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Veröffentlicht am 05.04.2025

Das kannst du auch - Über den Mut, Träume zu verwirklichen

Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte. Jane Austen
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«Jane Austen - Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte» ist ein ganz besonderes mutmachendes, kunstvolles, autobiografisches Bilderbuch für Kinder.

„Eine der brillantesten Schriftstellerinnen aller ...

«Jane Austen - Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte» ist ein ganz besonderes mutmachendes, kunstvolles, autobiografisches Bilderbuch für Kinder.

„Eine der brillantesten Schriftstellerinnen aller Zeiten“ sollte man auch Kindern nicht vorenthalten. Dieses traumhaft illustrierte Bilderbuch zeigt auf fünfzehn Doppelseiten ein paar Eindrücke aus dem Leben von Jane Austen. Auf einer weiteren Doppelseite am Ende findet sich eine Zeittafel, die zur historischen Einordnung dient und noch weitere Informationen ergänzt. Eine tolle Idee ist auch «Janes Bücherregal» auf den letzen Seiten. Hier wird ihr literarisches Vermächtnis in wenigen Worten, auch durch Zitate, vorgestellt, und man erfährt, wann es veröffentlicht wurde.

Es ist eine Zeitreise, die 250 Jahre in die Vergangenheit führt, als ein kleines Mädchen lebte, das es liebte, Gesprächen zu lauschen, andere zum Lachen zu bringen und Geschichten zu lesen. Kinder erfahren, wie Familien früher gelebt haben. Eins der schönsten Doppelseiten zeigt einen Querschnitt des Hauses, der trubeligen Großfamilie Austen. Viele spannende Details lassen sich hier entdecken. Andere Seiten zeigen, wie die Freizeitgestaltung aussah, was Jane, abgesehen vom Lesen und Schreiben noch Spaß gemacht hat.

Der kindgerechte Text spricht die Leser und Leserinnen direkt an, und schafft es mit wenigen Worten klare Eindrücke zu vermitteln, die ein kluges Mädchen zeigen, das an sich glaubte, nicht aufgab und von der Familie unterstützt wurde. Damit erschuf Jane Austen als Schriftstellerin etwas ganz Neues, was bis heute begeistert gelesen wird.

Die Aquarell-Illustrationen von Qin Leng sind wunderschön und passen hervorragend zu dem zarten Wesen von Jane Austen. Außerdem hebt sich der Zeichenstil ab und bietet neue künstlerische Einflüsse, die Kinder entdecken können. Qin Leng erschafft damit eine Stimmung, die auch Erwachsenen gefallen wird. Das macht das Bilderbuch auch für die großen Fans von Jane Austen zu einem schönen Geschenk, besonders wenn man das Lesen, Schreiben und Aquarell-Malerei liebt. Für mich sind die Zeichnungen sehr inspirierend und liebe die Seite, in der Jane im Treppenhaus am Fenster sitzt und ihre Nase in Bücher steckt, während man durch den Text erfährt, dass sie am Rand Notizen machte.

Dass die Heldin dieses Buches ein leises Mädchen ist, das ihren Traum verfolgt hat, ist eine stärkende Botschaft für alle zurückhaltenden Mädchen und Jungs da draußen. Es ist die leise Superkraft und der Glaube an sich selbst, der klar zum Ausdruck kommt. Jane Austen war eine gute Beobachterin, die, vom Leben inspiriert, mutig ihren eigenen Weg ging. Das Buch schlägt einen Bogen in unsere heutige Zeit und sagt klar: Das kannst du auch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 03.04.2025

Für mehr Verständnis und Erfolg im Umgang mit Hunden

Die Magie der Konsequenz
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«Die Magie der Konsequenz - Für eine erfolgreiche Hundeerziehung von großen und kleinen Hunden» lehrt eine Menge über die innere Ausrichtung, zielstrebiges Handeln und klare Kommunikation zwischen Mensch ...

«Die Magie der Konsequenz - Für eine erfolgreiche Hundeerziehung von großen und kleinen Hunden» lehrt eine Menge über die innere Ausrichtung, zielstrebiges Handeln und klare Kommunikation zwischen Mensch und Hund.

Hundetrainerin Inga Böhm-Reithmeier gibt viele hilfreiche Tipps, um die Selbstwahrnehmung zu schärfen - sich selbst einmal aus den Augen des Hundes zu betrachten und durch diesen Perspektivwechsel das eigene Verhalten anzupassen zu können. Außerdem erklärt sie, was Konsequenz konkret bedeutet und warum die Umsetzung schwer fällt. Dadurch versteht man auch besser, wie belastend Inkonsequenz für Hunde ist, weshalb Missverständnisse entstehen und unerwünschtes Verhalten. Es ist beinahe erleichternd, dass man „konsequent sein“ lernen kann, denn ich habe mich öfter wiedererkannt und festgestellt, dass Konsequenz dann schwierig wird, wenn der Zeitdruck steigt und die Achtsamkeit schwindet. Neben vielen Fallbeispiele aus der Praxis zieht sich diese „Magie“ durch das gesamte Buch, ob bei Kommandos, dem Hundetraining und der Erziehung. Sie bietet Halt, Schutz und hält viele Vorteile für beide Seiten bereit. Dadurch bekommen selbst bereits antrainierte Kommandos ein Update und ich konnte noch etwas Dazulernen. Inga Böhm-Reithmeier hat auch Dinge angesprochen, die sehr alltagsnah sind und zeigen, wie viel Erfahrung sie mitbringt. Zudem schreibt sie verständlich, klar und auf Augenhöhe. Dadurch habe ich mich direkt motiviert gefühlt, bestimmte Bereiche ganz in Ruhe anzugehen. Der Aufbau ist durchdacht strukturiert, was mir besonders gefallen hat. Erst kann man sich in aller Ruhe den Kapiteln widmen und die Ausführungen lesen und erst dann kommen die professionellen Fotoaufnahmen, die wie eine Merkhilfe funktionieren. Außerdem helfen Fotostrecken bei der Umsetzung. Beispielsweise wird das Signal „Bleib“ anhand einer Fotostrecke demonstriert und im Detail gezeigt, wie es funktioniert und wie nicht. Dazu der tolle Abschlussimpuls, der so einfach aber wirkungsvoll ist.

Mein Fazit: Ein kompetentes und sehr gut lesbares Buch, dass ich allen Hundebesitzern (egal, wie alt der Hund ist) empfehlen würde.

Veröffentlicht am 03.04.2025

Ein Albtraum im Paradies

The Surf House
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Bea ist als Model viel unterwegs. Bei einem Bummel in Marrakesch erlebt sie einen Albtraum: sie wird von zwei Männern bedroht. Als eine Frau ihr mit einem Messer helfen will und selbst in Gefahr gerät, ...

Bea ist als Model viel unterwegs. Bei einem Bummel in Marrakesch erlebt sie einen Albtraum: sie wird von zwei Männern bedroht. Als eine Frau ihr mit einem Messer helfen will und selbst in Gefahr gerät, stirbt einer der Männer durch Bea.
Die Frau heißt Marnie und nimmt Bea unter ihre Fittiche, gibt ihr einen Unterschlupf im Surf House und lässt über den Polizisten Momo das Messer als einziges Beweismittel verschwinden - nur leider erpresst Momo Bea für sein Schweigen. Eine schwierige Situation für Bea, die viel Geld auftreiben muss. Dann reist Seth an, der seine vermisste Schwester sucht, die vor einem Jahr auch im Surf House unterkommen ist. Wo ist sie? Doch jemand sabotiert die Suche und schnell wird deutlich, dass hier etwas Dubioses vor sich geht. Das überschaubare Ensemble lädt zu Spekulationen ein, aber Lucy Clarke lässt sich nicht in die Karten schauen und führt geschickte Wendungen ein.

Erzählt wird hauptsächlich aus Beas Sichtweise in der dritten Person. Sie lernt surfen, fühlt sich zum ersten Mal frei, verbringt Zeit mit dem Surfer Aiden und fügt sich in die kleine Gemeinschaft ein, wobei sie besonders mit Marnie Freundschaft schließt. Die Atmosphäre ist manchmal so paradiesisch beschrieben, dass man das Meeresrauschen hören kann. Doch es wird spürbar düsterer. Als dann Rückblicke durch Seth´s Schwester dazukommen, zeigt sich, wie sie die Zeit vor einem Jahr im Surf House erlebt hat und die beiden Erzählstränge verlaufen geschickt ineinander. Das war alles so eindrücklich und nachvollziehbar geschildert, dass es mir manchmal vorkam, als könnte das wirklich so passiert sein.

Bea wird gesprochen von Henrike Tönnes und Pia Rhona-Saxe liest die Rückblicke aus der Sicht von Seth Schwester. Das hilft hilft beim Hören sehr, weil man auch akustisch weiß, wer gerade erzählt. Zum Schluss gibt es dann eine Überraschung, weil man weitere Stimmen hört und Perspektiven einnehmen kann. Alle Sprecher und Sprecherinnen lesen großartig und ich kann das Hörbuch allen empfehlen, die es einnehmend, spannend und realistisch mögen.

Veröffentlicht am 03.04.2025

Entspannende Lektüre

Die Magnolienkatzen
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Noriko Morishita erzählt in «Die Magnolienkatzen» von der fünfzigjährigen
Norikos, deren Blick auf das Leben sich durch eine Straßenkatze und ihre fünf Jungkatzen verändert.

Norikos Gedanken kreisen vor ...

Noriko Morishita erzählt in «Die Magnolienkatzen» von der fünfzigjährigen
Norikos, deren Blick auf das Leben sich durch eine Straßenkatze und ihre fünf Jungkatzen verändert.

Norikos Gedanken kreisen vor allem um das, was in ihrem Leben fehlt: ein Mann und Kinder. Sie bezeichnet sich als Hundemensch und wohnt mit ihrer Mutter zusammen. Die ist es auch, die Noriko von der Katze im Garten erzählt und ihre Tochter bewegt, zu helfen. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle, bis sich Noriko in ihrer neuen Rolle wohlfühlt. Doch die Streunerkatze und ihr Wurf eröffnen Noriko eine neue Welt. „Auf einmal waren sie niedliche Kätzchen mit Kulleraugen. (…) Ich vergaß meine Sorgen und meinen Stress.“ Auch Nachbarn und Freunde schwärmen fortan für die Kätzchen und kommen gern vorbei. „Von Lebewesen umgeben zu sein, die man ins Herz geschlossen hatte, schien uns Menschen auf ganz natürliche Weise ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und sobald man von sich selbst aus lächelte, lachte das Leben zurück.“

Noriko beschreibt ihre Beobachtungen, die Aufzucht und die Vermittlung der Jungen, zeigt sich beeindruckt von der aufopfernden Katzenmama, die sie Mimi nennt, und begreift, warum Katzen vielen Menschen viel bedeuten. Man spürt beim Lesen die aufbauende emotionale Bindung. Es sind die aufmerksamen Kleinigkeiten des Alltags, der ruhige Schreibstil und schließlich auch der Fokus auf die Katzen, der mir gut gefallen hat. Auf den 256 Seien dreht sich wirklich alles um die Katzen und das wirkt entschleunigend, wie ich es oft bei der japanischen Literatur genieße, die sich auf wenige Themen beschränkt. Herrlich unaufgeregt ist das, auch für Hundemenschen. Letztlich lernt man durch diesen Roman viel über das Zusammenleben mit Katzen, ihre bedingungslose Liebe und das Menschsein. Die Bedeutung, die die Magnolien haben, fand ich berührend. Für mich ein runder Roman für eine gemütliche Auszeit.

Veröffentlicht am 03.04.2025

Eine schicksalhafte Begegnung

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Dumont ist Ende vierzig und arbeitet ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge. Er ist ein außergewöhnlich emphatischer und anständiger Mann, der ein ruhiges Leben führt. Es ist Martin Ehrenhauser großartig ...

Dumont ist Ende vierzig und arbeitet ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge. Er ist ein außergewöhnlich emphatischer und anständiger Mann, der ein ruhiges Leben führt. Es ist Martin Ehrenhauser großartig gelungen, diesem ruhigen Mann eine Stimme zu geben, die zwar leise ist, aber viel eindrücklicher als manch laute. Sein großes Einfühlungsvermögen beeindruckt auf den ersten Seiten, wenn man ihn bei der Arbeit erlebt. Als jemand anruft, aber nichts sagt, ist Dumonts besorgt. Er möchte mehr tun, als es ihm am Telefon möglich ist. Als beim zweiten Anruf wenige Worte fallen, die den möglichen Aufenthaltsort der Person preisgeben, plant Dumont ein absurdes Unterfangen und reist nach Südfrankreich an die Côte d’Azur. In einem Museum lernt er Florence kennen und es entwickelt sich langsam eine zarte Liebesgeschichte mit einer Wendung, die man nicht kommen sieht.

Martin Ehrenhauser hat schon mit «Der Liebende» einen Liebesroman geschrieben, der mir in Erinnerung geblieben ist. Seine Geschichten sind mit einfühlsame Sprache verfasst und äußerst feinfühlig und bewegend. Es fiel mir leicht, mich in die Figuren und ihre Gefühlswelt hineinzuversetzen, während äußere Beschreibungen ein lebendiges Bild entstehen lassen haben. Das ermöglicht mir Einblicke in Menschen und Tätigkeiten, die ich faszinierend finde, weil es zu Fragen führt, über die ich noch lange nach dem Buch nachdenke. Ich mag diesen leichten Zugang, die Fähigkeit des Autors, komplexe Gefühle und Gedanken so klar und inspirierend zu formulieren. Dadurch ergeben sich keine Längen, keine unnötigen Ausschweifungen - alles fühlt sich genau richtig an. Mir gefällt besonders, dass Martin Ehrenhauser eine andere Facette von Liebe zeigt. Die Sehnsucht nach Zärtlichkeit und ehrlicher Aufmerksamkeit. Dies wird sehr greifbar und unaufdringlich dargestellt. Es kommt der Punkt, an dem es auch um moralische und ethische Vorstellungen geht und man sich unweigerlich fragt, wie man selbst entscheiden würde.

Ein schönes Buch mit ernsten Themen über die Suche nach Zärtlichkeit und einer schicksalshaften Begegnung zweier leiser Menschen.
Ich würde es allen empfehlen, die eine Liebesgeschichte mal aus einer anderen Sichtweise erleben möchten und die sich auf eine langsame Geschichten einlassen können.