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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2024

Enttäuschend

Mein erstes ABC der Wissenschaft
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Meine Erwartungen wurden mit diesem Buch nicht erfüllt. Es enthält zwar zu jedem Buchstaben des Alphabets eine kindgerechte Erläuterung jeweils eines Begriffes der Welt der Wissenschaft, die Begriffe sind ...

Meine Erwartungen wurden mit diesem Buch nicht erfüllt. Es enthält zwar zu jedem Buchstaben des Alphabets eine kindgerechte Erläuterung jeweils eines Begriffes der Welt der Wissenschaft, die Begriffe sind jedoch bunt zusammengewürfelt und lassen große Lücken offen.

Die Liste der erläuterten Begriffe zeigt, wie lückenhaft, ich würde sagen sprunghaft, dieses ABC ist:

Anatomie,
Bakterien,
Chemie
DNS
Erderwärmung
Fossil,
Gravitation
Herz
Iris
Jupiter
Konstellation
Lichtjahr
Mikroskop
Neurologie
Organ
Pi
Quantum
Reaktion
Sonnensystem
Temperatur
Ultraviolett
Vulkan
Wetter
Experiment
Yousafzal
Zoologie

Wenn ich das Herz als menschliches Organ meinem Kind vorstelle, müsste ich dann nicht auch den Begriff Lunge oder Leber parat haben. Aus dem Bereich der Mathematik enthält das Lexikon lediglich den Begriff Pi. Weder Addition noch Substaktion oder andere Begriffe werden erläutert.

Was soll man mit diesem ABC. Es wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen, den Bereich einzugrenzen.

Die Illustrationen und die sehr kurzen Erläuterungen der einzelnen Begriffe sind gut gelungen, die Auswahl der Begriffe ist jedoch total lückenhaft und dient lediglich dazu, die einzelnen Buchstaben des Alphabets zu bedienen.

Ich kann trotz der guten Illustrationen lediglich 3 Punkte von 5 vergeben.

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Veröffentlicht am 23.04.2024

Wenn der geliebte Vater nur Scherbenhaufen hinterlässt

Vulkanherzsommer
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Die kleine Lena ist der Liebling ihres Papas und teilt mit ihm seine Liebe zu den Vulkanen und den Mineralien. Gemeinsam erforschen sie in ihrer frühen Kindheit die Gegend um ihren Heim-Vulkan, den Ätna, ...

Die kleine Lena ist der Liebling ihres Papas und teilt mit ihm seine Liebe zu den Vulkanen und den Mineralien. Gemeinsam erforschen sie in ihrer frühen Kindheit die Gegend um ihren Heim-Vulkan, den Ätna, auf Sizilien. Doch dann zieht nach einem großen Unglück die Familie zurück nach Deutschland. Kurz darauf verlässt der geliebte Vater seine Familie wieder in Richtung Sizilien und kehrt nie zurück. Seit rd. zwanzig Jahren hat Lena keinen Kontakt zu ihrem Vater Thomas.

Nun ist er gestorben und sie reist zu dessen Beerdigung erstmals wieder zurück und besucht die neue, fremde Familie ihres Vaters.

Dieser warmherzige Roman erzählt sehr einfühlsam von den Verletzungen, die Menschen davontragen, weil ihre Eltern Schuldgefühle ignorieren bzw. delegieren und die Kinder mit unberechtigten Schuldgefühlen und dem Trennungsschmerz alleine lassen. Die Autorin lässt Lena nicht nur nach und nach die Wahrheit über die Vergangenheit und die Rolle ihres Vaters erforschen, sondern lässt sie dabei auch erkennen, dass nicht nur sie selbst sondern auch die übrigen Mitglieder ihrer Patchworkfamilie - ihre eigene Mutter, die neue Frau ihres Vaters, ihre Halbschwester Anna- von ihrem Vater allein gelassen wurden, ihrem Schmerz überlassen wurden. Diese Erkenntnis helfen ihr und den anderen Familienmitgliedern nicht nur über den jahrzehntelangen Schmerz hinweg sondern auch sich als Familie zu finden.

Lieblingsfiguren für mich waren Sebastiano und Carla sowie die kleine Chiara. Ihr Erscheinen und ihre Geschichten sind willkommene Auflockerung der ans Herz gehenden Familiengeschichte von Lena und ihren Lieben. Ganz beiläufig zeichnet die Autorin ein liebevolles Bild der doch kargen Umgebung des Ätna, der herzlichen Menschen in der dortigen Region und der kulinarischen Genüsse dort.

Und zum Ende kommt die große Hoffnung auf inneren Frieden und Glück für Lena.

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Liebe auf den ersten Blick

Sweet Valentine / Die Liebe ist ein Ponyhof
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Erneut kommt die Liebe nach Valentine. Erstmals trifft es die beiden Hauptprotagnonisten, diesmal Avery und Caleb, wie ein Blitzschlag. Sie sehen sich und sind hin und weg und landen bereits an ihrem ersten ...

Erneut kommt die Liebe nach Valentine. Erstmals trifft es die beiden Hauptprotagnonisten, diesmal Avery und Caleb, wie ein Blitzschlag. Sie sehen sich und sind hin und weg und landen bereits an ihrem ersten Abend zusammen im Bett. Das böse Erwachen kommt am nächsten morgen als sie sich unerwartet beim Notar wiedersehen. Sie haben Beide Teile der Three Birches geerbt. Aber leider hat der ehemalige Eigentümer die Farm so aufgeteilt, dass beide damit nicht existieren können. Avery hat zwar ihre geliebten Tiere und die Ländereien geerbt, aber die Technik, die sie zum Bewirtschaften der Flächen benötigt, gehört Caleb. Dieser kann das ihm vererbte Farmhaus nur schlecht verkaufen, die die dazugehörenden Ländereien ihm nicht gehören.

Caleb, der dem unbekannten Großvater die Schuld am Tod seines Vaters gibt, ist über die Festlegungen des Testaments stinksauer und droht mit der Testamentsandrohung. Die Grundidee für das Buch finde ich glaubwürdig. Leider ist die Umsetzung dieses Mal nicht so schlüssig wie in den Vorgängerteilen dieser Reihe. Die Ursache für das Zerwürfnis zwischen Calebs Vater und seinem Großvater bleibt lange offen und wird bis zum Schluss nur unzureichend erklärt. Die ganze Reaktion Calebs finde ich total überzogen.

Aber das bekannte warmherzige Verhalten der Valentiner und der Familienmitglieder der Walsh/Foster-Familie rettet auch die diesmal etwas dünne Story. Man freut sich einfach wieder in Valentine dabei zu sein, bei Kyle einen Kaffee zu trinken und die Rentner-Gang zu belauschen.

Nun warte ich geduldig auf Teil 7 und ein Happy End für Hunter.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Kampf mit übermächtigen Gegnern

Azzurro mortale
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Vor dem Hintergrund des Einsturzes der Morandi-Brücke in Genua erzählt Andrea Bonetto seinen neuen Fall von Commissarrio Vito Grassi.

Erneut ein Fall mit viel Humor um den eigenwilligen Commissarrio und ...

Vor dem Hintergrund des Einsturzes der Morandi-Brücke in Genua erzählt Andrea Bonetto seinen neuen Fall von Commissarrio Vito Grassi.

Erneut ein Fall mit viel Humor um den eigenwilligen Commissarrio und mit viel Lokalkolorit der wunderschönen Cinque Terre. Just als Vito erstmals Besuch von Frau und Sohn in seiner neuen Heimat bekommt, wird eine unbekannte Wasserleiche etndeckt und der Commissario beordert sich selbst aus dem Urlaub zurück. Denn eigentlich liegt dafür gar kein Grund vor. Die Todesursache und damit auch die Zuständigkeit ist noch völlig unklar und Inspettore Ricci ist ja auch noch da.

Hätte Grassi die Füße ruhig gehalten und wäre weiter mit seiner Familie wie ein Tourist die Küste der Cinque Terre bereist, wäre ihm auch der ganze nun folgende private Schlammassel erspart geblieben. Denn plötzlich steht seine Frau Chiara seiner Mitbewohnerin Toni gegenüber, von der sie annimmt, dass sie bereits ausgezogen ist. Und als der Commissario nach Tag 1 des neuen Falles nach Hause kommt, verlassen ihn Frau und Sohn wieder Richtung Rom.

Aber weil er mit dem privaten Schlammassel noch nicht genügend zu kämpfen hat, legt sich der Commissario nun mit ganz übermächtigen Gegnern an. Mit seinem Eigensinn folgt er gegen den Willen seiner Chefin erneut einer nur vermuteten Spur in Richtung eines mächtigen Baukonzerns und plötzlich hat der Commissario nicht nur eine alteingesessene, reiche Familie als Gegner sondern die berühmt-berüchtigte 'Ndrangheta.

Aber Commissario Grassi kann sich wieder einmal auf seinen kriminalistischen Spürsinn verlassen. Mit Hilfe von Ricci und Toni und dieses Mal auch von Capitano Bruzone löst er auch diesen spannenden Fall. Vielleicht werden die beiden doch noch Freunde.

Der Krimi erzählt neben einem wirklich bis zum Schluss spannenden Fall auch viele wahre und sehr interessante Hintergründe um die Katastrophe um die Morandi-Brücke. Dazu sollte der Leser auch die sehr aufschlussreichen "Anmerkungen des Autors" am Ende des Buches lesen.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Fussballgötter

Nachspielzeiten
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Dieses Buch hat mich hin und her gerissen, teilweise begeistert, stellenweise auch enttäuscht.
Seit meinem achtzehnten Lebensjahr schaue ich Fußball. Für eine Frau mit heute 65 Jahren keine Selbstverständlichkeit. ...

Dieses Buch hat mich hin und her gerissen, teilweise begeistert, stellenweise auch enttäuscht.
Seit meinem achtzehnten Lebensjahr schaue ich Fußball. Für eine Frau mit heute 65 Jahren keine Selbstverständlichkeit. Mit einem 100-prozentigem Bayern-Fan als Ehemann hege ich zwar gewisse Sympathien für den FC Bayern, bin aber kein Fan. Ich entscheide mich immer für einzelne Trainer oder auch manchmal Spieler, denen ich dann die Daumen drücke. So war ich viele Jahre Fan von den Trainern Jörg Berger oder Friedel Rausch, aktuell schwärme ich für Christian Streich, aber auch Otto Rehhagel gehörte viele Jahre meine Begeisterung. Ich weiß noch, wie ich damals seinen Schritt, seinen langjährigen Verein Werder Bremen in Richtung München zu verlassen, sofort kritisiert habe. Ich wusste: Da passt er nicht hin! Erstmals geriet ich dazu auch in ernsthaften Konflikt mit meinem Mann. Wie habe ich mich gefreut, als Rehhagel nach dem Fiasko in München den Supererfolg in Kaiserslautern hatte, wo er nicht nur den Wiederaufstieg, sondern sogar sofort den Gewinn der Meisterschaft mit seiner Mannschaft schaffte. Und bei der Euro 2004 habe ich kein Spiel seiner griechischen Mannschaft versäumt.

Den Abschnitt zu Rehhagel finde ich deshalb als einen der schönsten des Buches, obwohl Rehhagel nur in 2. Position spielt. Die Hauptrolle und nach meinem Empfingen auch Hauptsympathie des Autors liegt bei Ioannis Topalidis, dem in Stuttgart geborenen, griechisch-stämmigen Co-Trainer von Otto Rehhagel. Obwohl mir dieser Abschnitt sehr gut gefällt, hätte ich mir doch noch etwas Euphorie für meinen Lieblingstrainer Otto Rehhagel gewünscht. Er kam mir in dem ihm gewidmeten Abschnitt etwas zu kurz.

Das Kapitel zu Mehmet Scholl ist gut geschrieben. Er trifft das Wesentliche seiner Persönlichkeit aber auch seiner Karriere sehr gut. Was ich hier bemängele, ist die fehlende Bewertung der Ereignisse. Der Autor enthält sich vollkommen der Wertung und überlässt es dem Leser, für wen er Partei ergreift. Als ob er sich selbst schützen wolle, für seine Wertung wie Scholl ins Abseits geschoben zu werden.
Ich saß damals vor dem Fernseher, als Mehmet seine Kritik zur Handhabung der Dopingdiskussion bei laufendem Spiel abgab und habe sie begrüßt. Es stört mich auch bei anderen Sportarten wie Biathlon oder Eiskunstlaufen, wenn mitten in der Entscheidung der Reporter nicht mehr zur aktuellen Situation im Wettkampf, sondern nur noch zu den Entscheidungen der Dopingkommission berichtet. Und diese Kritik von Scholl brachte ja das Fass zum Überlaufen. Ich habe das sehr bedauert, denn Mehmet Scholl war auf dem Gebiet der Fernsehberichterstattung gegenüber seinem Vorgänger Netzer eine deutliche Besserung und auch deutlich erfrischender als zum Beispiel heute Bastian Schweinsteiger.

Den Buchabschnitt zum Dschungelcamp und der Schlacht einzelner Fußballspieler in diesem Metier hätte der Autor getrost weglassen können. Ich schaue solche sinnlosen, niveaulosen Sendungen nicht und mich interessiert auch nicht, wie sich die einzelnen Herrschaften dort schlagen.

Die Abschnitte zu Christian Fährmann und Franz Beckenbauer sind sehr gut und werden auch den beiden Fußballern gerecht.

Die Abschnitte zu Tim Wiese und Paul Gascoigne dokumentieren zwar auch Höhepunkte des Fußballsports, zeigen jedoch vor allem die Auswirkungen, die der sportliche Ruhm auf die menschliche Psyche haben kann und die Abgründe, die sich daraus entwickeln.

Obwohl bis auf dem Abschnitt zum Dschungelcamp durchweg interessant, liest sich das Buch nicht locker und leicht. Die Abschnitte sind mit Schachtelsätzen stellenweise deutlich überfrachtet. Vor allem im ersten und im letzten Abschnitt zu Otto Rehhagel bzw. Paul Gascoigne ist mir das sehr negativ aufgefallen. Obwohl ich Vielleser bin und auch teilweise sehr anspruchsvolle Literatur lese, fand ich es stellenweise schwierig lesbar. Ein eingefleischter Fußballfan und eventuell Wenig-Leser dürfte damit seine Schwierigkeiten haben. Dafür einen Punkt Abzug.

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