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Veröffentlicht am 22.06.2021

Ein weiterer toller Folgeband!

Seawalkers (5). Filmstars unter Wasser
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Endlich geht es mit Tiago und seinen Freunden weiter! Da mir die vier vorherigen Bände so gut gefallen haben, musste ich selbstverständlich auch den fünften Seawalkers-Band unbedingt bei mir einziehen ...

Endlich geht es mit Tiago und seinen Freunden weiter! Da mir die vier vorherigen Bände so gut gefallen haben, musste ich selbstverständlich auch den fünften Seawalkers-Band unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf meine Rückkehr an die Blue Reef High habe ich mich riesig gefreut!

Die Schüler der Blue Reef High wollen endlich ein neues Bühnenspiel einstudieren, aber leider kommt ihr Schulleiter mit dem Schreiben des Theaterstücks nicht so wirklich voran. Seelöwe-Wandler Chris nimmt sich der Aufgabe schließlich an und macht aus dem Ganzen kurzerhand ein Drehbuch für einen richtigen Film. Tiago und seine Freunde sind sofort Feuer und Flamme. Schnell ist auch geklärt, wer welche Rolle übernehmen wird und Tiago bekommt tatsächlich die Hauptrolle. Ob er das aber wirklich so super findet, weiß der Tigerhai-Junge nicht, schließlich ist seine Filmpartnerin ausgerechnet Python-Wandlerin Ella, die Tochter seiner Rivalin Lydia Lennox. Auch bei Shari tut sich filmäßig etwas. Sie erhält die Chance bei einem echten Filmset mitzudrehen! Megacool, aber kann das gutgehen?
Neben den Dreharbeiten beschäftigt die Schüler noch etwas ganz anderes. Daisy möchte unbedingt Schülerin an der Blue Reef High werden, aber ihre Eltern sind partout dagegen. Ob es Daisy mit der Hilfe von Tiago und seinen Freunden noch gelingen wird, ihre Eltern zu überzeugen?
Für deutlich mehr Aufruhr sorgt allerdings ein mysteriöses Päckchen, bei welchem schnell herauskommt, dass es sich dabei um Schmuggelware handelt. Stimmen die Gerüchte etwa, dass Seawalkers von der Blue Reef High in kriminelle Machenschaften verstrickt sind? Hat etwa die fiese Anwältin Lydia Lennox wieder ihre Finger im Spiel?

Da die vier Vorgängerbande allesamt Highlights für mich waren, habe ich mir von dem fünften Band natürlich enorm viel erhofft...Und wisst ihr was? Meine hohen Erwartungen wurden komplett erfüllt! :D
Katja Brandis ist in meinen Augen mit „Filmstars unter Wasser“ eine weitere rundum gelungene Fortsetzung geglückt, die den vier vorherigen Bänden in nichts nachsteht und große Lust auf mehr macht. Spannung, Action, Überraschungen, unterhaltsame Szenen, gefühlvolle Momente – all das und noch mehr erwartet einen hier. Mir hat es mal wieder tierisch viel Vergnügen bereitet in das Seawalkers-Universum einzutauchen und Zeit mit Tiago und Co. zu verbringen.

Ehe ich euch weiter berichte, warum mir das Buch so gut gefallen hat, kurze Info an alle Neulinge: Ich rate bei dieser Reihe dringend, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten, da sie sehr aufeinander aufbauen. Man muss allerdings nicht die Woodwalkers-Serie kennen, um dem Geschehen in Seawalkers folgen zu können. Ich persönlich würde es zwar raten, aber fürs Verständnis ist es nicht erforderlich.

So viel dazu. Dann mache ich mal den Charakteren weiter. Für mich, als Seawalkers- und Woodwalkers-Fan der ersten Stunde, hieß es abermals auf lauter alte Bekannte wiederzutreffen. Unser Ich-Erzähler Tiago, seine Freundin Shari, Jasper, Rocket, Mr. Garcia, Tiagos Eltern, Ella – all diese und noch mehr sind erneut mit von der Partie. Sogar Hörnchen-Wandlerin Holly aus Woodwalkers hat ihren Auftritt, worüber ich mich unheimlich gefreut habe. Ich liebe einfach ihre quirlige Art.

Mich konnte die Autorin mit sämtlichen Figuren wieder vollends überzeugen. Sie sind echt und einzigartig und machen das Leseerlebnis mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Besonderheiten absolut perfekt. Besonders fest in mein Herz geschlossen habe ich unseren Hauptprotagonisten Tiago. Tiago ist klasse, er ist sympathisch, witzig und authentisch und einfach so jemand, den man gerne zum Freund haben möchte – trotz seiner gefährlichen zweiten Gestalt. Inzwischen hat Tiago seine Wutausbrüche, die er dem Tigerhai in sich zu verdanken hat, aber sehr gut im Griff; auch seine Mitschüler*innen haben längst nicht mehr so viel Angst vor ihm wie früher.
Ich fand es erneut total schön zu sehen, wie viele wundervolle Freunde Tiago inzwischen an der Blue Reef High gefunden hat und was für ein starkes Team sie bilden. Das Zusammenspiel der Charaktere mitzuerleben war für mich mal wieder die reinste Freude. Vor allem die gemeinsamem Augenblicke zwischen Tiago und Shari haben mir richtig gut gefallen. Die beiden sind endlich ein Paar und einfach so süß zusammen.

Neben der Liebe sind noch viele weitere tolle Dinge Teil der Erzählung. So sorgen vor allem die Filmdreharbeiten für jede Menge Trubel und die allerbeste Unterhaltung; bei Daisy habe ich so gehofft, dass ihre Eltern noch ihre Meinung ändern und ihre Tochter auf die Blue Reef High gehen lassen werden und dann wären da natürlich noch die kriminellen Machenschaften, bei denen offenbar tatsächlich Schüler der Seawalkers-Schule involviert sind. Ihr könnt mir glauben: Langeweile sucht man in diesem Band wahrlich vergebens. Die Story lädt durchweg zum Mitfiebern ein und lässt einen öfters breit schmunzeln, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Und neben den spannungsreichen und amüsanten Szenen vermittelt die Handlung auch noch wichtige Themen und Werte sowie sehr viel interessantes Wissen über Filmdreharbeiten und Tierarten. Großartig fand ich auch, dass es im Anschluss an die Geschichte abermals eine Liste gibt, in der aufgeführt wird, was man alles tun kann um das Meer zu schützen.

Bezüglich des Settings kann ich mich ebenfalls mal wieder nur positiv äußern. Ich liebe die Seawalkers-Kulisse einfach; ich fühle mich schon längst richtig in ihr zu Hause.

Auch vom Schreibstil bin ich erneut begeistert. Katja Brandis hat eine fesselnde, bildhafte und herrlich humorvolle Sprache – für mich hat sich ihr Erzählstil abermals angenehm flüssig und leicht lesen lassen.

Neben Katja Brandis hat auch die Claudia Carls wieder einen grandiosen Job gemacht. Das Cover finde ich umwerfend – in meinen Augen ist es ein echter Hingucker!
Der Innenteil kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Geschichte wird von lauter stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, bei denen es sich natürlich auch dieses Mal um Tierzeichnungen handelt. Die Bilder sind mal wieder zum Träumen schön. Ich liebe einfach den Zeichenstil von der Claudia Carls.

Fazit: Spannend, lustig, abwechslungsreich und einfach nur meerig! Ein weiterer wunderbarer Folgeband.
Tiago, Shari und Co. sind wieder da und mit ihnen ein neues tolles Abenteuer! Mich hat Katja Brandis mit dem fünften Seawalkers-Band auf ganzer Linie überzeugen können. Ich hatte super viel Spaß beim Lesen und habe das Buch für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder beendet. Auf den sechsten Teil freue ich mich schon sehr; ich liebe diese Reihe einfach. Band 5 erhält von mir 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.06.2021

Ein grandioser Abschlussband!

Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte
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Da der erste und der zweite Band der Vortex-Trilogie absolute Highlights für mich waren, musste ich selbstverständlich auch den dritten Teil unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf das Finale habe ich ...

Da der erste und der zweite Band der Vortex-Trilogie absolute Highlights für mich waren, musste ich selbstverständlich auch den dritten Teil unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf das Finale habe ich mich wahnsinnig gefreut!

Elaine hat ihre Kräfte verloren und Bale befindet sich als willenlose Marionette in den Fängen ihres Widersachers Hawthrone. Der Rote Sturm dringt immer weiter vor und gewinnt zunehmend an Macht. Die Lage scheint aussichtslos zu sein. Elaine denkt aber in keiner Sekunde ans Aufgeben. Sie muss Bale unbedingt befreien, nur sie beide zusammen können den Urvortex beschützen und den Krieg aufhalten. Ob es ihr gelingen wird? Wird es Elaine schaffen Hawthrone das Handwerk zu legen und die Welt, wie sie und ihre Freunde sie kennen, zu retten?

Mit den ersten beiden Bänden hat mich Anna Benning im vergangenen Jahr so richtig aus den Socken hauen können. Von dem Abschlussband habe ich mir daher natürlich enorm viel erhofft. Vielleicht zu viel?
Nein! Zum Glück nicht, überhaupt nicht. Ich habe das Buch vorhin beendet und bin immer noch total geflasht von dem, was ich darin zu lesen bekommen habe. Anna Benning hat mit dem dritten Teil ihrer Vortex-Trilogie ein grandioses Finale aufs Papier gebracht, mit welchem sie mich vollauf begeistern und auf ganzer Linie überzeugen konnte. Ich finde diesen Band genauso brillant wie die beiden Vorgänger und habe eine unvergessliche Zeit zwischen dessen Buchdeckeln verbracht.

Da es bei mir nun schon wieder ein Weilchen her ist, dass ich den zweiten Teil gelesen habe, hatte ich anfangs etwas Sorge, dass ich beim dritten Band Einstiegsprobleme haben werde. Als große Vielleserin vergesse ich leider viel zu schnell wieder Dinge aus Büchern, seufz.
Dank kleiner Erinnerungshilfen, die die Autorin geschickt in die Handlung eingebaut hat, habe ich jedoch mühelos in das Vortex-Universum zurückgefunden und einmal wieder darin abgetaucht, wollte ich einfach nur noch eines tun: Lesen!
Die Handlung setzt etwa drei Monate nach dem Ende des Vorgängers an und man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen. Mich hat die Story vom ersten Moment an mitreißen und durchgehend an die Seiten fesseln können, sodass ich das Buch im Rekordtempo verschlungen habe.

Anna Benning hat mit diesem Band zweifellos erneut unter Beweis gestellt, dass sie eine echte Könnerin darin ist, hochspannende Geschichten mit Sogwirkung zu schreiben, bei denen man gar nicht anders kann als von Anfang bis Ende völlig gebannt an den Seiten zu kleben. Auch Vortex 3 enthält ein wahres Feuerwerk an Spannung, Action, überraschenden Wendungen, Herzschmerz und Emotionen und wird ungemein packend erzählt. Also ich finde es echt beeindruckend, wie gut es Anna Benning gelungen ist, über alle drei Bände ein so hohes, konstantes Spannungsniveau zu halten. Längen oder Langeweile? So etwas sucht man in allen drei Vortex-Büchern wahrlich vergebens. Es passiert einfach ständig irgendetwas neues Aufregendes, Dramatisches oder Unvorhergesehenes, sodass man immerzu am Mitfiebern, Mitbibbern und Staunen ist.

Absolut bemerkenswert finde ich auch, wie gut alles durchdacht ist. Gerade bei Zeitreisegeschichten ist so etwas eine hohe Kunst. Wir springen natürlich auch in diesem Band sehr viel in der Zeit herum und da die Autorin alles logisch und verständlich erklärt, bin ich von diesem berüchtigten Knoten im Hirn, der bei Zeitreiseabenteuern oft nicht ausbleibt, tatsächlich wieder verschont worden. Ich habe jederzeit den Überblick behalten und keinen Logikfehler finden können. Mir hat es erneut einfach nur tierisch viel Spaß gemacht gemeinsam mit den Charakteren durch die Vortexe zu springen und an neue faszinierende Orte zu reisen.

Mit den Figuren konnte mich Anna Benning ebenfalls wieder gänzlich überzeugen.
Erzählt wird der Großteil der Geschichte erneut aus der Sicht von Elaine in der Ich-Perspektive. Elaine fand ich abermals einfach nur große Klasse. Sie entwickelt sich in diesem Band fabelhaft weiter, sie gewinnt an noch mehr Stärke und wird über sich selbst hinauswachsen. Da zudem ihre Empfindungen und Gedanken abermals sehr glaubhaft und authentisch dargestellt werden, habe ich mich wieder spielend leicht in unsere mutige und entschlossene Buchheldin hineinversetzen können.

Neben Elaines Anteilen kommt dieses Mal auch Bale ab und an als personaler Erzähler zu Wort. Bales Kapitel haben mir ganz besonders gut gefallen. Sie sind herzzerreißend, zugleich aber auch wunderschön; mich haben sie tief bewegt. Die Autorin beschreibt die Gefühle unserer zwei Protagonisten so eindrücklich und anschaulich, dass man sich als Leserin richtig mit den beiden verbunden fühlt und sehr intensiv mit ihnen mitfühlt, mitzittert und mitleidet.

Der Fokus der Handlung liegt eindeutig auf Elaine und Bale, sodass wir über sie und ihre Vergangenheit am meisten erfahren. Natürlich haben aber auch wieder zahlreiche weitere Figuren ihren Auftritt. Viele alte Bekannte sind erneut mit von der Partie, wir dürfen neue Gesichter kennenzulernen, unsympathische Charaktere werden zu Sympathieträgern und die Beziehungen werden noch weiter vertieft. Ich fand die Entwicklung und das Zusammenspiel sämtlicher Figuren einfach nur großartig. Alle wurden sie hervorragend ausgearbeitet und machen das Lesevergnügen mit ihren Besonderheiten und Eigenschaften rundum perfekt.

Zur genauen Story möchte ich dann gar nicht mehr groß was sagen, ich will schließlich nicht zu viel verraten oder in irgendeiner Weise spoilern. Ich kann für mich nur sagen, dass ich total happy mit dem Verlauf der Geschichte und dem Schluss bin. Anna Benning fügt sämtliche Handlungsstränge meisterhaft zusammen, alle Fragen und Geheimnisse werden nach und nach zufriedenstellend geklärt und so manche Dinge werden einem erst in diesem Band so richtig klar, sodass man des öfteren ziemlich baff dasitzt. Vor allem das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen. Es ist unglaublich gut und absolut schlüssig und passend. Man kann vor Anna Benning wahrlich nur den Hut ziehen. Bei einer so dermaßen komplexen Story alle Zusammenhänge zu einem vollkommen logischen und stimmigen Gesamtbild zu vereinen ist wirklich eindrucksvoll.
Ich habe das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen können, allerdings hat sich auch eine ordentliche Portion Wehmut dazugesellt. Ich werde diese wunderbare dystopische Fantasywelt, die Anna Benning da erschaffen hat, sehr vermissen.

Und zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Cover. Sieht es nicht toll aus? Also ich finde es umwerfend. Für mich ist der Max Meinzold schon längst ein echter Covergott. Geile Cover entwerfen hat er definitiv voll drauf!

Fazit: Ein famoser Abschluss einer einzigartigen Trilogie! Fesselnd, emotional und einfach nur genial!
Anna Benning ist mit dem dritten Band ihrer ersten Trilogie ein würdiges Finale geglückt, das uns Leser
innen durchweg in Atem hält und einfach nicht mehr loslässt. Ich habe auch diesen Band so richtig weggesuchtet und für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder beendet. Solltet ihr gerne Fantasy- und Dystopieromane lesen, kann ich euch echt nur ans Herz legen, die Vortex-Bücher kennenzulernen! Diese Trilogie ist einfach nur fantastisch, ich liebe sie.
Der dritte Band erhält von mir 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.06.2021

Mitreißend, witzig, tiefgründig, romantisch. Ein zauberhafter Liebesroman!

One Way Or Another
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Als ich das erste Mal von „One Way Or Another – Zwei Wege führen zu dir“ hörte, packte ich das Buch sofort auf meine Wunschliste. Der Klappentext klang einfach so gut und auch das hübsche Cover konnte ...

Als ich das erste Mal von „One Way Or Another – Zwei Wege führen zu dir“ hörte, packte ich das Buch sofort auf meine Wunschliste. Der Klappentext klang einfach so gut und auch das hübsche Cover konnte umgehend bei mir punkten. Überraschenderweise durfte das Buch dann sogar früher als gedacht bei mir einziehen. Von Kara McDowell hatte ich bisher noch nichts gelesen. „One Way Or Another“ sollte also mein erstes Werk von ihr werden.

Ein Mensch trifft durchschnittlich 35.000 Entscheidungen am Tag. Eine erschreckende, eine lähmend hohe Zahl für die 17-jährige Paige. Paige hat maßlose Angst davor, Entscheidungen zu fällen. Die falsche Wahl treffen und somit ihr ganzes Leben ruinieren – dieser Gedanke versetzt die Siebzehnjährige richtiggehend in Panik. Als sie sich zwischen zwei Optionen entscheiden soll, wie sie die Winterferien verbringen möchte, ist sie mal wieder vollkommen überfordert mit der Situation. Soll sie mit ihrem besten Freund (und heimliche große Liebe) Fritz nach Arizona in die Berghütte seiner Eltern fahren? Oder soll sie gemeinsam mit ihrer Mutter in ihre Traumstadt New York reisen? Als Paige sich den Kopf anstößt, teilt sich ihr Leben in zwei Schicksale. Ein Weg führt sie nach New York. Dort wird sie sich nicht nur in die Stadt verlieben – auch dem Charme eines jungen Philosophiestudenten wird sie komplett verfallen. Der andere Weg nimmt sie nach Arizona mit, wo sie Fitz endlich näherkommen wird...bis ihre Angststörung alles kaputtzumachen droht. Wird Paige noch ihr Happy End bekommen? Wird sie sich ihren Ängsten stellen können und endlich lernen sich selbst zu akzeptieren?

Jugendromane, die humorvoll und tiefgründig zugleich sind und ernste Themen wie psychische Erkrankungen behandeln, fallen schon seit langem absolut in mein Beuteschema. Da ich auch zu Liebesgeschichten immer wahnsinnig gerne greife, war ich ausgesprochen guter Dinge, dass ich mit „One Way Or Another“ wunderbare Lesestunden verbringen werde. Und wisst ihr was? Ich habe vollkommen richtig vermutet! Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Kara McDowell unheimlich gut gefallen. Ich habe mich beim Lesen einfach sofort rundum wohl gefühlt und insgesamt eine total schöne Zeit zwischen den Buchdeckeln verbracht.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht der 17-jährigen Paige in Ich-Perspektive. Paige war mir auf Anhieb sympathisch und da wir als Leserinnen ganz nah dran sind an ihren Empfindungen und Gedanken und diese in meinen Augen völlig authentisch beschrieben werden, habe ich mich durchgehend mühelos in unsere Hauptprotagonistin hineinversetzen können.
Mich hat Kara McDowell mit der Ausarbeitung von Paige komplett überzeugen können. Vor allem die – meinem Empfinden nach – sehr realistische Darstellung ihrer Angststörung hat mir überaus gut gefallen. Paige hat eine gewaltige Angst davor, die falsche Wahl zu treffen; für sie fühlt sich das Entscheidungen fällen wie eine Panikattacke an.
Ich habe stellenweise richtig mit unserer Ich-Erzählerin mitgelitten, habe ihre Ängste nur zu deutlich spüren und ihr Fühlen und Denken jederzeit nachvollziehen können. So habe ich es beispielsweise absolut verstehen können, dass die App Magic 8, die das Entscheidungen fällen für einen übernimmt, ein wahrer Segen für Paige ist.
Also ich finde, dass die Autorin hinsichtlich der Thematik Angststörung einen tollen Job gemacht hat. Die Geschichte sensibilisiert und hilft Nicht-Betroffenen dabei, Menschen mit dieser psychischen Erkrankung besser zu verstehen. Zudem macht sie Mut und schenkt Hoffnung und zeigt uns, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen.

Die Handlung gewinnt durch Paiges Angststörung sehr an Tiefe, sodass „One Way Or Another“ definitiv viel mehr ist als nur eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch. Der romantische Part kommt aber natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Romantikliebhaber
innen werden bei dem Buch auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Wir bekommen es hier sogar gleich mit zwei Lovestories zu tun – schließlich wird der Roman auf eine ziemlich coole und einfallsreiche Weise erzählt.

Die Kapitel berichten abwechselnd von den beiden verschiedenen Schicksalen, also sowohl von Paiges Urlaub in New York als auch von dem in Arizona. Man hat irgendwie fast schon das Gefühl, zwei verschiedene Geschichten zu lesen, trotz der Parallelen, die vorhanden sind. Also mir hat dieses Konzept richtig gut gefallen. Ich fand es super interessant zu sehen, was Paige alles verpasst und nicht erlebt hätte, wenn sie sich entweder für New York oder für Arizona entschieden hätte. Das Leseerlebnis wird durch die zwei verschiedenen Handlungsstränge ein ungemein abwechslungsreiches und spannendes, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Hinzu kommt, dass die Kapitel meist mit einem Cliffhanger enden, was für einen zusätzlichen Lesesog sorgt.

Mich hat die Handlung von Beginn an in ihren Bann ziehen und durchweg fesseln können. Da sich überdies der leichte und jugendliche Schreibstil angenehm flüssig für mich hat lesen lassen, bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgeschmökert.
Langeweile kam für mich beim Lesen an keiner Stelle auf. Ich war immerzu am Mitfiebern und dank der zahlreichen lustigen Szenen saß ich auch öfters mit einem breiten Schmunzeln auf den Lippen da. So haben mich beispielsweise die Dialoge zwischen Paige und Harrison bestens unterhalten.

Harrison hat Paige das letzte Mal als Kind gesehen. Nach gut 11 Jahren treffen sie in New York nun wieder aufeinander und es kommt wie es kommen muss: Die beiden verlieben sich ineinander. Ich mochte Harrison sehr gerne, trotz seines anfänglichen recht unfreundlichen Verhaltens. Allerdings war ich beim Lesen eindeutig die ganze Zeit über #teamfitz. Fitz, der Paiges allerbester Freund und langjähriger heimlicher Schwarm ist, hat mein Herz im Nu erobert. Ich habe das gesamte Buch über so gehofft, dass die beiden noch zusammenkommen werden – in beiden Handlungssträngen. Ob mir mein Wunsch erfüllt wurde, werde ich euch hier aber nicht verraten, hehe. Das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Aber noch mal kurz zurück zu den Charakteren: Neben Paige hat die Autorin auch die zahlreichen Nebenfiguren prima und glaubhaft skizziert. Mir haben sie allesamt echt gut gefallen.

Auch das Setting fand ich klasse. Da ich sowohl den Schauplatz New York als auch Arizona total gerne mag und man mit einer weihnachtlichen Kulisse immer bei mir punkten kann, wurde ich settingmäßig zweifellos nicht enttäuscht. New York und die Berghütte in Arizona werden beide sehr anschaulich und stimmungsvoll beschrieben, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann. Und da das Buch an Weihnachten spielt, kommt man zudem noch in den Genuss einer winterlichen Weihnachtsatmosphäre.

Fazit: Mitreißend, weihnachtlich, romantisch. Ein zauberhafter Liebesroman mit Herz, Humor und Tiefgang!
Mir hat Kara McDowell mit „One Way Or Another – Zwei Wege führen zu dir“ eine wunderschöne Lesezeit bescheren können. Ich bin richtig begeistert von dem Buch und kann es nur empfehlen. Solltet ihr gerne in Young Adult Romane eintauchen, die eine gelungene Mischung aus Romantik, Leichtigkeit, Witz, Ernst und Tiefe enthalten, eine tolle Weihnachtsstimmung aufkommen lassen und auf eine warmherzige und originelle Weise erzählt werden, solltet ihr euch „One Way Or Another“ nicht entgehen lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 13.06.2021

Warmherzig, berührend, tiefgründig und so schön! Ein zauberhaftes Buch!

Das Glück wartet nur bis um vier
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Als ich das erste Mal von „Das Glück wartet nur bis um vier“ hörte, stand für mich sofort fest, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und bei dem wunderhübschen Cover war ...

Als ich das erste Mal von „Das Glück wartet nur bis um vier“ hörte, stand für mich sofort fest, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und bei dem wunderhübschen Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Ich zögerte daher wirklich keine Sekunde lang und ließ das Erstlingswerk von Kate O’Shaughnessy nur zu gerne bei mir einziehen.

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass alles einen Klang hat – man muss nur genau hinhören. So wie die 11-jährige Maybelle Lane. Maybelle sammelt Geräusche. Mit ihrem Aufnahmegerät nimmt sie alle Klänge auf, die ihr bedeutend erscheinen. Das wertvollste und für sie wichtigste Stück ihrer Sammlung ist jedoch kein Geräusch, das sie selbst aufgenommen hat: Eine alte Aufzeichnung von dem Lachen ihres Vaters, die von einer Anrufbeantworternachricht stammt. Dieses Lachen ist das Einzige, was sie von ihrem Vater hat und über ihn weiß. Doch dann hört sie eines Tages genau dieses Lachen – sein Lachen – aus dem Autoradio. Ihr Vater ist Radiomoderator und besitzt eine eigene Musiksendung. Heimlich, ohne das Wissen ihrer Momma, hört sich Maybelle fortan jede Folge seiner Show an. Als ihr Vater ankündigt, dass er Teil der Jury eines Gesangswettbewerbs in Nashville sein wird, meldet sich Maybelle sofort an. Sie möchte ihren Vater endlich treffen und kennenlernen. Nashville liegt aber viele Meilen von ihrem Zuhause entfernt – wie soll sie es nur dorthin schaffen? Zum Glück ist Maybelle nicht auf sich alleine gestellt. Sie bekommt unerwartet Hilfe und zwar von Menschen, mit deren Unterstützung sie niemals gerechnet hätte: Der fiese Junge Tommy, der in Wahrheit gar nicht fies ist, und ihre strenge Nachbarin Mrs Boggs, die viel freundlicher ist als gedacht. In dem Wohnwagen von Mrs Boggs treten sie den weiten Weg nach Tennessee an. Eine abenteuerliche Reise beginnt...

„Das Glück wartet nur bis um vier“ war mal wieder so ein Buch, bei welchem ich schon nach wenigen Seiten wusste, dass ich mal wieder einen absoluten Glückstreffer gelandet habe und einen echten Kinderbuchschatz in Händen halte. Und wisst ihr was? Ich habe damit goldrichtig gelegen! Kate O’Shaughnessy hat mich mit ihrem Debüt auf ganzer Linie überzeugen und ein Leseerlebnis bescheren können, an das ich mich ganz bestimmt noch sehr lange erinnern werde.

Kate O’Shaughnessy ist mit „Das Glück wartet nur bis um vier“ ein ganz besonderer Kinderroman ab 10 Jahren geglückt, in welchem sie uns Leserinnen auf einen unvergesslichen Roadtrip durch die Südstaaten der USA mitnimmt. Solltet ihr gerne Erzählungen im Stil von Kate DiCamillo lesen, kann ich euch nur nahelegen, die 11-jährige Maybelle auf ihrer Reise zu ihrem Vater zu begleiten. Mich persönlich hat „Das Glück wartet nur bis um vier“ sehr an die Werke von Kate Dicamillo erinnert. Wie diese, so erzählt auch das Debüt von Kate O’Shaughnessy eine Geschichte voller Herz, Tiefe, Authentizität und Wärme und vermittelt wichtige Werte wie Freundschaft, Familie, Mut, Zusammenhalt, Selbstfindung, Hilfsbereitschaft und das Hinauswachsen über sich selbst.
Auch ernstere Themen werden angesprochen wie Einsamkeit, Misshandlung und Enttäuschung und auf eine sehr sanfte und feinfühlige Weise behandelt. Die Erzählung steckt voller bedeutsamer Botschaften und Weisheiten, sie regt zum Nachdenken an und ist herzzerreißend und lustig zugleich.

Erzählt wird alles aus der Sicht der 11-jährigen Maybelle in der Ich-Perspektive. Dass wir es bei Maybelle mit einer außergewöhnlichen Buchheldin zu tun bekommen werden, war mir bereits beim Durchlesen des Klappentextes klar. Er verspricht auch eindeutig nicht zu viel: Die Autorin hat mit Maybelle eine ganz besondere Protagonistin erschaffen, die man als Leser
in sofort ins Herz schließen muss. Maybelle ist liebenswert, neugierig und klug und beobachtet ihre Umwelt stets ganz genau. Sie ist erstaunlich weit für ihr Alter und trägt eine Stärke in sich, für die man sie nur bewundern kann. Ich mochte unsere Ich-Erzählerin wirklich auf Anhieb unglaublich gerne und in die authentische Art und Weise, wie sie uns ihre Geschichte erzählt, habe ich mich augenblicklich verliebt.

Die weiteren Charaktere fand ich ebenfalls großartig. Da hätten wir zum einen Maybelles wundervolle Momma, die zwei Jobs hat und ihre Tochter über alles liebt. Und die verwitwete Nachbarin Mrs Boggs, die wohl das ist, was man als harte Schale, weicher Kern bezeichnet. Mrs Boggs wirkt auf den ersten Blick ziemlich streng und resolut, sie ist aber eine herzensgute und ganz tolle Frau. Ich fand Mrs Boggs einfach nur klasse.
Dann wäre da natürlich noch Tommy, der immer mit den gemeinen Jungs abhängt, der selbst aber ein total lieber und witziger Kerl ist. Ich habe Tommy unheimlich liebgewonnen. Ich musste ständig über ihn schmunzeln, habe stellenweise aber auch sehr mit ihm mitgelitten.
Mit wem ich ebenfalls ein unendliches Mitleid hatte, ist Pickle, ein kleiner Hund, der im Verlauf der Geschichte noch zu unserer Reisetruppe stoßen wird. Da er im Klappentext aber nicht erwähnt wird und ich auf gar keinen Fall zu viel verraten möchte, werde ich euch über Dackel Pickle hier nichts weiter erzählen.

Wovon ich euch aber unbedingt noch berichten möchte, ist die Reise. Ich liebe Roadtrip-Stories, mich hat es daher tierisch gefreut, dass uns Kate O’Shaughnessy in ihrem Roman auf einen mitnimmt. Genial fand ich auch, dass die Fahrt durch die US-Südstaaten geht. Dieses Setting mochte ich schon immer wahnsinnig gerne, ich liebe einfach die Südstaaten-Atmosphäre. Da die Autorin sämtliche Schauplätze sehr bildlich und stimmungsvoll beschreibt, bin ich kulissenmäßig auch definitiv ganz auf meine Kosten gekommen. Es kommt zudem ein herrliches Sommerfeeling auf – für den Sommer kann ich „Das Glück wartet nur bis um vier“ daher ganz besonders empfehlen.

Mein Lesevergnügen war leider viel zu schnell wieder vorbei. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und musste mich eher als mir lieb war von Maybelle und Co. wieder verabschieden. Über ein Wiedersehen mit ihnen würde ich mich sehr freuen. Ich persönlich gehe zwar davon aus, dass es sich bei dem Titel um einen Einzelband handelt, aber wer weiß, vielleicht (hoffentlich!) irre ich mich ja. Potenzial für eine Fortsetzung wäre zweifellos vorhanden.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Ende: Mich konnte es vollkommen zufriedenstellen. Es ist zwar ein bisschen traurig, zugleich aber auch herzerwärmend schön. Mir hat es echt gut gefallen, ich habe das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen können.

Fazit: Ein wunderbarer Roman voller Warmherzigkeit, der einen tief berührt, durchweg mitreißt und lange im Gedächtnis bleibt.
Kate O’Shaughnessy ist mit ihrem Debüt ein ganz zauberhaftes Kinderbuch gelungen, welches ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Mich hat die Geschichte auf einen emotionalen Roadtrip der Gefühle mitgenommen. Ich habe mitgefiebert, mitgefühlt und mitgelitten, ich habe geschmunzelt und mich mit gefreut und einfach eine wunderschöne (und leider viel zu kurze) Zeit mit den einzigartigen Charakteren verbracht. Von mir gibt es nur zu gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 11.06.2021

Spannend, geheimnisvoll, düster und romantisch!

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Da mir das Jugendbuch-Debüt von Stefanie Neeb unheimlich gut gefallen hat, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich das erste Mal von ihrem Partem-Zweiteiler hörte. Der Klappentext konnte mich umgehend ...

Da mir das Jugendbuch-Debüt von Stefanie Neeb unheimlich gut gefallen hat, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich das erste Mal von ihrem Partem-Zweiteiler hörte. Der Klappentext konnte mich umgehend überzeugen und beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick (ich finde es so wunderhübsch!). Ich zögerte daher keine Sekunde lang und ließ den Auftaktband der Partem-Dilogie nur zu gerne bei mir einziehen.

Jael ist ein eiskalter Typ und das muss er für seinen Auftrag auch sein. Jael gehört einer gefährlichen und mächtigen Organisation an, deren Mission es ist, Menschen ihre Gefühle, ihre Liebe zu stehlen. Gemeinsam mit einigen anderen Mitgliedern zieht er in ein Haus in einer guten Wohngegend ein – und zwar direkt gegenüber von Xenia. Als Jael das erste Mal auf Xenia trifft, zeigt sein Herz nach langer Zeit wieder eine Regung. Er ist ganz fasziniert von ihr und das, wo Xenia doch eigentlich ein völlig normales Mädchen ist. Okay, mal abgesehen davon, dass sie Geräusche vernimmt, wenn sie andere berührt. Seltsamerweise hört sie bei Jael aber nichts. Xenia fühlt sich ebenfalls zu Jael hingezogen, verspürt zugleich aber auch eine gewisse Abneigung gegen ihn. Auch Jael möchte ihr nah sein, hasst sie aber auch gleichzeitig für das, was sie ist: Eine Immunitin. Allerdings besitzt sie etwas, was er unbedingt für sich nutzen möchte. Sein Vorhaben gestaltet sich nur äußerst schwierig, als er zunehmend Gefühle für Xenia entwickelt.

Wie oben bereits erwähnt, war ich von Stefanie Neebs Erstlingswerk „Und wer rettet mich?“ hellauf begeistert. Während dieses Buch eine realistische Geschichte erzählt, handelt es sich bei Partem jedoch um eine Romantasy-Reihe. Ich war daher nun mehr als gespannt, ob mich die Autorin wohl auch mit einem Roman aus einem ganz anderen Genre überzeugen kann.
Erwartungsvoll begann ich also mit dem Lesen. Bereits die ersten Seiten konnten mich packen. Stefanie Neeb hat einen wundervollen Schreibstil, er ist leicht, fesselnd und bildlich und hat sich super angenehm und flüssig für mich lesen lassen.
Auch die Erzählweise konnte augenblicklich bei mir punkten. Die Geschehnisse werden aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, jeweils in der dritten Person, und wer meinen Lesegeschmack ein bisschen kennt, wird wissen, dass ich Sichtwechsel in Büchern unglaublich gerne mag. Dass sich Stefanie Neeb für diese Erzählform entschieden hat, hat mich daher überaus gefreut und in meinen Augen ist diese Wahl auch absolut passend. Unsere vier Erzählerinnen sind so schön verschieden, was für ein sehr vielseitiges Leseerlebnis sorgt und da die Wechsel zu Beginn eines jeden Kapitels mit den entsprechenden Namen gekennzeichnet sind, ist es mir jederzeit mühelos geglückt den Überblick zu behalten.

In die Story habe ich ebenfalls gut hineingefunden, trotz des ziemlich direkten Handlungseinstiegs und der wenigen Informationen, die man zu Beginn hat. Was letzteres angeht, wären wir aber auch schon bei meinem einzigen negativen Kritikpunkt. Mir persönlich hat es insgesamt an Erklärungen gefehlt. Es bleiben eine Menge Dinge unbeantwortet und rätselhaft, sei es bezüglich Partem, der Mission oder der Figuren, sodass ich beim Lesen mit so einigen Fragezeichen im Kopf dasaß. Durch die vielen Unklarheiten und Geheimnisse wird das Ganze zwar zweifellos äußert aufregend gestaltet, was durchaus einen gewissen Reiz hat, aber ein paar mehr Infos hätte ich mir dennoch gewünscht. Da hoffe ich nun sehr, dass wir im zweiten Band mehr erfahren werden.

Ansonsten fand ich das Buch aber echt klasse. Ich mochte die düstere und mysteriöse Atmosphäre der Geschichte total gerne und die Handlung hat mich durchweg mitreißen können. Mich persönlich hat das Buch irgendwie ein bisschen an die Biss-Serie von Stephenie Meyer erinnert, so vom Feeling her. Partem ist natürlich etwas ganz anderes, so wirklich vergleichen kann man die Reihen eigentlich gar nicht – Vampire treten hier zum Beispiel überhaupt nicht auf – aber irgendwie hat die Story dennoch ein wenig Biss-Stimmung für mich ausgestrahlt, was ich ziemlich cool fand.
Die Mischung aus Fantasy und Romantik konnte mich gleichermaßen überzeugen. Dass der Fantasyanteil meinem Empfinden nach recht gering ausfällt, hat mich zwar etwas überrascht, aber keineswegs gestört. Da ich derzeit nicht mehr so viel in diesem Genre lese, konnte dieser Aspekt sogar sehr bei mir punkten. Ich könnte mir nur vorstellen, dass so manch anderer enttäuscht davon sein wird, dass der magische Part etwas wenig Raum einnimmt.

Die Figuren haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Besonders liebgewonnen habe ich Xenia und ihren besten Freund Felix. Beide sind zwei ungemein sympathische und herzensgute Figuren, die man als Leser
in augenblicklich gernhaben muss. Vor allem Felix mit seiner fürsorglichen Art hat sich sofort in mein Herz geschlichen.
Mit Jael und Chrystal bin ich nicht komplett warmgeworden, was ich aber tatsächlich gar nicht schlimm fand. Von Jaels eiskaltem und unnahbarem Verhalten war ich irgendwie richtig angetan und auch Chrystals Abgebrühtheit hat mich fasziniert. Die beiden sind fraglos zwei ausgesprochen interessante Charaktere, bei denen man bis zum Schluss nicht weiß, woran man bei ihnen eigentlich ist. Es wird allerdings auch deutlich, dass beide ihr Päckchen zu tragen haben. So lässt uns beispielsweise Jael hier und da dann doch mal hinter seine Fassade blicken und bei diesen Momenten wird einem als Leserin mehr als klar, dass er durchaus Gefühle hat und innerlich ziemlich zerrissen zu sein scheint.

Xenia, Felix, Jael und Chrystal schlüpfen in die Rollen der bereits von mir genannten vier personalen Erzähler
innen. Von ihnen erfahren wir daher eindeutig am meisten und erhalten auch gute Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelten. In meinen Augen hat Stefanie Neeb die Vier sehr glaubhaft und authentisch skizziert. Ein paar Details hätte ich allerdings, wie bereits erwähnt, echt schön gefunden, sowohl bei unseren Hauptprotagonist*innen als auch bei den zahlreichen Nebenfiguren. Ich persönlich gehe aber davon aus, dass dies noch in Band 2 geschehen wird.

Auch hinsichtlich der Organisation, der Jael und Chrystal angehören, rechne ich sehr damit, dass uns Stefanie Neeb in der Fortsetzung mit mehr Erklärungen versorgen wird. Also ich konnte mir bisher noch nicht so wirklich ein Bild von diesem Partem machen, muss ich sagen. Warum entziehen die Mitglieder dieses Ordens Menschen ihre Gefühle und lassen sie als leere Hüllen zurück? (Schrecklich, oder?) Da kann ich es nun kaum mehr erwarten endlich mehr zu erfahren. Leider werde ich mich da aber noch ein Weilchen gedulden müssen – der zweite Teil wird nämlich voraussichtlich erst im Januar 2022 erschienen, seufz. Da der erste Band zudem mit einem Cliffhanger endet, fiebere ich dem Erscheinen des Finales schon jetzt ganz ungeduldig entgegen.

Fazit: Spannend, düster, romantisch. Ein außergewöhnlicher Dilogie-Auftakt mit Sogwirkung!
Dies war mein zweites Werk aus der Feder von Stefanie Neeb und auch mit diesem habe ich tolle Lesestunden verbracht. Bis auf den Punkt, dass mir zu viele Fragen offen geblieben sind, bin ich richtig begeistert von dem ersten Band der Partem-Dilogie und kann ihn nur wärmstens empfehlen. Wer gerne Geschichten über Liebe, Geheimnisse, Vertrauen und Verrat liest, versehen mit Fantasyelementen, sollte sich „Partem“ unbedingt mal genauer anschauen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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