authentisch empfunden. Die Charaktere, die vielen verschiedenen Themen, die Liebesgeschichte – Brigid Kemmerer ist hier erneut ein tolles Jugendbuch gelungen, welches ich persönlich ein wenig schwächer als seinen Vorgänger finde, welches aber auf jeden Fall absolut lesenswert ist und das man übrigens problemlos unabhängig zu Band 1 lesen kann.

Ich hatte hier jede Menge Spaß beim Lesen. Den Schreibstil kann ich nur loben, er liest sich richtig angenehm. Die Handlung hat mich emotional sehr mitgenommen. Ich habe mit beiden Protagonisten sehr mitgelitten, vor allem Revs Geschichte ist mir richtig unter die Haut gegangen. Aber auch Emmas Geschichte fand ich richtig krass. Sie zeigt nur zu deutlich, was für kranke Menschen sich im Internet rumtreiben und wie gefährlich es sein kann, wenn man zu vertrauensselig ist.
Die Liebesgeschichte, auch wenn sie eher zart und leise ist, hat mich auch sehr berührt. Da hätte es für meinen Geschmack zwar etwas mehr in die Tiefe gehen können, aber irgendwie hat es auch zum Buch gepasst. „Worte, die leuchten wie Sterne“ ist nicht nur optisch klasse, auch das, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, ist wunderschön.

Fazit: Ein wundervolles Jugendbuch, das die Geschichte zweier junger Menschen erzählt, die es beide sehr schwer im Leben haben und die sich am liebsten verstecken. Rev sucht Schutz unter seinem Hoodie, Emma verkriecht sich hinter ihrem PC. Mir waren beide Charaktere sehr sympathisch, auch wenn ich Emma manchmal als etwas anstrengend empfunden habe. Ich habe aber natürlich beide liebend gerne in diesem Buch begleitet und mit beiden zutiefst mitgefühlt. Die Themen, die hier angesprochen werden, wurden großartig von der Autorin ausgearbeitet, sodass hier alles absolut authentisch wirkt und einem die Geschichte richtig unter die Haut geht. Ein tolles Buch, welches mich sehr bewegt und berührt hat und das mich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Ich kann es wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 26.11.2018

So klasse! Mal wieder eine super Fortsetzung, Gregs Tagebuch ist einfach nur genial!

Gregs Tagebuch 13 - Eiskalt erwischt!
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Von Band 1 an bin ich ein riesengroßer Fan der „Gregs Tagebuch“-Reihe. Die Bücher sind einfach nur genial, mich konnte bisher noch kein Band enttäuschen. Auf den 13. Teil habe ich mich daher schon sehr ...

Von Band 1 an bin ich ein riesengroßer Fan der „Gregs Tagebuch“-Reihe. Die Bücher sind einfach nur genial, mich konnte bisher noch kein Band enttäuschen. Auf den 13. Teil habe ich mich daher schon sehr gefreut. Hier war ich mir absolut sicher, dass mir auch Gregs neues Abenteuer richtig gut gefallen wird.

Es ist mal wieder so weit: Der Winter ist da. Greg kann diese Jahreszeit nicht leiden. Klar, Weihnachten ist super, aber der Rest? Wenn Greg die bitterkalten Tage schön gemütlich im Warmen verbringen könnte, Computer- oder Videospielend, ja, dann würde ihm der Winter eigentlich gar nicht so viel ausmachen. Leider aber besteht Gregs Mom darauf, dass er raus geht, an die schöne frische Luft und zusammen mit seinen Freunden spielt. Und zwar ohne dabei am Bildschirm zu kleben. Wäre es doch nur nicht so eisig kalt draußen! Und warum kann es nicht aufhören zu schneien? Das einzig Gute bei dem vielen Schnee: Die Schule fällt aus! Das Blöde ist nur eben, dass Greg seine schulfreie Zeit nicht drinnen im kuschelig Warmen verbringen kann. Er muss sich also nach draußen in die Nachbarschaft wagen, in der Dank des vielen Schnees das reinste Chaos herrscht. Iglus, Eisburgen, wilde Schneeballschaften, verschiedene Kinderbanden, die gegeneinander kämpfen – wie soll man da denn bitte schön noch den Überblick behalten?

Ich lag mit meiner Vermutung goldrichtig: Ich bin hellauf begeistert vom 13. Greg-Band! Der Humor von Jeff Kinney ist einfach ganz genau mein Geschmack, auch in diesem Buch hat mir die witzige Story zusammen mit den lustigen Zeichnungen ein breites Dauergrinsen beschert und mich öfters laut loslachen lassen. Ich gebe beim Lesen eigentlich selten laute Lacher von mir, ich schmunzle meist eher leise vor mich hin – bei den Greg-Büchern aber reichen Schmunzler einfach nicht. Ich verkneife es mir daher auch immer, die Greg-Bücher in der Öffentlichkeit zu lesen, ich würde sonst garantiert schief angeguckt werden. ;)

Gregs Tagebuch kann man wohl als eine meiner absoluten Lieblingsreihen bezeichnen. Und ich denke, dass ich da nicht die Einzige bin. Bei dieser tollen Reihe wird garantiert jeder noch so große Lesemuffel zu einem begeisterten Leser mutieren und nach jedem weiteren Band lautstark nach mehr verlangen. Mein Tipp daher: Wenn man Kinder zu Hause hat, die man kaum zum Selberlesen animieren kann, sollte man sich unbedingt die Greg-Bücher zulegen. Diese sind sowohl für Mädchen als auch für Jungen prima geeignet und sie bescheren auch Erwachsenen herrlich vergnügliche Lesestunden.

Auch dieser Band kann mit lauter witzigen Einfällen aufwarten. Für den Winter eignet sich der 13. Teil übrigens perfekt, da die kalte Jahreszeit hier eine sehr große Rolle spielt. Kälte, Schnee und alles, was damit verbunden ist wie schneefrei oder Schneeballschlachten, sogar das Thema Klimaerwärmung wird aufgegriffen, allerdings sehr humorvoll – all dies findet in diesem Buch seinen Platz und das auf eine so unterhaltsame Weise, dass man aus dem Grinsen wirklich gar nicht mehr herauskommt.

Wie immer in den Greg-Büchern erzählen auch hier Text und Bild die Geschichte. Da sich so auf einer Seite nur sehr wenig Text befindet, bietet sich diese Reihe wirklich wunderbar für weniger lesebegeisterte Kids an. Der Schreibstil ist auch sehr einfach gehalten, sodass hier keine Probleme mit dem Selberlesen aufkommen sollten.

Wer ein eingefleischter Greg-Fan ist wie ich, der wird in diesem Band auf lauter liebgewonnene Charaktere wiedertreffen. Greg (logisch), seine Familie, sein Freund Rupert (einer meiner persönlichen Lieblingscharaktere), der verrückte Nachbarsjunge Fregley - mir sind all diese Charaktere schon längst ganz fest ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass wir ihnen noch in vielen weiteren Bänden begegnen dürfen.

In diesem Band dürfen wir allerdings auch neue Personen kennenlernen wie zum Beispiel den 32-jährigen Gibson, der seltsamerweise nicht gealtert ist, immer noch wie ein Baby aussieht und daher immer Baby Gibson genannt wird. ;D

Greg berichtet uns hier, wie es in seiner Nachbarschaft so zugeht und dass erstaunlich viele Kinder in seiner Straße wohnen. Hach, das alles wird so herrlich überspitzt dargestellt, klasse! Es kann natürlich sein, dass es tatsächlich in irgendeiner Straße so zugehen mag, wobei ich eher nicht damit rechne. Aber egal, das ist ja das Tolle an den Greg Büchern: Der einzigartige Humor!
Ich fand es richtig interessant zu sehen, wer so alles sein Unwesen in der Silver Street treibt und was da, vor allem im Winter, für Dinge abgehen. Zum Ende hin wird es auch noch richtig wild und wunderbar verrückt. Da werde ich aber nicht näher ins Detail gehen. Um zu erfahren, was sich an einem kalten Wintertag in der Silver Street zuträgt, müsst ihr das Buch schon selber lesen. Was ihr unbedingt tun solltet! Für Greg-Fans ist dieser Band auf jeden Fall ein absolutes Muss! Und wer ein Neueinsteiger ist, dem rate ich, zumindest Band 1 zu lesen. Man kann die Bücher zwar recht unabhängig voneinander lesen, aber besser wäre es schon, wenn man zumindest ein klein bisschen Vorwissen hat, ehe man zu Band 13 greift.

Fazit: Auch der 13. Band von „Gregs Tagebuch“ hat mir noch mal vor Augen geführt: Diese Comicromanreihe ist einfach nur genial! Zusammen mit Greg erleben wir in diesem Buch ein herrlich turbulentes, witziges Winterleseabenteuer, bei welchem lauter Lacher und breite Schmunzler garantiert sind! Der liebe Greg lässt mal wieder kein Fettnäpfchen aus, sodass man als Leser hier bestens unterhalten wird. Von mir erhält „Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!“ eine absolute Leseempfehlung sowie volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 25.11.2018

Was für ein Buch, ich bin hellauf begeistert!

Jetzt ist alles, was wir haben
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Als mir das Buch das erste Mal in der Verlagsvorschau begegnete, wusste ich auf den ersten Blick, dass ich es unbedingt lesen muss. Das Cover finde ich richtig schön, meine Neugier konnte es sofort wecken. ...

Als mir das Buch das erste Mal in der Verlagsvorschau begegnete, wusste ich auf den ersten Blick, dass ich es unbedingt lesen muss. Das Cover finde ich richtig schön, meine Neugier konnte es sofort wecken. Der Klappentext überzeugte mich ebenfalls auf Anhieb. Dieses Buch wird keine leichte Kost sein, da wir ich mir sicher. Mit dieser Vermutung sollte ich auch absolut richtig liegen.

Hadley ist in allem die Beste. Sie ist eine perfekte Schülerin mit Spitzennoten, sie ist eine exzellente Sportlerin mit Top-Leistungen, sie ist eine perfekte Tochter, die stets die Regeln ihrer Eltern befolgt. All das muss auch sein, denn nur so kann Hadley in ihrer Familie überleben. Nach außen mögen die McCauleys wie die Bilderbuchfamilie wirken, hinter der Fassade jedoch sieht es ganz anders aus. Wäre ihre kleine Schwester Lila nicht, hätte Hadley vermutlich schon längst etwas unternommen. Zu groß aber ist die Angst vor der Gewalt und der Unberechenbarkeit des Vaters. Für ihre kleine Schwester würde Hadley wirklich alles tun, sie schweigt daher. Doch dann lernt sie den Jungen Charlie kennen und zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besonders schöne und innige Beziehung. Aber selbst ihm kann sie sich nicht komplett anvertrauen. Als die Situation zu Hause schließlich eskaliert, setzt Hadley weiter alles daran, das schreckliche Familiengeheimnis zu wahren.

Puh, okay. Dieses Buch ist echt krass, sorry für die Ausdrucksweise. Das dies keine locker-leichte Lektüre sein würde, war mir, wie oben bereits erwähnt, schon vorher klar gewesen, allerdings hat sich das Buch für mich dann als deutlich härter herausgestellt als erwartet. Ich hatte hier stellenweise sogar mit den Tränen zu kämpfen, allerdings weniger aus Trauer, sondern mehr aus Wut. Ich möchte hier ja nun nicht allzu viel von der Handlung verraten, da ich auf keinen Fall spoilern möchte, aber ich kann euch versichern, dass der Vater der Protagonistin Hadley ein schrecklicher Mensch ist, auf den ich beim Lesen einen solchen Hass entwickelt habe! Dieser schwillt auch jetzt noch in mir, während ich dies schreibe.

Auf wen ich aber auch eine ungeheure Wut empfunden habe, sind all die Personen in dem Buch, die zu wissen glauben, was bei Hadley zu Hause abgeht und dennoch nichts unternehmen und den Mund halten. Wenn man keine Beweise hat, ist es einfach besser zu schweigen, oder? Nein, das ist so was von falsch! Leider spiegelt „Jetzt ist alles, was wir haben“ die traurige Realität wider.

Die Autorin greift in ihrem Roman ein sehr wichtiges und ernstes Thema auf und das auf eine so authentische, realistische und ehrliche Weise, dass einem die Handlung wirklich unter die Hand geht und an den Nerven zerrt.
Mich konnte das Buch von den ersten Seiten in seinen Bann ziehen, sodass ich die gut 400 Seiten quasi inhaliert habe.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht der 17-jährigen Hadley in der Ich-Perspektive. Im Wechsel wird im „Hier“ und „Jetzt“ erzählt, sodass man als Leser häppchenweise mit Details gefüttert wird und man sich immer mehr fragt, was sich in der Vergangenheit nur Schreckliches zugetragen hat, dass zu der Situation in der Gegenwart geführt hat.
Mir hat dieser Aufbau der Handlung richtig gut gefallen. Er verstärkt diese Sogwirkung nur noch, die das Buch dank der fesselnden Story eh schon auf einen ausübt. Neben den „Damals“ und „Jetzt“ Kapiteln gibt es auch immer wieder kleine Passagen, in denen ein Ermittler Befragungen durchführt, was das Ganze nur noch spannender macht. Ich bin wirklich begeistert von dieser Erzählweise! Ebenfalls klasse fand ich die vielen Textnachrichten, die sich Hadley mit ihren Freunden schreibt. So etwas liebe ich in Büchern, ich finde, dass sich solche Gespräche immer ganz besonders flüssig und angenehm lesen lassen.

Hadley hat mir unheimlich gut gefallen. Sie ist eine wundervolle Protagonistin, die man für ihre große Stärke nur bewundern kann. Ganz ehrlich, ich wäre sehr schnell innerlich an dem zerbrochen, was Hadley durchmachen und erleiden muss. Vonseiten ihrer Eltern lastet ein ungeheurer Druck auf ihr, in erster Linie vom Vater. Hadley muss in allem die Beste sein, schon für eine zwei minus in einer Schularbeit muss sie mit einer Strafe rechnen. Ihr Vater zwingt sie zu extremen Sportleistungen, er kontrolliert sie, schreibt ihr vor, was sie essen soll und auf welches College sie gehen hat, er ist unberechenbar, aufbrausend, gewalttätig. Was Hadley seit ihrer Kindheit alles durchmachen musste, ist so furchtbar, mir tat sie so leid.

Richtig schlimm fand ich ihre Ängste und Sorgen um ihre kleine Schwester Lila. Diese konnte ich absolut nachvollziehen. Hadley ist eine tolle große Schwester. Sie stellt Lilas Wohlergehen stets vor das ihre und setzt alles daran, dass ihre kleine 10-jährige Schwester in Sicherheit vor ihrem Vater ist.

Neben all dem Schmerz und dem Leid gibt es für Hadley aber zum Glück auch immer wieder kleine Lichtblicke, die ihr Halt geben. Zum einen natürlich Lila, aber dann ist da auch noch der Junge Charlie, den Hadley im "Damals" kennenlernt. Zwischen den beiden soll sehr schnell eine wunderschöne Liebesgeschichte entwickeln. Charlie ist ebenfalls ein toller Charakter, ihn habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Wie Hadley, so hat auch er es nicht leicht im Leben. Anders als sie, die in sehr gehobenen Verhältnissen aufgewachsen ist (Hadleys Familie ist ziemlich reich), kommt Charlie aus einer ganz anderen Schicht. Er hat also auch sein Päckchen zu tragen, allerdings wiegt dieses nicht so schwer, wie das von Hadley.

Ich habe hier beim Lesen eine gewaltige Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Wut, Trauer, Hass, Hilflosigkeit, Mitgefühl, Freude – mich hat das Buch emotional wirklich sehr mitgenommen und das Gelesene wird mich auch lange noch nicht loslassen. Was aber auch gut so ist. Dieser Roman soll einen aufrütteln, nachdenklich stimmen und deutlich machen, wie falsch es ist, zu schweigen.

Sehr gut fand ich auch das Nachwort der Autorin, in welchem sie nochmals dazu aufruft, sich Hilfe zu holen, wenn man selbst betroffen ist oder aktiv zu werden, wenn man etwas weiß und bisher darüber geschwiegen hat.

Auch wenn die Handlung echt keine leichte Kost ist, hat sie mir ein perfektes Leseerlebnis beschert. „Jetzt ist alles, was wir haben“ ist wahrlich nichts für schwache Nerven, es ist aber absolut lesenswert und sollte bei jedem, der es sich zutraut, auf die Leseliste wandern.

Fazit: Ein Buch, das eher ruhig ist, das aber dank der schockierenden und wichtigen Thematik genauso spannend und fesselnd ist wie ein Actionroman. Ich habe „Jetzt ist alles, was wir haben“ quasi inhaliert. Ich konnte das Buch stellenweise einfach nicht mehr aus der Hand legen, da ich so mit der Protagonistin mitgefühlt habe und unbedingt wissen musste, wie es mit ihr weitergehen wird. Amy Giles behandelt in ihrem Jugendroman das ernste Thema häusliche Gewalt und das auf eine so schonungslos ehrliche, authentische und bewegende Weise, dass einem das Gelesene richtig unter die Haut geht. Ich bin hellauf begeistert von dem Buch und kann es jedem, der sich stark genug dafür fühlt, wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!